Praktische Magie & Rituale

Wasseradern & Erdstrahlen im Schlafzimmer erkennen: Anzeichen, Rutengehen und was die Forschung sagt

Dieser Artikel erklärt dir, was in der Radiästhesie mit Wasseradern und Erdstrahlen gemeint ist, wie Rutengänger arbeiten und wie du deinen Schlafplatz systematisch selbst prüfst. Er behauptet nicht, dass Erdstrahlen physikalisch nachgewiesen wären oder Krankheiten verursachen — die kontrollierten Tests sagen etwas anderes, und das steht hier genauso klar wie die Überlieferung.

Dieser Artikel erklärt dir, was in der Radiästhesie mit Wasseradern und Erdstrahlen gemeint ist, wie Rutengänger arbeiten und wie du deinen Schlafplatz systematisch selbst prüfst. Er behauptet nicht, dass Erdstrahlen physikalisch nachgewiesen wären oder Krankheiten verursachen — die kontrollierten Tests sagen etwas anderes, und das steht hier genauso klar wie die Überlieferung.

Schnellantwort

„Erdstrahlen“ ist ein Sammelbegriff der Radiästhesie für eine angenommene Strahlung aus dem Untergrund, die von Wasseradern, geologischen Verwerfungen und globalen Gitternetzen wie dem Hartmann- oder Currygitter ausgehen soll; Rutengänger orten sie mit Winkelrute, Y-Rute oder Pendel. Für die Existenz dieser Strahlung und für gesundheitliche Wirkungen gibt es keinen wissenschaftlich anerkannten Nachweis: Die Münchner Scheunenexperimente (Bericht 1989) und der Kasseler Wünschelrutentest der GWUP (1990/92) ergaben Trefferquoten im Zufallsbereich. Auch geologisch trifft das Bild schmaler unterirdischer „Adern“ für die meisten Regionen nicht zu, weil Grundwasser flächig in porösen Schichten steht. Wer schlecht schläft, prüft deshalb zuerst Licht, Lärm, Temperatur, Matratze und Gesundheit — anhaltende Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt. Das Bett trotzdem umzustellen ist erlaubt und oft hilfreich, nur wirkt dabei nachweislich die Veränderung von Licht, Wärme und Lärm, nicht eine Strahlung.

Einordnung
Belegt

Kontrollierte Tests des Rutengehens — die Münchner Scheunenexperimente (Bericht 1989) und der Kasseler Wünschelrutentest der GWUP (1990/92) — ergaben Trefferquoten, die statistisch nicht vom Zufall zu unterscheiden waren.

Quelle/Tradition: Betz/König, Wünschelrutenreport 1989; GWUP-Dokumentation Kasseler Test 1990/92

Belegt

Grundwasser tritt in den meisten Regionen flächig in porösen Schichten auf und nicht in schmalen unterirdischen Kanälen; das Bild der 'Wasserader' ist geologisch daher meist unzutreffend.

Quelle/Tradition: Hydrogeologische Fachliteratur

Belegt

Das Currygitter wurde 1952 durch Manfred Curry bekannt, ein entsprechendes Diagonalnetz hatte jedoch bereits Siegfried Wittmann zwischen 1945 und 1951 beschrieben; das Benker-Kubensystem postulierte Anton Benker 1953.

Quelle/Tradition: Begriffsgeschichte der Radiästhesie; Wikipedia 'Radiästhesie'

Belegt

Der Ausschlag von Rute und Pendel lässt sich durch den ideomotorischen Effekt erklären — unbewusste feinste Muskelbewegungen der Hand, die der Ausführende ehrlich nicht bemerkt.

Quelle/Tradition: Psychologische Standardliteratur zum ideomotorischen Effekt

Überliefert

Rutengehen ist als Suchtechnik im Bergbau und Brunnenbau seit Jahrhunderten überliefert; der Begriff 'Erdstrahlen' entstand erst im frühen 20. Jahrhundert.

Quelle/Tradition: Volkskundliche und montanhistorische Literatur

Gelebte Praxis

Das Umstellen des Bettes weg von Gitterkreuzungen und angenommenen Wasseradern ist in der Baubiologie und Geomantie bis heute weit verbreitete Praxis, ebenso das Beobachten von Katzenschlafplätzen und Pflanzenwuchs.

