Der Mond hat eine neue Narbe: NASA zeigt am 23. September den 222-Meter-Krater McGetchin
Die NASA hat am 23. September den Krater McGetchin zum Astronomiebild des Tages erklärt: 222 Meter breit, entstanden im Frühjahr 2024, entdeckt vom Lunar Reconnaissance Orbiter. Es ist der größte frisch entstandene Mondkrater seit Beginn der Beobachtung — ein Einschlag, den die NASA nur etwa einmal pro Jahrhundert erwartet.
Stand: 23. September 2026, 07:40 Uhr
Inhalt
Die NASA hat am 23. September 2026 den Krater McGetchin zum Astronomiebild des Tages erklärt. Der 222 Meter breite, 43 Meter tiefe Einschlagkrater entstand zwischen dem 11. April und dem 22. Mai 2024 am Ostrand der Mondvorderseite und wurde am 24. Oktober 2025 vom Lunar Reconnaissance Orbiter entdeckt — der größte frisch entstandene Mondkrater seit Beginn der Beobachtung. Um ihn liegt ein sechs Kilometer großer kalter Fleck.
Der Krater McGetchin ist 222 m breit und 43 m tief und entstand zwischen dem 11. April und dem 22. Mai 2024.
Quelle/Tradition: NASA, 16.09.2026; LROC (M. Robinson), 16.09.2026; Science Advances 12(38)
Entdeckt wurde er am 24. Oktober 2025 im Bildvergleich des Lunar Reconnaissance Orbiter; die NASA zeigt ihn am 23. September 2026 als Astronomiebild des Tages.
Quelle/Tradition: NASA Science APOD, 23.09.2026; NASA, 16.09.2026
Um den Krater liegt ein etwa 6 km großer kalter Fleck, nachts rund 9 Grad kälter; Auswurfspuren reichen über 100 km weit. Einschläge dieser Größe erwartet die NASA etwa einmal pro Jahrhundert.
Quelle/Tradition: NASA, 16.09.2026 (Diviner); LROC, 16.09.2026; EarthSky, 18.09.2026
Der Mond als Gestirn des Wandels und der Spiegelung; sein Gesicht als Sinnbild des Unveränderlichen.
Quelle/Tradition: Mondsymbolik verschiedener Kulturen
Ein neuer Mondkrater wirkt auf Menschen, Stimmungen oder Ereignisse.
Quelle/Tradition: Im Artikel ausdrücklich als nicht belegt gekennzeichnet
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Die NASA hat am 23. September den Krater McGetchin zum Astronomiebild des Tages erklärt: 222 Meter breit, 43 Meter tief, entstanden zwischen dem 11. April und dem 22. Mai 2024 am östlichen Rand der Mondvorderseite. Der Lunar Reconnaissance Orbiter fand ihn am 24. Oktober 2025 — es ist der größte frisch entstandene Krater, den die Sonde in 17 Jahren aufgespürt hat. Einen Einschlag dieser Größe erwartet die NASA nur etwa einmal pro Jahrhundert.
Ein Fleck, der vorher nicht da war
Die Geschichte beginnt mit einem Routinevergleich. Der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) der NASA fotografiert die Mondoberfläche seit 2009 aus rund 100 Kilometern Höhe und legt neue Aufnahmen über alte. Am 24. Oktober 2025 fiel dem Bildbearbeiter Robert Wagner auf einer Weitwinkelaufnahme ein heller Fleck auf, der auf älteren Bildern derselben Gegend fehlte. Er habe alles stehen und liegen lassen, um nachzusehen, was das sei, zitiert ihn die NASA in ihrer Mitteilung vom 16. September. Am 5. Dezember 2025 folgte die hochauflösende Aufnahme mit der Schmalwinkelkamera, die weniger als einen Meter pro Bildpunkt auflöst.
Das Ergebnis: ein Krater von 222 Metern Durchmesser und 43 Metern Tiefe, mit Wänden, die im Mittel 24 Grad steil sind, und einem Wall, der acht Meter über die alte Oberfläche ragt. Er liegt bei 1,35 Grad nördlicher Breite und 67,18 Grad östlicher Länge, genau auf der Grenze zwischen dunklem Mare-Basalt und hellem Hochland, nahe dem kleinen Krater Dubyago N. Das schreibt Mark Robinson, Leiter des Kamerateams, in der Bildbesprechung des LROC-Teams vom 16. September. Am selben Tag erschienen zwei Fachartikel in Science Advances, und die Internationale Astronomische Union gab dem Krater seinen Namen: nach Thomas McGetchin, einem Mondforscher der Apollo-Zeit, der die Mechanik von Einschlägen erforschte.
Den Zeitpunkt des Einschlags kann das Team nur eingrenzen: Auf einer Aufnahme vom 11. April 2024 fehlt der Krater, auf einer vom 22. Mai 2024 ist er da. Der Brocken, der ihn schlug — Asteroid oder Kometenbruchstück —, war nach NASA-Schätzung so groß wie ein drei- bis sechsstöckiges Haus. Auf der Erde wäre er in der Atmosphäre verglüht. Der Mond hat keine.
