Remote Viewing und Projekt Stargate: 23 Jahre Hellsehen im Auftrag der CIA — und der Streit, den die Akten nicht entscheiden
Im Juli 1974 bekam ein ehemaliger Polizist in Kalifornien einen Zettel mit Längen- und Breitengrad. Er sollte beschreiben, was dort stand. Was er zeichnete, liegt heute in den freigegebenen Akten der CIA — und ist der Anfang eines Streits, den zwei Statistiker 1995 mit denselben Daten in entgegengesetzte Richtungen entschieden haben.
Im Juli 1974 bekam ein ehemaliger Polizist in Kalifornien einen Zettel mit Längen- und Breitengrad. Er sollte beschreiben, was dort stand. Was er zeichnete, liegt heute in den freigegebenen Akten der CIA — und ist der Anfang eines Streits, den zwei Statistiker 1995 mit denselben Daten in entgegengesetzte Richtungen entschieden haben.
Inhalt
Projekt Stargate ist der letzte Deckname eines US-Regierungsprogramms, das von 1972 bis 1995 Remote Viewing — das Beschreiben entfernter Orte ohne Sinneskontakt — erforschte und operativ einsetzte, zuerst mit CIA-Geldern am Stanford Research Institute, dann als Einheit von Armee und DIA in Fort Meade; die Kosten lagen bei rund 20 Millionen Dollar. 1995 bewerteten die Statistikerin Jessica Utts und der Psychologe Ray Hyman dieselben Daten: Beide hielten die Laborergebnisse für statistisch nicht durch Zufall erklärbar, Utts schloss daraus auf ein belegtes Phänomen, Hyman auf ungeklärte Abweichungen ohne Nachweis einer Fähigkeit. Die CIA fand keinen Fall, in dem Remote Viewing eine Operation gesteuert hätte, und stellte das Programm im November 1995 ein. Die Grenze des Wissens: Ob hinter den Zahlen eine echte Wahrnehmungsfähigkeit steht oder ein Verfahrensartefakt, ist bis heute nicht entschieden — und Kursversprechen stützen sich nicht auf die Akten.
Die US-Regierung hat von 1972 bis 1995 Remote Viewing erforscht und operativ eingesetzt — über CIA, Armee und DIA, unter den Decknamen SCANATE, GONDOLA WISH, GRILL FLAME, CENTER LANE, SUN STREAK und STAR GATE; Gesamtkosten rund 20 Millionen Dollar.
Quelle/Tradition: Freigegebene CIA-Akten (Sammlung STARGATE); Federation of American Scientists, Programmchronik; AIR-Bericht vom 29.09.1995
Die Laborergebnisse der SAIC-Experimente (1992–1994) liegen statistisch deutlich über dem Zufall — darin stimmten beide Gutachter von 1995 überein.
Quelle/Tradition: J. Utts, 'An Assessment of the Evidence for Psychic Functioning', 1995; R. Hyman, 'Evaluation of Program on Anomalous Mental Phenomena', 11.09.1995
Die frühen SRI-Transkripte enthielten sinnliche Hinweise (Datumsangaben, Bezüge auf frühere Sitzungen), die Richtern die Zuordnung erleichterten; Nachstellungen bestätigten die Ergebnisse nicht.
Quelle/Tradition: D. Marks, R. Kammann, 'Information transmission in remote viewing experiments', Nature 274 (1978), S. 680–681
Das Programm wurde 1995 nach einer Überprüfung durch die American Institutes for Research eingestellt; die CIA fand keinen Fall, in dem Remote Viewing eine Operation gesteuert hätte.
Quelle/Tradition: AIR-Bericht 29.09.1995, veröffentlicht 28.11.1995; FAS-Programmchronik
Pat Price beschrieb im Juli 1974 unter doppelblinden Bedingungen einen mehrstöckigen Portalkran in Semipalatinsk; ein Regierungsanalyst konnte den Treffer nicht erklären, bewertete die Gesamtsitzung aber als Misserfolg.
