Der erste Sonnenwind des Herbstes trifft genau zur Tagundnachtgleiche ein
Aus einem koronalen Loch strömt Sonnenwind mit über 600 Kilometern pro Sekunde. Er erreicht die Erde am 23. September, dem Tag der Herbst-Tagundnachtgleiche. Für den frühen 24. September hält die NOAA einen geomagnetischen Sturm der Stufe G1 für wahrscheinlich.
Stand: 22. September 2026, 07:45 Uhr
Inhalt
Ein koronales Loch auf der Sonne schickt einen Teilchenstrom mit über 600 Kilometern pro Sekunde zur Erde. Er trifft laut NOAA und Spaceweather.com am 23. September ein — an dem Tag, an dem um 02:05 Uhr MESZ die Herbst-Tagundnachtgleiche fällt. Für den frühen 24. September nennt die NOAA einen geomagnetischen Sturm der Stufe G1 als wahrscheinlich; über Deutschland ist dabei höchstens ein schwacher Schimmer am Nordhorizont zu erwarten.
Ein koronales Loch mit positiver Polarität schickt einen Sonnenwindstrom von über 600 km/s zur Erde; Ankunft am 23. September.
Quelle/Tradition: Spaceweather.com, 21.09.2026; EarthSky, 21.09.2026 09:00 UTC
Die NOAA hält G1-Stürme am 24. September für wahrscheinlich, besonders in den frühen Stunden.
Quelle/Tradition: NOAA SWPC Forecast Discussion, 22.09.2026 00:30 UTC
Zum Redaktionsschluss herrscht Ruhe: keine Stürme beobachtet, gemessener Kp 0,33, Feldstärke 4 nT, Sonnenwind 330 km/s.
Quelle/Tradition: NOAA SWPC WWV 22.09.2026 03:10 UTC; Planetary K-index; Solar Wind Mag Field 21.09.2026 23:04 UTC
Die Sonne zeigte am 19. September keinen einzigen Fleck — der vierte fleckenlose Tag 2026 gegenüber keinem einzigen 2025.
Quelle/Tradition: Spaceweather.com, 21.09.2026
Die Herbst-Tagundnachtgleiche als Punkt des Gleichgewichts von Licht und Dunkelheit und als Zeit der Bilanz und Ernte (Mabon).
Quelle/Tradition: Jahreskreis-Tradition; der Festname Mabon ist eine Prägung der 1970er Jahre
Ein geomagnetischer Sturm beeinflusst Stimmung, Schlaf oder Gesundheit.
Quelle/Tradition: Im Artikel ausdrücklich als nicht belegt gekennzeichnet
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Auf der Sonne steht ein koronales Loch offen, aus dem Sonnenwind mit mehr als 600 Kilometern pro Sekunde strömt. Er erreicht die Erde nach übereinstimmender Einschätzung von NOAA und spaceweather.com am 23. September — an dem Tag, an dem um 02:05 Uhr MESZ die Herbst-Tagundnachtgleiche fällt. Für den frühen 24. September hält die US-Behörde einen geomagnetischen Sturm der Stufe G1 für wahrscheinlich.
Zwei Behördenprodukte, ein Termin
Die Forecast Discussion des NOAA Space Weather Prediction Center, ausgegeben am 22. September um 00:30 Uhr UTC, beschreibt den Ablauf in zwei Schritten. Zunächst durchquert die Erde eine Sektorgrenze im interplanetaren Magnetfeld. Danach, spät am 23. September, setzen die Einflüsse eines koronalen Lochs mit positiver Polarität ein und halten über den 24. September an. Für den 24. September nennt die Behörde G1-Stürme ausdrücklich als wahrscheinlich — besonders in den frühen Stunden.
Spaceweather.com, betrieben von Tony Phillips, hatte den Strom bereits am 21. September gemeldet und dabei die Geschwindigkeit beziffert: schneller als 600 Kilometer pro Sekunde, ausströmend aus einem schluchtförmigen Loch in der Sonnenatmosphäre. Unabhängig davon berichtete EarthSky am 21. September um 09:00 Uhr UTC von einem langen, dunklen koronalen Loch, das sich von der Scheibenmitte zum Südrand zieht, und erwartet die Ankunft um den 23. September mit möglicher G1-Wirkung.
