Abrakadabra in Amsterdam: Jüdisches Museum eröffnet am 25. September Schau über Houdini und das goldene Zeitalter der Zauberkunst
Das Jüdische Museum Amsterdam zeigt ab 25. September jüdische Zauberkünstler von Houdini bis Okito – fünf Wochen vor Houdinis 100. Todestag.
Stand: 25. September 2026, 07:26 Uhr
Inhalt
Das Joods Museum in Amsterdam eröffnet am 25. September 2026 die Ausstellung „Abracadabra: Geheimen van Houdini tot Hans Klok“ über 15 jüdische Zauberkünstler im goldenen Zeitalter der Bühnenzauberei um 1900. Sie läuft bis 29. März 2027 und wurde mit dem Illusionisten Hans Klok entwickelt. Harry Houdini, der auch als Entlarver betrügerischer Medien bekannt wurde, starb am 31. Oktober 1926 – sein 100. Todestag fällt auf Halloween 2026.
Die Ausstellung „Abracadabra“ läuft vom 25.09.2026 bis 29.03.2027 im Joods Museum Amsterdam und zeigt 15 jüdische Zauberkünstler, acht davon mit Amsterdam-Bezug.
Quelle/Tradition: Joods Cultureel Kwartier, Ausstellungsseite; AT5, 24.09.2026; dpa, 25.09.2026
Houdini überführte 1924 bei der Prüfung des Scientific American das Medium Mina Crandon und starb am 31. Oktober 1926; seine Frau Bess hielt bis Halloween 1936 Séancen mit dem Codewort „Rosabelle, believe“ ab.
Quelle/Tradition: National Geographic
Serenus Sammonicus beschrieb im 2. Jahrhundert die Abrakadabra-Formel als schrumpfendes Dreieck gegen Fieber.
Quelle/Tradition: University of Michigan Library, 12.12.2016
Der Magier (Le Bateleur) als Gaukler und Eingeweihter zugleich.
Quelle/Tradition: Tarot von Marseille
Die Abrakadabra-Formel wirkt gegen Fieber.
Quelle/Tradition: Im Artikel ausdrücklich als nicht belegt gekennzeichnet
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Das Jüdische Museum in Amsterdam eröffnet am heutigen Freitag, 25. September, die Ausstellung „Abracadabra“ über das goldene Zeitalter der Bühnenzauberei um 1900. Im Mittelpunkt stehen 15 jüdische Illusionisten, von Harry Houdini bis zum Amsterdamer Okito, gestaltet mit dem niederländischen Illusionisten Hans Klok. Die Schau öffnet fünf Wochen vor Houdinis 100. Todestag an Halloween.
Was die Ausstellung zeigt
„Abracadabra: Geheimen van Houdini tot Hans Klok“ läuft laut dem Jüdischen Kulturviertel Amsterdam vom 25. September 2026 bis zum 29. März 2027 im Joods Museum. Die Schau erzählt, welche Rolle jüdische Künstler in der Blütezeit der Zauberkunst spielten. Genannt werden unter anderem Harry Houdini, Horace Goldin, Alexander und Adelaide Herrmann sowie Okito, mit bürgerlichem Namen Theo Bamberg, aus einer Familie mit sechs Generationen von Zauberkünstlern.
Warum gerade jüdische Künstler? Der Amsterdamer Sender AT5 zitiert am 24. September die Erklärung der Ausstellungsmacher: Von vielen Zünften waren Juden damals ausgeschlossen, die Zauberei aber war ein freier Beruf. Acht der fünfzehn Porträtierten haben einen Bezug zu Amsterdam. Zu sehen ist laut AT5 auch eine Zwangsjacke, aus der sich Houdini befreite.
Hans Klok, der Materialien aus dem Nachlass Okitos besitzt, hat die Ausstellung mitentwickelt. Besucher können laut Deutscher Presse-Agentur vier Tricks selbst ausprobieren, darunter die zersägte Person und den Verschwindeschrank. Der Zauberberater Peter Vogel sagt der dpa über die Kunst von heute: „Es ist sogar noch nie so populär gewesen wie jetzt.“
Die Ausstellung in Zahlen
25.09.2026 – 29.03.2027
Joods Museum, Jüdisches Kulturviertel Amsterdam
15 jüdische Zauberkünstler, davon 8 mit Bezug zu Amsterdam
4 Tricks zum Selbstausprobieren, darunter Sägekiste und Verschwindeschrank
6 Generationen Zauberkunst in der Familie Bamberg (Okito)
20 € Eintritt, Familienticket 44 €
Quellen: Joods Museum / Jüdisches Kulturviertel (Programmseite), AT5 vom 24.09.2026, dpa vom 25.09.2026.
Houdini und die Geister
Für unser Magazin ist ein Kapitel aus Houdinis Leben besonders interessant, das mit Bühnentricks nur indirekt zu tun hat. Nach dem Ersten Weltkrieg blühte der Spiritismus, und Houdini wurde zu einem seiner schärfsten Kritiker. Wer die Tricks selbst beherrschte, erkannte sie auch bei anderen.