Quelle/Tradition: Dokumentierte Aussage: SRI-Abschlussbericht 1975, zitiert bei H. Puthoff, JSE 10 (1996), und bei J. Utts 1995 — kein Beleg für die Fähigkeit, nur für den Vorgang
Jimmy Carter sagte im September 1995, ein Remote Viewer habe während seiner Amtszeit ein in Zaire abgestürztes Flugzeug per Koordinaten lokalisiert.
Quelle/Tradition: Dokumentierte Aussage einer Person: Rede vor Studenten in Atlanta, September 1995, laut Reuters, wiedergegeben bei Puthoff 1996; keine unabhängige Bestätigung
Die Idee, entfernte Orte ohne Sinneskontakt wahrzunehmen, ist alt — von antiken Orakeln über die Fernwahrnehmung des Mesmerismus bis zum 'travelling clairvoyance' des Spiritismus.
Quelle/Tradition: Kulturgeschichte der Hellsichtigkeit; Remote Viewing ist der Versuch, diese Tradition ins Laborprotokoll zu überführen
Remote Viewing ist eine verlässliche, erlernbare Fähigkeit, die sich in Kursen vermitteln lässt.
Quelle/Tradition: Weder die freigegebenen Akten noch die Gutachten von 1995 stützen das; Hyman 1995 fordert Replikation mit neuen Viewern, Zielmengen und unabhängigen Richtern
Das Programm läuft heimlich weiter.
Quelle/Tradition: Keine Dokumente; Behauptung ohne Quellenlage
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Menlo Park, Juli 1974
Der Raum liegt im Stanford Research Institute in Menlo Park, südlich von San Francisco. Zwei Physiker sitzen darin, Harold Puthoff und Russell Targ, beide aus der Laserforschung, beide mit Sicherheitsfreigaben aus früheren Jahren. Ihnen gegenüber Pat Price, ehemaliger Polizeibeamter aus Burbank, der behauptet, Orte sehen zu können, an denen er nie war.
Auf dem Tisch liegt ein Zettel. Darauf stehen Koordinaten in Grad, Minuten und Sekunden, sonst nichts — außer dem Hinweis, es handle sich um eine Forschungs- und Testanlage. Wer die Koordinaten geschickt hat, wissen an diesem Tag nur die Auftraggeber. Sie sitzen nicht im Raum. Auch Puthoff und Targ wissen nicht, was sich an diesem Ort befindet. Das ist der Sinn der Anordnung: Niemand, der mit Price spricht, kann ihm etwas verraten, weil niemand etwas weiß.
Price beginnt zu sprechen. Ein Tonband läuft. Er beschreibt Gebäude, ein Gelände, und dann etwas, das ihn beschäftigt: einen mehrstöckigen Kran, der auf Schienen läuft, eine Konstruktion, die er detailliert zeichnet. Die Skizze wandert zu den Auftraggebern. Sie vergleichen sie mit dem, was sie über den Ort wissen. Die Koordinaten bezeichnen Semipalatinsk in der Kasachischen SSR, das sowjetische Atomtestgelände.
Dieser Nachmittag ist die Wurzel von allem, was danach kam: dreiundzwanzig Jahre Forschung und Einsatz, mehrere Decknamen, rund zwanzig Millionen Dollar und eine Frage, die bis heute niemand beantworten kann. Nicht, weil die Akten fehlen — sie sind seit 1995 offen. Sondern weil man aus denselben Akten zwei Geschichten lesen kann.
Wie ein Laserphysiker an die CIA geriet
Die Vorgeschichte hat Puthoff selbst 1996 aufgeschrieben, im Journal of Scientific Exploration, nachdem die CIA im Juli 1995 die ersten 270 Seiten der SRI-Berichte freigegeben hatte. Sein Bericht ist die Aussage eines Beteiligten und deshalb mit Vorsicht zu lesen; aber er ist der detaillierteste Zugang zu den Anfängen, und er stimmt in den Eckdaten mit dem überein, was die Akten hergeben.
