Tarot: Die 22 Großen Arkana tiefgreifend erklärt
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Die Großen Arkana sind das Herz jedes Tarot-Decks: 22 Karten, die keine Alltagssituationen abbilden, sondern die großen Themen des Lebens – Schicksal, Wandlung, Liebe, Tod und Vollendung. Während die Kleinen Arkana das tägliche Auf und Ab beschreiben, erzählen die Großen Arkana eine einzige, archetypische Geschichte: die Reise der Seele vom unbeschwerten Narren bis zur ganzheitlichen Welt. Wer ihre Bildsprache versteht, hält einen Spiegel in der Hand, der nicht die Zukunft vorhersagt, sondern das Unbewusste sichtbar macht. In diesem Guide lernst du jede der 22 Karten kennen, verstehst den roten Faden dahinter – und kannst dir direkt deine eigene Tageskarte ziehen.
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Was sind die Großen Arkana?
Der Begriff „Arkana“ stammt vom lateinischen arcanum – Geheimnis. Die Großen Arkana (auch Trumpfkarten genannt) bilden mit 22 Karten den ersten und bedeutungsschwersten Teil eines 78-karteigen Tarot-Decks. Jede Karte trägt einen eigenen Namen und eine Nummer von 0 bis 21 und steht für einen Archetyp – ein universelles Muster menschlicher Erfahrung, wie es der Psychologe C. G. Jung beschrieb. Erscheint in einer Legung eine Große Arkana, deutet das auf ein tiefes, oft schicksalhaftes Lebensthema hin, nicht auf eine Nebensächlichkeit. Mehrere Große Arkana in einer Legung gelten als Hinweis, dass gerade große, prägende Kräfte am Werk sind.
Die Reise des Narren – der rote Faden
Die 22 Karten lassen sich als eine zusammenhängende Erzählung lesen, die sogenannte „Reise des Narren“. Der Narr (Nummer 0) verkörpert die unbeschriebene Seele, die ins Leben aufbricht. Auf seinem Weg begegnet er Lehrern und Prüfungen: dem Magier, der ihm seine Schöpferkraft zeigt, der Hohepriesterin, die ihn die Intuition lehrt, später dem Tod, der ihn Wandlung lehrt, und dem Turm, der falsche Sicherheiten einreißt. Am Ende steht die Welt – die Vollendung, in der alle Erfahrungen zur Ganzheit verschmelzen. Diese Dramaturgie macht die Großen Arkana zu mehr als einem Wahrsage-Werkzeug: Sie sind eine Landkarte der inneren Entwicklung.
Die 22 Großen Arkana und ihre Kernbotschaft
- 0 – Der Narr: Neubeginn, Unbeschwertheit, Vertrauen ins Leben.
- I – Der Magier: Willenskraft, Manifestation, schöpferisches Potenzial.
- II – Die Hohepriesterin: Intuition, Geheimnis, inneres Wissen.
- III – Die Herrscherin: Fülle, Fruchtbarkeit, nährende Liebe.
- IV – Der Herrscher: Struktur, Autorität, Stabilität.
- V – Der Hierophant: Tradition, Lehre, geistige Führung.
- VI – Die Liebenden: Liebe, Verbindung, Herzensentscheidung.
- VII – Der Wagen: Wille, Sieg, zielstrebiges Vorwärts.
- VIII – Die Kraft: innere Stärke, Mut, sanfte Geduld.
- IX – Der Eremit: Einkehr, Weisheit, Suche nach Wahrheit.
- X – Das Rad des Schicksals: Wendepunkt, Zyklen, Glücksfall.
- XI – Die Gerechtigkeit: Wahrheit, Ausgleich, Verantwortung.
- XII – Der Gehängte: Loslassen, Perspektivwechsel, Hingabe.
- XIII – Der Tod: Wandlung, Ende und Neubeginn (selten wörtlich!).
- XIV – Die Mäßigkeit: Balance, Heilung, geduldiges Maß.
- XV – Der Teufel: Bindung, Schatten, Versuchung, Abhängigkeit.
- XVI – Der Turm: Umbruch, plötzliche Erkenntnis, Befreiung.
- XVII – Der Stern: Hoffnung, Inspiration, Heilung.
- XVIII – Der Mond: Unbewusstes, Illusion, tiefe Intuition.
- XIX – Die Sonne: Freude, Erfolg, Klarheit, Lebenskraft.
- XX – Das Gericht: Erwachen, Berufung, Wiedergeburt.
- XXI – Die Welt: Vollendung, Ganzheit, Erfüllung.
Ziehe deine Tageskarte aus der Großen Arkana
Atme tief durch, denke an eine offene Frage und ziehe. Lass die Botschaft auf dich wirken.
Große und Kleine Arkana – der Unterschied
Ein vollständiges Tarot besteht aus 78 Karten: 22 Großen und 56 Kleinen Arkana. Die Kleinen Arkana gliedern sich in vier Farben (Kelche, Münzen, Schwerter, Stäbe) und beschreiben das alltägliche Geschehen – Gefühle, Finanzen, Gedanken, Tatkraft. Die Großen Arkana dagegen heben das Geschehen auf eine schicksalhafte, seelische Ebene. In einer Legung gilt: Je mehr Große Arkana erscheinen, desto bedeutsamer und weniger vom Alltagswillen steuerbar ist die Situation. Eine Legung nur aus Kleinen Arkana deutet auf alltägliche, gestaltbare Themen hin.
Wie du mit den Großen Arkana arbeitest
Du musst kein Profi sein, um mit den Großen Arkana zu üben. Beginne mit einer Tageskarte: Ziehe morgens eine Karte und beobachte, wie sich ihr Thema im Tagesverlauf zeigt. So lernst du die Archetypen aus eigener Erfahrung kennen, statt nur Deutungstexte auswendig zu lernen. Wichtig ist die innere Haltung: Tarot sagt keine festgeschriebene Zukunft voraus, sondern spiegelt deine gegenwärtige Energie und zeigt Möglichkeiten. Schaffe vor jeder Legung einen ruhigen Raum, etwa mit einer Kerze und ein paar bewussten Atemzügen. Führe ein kleines Tarot-Tagebuch – das Festhalten deiner Eindrücke vertieft dein Verständnis enorm.
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Häufige Fragen zu den Großen Arkana
Wie viele Große Arkana gibt es?
Es gibt 22 Große Arkana, nummeriert von 0 (Der Narr) bis 21 (Die Welt). Zusammen mit den 56 Kleinen Arkana bilden sie ein Deck aus 78 Karten.
Was bedeutet es, wenn viele Große Arkana in einer Legung liegen?
Das deutet auf große, schicksalhafte Lebensthemen hin, die gerade besonders wirksam sind – weniger steuerbar durch den Alltagswillen, dafür von tiefer Bedeutung.
Ist die Todeskarte ein schlechtes Omen?
Nein. Der Tod (XIII) steht fast immer für Wandlung, das Ende eines Lebensabschnitts und einen Neubeginn – nur sehr selten wörtlich. Sie ist eine der hoffnungsvollsten Wandlungskarten.
Kann ich Tarot ohne Vorkenntnisse lernen?
Ja. Am besten beginnst du mit einer täglichen Tageskarte und einem Tarot-Tagebuch. So lernst du die Archetypen aus eigener Erfahrung, Schritt für Schritt.
Sagt Tarot die Zukunft voraus?
Tarot legt keine feste Zukunft fest. Es spiegelt deine gegenwärtige Energie und zeigt Tendenzen und Möglichkeiten, aus denen du frei wählst.
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