Quelle/Tradition: Gelebte radiästhetische und baubiologische Praxis im deutschsprachigen Raum

Nicht belegt

Dass Erdstrahlen Schlafstörungen, Erschöpfung oder Krankheiten verursachen und dass Entstörgeräte, Abschirmmatten oder Platten dagegen wirken, ist nicht nachgewiesen.

Quelle/Tradition: Kein Wirksamkeitsnachweis; anhaltende Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt

BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Kurz beantwortet

„Erdstrahlen“ ist ein Sammelbegriff der Radiästhesie für eine angenommene Strahlung aus dem Untergrund, die von Wasseradern, Verwerfungen und globalen Gitternetzen wie dem Hartmann- oder Currygitter ausgehen soll. Rutengänger orten sie mit Winkelrute, Y-Rute oder Pendel. Für die Existenz dieser Strahlung und für gesundheitliche Wirkungen gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis: Die Münchner Scheunenexperimente (Bericht 1989) und der Kasseler Wünschelrutentest der GWUP (1990/92) ergaben Trefferquoten im Zufallsbereich. Auch geologisch trifft das Bild schmaler unterirdischer „Adern“ für die meisten Regionen nicht zu — Grundwasser steht flächig in Schichten. Wer schlecht schläft, prüft deshalb zuerst Licht, Lärm, Temperatur, Matratze und Gesundheit — und darf das Bett trotzdem umstellen, wenn es sich danach besser anfühlt.

Was mit „Erdstrahlen“ und „Wasseradern“ eigentlich gemeint ist

Wenn dir jemand sagt, unter deinem Bett verlaufe eine Wasserader, dann spricht er nicht von einem Rohrbruch. Gemeint ist ein Bild aus der Radiästhesie — der Lehre vom „Strahlenfühlen“. Sie geht davon aus, dass bestimmte Strukturen im Untergrund eine vertikal nach oben gerichtete Reizzone erzeugen, die sensible Menschen mit Rute oder Pendel wahrnehmen können. Als Verursacher gelten vor allem drei Dinge: unterirdisch fließendes Wasser, geologische Verwerfungen und Brüche im Gestein sowie sogenannte globale Gitternetze.

Der Begriff „Erdstrahlen“ selbst ist jünger, als viele denken. Er entstand im frühen 20. Jahrhundert, als das Rutengehen — eine im Bergbau und beim Brunnenbau jahrhundertealte Praxis — mit dem damals neuen Vokabular der Strahlenphysik neu erklärt werden sollte. Aus einer handwerklichen Suchtechnik wurde so eine Weltdeutung. Der Begriff „Wasserader“ ist genau genommen ein geologischer Fehlgriff: Grundwasser fließt in den meisten Regionen nicht in schmalen Kanälen, sondern steht flächig in porösen Schichten. Echte Karstwasserläufe gibt es, aber sie sind die Ausnahme, nicht die Regel unter deutschen Schlafzimmern.

Das ist kein Grund, das Thema wegzuwischen. Es ist ein Grund, es genauer anzusehen — und zwischen dem zu unterscheiden, was überliefert ist, was gelebte Praxis ist und was sich messen lässt. Wenn du die größere Landkarte dieser Erdenergie-Tradition sehen willst, findest du sie in unserem Grundlagenartikel zur Geomantie: Erdenergien, Ley-Linien und Kraftplätze.

Die Gitternetze: Hartmann, Curry, Benker — und was daran strittig ist

Drei Systeme tauchen in fast jeder radiästhetischen Hausuntersuchung auf. Es lohnt sich, ihre Herkunft zu kennen, weil sie erstaunlich jung ist.

Das Hartmann-Gitter, auch Globalgitter genannt, geht auf den Arzt Ernst Hartmann zurück und wird als rechtwinkliges Netz beschrieben, das nach Norden und Süden etwa alle zwei Meter und nach Osten und Westen etwa alle zweieinhalb Meter eine Reizlinie ziehen soll. Das Currygitter ist ein diagonal verlaufendes Netz mit rund 3,6 Metern Abstand. Bekannt wurde es 1952 durch Manfred Curry; beschrieben hatte ein solches Diagonalnetz allerdings schon Siegfried Wittmann zwischen 1945 und 1951, ohne dass er in der bekannt gewordenen Veröffentlichung genannt wurde. Das Benker-Kubensystem schließlich postulierte Anton Benker 1953: ein würfelförmiges Raumgitter mit zehn Metern Kantenlänge, das in der Radiästhesie als dem Hartmann-Gitter übergeordnet gilt.

