Latifa Gebet: Sufi-Gebet für inneren Kern & Ruhe
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Das Latifa-Gebet stammt aus der mystischen Tradition des Sufismus und führt zu den Lata'if – den feinstofflichen Zentren des Herzens. Es ist ein stilles, inneres Gebet, das den Menschen mit seinem wahren Kern verbindet. In diesem Beitrag erfährst du, was die Lata'if sind und wie eine einfache Praxis aussehen kann.
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Was bedeutet Latifa?
Latifa (Plural: Lata'if) bedeutet im Arabischen Feinheit oder subtiles Zentrum. Im Sufismus bezeichnet es Punkte im Körper, die als Tore zur Seele verstanden werden – vergleichbar, aber nicht identisch mit dem Konzept der Chakren. Jede Latifa hat eine eigene Qualität und oft eine zugeordnete Farbe. Durch das Gebet werden diese Zentren belebt, damit das Herz wach und empfänglich für das Göttliche wird.
Die Zentren des Herzens
Die Schulen des Sufismus beschreiben die Lata'if unterschiedlich, doch klassisch werden mehrere Zentren genannt – etwa Qalb (das Herz), Ruh (der Geist), Sirr (das Geheimnis), Khafi (das Verborgene) und Akhfa (das tiefst Verborgene). Sie bilden eine innere Landkarte: vom äußeren, alltäglichen Bewusstsein hin zum innersten Funken, der mit dem Göttlichen verbunden ist.
Das Latifa-Gebet praktizieren
Im Kern ist die Praxis schlicht. Man setzt sich in Ruhe, atmet bewusst und richtet die Aufmerksamkeit nacheinander auf die einzelnen Zentren. Dabei wird oft ein Gottesname oder eine kurze Anrufung (Dhikr) innerlich wiederholt, während man die jeweilige Latifa und ihre Farbe vor dem inneren Auge spürt. Ziel ist nicht Leistung, sondern Hingabe: ein liebevolles Erinnern an den göttlichen Kern im eigenen Herzen.
Eine einfache Herz-Übung
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Die Farben der Lata'if
Viele Sufi-Schulen ordnen den Herzzentren Farben zu, die bei der Meditation helfen, sich auf das jeweilige Zentrum einzustimmen. Häufig genannt werden Gelb für Qalb, Rot für Ruh, Weiß für Sirr, Schwarz für Khafi und Grün für Akhfa. Die genaue Zuordnung unterscheidet sich je nach Tradition und Lehrer. Während der Übung stellt man sich vor, wie das jeweilige Zentrum in seiner Farbe aufleuchtet – ein Bild, das dem Geist hilft, ruhig und konzentriert zu bleiben, ohne sich an starre Vorgaben zu klammern.
Sufismus und der Weg des Herzens
Der Sufismus versteht sich als der mystische, innere Kern des Islam. Sein zentrales Anliegen ist die unmittelbare Erfahrung der göttlichen Nähe – nicht durch äußere Regeln allein, sondern durch die Reinigung und Öffnung des Herzens. Das Latifa-Gebet ist Teil dieses Weges. Es gehört traditionell in die Begleitung durch einen erfahrenen Lehrer (Murshid), der die Schritte anleitet. Wer allein übt, sollte dies in dem Bewusstsein tun, dass es sich um einen zutiefst respektvollen, religiösen Akt handelt.
Innere Ruhe und Wachstum
Das Latifa-Gebet ist kein magisches Ritual mit garantierter Wirkung, sondern ein Übungsweg. Regelmäßig praktiziert, kann es helfen, innere Ruhe zu finden, das Herz zu öffnen und einen Sinn für das Heilige im Alltag zu entwickeln. Begegne der Praxis mit Respekt vor ihrer islamisch-mystischen Herkunft.
Geduld auf dem Weg
Wie jeder spirituelle Weg verlangt auch das Latifa-Gebet Geduld. Anfangs spürt man vielleicht wenig, und das ist völlig normal. Es geht nicht darum, möglichst schnell besondere Empfindungen zu erzeugen, sondern darum, eine liebevolle, regelmäßige Gewohnheit zu pflegen. Mit der Zeit wird das Herz ruhiger, die Aufmerksamkeit stabiler und die innere Verbindung selbstverständlicher. Vertraue dem Prozess, ohne ein bestimmtes Ergebnis zu erzwingen.
Häufige Fragen
Was ist das Latifa-Gebet?
Ein inneres Gebet aus dem Sufismus, das die Aufmerksamkeit auf die Lata'if – die feinstofflichen Zentren des Herzens – richtet, um den Menschen mit seinem göttlichen Kern zu verbinden.
Sind die Lata'if dasselbe wie Chakren?
Sie sind ähnlich, aber nicht identisch. Beide beschreiben feinstoffliche Energiezentren, stammen jedoch aus verschiedenen Traditionen – die Lata'if aus dem Sufismus, die Chakren aus dem Hinduismus und Yoga.
Wie beginne ich mit der Praxis?
Setze dich in Ruhe, atme bewusst und richte die Aufmerksamkeit sanft auf dein Herz, während du innerlich ein Wort des Friedens wiederholst. Beginne mit wenigen Minuten täglich.
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1 Kommentar
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