Bemerkenswert ist der Kontrast zum Ist-Zustand. Das Geophysical Alert Message der NOAA vom 22. September, 03:10 Uhr UTC, hält fest: In den vergangenen 24 Stunden wurden keine Weltraumwetterstürme beobachtet, und für die kommenden 24 Stunden werden ebenfalls keine vorhergesagt. Der gemessene planetare Kp-Index lag am 21. September um 15:00 Uhr UTC bei 0,33 — praktisch am Boden der Skala. Das interplanetare Magnetfeld maß am 21. September um 23:04 Uhr UTC gerade 4 Nanotesla bei einer Bz-Komponente von minus 3. Die Sonnenwindgeschwindigkeit: 330 Kilometer pro Sekunde.
Die Sonne war am Wochenende leer
Der eigentliche Reiz dieser Meldung liegt darin, woher der Sturm nicht kommt. Am 19. September zeigte die Sonne nach Angaben von spaceweather.com keinen einzigen Fleck — der vierte fleckenlose Tag des Jahres 2026. Im gesamten Jahr 2025 hatte es keinen einzigen gegeben. Inzwischen sind vier neue aktive Regionen aufgetaucht, die die NOAA am 22. September als 4534, 4536, 4537 und 4538 führt; die Sonnenfleckenzahl stand am 21. September bei 54.
Trotzdem verzeichnet die Behörde keinen einzigen erdgerichteten Masseauswurf. Der kommende Sturm hat mit Sonnenflecken schlicht nichts zu tun. Koronale Löcher sind Gebiete, in denen das Magnetfeld der Sonne nicht geschlossen ist, sondern offen ins All hinausführt — Teilchen entweichen dort ungebremst. Solche Löcher entstehen unabhängig von Flecken und Eruptionen. Eine Sonne, die ruhig aussieht, kann genau deshalb einen Sturm schicken.
Gemessener Kp-Index, letzte 24 Stunden
Acht Dreistundenwerte vom 20. auf den 21. September. Balkenlänge im Verhältnis zu Kp 5, der Schwelle für einen G1-Sturm. Kein Wert erreicht auch nur ein Drittel davon. Quelle: NOAA SWPC, gemessener Planetary K-index.
Was das für den Himmel über Deutschland heißt
Ein G1-Sturm ist die unterste Stufe der fünfteiligen NOAA-Skala. Das Polarlichtoval weitet sich dabei laut NOAA bis etwa 60 Grad geomagnetischer Breite aus. Deutschland liegt darunter. Wer aus Hamburg, Rostock oder Flensburg zum Nordhorizont schaut, hat bei G1 eine Chance auf einen schwachen Schimmer — versprochen ist er nicht, und südlich der Mittelgebirge ist er sehr unwahrscheinlich.
Dazu kommt die Unsicherheit der Prognose selbst. Diese Redaktion hat am 16. September berichtet, dass ein für den 15. September angekündigter G1-Sturm nicht eintrat. Koronale Löcher sind in ihrer Ankunftszeit zuverlässiger als Masseauswürfe, in ihrer Stärke aber nicht. Warum sich der Himmel um die Tagundnachtgleiche herum statistisch leichter öffnet, haben wir am 9. September gesondert erklärt.
| Kennwert | Jetzt | 24. Sept. |
|---|---|---|
| Sonnenwind | 330 km/s | über 600 |
| Feldstärke Bt | 4 nT | offen |
| Kp gemessen | 0,33 | — |
| Sturmstufe | keine | G1 wahrsch. |
| Stand der Angabe | 22.9., 03:10 UT | 22.9., 00:30 UT |
Jede Spalte mit dem Ausgabezeitpunkt des NOAA-Produkts, aus dem sie stammt. Die linke Spalte ist gemessen, die rechte ist Prognose.