Als am kritischsten gelten in der Praxis die Kreuzungspunkte zweier Linien — und ganz besonders eine Kreuzung, die zusätzlich über einer angenommenen Wasserader liegt. Genau dort soll das Bett auf keinen Fall stehen.

Der strittige Punkt: Diese Netze sind mit physikalischen Messgeräten bis heute nicht auffindbar. Und sie sind selbst innerhalb der Rutengänger-Szene umstritten, weil verschiedene Praktizierende in demselben Raum verschiedene Linienverläufe angeben. Wer sich mit dieser Praxis beschäftigt, sollte das wissen, bevor er sie anwendet.

Was kontrollierte Tests ergeben haben

Es gab ernsthafte Versuche, das Rutengehen zu prüfen — und sie wurden nicht von Spöttern durchgeführt, sondern zum Teil mit staatlicher Förderung.

Die bekanntesten sind die Münchner Scheunenexperimente. 1986 wurden die Physiker Hans-Dieter Betz und Herbert L. König damit beauftragt, Rutengänger unter kontrollierten Bedingungen zu testen; der Bericht erschien 1989. Das Gesamtergebnis war ernüchternd: Die Treffsicherheit der durchschnittlichen Teilnehmer war schlecht und in den meisten Fällen kaum oder gar nicht vom Zufall zu unterscheiden. Diskutiert wurde anschließend vor allem, ob eine kleine Teilgruppe herausragender Rutengänger doch ein Signal zeigte — eine Interpretation, die statistisch stark kritisiert wurde, weil sie nachträglich aus einer großen Datenmenge herausgelesen wurde.

Der Kasseler Wünschelrutentest der GWUP folgte 1990/92 mit rund dreißig Teilnehmern. Alle unterschrieben vorab, dass sie die Versuchsbedingungen für fair hielten, und die meisten erwarteten eine Trefferquote von hundert Prozent. Niemand erreichte die für das ausgelobte Preisgeld nötige Quote. Die Auswertung bestätigte deutlich die Zufallshypothese.

Damit ist die Sachlage klar: Es gibt keinen anerkannten Nachweis für die Existenz von Erdstrahlen und keinen für gesundheitliche Wirkungen. Wer dir etwas anderes erzählt — und dafür Geld nimmt —, verkauft dir eine Behauptung als Befund.

Warum trotzdem so viele Menschen davon berichten

Und doch: Millionen Menschen im deutschsprachigen Raum haben eine Geschichte dazu. Das Bett wurde umgestellt, und der Schlaf wurde besser. Das ist kein Beweis für Erdstrahlen — aber es ist auch keine Lüge. Es gibt gute Erklärungen, die ohne Strahlung auskommen.

Erstens: Wer sein Bett umstellt, verändert fast immer mehr als nur die Position. Anderes Licht am Morgen, andere Zugluft, weniger Straßenlärm, ein anderer Blick beim Aufwachen. Zweitens: Der Vorgang selbst ist ein Akt der Fürsorge für den eigenen Schlaf — und Menschen, die sich um ihren Schlaf kümmern, schlafen messbar besser. Drittens wirkt hier die ideomotorische Bewegung: Die Rute schlägt nicht von allein aus. Sie verstärkt winzige, unbewusste Muskelbewegungen der Hand. Das ist kein Betrug — der Rutengänger spürt seine eigene Bewegung ehrlich nicht. Es erklärt aber, warum die Rute genau dort ausschlägt, wo die Aufmerksamkeit gerade hingeht.

Dasselbe Prinzip kennst du aus der Pendelarbeit. Wir haben es in Pendel richtig benutzen: Fragen, Kalibrierung, Übungen ausführlich aufgeschrieben — inklusive der Frage, wie man ehrlich mit dieser Erkenntnis weiterarbeitet.

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Anzeichen, die dem Schlafplatz zugeschrieben werden

In der radiästhetischen Praxis gilt eine bestimmte Sammlung von Beobachtungen als Hinweis auf einen „gestörten“ Schlafplatz. Du solltest sie kennen — und wissen, was medizinisch dahinterstecken kann.