Die Wunde ist größer als das Loch
Das Erstaunlichste an McGetchin ist nicht der Krater, sondern sein Umfeld. Die Aufnahmen zeigen helle Strahlen aus ausgeworfenem Material, das in mindestens zwei Wellen über die Umgebung ging — Spuren davon findet das Team noch mehr als 100 Kilometer entfernt. Das Wärmebildinstrument Diviner an Bord des Orbiters maß dazu einen kalten Fleck von etwa vier Meilen, also gut sechs Kilometern Durchmesser, der nachts rund neun Grad kälter ist als das umgebende Gelände. Der Einschlag hat den lockeren Staub dort so aufgewühlt, dass er Wärme schlechter speichert.
Für die NASA ist das mehr als eine Kuriosität. Solche Umlagerungen verändern, wie Räderfahrzeuge auf dem Mond Halt finden, und sie zeigen, wie ein einziger Treffer eine Fläche prägt, die das Dreißigfache des sichtbaren Kraters misst. In 17 Jahren hat der Orbiter über tausend neue Krater und mehr als hunderttausend Oberflächenveränderungen registriert; Krater von rund zehn Metern Durchmesser entstehen nach NASA-Angaben etwa 140-mal im Jahr. Einer von 222 Metern ist in dieser Reihe ein Jahrhundertereignis.
Einordnung: Was das spirituell bedeutet
Der Mond ist in fast allen Überlieferungen das Gestirn des Wandels — er nimmt zu, nimmt ab, verschwindet und kehrt wieder. Sein Gesicht aber gilt als das Unveränderliche schlechthin: Die Flecken, die unsere Vorfahren als Hasen, Mann oder Kröte lasen, sind dieselben, die du heute Nacht siehst. Genau dieses Bild bekommt mit McGetchin einen kleinen Riss. Innerhalb von sechs Wochen im Frühjahr 2024 hat sich das Gesicht des Mondes an einer Stelle verändert, und niemand hat es gesehen. Erst siebzehn Monate später fiel es auf.
Darin liegt ein Gedanke, der zu dieser Woche der Bilanz passt. Manches, was uns trifft, hinterlässt eine sichtbare Narbe — und einen viel größeren, unsichtbaren Bereich, der danach anders ist: kälter, lockerer, empfindlicher. Der kalte Fleck um McGetchin ist dreißigmal größer als der Krater. Wer nur auf das Loch schaut, unterschätzt, was sich verändert hat. Und wer den Vergleich mit dem Vorher scheut, bemerkt die Veränderung womöglich nie.
Zur Abgrenzung: Dass der Mond Gezeiten hebt, ist Physik. Dass ein neuer Krater auf ihm irgendeine Wirkung auf Menschen, Stimmungen oder Ereignisse hätte, ist nicht belegt und wird hier auch nicht behauptet. Die Lesart des Mondes als Gestirn des Wandels und der Spiegelung ist Überlieferung — sie trägt den Gedanken, nicht die Fakten.
Was du jetzt tun kannst
- Die Originalbilder ansehen. Die NASA zeigt Vorher und Nachher als Astronomiebild des Tages; die LROC-Seite hat die hochaufgelöste Fassung.
- Den östlichen Mondrand kennenlernen. McGetchin liegt weit im Osten der Mondvorderseite, südlich des dunklen Ovals Mare Crisium. Das ist der Rand, den das Sonnenlicht nach Neumond als Ersten erreicht. Der Krater selbst ist mit 222 Metern für jedes Amateurteleskop unsichtbar — aber du weißt jetzt, wo er ist.
- Ein Vorher-Nachher anlegen. Der Krater wurde nur gefunden, weil jemand neue Bilder über alte legte. Ein Mondtagebuch mit einem Satz pro Nacht leistet dasselbe für dich.
- Nach dem kalten Fleck fragen. Bei einer Bilanz zur Tagundnachtgleiche: Welches Ereignis dieses Jahres hat einen größeren Hof hinterlassen, als es auf den ersten Blick aussah?
- Die nächste Mondsichel abwarten. Bei der zunehmenden Sichel ist der Ostrand beleuchtet. Ein Fernglas zeigt Mare Crisium als dunklen Fleck nahe dem Rand — die Gegend, in der der Mond vor zwei Jahren getroffen wurde.

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Quellen
- NASA Science: Astronomy Picture of the Day — A New Lunar Crater: McGetchin, 23.09.2026. science.nasa.gov
- NASA Science: NASA’s Moon Orbiter Spots New, ‘Once-in-Century’ Moon Crater, 16.09.2026. science.nasa.gov
- Mark Robinson: Spectacular McGetchin Crater, Lunar Reconnaissance Orbiter Camera, 16.09.2026. lroc.im-ldi.com
- Robinson, M. S. u. a.: A new 222-m diameter lunar crater, Science Advances 12(38), 16.09.2026, DOI 10.1126/sciadv.aeh7812 · Powell, T. M. u. a.: New lunar crater reveals extensive distal regolith modification, Science Advances 12(38), 16.09.2026, DOI 10.1126/sciadv.aeh9568
- EarthSky: Newly formed moon crater is once-in-a-century discovery, 18.09.2026. earthsky.org
Abgerufen am 23.09.2026 zwischen 04:25 und 05:10 UTC. Bilder: NASA/GSFC/Intuitive Machines, redaktionelle Nutzung mit Quellenangabe.







