Astronomie & Himmel

Jupitersonde Juice kehrt am 28. September zur Erde zurück: Vorbeiflug in 8.640 Kilometern Höhe

Die europäische Jupitersonde Juice fliegt am 28. September um 13:45 Uhr MESZ in 8.640 Kilometern Höhe über dem Indischen Ozean an der Erde vorbei und holt sich 3,5 Kilometer pro Sekunde Schwung für die Reise zum Jupiter. Das hat die ESA am 21. September mitgeteilt. Seit dem 23. September sind alle zehn Instrumente eingeschaltet.

Illustration: Die Erde füllt das Bild mit blauem Ozean und Wolkenwirbeln, rechts davon im schwarzen All eine kleine Raumsonde mit Solarflächen beim Vorbeiflug (KI-generiert)

Stand: 23. September 2026, 07:50 Uhr

Schnellantwort

Die ESA-Sonde Juice fliegt am 28. September 2026 um 13:45 Uhr MESZ in 8.640 Kilometern Höhe über dem Indischen Ozean an der Erde vorbei. Der Vorbeiflug lenkt die Bahn um rund 20 Grad und beschleunigt die Sonde um 3,5 km/s — Schwung für die Ankunft am Jupiter im Juli 2031. Von Deutschland aus ist nichts zu sehen; die ESA veröffentlicht Bilder der Bordkameras bis zum 29. September.

Einordnung
Belegt

Juice fliegt am 28. September 2026 um 13:45 Uhr MESZ in 8.640 km Höhe über dem Indischen Ozean an der Erde vorbei; Ablenkung etwa 20 Grad, Beschleunigung etwa 3,5 km/s.

Quelle/Tradition: ESA, 21.09.2026

Belegt

Vom 27. September 21:24 Uhr bis 28. September 06:03 Uhr MESZ fliegt die Sonde im Erdschatten und läuft auf Batterie; alle zehn Instrumente messen vom 23. September bis 3. Oktober.

Quelle/Tradition: ESA, 21.09.2026

Belegt

Weitere Stationen: letzter Erdvorbeiflug Januar 2029, Jupiter-Orbit Juli 2031, Ganymed-Orbit 2034; Venus-Vorbeiflug am 31. August 2025.

Quelle/Tradition: ESA, 21.09.2026; ESA, August 2025

Überliefert

Jupiter als Planet der Weite, des Wachstums und des großen Glücks.

Quelle/Tradition: Astrologische Tradition

Nicht belegt

Der Vorbeiflug hat eine Wirkung auf Menschen oder Ereignisse.

Quelle/Tradition: Im Artikel ausdrücklich als nicht belegt gekennzeichnet

BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Die europäische Jupitersonde Juice kehrt am 28. September zur Erde zurück: Um 13:45 Uhr MESZ fliegt sie in 8.640 Kilometern Höhe über dem Indischen Ozean vorbei, um sich von der Erdanziehung 3,5 Kilometer pro Sekunde Schwung und eine Kursänderung von rund 20 Grad zu holen. Das hat die ESA am 21. September mitgeteilt. Seit heute, dem 23. September, sind alle zehn Instrumente eingeschaltet — sie üben an Erde und Mond, was sie ab 2031 am Jupiter leisten sollen.

Ein Umweg, der drei Jahre dauert

Juice, der Jupiter Icy Moons Explorer, startete im April 2023 auf einer Ariane 5 von Kourou. Statt geradeaus zum Jupiter zu fliegen, nutzt die Sonde die Schwerkraft der Planeten als Antrieb: Im August 2024 folgte der erste Mond-Erde-Vorbeiflug der Raumfahrtgeschichte, am 31. August 2025 ein Vorbeiflug an der Venus. Nun ist die Erde zum zweiten Mal an der Reihe. Nach Angaben der ESA vom 21. September lenkt der Vorbeiflug die Bahn um etwa 20 Grad ab und beschleunigt die Sonde um rund 3,5 Kilometer pro Sekunde — Energie, die Juice sonst mit einer unbezahlbaren Menge Treibstoff hätte aufbringen müssen.