  • Einschlafen geht, Durchschlafen nicht — typisch auch bei Alkohol am Abend, Schlafapnoe, Wechseljahren, Schilddrüse, Stress.
  • Du wachst immer zur selben Uhrzeit auf — ein sehr häufiges Muster bei innerer Anspannung und bei zu frühem Zubettgehen.
  • Du rutschst nachts aus dem Bett oder liegst quer — bei Kindern normal, bei Erwachsenen oft Matratze oder Bettgröße.
  • Morgens Verspannung im Nacken oder Kreuz — fast immer Liegefläche und Kissen.
  • Die Katze liegt gern genau auf deinem Kopfkissenplatz — in der Überlieferung das klassische Zeichen; Katzen suchen allerdings vor allem Wärme und Geruch.
  • Pflanzen gedeihen an einer Stelle im Raum nicht — Licht, Zugluft, Heizungsluft.

Wichtig und ohne Umschweife: Anhaltende Schlafstörungen, Erschöpfung oder Schmerzen gehören ärztlich abgeklärt. Ein Rutengänger ersetzt keine Diagnose, und kein Ritual ersetzt eine Behandlung. Wenn dir jemand nahelegt, deine Beschwerden kämen von Erdstrahlen, ist das der Moment, den Termin beim Arzt trotzdem zu machen.

Selbst prüfen: der 14-Tage-Schlafplatz-Test ohne Rute

Bevor du irgendjemanden bezahlst, mach das hier. Es kostet nichts und liefert dir echte Daten über dich.

  1. Tag 1–7, alles bleibt wie es ist. Notiere jeden Morgen in drei Zahlen: Einschlafdauer geschätzt, Anzahl der Wachphasen, Erholung von 1 bis 10. Dazu eine Zeile: Was war gestern los?
  2. Prüfe die banalen Dinge. Ist es wirklich dunkel? Steht ein Router oder Ladegerät am Kopfende? Wie warm ist der Raum nachts — ideal sind etwa 16 bis 19 Grad. Wie alt ist die Matratze? Kommt Licht von einer Straßenlaterne?
  3. Tag 8: eine einzige Änderung. Verschiebe das Bett um mindestens achtzig Zentimeter oder drehe die Liegerichtung. Ändere sonst nichts. Nur eine Variable, sonst weißt du hinterher nichts.
  4. Tag 8–14: weiter protokollieren. Gleiche drei Zahlen.
  5. Vergleiche die Wochenmittelwerte. Deutlich besser? Behalte es. Kein Unterschied? Dann liegt es nicht am Platz — und du hast dir teures Raten gespart.

Dieser Test ist der ehrlichste Umgang mit dem Thema, den wir kennen: Er nimmt die Beobachtung ernst und die Behauptung nicht vorweg.

Rutengehen lernen: Griff, Kalibrierung, ehrliche Übung

Wenn du es selbst ausprobieren willst — und das darfst du, es ist eine alte Handwerkspraxis —, dann bitte mit offenen Augen.

Das Werkzeug. Zwei Winkelruten aus Messing oder Schweißdraht, je etwa 40 Zentimeter lang, kurzer Schenkel etwa 12 Zentimeter, locker in leichten Hülsen geführt. Alternativ eine Y-Rute aus Hasel. Halte die Unterarme waagerecht, Ellbogen am Körper, Handgelenke weich. Die Ruten zeigen parallel nach vorn.

Die Kalibrierung. Leg eine Wasserflasche oder ein Metallteil auf den Boden, lass jemanden das Objekt bei geschlossenen Augen an einen von mehreren markierten Punkten legen — und geh dann ab. Notiere Treffer und Fehlversuche. Zehn Durchgänge reichen, um zu sehen, ob du besser bist als Zufall. Die meisten sind es nicht. Das ist kein Urteil über dich; es ist der Punkt, an dem die Praxis ehrlich wird.

Die Haltung. Geh langsam, atme ruhig, halte die Frage schlicht und einteilig. „Wo verläuft hier eine Wasserader“ ist eine andere Frage als „Wo fühle ich mich in diesem Raum unwohl“ — und die zweite ist ehrlicher beantwortbar. Wenn du die Rute als Werkzeug der Selbstwahrnehmung benutzt und nicht als Messgerät, wirst du nicht enttäuscht.

Einen Rutengänger beauftragen: was seriös ist und was nicht

Es gibt Menschen, die diese Arbeit sorgfältig und redlich machen — und es gibt ein Gewerbe, das Angst verkauft. Der Unterschied ist erkennbar.