Einordnung: Was das spirituell bedeutet
Die Tagundnachtgleiche ist der Moment, in dem die Sonne den Himmelsäquator südwärts kreuzt. Licht und Dunkelheit stehen für einen Augenblick im Gleichgewicht, danach kippt die Waage zur Nacht. Im Jahreskreis heißt dieser Punkt Mabon — ein Name, der erst in den 1970er Jahren geprägt wurde, während die Erntedank- und Bilanzbräuche, auf die er sich bezieht, in Mitteleuropa deutlich älter sind.
Dass ausgerechnet an diesem Tag ein Teilchenstrom eintrifft, ist Zufall und trotzdem ein gutes Bild. Die Sonne ist nicht weniger tätig geworden, nur weil sie am Wochenende keinen Fleck zeigte. Sie hat ihre Arbeit an eine Stelle verlagert, die man nicht sieht — in ein offenes Feld, aus dem still etwas ausströmt. Wer in dieser Woche Bilanz zieht, findet darin eine brauchbare Frage: Was arbeitet bei dir gerade an einer Stelle weiter, auf die du nicht schaust?
Eine Abgrenzung gehört dazu. Ein geomagnetischer Sturm ist ein physikalischer Vorgang in der Magnetosphäre. Dass er Stimmung, Schlaf oder Gesundheit beeinflusst, ist nicht belegt. Belegt ist die Physik: die Messwerte, die Zeiten, die Prognose mit ihrem Ausgabestempel. Die Deutung der Tagundnachtgleiche als Punkt der Bilanz ist Überlieferung und gelebte Praxis — keine Tatsachenbehauptung, und wir kennzeichnen sie als das, was sie ist.
Was du jetzt tun kannst
- In der Nacht zum 24. September nach Norden schauen. Das von der NOAA genannte Fenster liegt in den frühen Stunden. Je weiter nördlich und je dunkler, desto besser — aber ohne Erwartung.
- Den Kp-Index selbst prüfen statt Vorhersagen zu glauben. Die NOAA veröffentlicht die gemessenen Dreistundenwerte laufend. Erst ab Kp 5 beginnt ein G1-Sturm.
- Die Tagundnachtgleiche am 23. September um 02:05 Uhr markieren — mit einer Kerze, einem Satz, einem Eintrag. Der Zeitpunkt ist astronomisch exakt und kostet nichts.
- Eine Bilanz schreiben statt einer Wunschliste. Zu Mabon gehört das Einbringen, nicht das Säen. Drei Dinge, die dieses Jahr reif geworden sind.
- Den Nordhorizont vorher abgehen. Wer den dunkelsten erreichbaren Punkt kennt, bevor etwas passiert, verliert keine Zeit, wenn doch etwas passiert.
Passend dazu: Astrologie — Bibliothek der Esoterik
Quellen
- NOAA Space Weather Prediction Center: Forecast Discussion, ausgegeben 22.09.2026, 00:30 UTC. services.swpc.noaa.gov/text/discussion.txt
- NOAA Space Weather Prediction Center: Geophysical Alert Message, ausgegeben 22.09.2026, 03:10 UTC. services.swpc.noaa.gov/text/wwv.txt
- NOAA Space Weather Prediction Center: 3-Day Forecast, ausgegeben 21.09.2026, 00:30 UTC. services.swpc.noaa.gov/text/3-day-forecast.txt
- NOAA Space Weather Prediction Center: Planetary K-index, gemessene Werte bis 21.09.2026, 15:00 UTC. services.swpc.noaa.gov/products/noaa-planetary-k-index.json
- NOAA Space Weather Prediction Center: Solar Wind Magnetic Field Summary, Messwert vom 21.09.2026, 23:04 UTC. services.swpc.noaa.gov
- Tony Phillips: spaceweather.com, Ausgabe vom 21.09.2026. spaceweather.com
- C. Alex Young u. a.: Sun news, EarthSky, 21.09.2026, 09:00 UTC. earthsky.org
- Zeiss-Planetarium Jena: Der Sternhimmel im September 2026. planetarium-jena.de
Abgerufen am 22.09.2026 zwischen 05:05 und 05:35 UTC.






