Tarot für Anfänger: Grundlagen, Legesysteme & Deutung

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Die ersten eigenen Tarotkarten zu legen fühlt sich an wie ein Gespräch mit der eigenen Seele – nur dass die Bilder die Worte übernehmen. Tarot für Anfänger ist kein geheimnisvolles Können, das nur Eingeweihten vorbehalten ist, sondern eine erlernbare Sprache aus 78 Symbolen. In diesem Guide bekommst du das Fundament, mit dem du heute noch deine erste Karte deuten kannst: den Aufbau des Decks, die wichtigsten Legesysteme, eine klare Deutungs-Methode und die häufigsten Anfängerfehler.

Der Aufbau des Tarot-Decks: Große und Kleine Arkana

Ein klassisches Tarot besteht aus 78 Karten in zwei Gruppen. Die 22 Karten der Großen Arkana (von „Der Narr“ bis „Die Welt“) erzählen die großen Lebensthemen – Schicksal, Wandlung, Liebe, Tod und Wiedergeburt. Sie wiegen in einer Legung schwerer und zeigen die übergeordneten Lektionen.

Die 56 Karten der Kleinen Arkana gliedern sich in vier Farben, die den Alltag abbilden: Kelche (Gefühle & Beziehungen), Stäbe (Energie, Tatkraft, Leidenschaft), Schwerter (Gedanken, Konflikte, Klarheit) und Münzen/Pentakel (Materie, Geld, Körper). Wer diese vier Grundenergien verinnerlicht, kann fast jede Karte schon grob einordnen.

Die wichtigsten Legesysteme für den Einstieg

Du musst nicht mit dem komplexen Keltischen Kreuz beginnen. Diese drei Legungen tragen dich durch die ersten Monate:

1. Die Tageskarte. Eine einzige Karte am Morgen. Sie beantwortet die Frage „Worauf darf ich heute achten?“ und ist die beste tägliche Übung überhaupt.
2. Die Drei-Karten-Legung. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft, oder Situation – Hindernis – Rat. Schnell gelegt, überraschend tief.
3. Die Beziehungs-Legung. Eine Karte für dich, eine für die andere Person, eine für die Verbindung. Ideal, um Dynamiken sichtbar zu machen.

Praxis-Tipp: Lege deine Karten immer in derselben Leserichtung aus und notiere jede Legung in einem Tarot-Tagebuch. Schon nach wenigen Wochen erkennst du wiederkehrende Karten – sie sind oft die deutlichsten Botschaften.

In 4 Schritten eine Karte richtig deuten

Verzettele dich nicht in auswendig gelernten Stichworten. Diese Methode funktioniert von Anfang an:

Schritt 1 – Schauen: Was siehst du buchstäblich auf der Karte? Farben, Figuren, Haltung, Wetter. Schritt 2 – Fühlen: Welche Stimmung löst das Bild in dir aus – Enge, Weite, Freude, Unruhe? Schritt 3 – Verknüpfen: Welche klassische Grundbedeutung passt dazu? Schritt 4 – Übersetzen: Was heißt das konkret für deine Frage? Erst diese Übersetzung macht aus einer Karte eine Antwort.

Probier es direkt aus

Theorie wird erst lebendig, wenn du sie anwendest. Ziehe jetzt eine Karte aus der Großen Arkana und übe die vier Schritte – das Orakel unten gibt dir Karte und Grundbedeutung an die Hand:

🔮 Deine Tageskarte ziehen

Atme einmal tief durch, halte deine Frage im Herzen und ziehe deine Karte aus der Großen Arkana.

Die fünf häufigsten Anfängerfehler

Damit dein Einstieg leichter wird, hier die Stolpersteine, die fast alle am Anfang erleben – und wie du sie vermeidest: zu viele Karten auf einmal (bleib bei einer Tageskarte), die gleiche Frage immer wieder stellen (das verwässert die Antwort), reines Auswendiglernen ohne Intuition, das Deuten in Angst statt Neugier, und das Vergleichen mit „Profis“. Tarot ist deine persönliche Praxis – dein Tempo ist das richtige.

Wenn du spürst, dass du tiefer blicken möchtest, als eine einzelne Karte es zeigen kann, kann ein persönliches astrologisches Reading die größeren Lebenszyklen sichtbar machen – eine schöne Ergänzung zur eigenen Tarot-Praxis.

Deine Karten pflegen und mit deiner Energie verbinden

Ein Tarot-Deck ist ein persönliches Werkzeug. Bewahre es an einem festen, ruhigen Ort auf – viele wickeln ihre Karten in ein Tuch aus Naturstoff oder legen sie über Nacht neben einen Kristall. Bevor du zum ersten Mal liest, lohnt es sich, das Deck einmal vollständig durchzusehen und jede Karte kurz in die Hand zu nehmen: So „lädst“ du es mit deiner Absicht. Mische die Karten regelmäßig gründlich, damit sich frische Energie verteilt, und reinige sie nach intensiven Legungen gern mit dem Rauch von Salbei oder Palo Santo.

Häufige Fragen zu Tarot für Anfänger

Brauche ich eine besondere Begabung, um Tarot zu legen?
Nein. Tarot ist eine erlernbare Praxis, kein angeborenes Talent. Wichtiger als „Hellsehen“ ist die Bereitschaft, die Bilder aufmerksam zu betrachten und ehrlich mit dir selbst zu sein. Mit Übung wird deine Deutung von Mal zu Mal stimmiger.
Welches Tarot-Deck eignet sich für den Einstieg?
Das Rider-Waite-Smith-Deck ist der Klassiker für Anfänger, weil jede Karte – auch die kleinen Arkana – ein aussagekräftiges Bild zeigt. Diese Szenen erleichtern die intuitive Deutung enorm gegenüber rein abstrakten Decks.
Wie viele Karten sollte ich am Anfang ziehen?
Beginne mit einer einzigen Tageskarte. Sie überfordert dich nicht und schult dein Gespür. Erst wenn du dich sicher fühlst, gehst du zu Drei-Karten-Legungen (Vergangenheit–Gegenwart–Zukunft) über.
Was bedeuten umgekehrte (gestürzte) Karten?
Eine umgekehrt liegende Karte deutet oft auf eine blockierte, verinnerlichte oder abgeschwächte Form ihrer Bedeutung hin. Als Anfänger darfst du sie zunächst getrost aufrecht deuten und die Umkehrungen später dazunehmen.
Darf ich mir selbst die Karten legen?
Ja, unbedingt. Selbstlegungen sind die beste Übung und ein wunderbares Werkzeug zur Selbstreflexion. Achte nur darauf, deine Frage offen zu formulieren („Was darf ich heute sehen?“) statt sie auf ein erzwungenes Ja/Nein zu verengen.
Kann Tarot die Zukunft vorhersagen?
Tarot zeigt Tendenzen und innere Dynamiken, keine festgeschriebenen Ereignisse. Es spiegelt, wo du gerade stehst und welche Energie wirkt – die Entscheidungen und damit die Zukunft bleiben immer bei dir.

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