Seriös ist: ein fester Preis, der vorher genannt wird. Eine klare Trennung zwischen Befund und Verkauf. Die Bereitschaft zu sagen, dass es hier keinen Nachweis gibt. Ein Vorschlag, der mit Bettverschieben beginnt und nicht mit einem Gerät.

Unseriös ist: Gesundheitsversprechen. Der Satz „das ist der Grund für Ihre Beschwerden“. Der Verkauf von Entstörgeräten, Matten, Platten oder Pyramiden — meist im drei- bis vierstelligen Bereich, ohne jede Wirksamkeitsprüfung. Druck. Und Angst: Wenn du nach einem Termin schlechter über dein Zuhause denkst als vorher, war es der falsche Termin.

Was du auch ohne Beweis tun kannst: den Raum klären

Hier wird es praktisch, und hier liegt der Teil, der unabhängig von jeder Strahlenfrage funktioniert: Ein Schlafraum, der bewusst gepflegt wird, trägt anders.

Räum das Kopfende frei. Keine Kabel, keine Aktenstapel, kein Wäscheberg im Blickfeld. Lüfte am Abend. Nimm das Handy aus dem Zimmer oder wenigstens vom Nachttisch — nicht wegen Strahlung, sondern wegen dessen, was du damit tust. Und dann gib dem Raum ein Zeichen: Räuchern, ein Salzschälchen im Fenster, eine Kerze, die eine Viertelstunde brennt, während du aufräumst. Das ist keine Entstörung. Es ist eine Grenzziehung — und Grenzen wirken, weil du sie ziehst. Wie das im Alltag aussieht, zeigen wir in Geomantie im Alltag: Energie zuhause harmonisieren.

Kleines Quiz

Was braucht dein Schlafplatz gerade wirklich?

Stimmen aus der Praxis

„Wir haben das Bett unserer Tochter umgestellt, weil ein Rutengänger eine Kreuzung angezeichnet hatte. Sie schlief danach durch. Zwei Jahre später sind wir umgezogen, und ich habe gemerkt: In der alten Wohnung stand ihr Bett direkt an der Außenwand über der Heizung. Es war zu warm. Ich bin trotzdem froh, dass wir hingeschaut haben — nur die Erklärung war eine andere.“ — Sandra, 41, aus Kassel

„Ich gehe seit zwanzig Jahren mit der Rute. Ich sage jedem Kunden zwei Sätze: Ich verkaufe Ihnen nichts, was Sie an die Wand hängen. Und ich kann Ihnen nicht beweisen, dass es das gibt, was ich fühle. Wer mit diesen zwei Sätzen leben kann, dem helfe ich gern.“ — Rutengänger, 63, aus dem Allgäu

„Ich habe den Vierzehn-Tage-Test gemacht, weil ich mir das Geld für die Untersuchung sparen wollte. Ergebnis: keine Veränderung nach dem Umstellen. Danach bin ich zum Arzt. Es war die Schilddrüse.“ — Marco, 35, aus Linz

Was wir nicht versprechen

Wir versprechen dir nicht, dass es Erdstrahlen gibt. Wir versprechen dir nicht, dass ein umgestelltes Bett Beschwerden heilt, Schlafstörungen behebt oder Krankheiten verhindert — es gibt dafür keinen Nachweis, und jede gegenteilige Behauptung wäre unredlich. Wir versprechen dir auch nicht, dass ein Rutengänger dieselbe Linie findet wie der nächste. Was wir dir zusagen: eine ehrliche Trennung zwischen Überlieferung, gelebter Praxis und geprüftem Wissen — und eine Vorgehensweise, die dich nicht ärmer und nicht ängstlicher macht.

Praktisch: so gehst du damit um

  1. Erst die Medizin. Anhaltende Schlafprobleme, Erschöpfung, Schmerzen: Termin beim Arzt. Immer zuerst.
  2. Dann die Banalitäten. Dunkelheit, 16–19 Grad, Matratzenalter, Kissenhöhe, Lärm, Bildschirm vor dem Schlafen.
  3. Dann der 14-Tage-Test. Eine Änderung, sauber protokolliert. Kostenlos und aussagekräftiger als jedes Gutachten.
  4. Dann, wenn du magst, die Praxis. Raum klären, Kopfende freiräumen, ein Ritual mit klarem Anfang und Ende.
  5. Kein Geld für Entstörgeräte. Wenn dir etwas verkauft wird, das Strahlung „neutralisiert“, geh.