Der dichteste Punkt liegt am 28. September um 13:45 Uhr MESZ (11:45 UTC) über dem Indischen Ozean, in 8.640 Kilometern Höhe. Zwischen 15 und 30 Minuten davor zieht die Sonde über Australien hinweg, vom Nordosten des Kontinents in den Nordwesten. Wer dort mit dem richtigen Teleskop oder Fernglas am Himmel steht, kann sie laut ESA verfolgen. Von Deutschland aus ist das nicht möglich: Hier ist dann heller Mittag, und die Sonde steht über der anderen Seite des Planeten.

Die Flugleitung in Darmstadt hat seit dem 17. August sechs Zeitfenster für Kurskorrekturen reserviert. Gebraucht wurde bislang nur eines, vier Wochen vor dem Vorbeiflug — Angela Dietz, die Betriebsleiterin der Sonde, nennt es „relativ klein, aber äußerst wirksam“. Für den Morgen des 28. September um 08:00 Uhr MESZ steht ein letztes Notfallmanöver bereit, falls ein Navigationsfehler korrigiert oder ein Satellit umflogen werden muss. Die ESA rechnet nicht damit, es zu brauchen.

Wie nah ist 8.640 Kilometer? 6.371 km 8.640 km Juice 28.9., 13:45 Erde maßstäblich. Mond: rund zehn Bildbreiten weiter rechts.
Der dichteste Punkt liegt in knapp 1,4 Erdradien Höhe — nah genug, dass die Erde die Bahn spürbar biegt, aber weit außerhalb jeder bemannten Umlaufbahn. Referenzwerte: mittlerer Erdradius 6.371 km, mittlere Mondentfernung 384.400 km. Flugdaten: ESA, 21.09.2026.

Neun Stunden im Erdschatten

Der Vorbeiflug hat eine Besonderheit, die ihn von 2024 unterscheidet: Vom 27. September, 21:24 Uhr MESZ, bis zum 28. September, 06:03 Uhr MESZ, fliegt Juice durch den Schatten der Erde. Fast neun Stunden ohne Sonnenlicht bedeuten fast neun Stunden ohne Strom aus den Solarflächen — die Sonde lebt in dieser Zeit aus der Batterie. Das Team hat die Messungen deshalb nach Wichtigkeit sortiert.

Wissenschaftlich ist der Besuch ein Geschenk. Alle zehn Instrumente sammeln vom 23. September bis zum 3. Oktober Daten von Erde und Mond, um sich an einer echten Oberfläche zu eichen. Mehrere Tage verbringt Juice im Schweif des Erdmagnetfelds, den der Sonnenwind wie einen Windsack von der Sonne weg streckt — die Messungen sollen später mit denen der europäisch-chinesischen Smile-Mission zusammengeführt werden. Die Navigationskamera, die die Sonde später um die Jupitermonde steuern soll, richtet sich probeweise auf den Horizont unseres Mondes. Die letzten Bilder der Bordkameras entstehen am 29. September.

Zeitpunkt (MESZ) Was passiert
23. September Alle zehn Instrumente eingeschaltet
27. Sept., 21:24 Uhr Eintritt in den Erdschatten, Batteriebetrieb
28. Sept., 06:03 Uhr Austritt aus dem Schatten
28. Sept., 08:00 Uhr Fenster für ein Notfallmanöver
28. Sept., ca. 13:15 Uhr Überflug Australien, Nordost nach Nordwest
28. Sept., 13:45 Uhr Dichtester Punkt, 8.640 km über dem Indischen Ozean
29. September Letzte Bilder der Bordkameras
3. Oktober Ende der Messkampagne an Erde und Mond

Fahrplan des Vorbeiflugs nach ESA-Angaben vom 21. September 2026, umgerechnet in MESZ. Der Australien-Überflug ist mit „15 bis 30 Minuten vor dem dichtesten Punkt“ angegeben.