Wie National Geographic zusammenfasst, bot die Zeitschrift Scientific American 1922 einen Preis von 2.500 Dollar für ein Medium, das echte übersinnliche Fähigkeiten unter strenger Prüfung zeigen könne. 1924 überführte Houdini bei dieser Prüfung die Bostoner Séance-Größe Mina Crandon: Eine angeblich von Geisterhand geläutete Glocke hatte sie mit dem Fuß bewegt. Seine Freundschaft mit Arthur Conan Doyle, der nach dem Tod seines Sohnes zum überzeugten Spiritisten geworden war, zerbrach an dieser Frage.
Houdini starb am 31. Oktober 1926 an einem Blinddarmdurchbruch. Mit seiner Frau Bess hatte er ein Codewort vereinbart, das nur ein echtes Medium kennen könne: „Rosabelle, believe“. Bess hielt zehn Jahre lang Séancen ab, die letzte an Halloween 1936. Das Codewort kam nie.
Einordnung: Was das spirituell bedeutet
Du benutzt „Abrakadabra“ vielleicht nur noch als Scherz. Dabei ist das Wort viel älter als jede Bühne. Der römische Autor Serenus Sammonicus beschrieb es im 2. Jahrhundert als Amulett gegen Fieber: in einem Dreieck geschrieben, das Zeile für Zeile schrumpft, bis mit dem letzten Buchstaben auch die Krankheit verschwinden sollte. Aus einer Heilformel wurde ein Zauberspruch fürs Varieté.
Im Tarot steckt dieselbe Doppelung. Die erste große Karte, der Magier, heißt im Tarot von Marseille „Le Bateleur“ – der Gaukler. Er steht am Tisch mit seinen Werkzeugen, halb Schausteller, halb Eingeweihter. Houdini hat diese Spannung ausgehalten: Er liebte das Staunen, aber er ließ nicht zu, dass jemand aus Trauer anderer Menschen ein Geschäft machte.
Darin liegt eine Haltung, die auch für eine spirituelle Praxis taugt. Staunen und Prüfen schließen sich nicht aus. Wer Rituale ernst nimmt, darf fragen, was wirklich geschieht – und bleibt dabei offen für das, was sich nicht messen lässt.
Zur Abgrenzung: Ausstellung, Daten und Houdinis Prüfungen von Medien sind belegt. Die Deutung des Magiers als Gaukler und Eingeweihter ist Tarot-Überlieferung. Dass die Abrakadabra-Formel gegen Fieber wirkt, ist nicht belegt – bei Fieber gehört man in ärztliche Hand.
Was du jetzt tun kannst
- Die Ausstellung besuchen. Sie läuft bis 29. März 2027 im Joods Museum im Jüdischen Kulturviertel Amsterdam; Programm und Tickets auf jck.nl.
- Houdini im Original lesen. Sein Buch A Magician Among the Spirits von 1924 ist gemeinfrei und bei Project Gutenberg frei zugänglich.
- Den 31. Oktober vormerken. Samhain und Houdinis 100. Todestag fallen zusammen – ein Abend, um an die zu denken, die fehlen, ohne auf ein Zeichen zu drängen.
- Die Magier-Karte neu ansehen. Leg dir die Karte I und frag dich: Wo bin ich in dieser Woche Gaukler, wo Eingeweihte?
- Ein eigenes Codewort finden. Nicht für Séancen, sondern als Satz, der dich an etwas erinnert, das dir wichtig ist – so wie „Rosabelle“ für Bess.

Karte I zum Tragen
Tarot Halskette „Der Magier“
Gaukler und Eingeweihter zugleich – genau die Spannung, die Houdini aushielt. Der kleine Anhänger zeigt Karte I als Relief auf Muschel-Inlay, Edelstahl 18 Karat vergoldet und wasserfest. Eine Erinnerung ans Staunen und Prüfen, kein Talisman mit Versprechen.
19,00 € · Schmuck, Mio Queena
Quellen
- Joods Cultureel Kwartier: Abracadabra: Geheimen van Houdini tot Hans Klok, Ausstellungsseite, Laufzeit 25.09.2026–29.03.2027. jck.nl/agenda/abracadabra
- AT5: Magische tentoonstelling in Joods Museum: zaag je kind doormidden en leer trucs van Hans Klok, 24.09.2026. at5.nl
- Annette Birschel (dpa): Schau in Amsterdam – Warum fasziniert Magie immer noch?, 25.09.2026, 05:32 Uhr, u. a. bei nordbayern.de
- National Geographic: Harry Houdini’s unlikely last act? Taking on the occult. nationalgeographic.com
- Pablo Alvarez: Abracadabra, University of Michigan Library, Beyond the Reading Room, 12.12.2016. blogs.lib.umich.edu
Abgerufen am 25.09.2026. Titelbild: KI-generierte Illustration (Higgsfield), zeigt nicht die Ausstellung und keine Originalexponate.