Häufige Fragen

Gibt es Erdstrahlen wirklich?

Es gibt keinen wissenschaftlich anerkannten Nachweis für eine solche Strahlung und auch keinen für gesundheitliche Wirkungen. Die kontrollierten Tests — die Münchner Scheunenexperimente (Bericht 1989) und der Kasseler Wünschelrutentest der GWUP (1990/92) — ergaben Trefferquoten im Zufallsbereich. Als überlieferte Praxis und Deutungssystem existiert die Radiästhesie natürlich; als physikalisches Phänomen ist sie unbelegt.

Wie erkenne ich eine Wasserader unter meinem Bett ohne Rutengänger?

Zuverlässig gar nicht — und zwar deshalb, weil das Bild schmaler unterirdischer „Adern“ geologisch für die meisten Regionen nicht zutrifft. Was du zuverlässig herausfinden kannst, ist etwas anderes: ob dein Schlaf sich verändert, wenn der Platz sich verändert. Dafür ist der 14-Tage-Test mit einer einzigen Änderung und einem einfachen Schlafprotokoll das ehrlichste Werkzeug.

Zeigen Katzen wirklich Störzonen an?

Das ist eine sehr verbreitete Überlieferung: Katzen sollen Störzonen aufsuchen, Hunde sie meiden. Verhaltensbiologisch lässt sich das Verhalten einfacher erklären — Katzen wählen warme, zugfreie, erhöhte und stark nach ihrem Menschen riechende Plätze. Als Beobachtung ist es reizvoll, als Beleg taugt es nicht.

Bringen Entstörgeräte, Abschirmmatten oder Orgonit-Platten etwas?

Für die behauptete Wirkung gibt es keinen Nachweis, und die Preise liegen oft im drei- bis vierstelligen Bereich. Wenn dir jemand im Zuge einer Hausuntersuchung ein solches Gerät verkaufen will, ist das der Punkt, an dem du das Gespräch beenden darfst. Wer den Raum verändern will, verändert ihn mit Möbeln, Licht, Lüften und einer bewussten Reinigungspraxis — das kostet fast nichts.

Kann ich Rutengehen lernen?

Ja, die Handhabung ist in einer Stunde erlernbar: zwei Winkelruten, waagerechte Unterarme, weiche Handgelenke, langsames Gehen. Wichtig ist die anschließende Kalibrierung mit verdeckten Objekten und einem Protokoll — sie zeigt dir, ob du über Zufallsniveau liegst. Wenn du die Rute als Werkzeug der Selbstwahrnehmung verstehst und nicht als Messgerät, bleibt die Praxis ehrlich und lohnend.

Was sind Hartmann-, Curry- und Benker-Gitter?

Drei in der Radiästhesie angenommene globale Netze: das rechtwinklige Hartmann-Gitter mit rund zwei bis zweieinhalb Metern Linienabstand, das diagonale Currygitter mit etwa 3,6 Metern und das würfelförmige Benker-Kubensystem mit zehn Metern Kantenlänge. Alle drei wurden zwischen den 1940er- und 1950er-Jahren beschrieben. Mit physikalischen Messgeräten sind sie nicht auffindbar, und ihre Verläufe werden selbst von Rutengängern unterschiedlich angegeben.

Quellen & Weiterlesen

  • Hans-Dieter Betz: Phänomen Rutengänger, Kapitel 28 im Handbuch der Anomalistik (Darstellung und Diskussion der Münchner Scheunenexperimente).
  • Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP): Dokumentation des Kasseler Wünschelrutentests 1990/92.
  • Wikipedia-Artikel Erdstrahlen, Wünschelrute und Radiästhesie (Überblick zu Begriffsgeschichte, Gitternetzen und Forschungslage).
  • Berufsfachverband der Geopathologen und Baubiologen: Darstellung der radiästhetischen Praxis aus Sicht der Anwender.
  • Fachliteratur zur Grundwasserführung: Grundwasser steht in den meisten Regionen flächig in porösen Schichten, nicht in schmalen Kanälen.
  • Im Magazin: Geomantie: Erdenergien, Ley-Linien & Kraftplätze verstehen · Geomantie im Alltag · Pendel richtig benutzen
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