Und danach: Jupiter 2031, Ganymed 2034

Mit dem Schwung vom Montag ist die Reise noch nicht zu Ende. Im Januar 2029 kommt Juice ein letztes Mal an der Erde vorbei, im Juli 2031 tritt die Sonde in eine Umlaufbahn um Jupiter ein. Dort folgen 35 Vorbeiflüge an den Eismonden Ganymed, Kallisto und Europa, unter deren Krusten Ozeane vermutet werden, bevor Juice 2034 in eine Umlaufbahn um Ganymed wechselt. Acht Jahre Anreise für die Frage, ob es dort lebensfreundliche Orte gibt.

Einordnung: Was das spirituell bedeutet

In der Astrologie steht Jupiter für Weite, Wachstum und das große Glück — der Planet, der über den eigenen Horizont hinausführt. Wie diese Überlieferung gelesen wird, haben wir im Sommer in Jupiter im Horoskop beschrieben. Die Reise von Juice liefert dazu ein Bild, das keine Deutung braucht, um zu tragen: Der direkte Weg zur Weite wäre unbezahlbar gewesen. Also fliegt die Sonde erst zum Mond, dann zur Venus, dann zweimal zurück zur Erde — und holt sich bei jedem Besuch ein Stück Schwung von dem, was sie eigentlich verlassen will.

Wer weit hinaus will, kommt meist noch einmal an den Anfang zurück — und der Anfang gibt ab, was er hat: Richtung und Geschwindigkeit, fast umsonst. Am Montag wird das für neun Stunden wörtlich — im Schatten der Erde, ohne Licht, aus dem gespeicherten Vorrat lebend, bevor die Sonne wieder auf die Flächen fällt. Wenn du in dieser Woche der Tagundnachtgleiche Bilanz ziehst: Wo hat dich ein Umweg über Bekanntes schneller gemacht als der direkte Weg?

Zur Abgrenzung: Was Juice am Montag tut, ist Himmelsmechanik, berechnet und in der ESA-Mitteilung nachlesbar. Dass der Vorbeiflug irgendeine Wirkung auf Menschen oder Ereignisse hätte, behauptet niemand, auch wir nicht. Die Lesart Jupiters als Planet der Weite ist Überlieferung — sie trägt den Gedanken, die Zahlen tragen die Meldung.

Was du jetzt tun kannst

  • Am Montag um 13:45 Uhr innehalten. Von Deutschland aus ist nichts zu sehen — aber in dieser Minute biegt 8.640 Kilometer über dem Indischen Ozean etwas Richtung Jupiter ab.
  • Die Bordkamera-Bilder abwarten. Die ESA veröffentlicht sie ab dem Vorbeiflug bis zum 29. September auf ihrer Juice-Seite. Erde und Mond aus der Sicht einer Sonde, die gerade geht.
  • Jupiter selbst suchen. Er ist ein Morgenobjekt und steht in den Stunden vor der Dämmerung im Osten, heller als jeder Stern. Was Juice 2031 erreicht, kannst du diese Woche mit bloßem Auge sehen.
  • Den eigenen Umweg benennen. Drei Stationen, an denen du dieses Jahr zurück zum Anfang musstest — und was du dort an Schwung mitgenommen hast.
  • Die Schattenstunden ernst nehmen. Neun Stunden ohne Licht sind in der Planung der ESA kein Fehler, sondern Teil der Bahn. Auch eine Phase, in der nichts nachlädt, kann exakt auf Kurs liegen.
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Quellen

  • ESA: Juice to fly past Earth for third gravity assist, 21.09.2026. esa.int
  • ESA: Juice rerouted to Venus in world’s first lunar-Earth flyby, 21.08.2024. esa.int
  • ESA: Juice team resolves anomaly on approach to Venus, August 2025 (Datum des Venus-Vorbeiflugs). esa.int

Abgerufen am 23.09.2026 zwischen 04:25 und 05:15 UTC. Titelbild: KI-generierte Illustration (Higgsfield), keine Aufnahme der Sonde.

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