Anfang 1972 kursierte ein Forschungsantrag Puthoffs zur Quantenbiologie. Eine Kopie landete beim New Yorker Künstler Ingo Swann, der ihm schrieb, er solle sich lieber mit Experimenten parapsychologischer Art beschäftigen. Puthoff lud Swann für eine Woche ins Institut ein — laut eigener Aussage aus persönlicher Neugier. Er verschaffte ihm Zugang zu einem gegen jede Störung abgeschirmten Magnetometer im Physikdepartment der Stanford University. Swann, so Puthoff, habe das Gerät gestört und danach sein Inneres gezeichnet, obwohl der Aufbau nie veröffentlicht worden war.
Wenige Wochen später standen zwei Besucher mit Puthoffs Bericht in der Hand bei ihm im Büro. Ihre Ausweise wiesen sie als Angehörige der CIA aus. Was sie umtrieb, war kein Glaube an Übersinnliches, sondern eine Sorge: Die sowjetischen Sicherheitsdienste finanzierten in großem Stil „psychotronische“ Forschung. Die Federation of American Scientists fasst die damalige Lagebeurteilung so zusammen, dass US-Geheimdienstquellen zwischen 1969 und 1971 zu dem Schluss kamen, Moskau gebe für dieses Feld jährlich zweistellige Millionenbeträge in Rubel aus. Ob dahinter ein Durchbruch stand, wusste niemand. Aber wenn, wollte man es nicht als Letzter erfahren.
Die Besucher ließen Swann in ihrer Anwesenheit Gegenstände in verschlossenen Schachteln beschreiben. Puthoff erzählt von einer kleinen lebenden Motte, die Swann als „etwas Kleines, Braunes, Unregelmäßiges, wie ein Blatt, nur dass es lebt“ beschrieben habe. Am Ende stand ein Pilotprojekt über acht Monate und 49.909 Dollar, offiziell „Biofield Measurements Program“ genannt. Russell Targ kam dazu. So begann, was später unter Namen wie GRILL FLAME, CENTER LANE, SUN STREAK und schließlich STAR GATE laufen sollte.
Das Protokoll — und warum es das Wichtigste an der Geschichte ist
Wer über Remote Viewing schreibt, schreibt meistens über Treffer. Das ist verständlich, aber es verkennt, worum es in Menlo Park wirklich ging. Der eigentliche Gegenstand war nicht der Treffer, sondern die Frage, wie man einen Treffer von einem Zufall unterscheidet — und wie man ausschließt, dass der Zeichnende etwas gewusst hat, das er nicht hätte wissen dürfen.
Die Antwort war ein Verfahren mit mehreren Trennwänden. Bei den Ortsexperimenten in der Bucht von San Francisco fuhr ein Mitarbeiter zu einem zufällig gezogenen Zielort, den nur er kannte. Der „Viewer“ blieb mit einem Versuchsleiter im Labor, der ebenfalls nicht wusste, wohin die Fahrt ging. Nach der Sitzung wurden die Beschreibungen und Skizzen einem unabhängigen Richter vorgelegt, der sie den möglichen Zielorten zuordnen musste, ohne zu wissen, welche Sitzung zu welchem Ort gehörte. Nur wenn diese Zuordnung deutlich häufiger gelang, als der Zufall erlaubt, galt die Serie als Ergebnis.
Wie ernst die Beteiligten dieses Verfahren nahmen, zeigt ein Detail aus Puthoffs Bericht: Die Kontrolleure der CIA, „stets wachsam gegenüber möglicher Trickserei“, nahmen selbst als Viewer teil, um die Protokolle zu prüfen. Drei von ihnen lieferten sieben von 55 Sitzungen der Serie, die 1976 in den Proceedings of the IEEE veröffentlicht wurde. Und im Abschlussbericht des zweiten Jahres steht der Satz, der das Programm über die Pilotphase hinaus trug: Besuchende CIA-Mitarbeiter ohne jede Vorerfahrung hätten unter Laborbedingungen Zielbeschreibungen von so hoher Qualität erzeugt, dass unabhängige Richter sie blind zuordnen konnten.
Das Muster, das sich hier andeutet, zieht sich durch die ganze Geschichte: Die Menschen, die das Programm am Leben hielten, waren nicht Gläubige. Es waren Skeptiker, die etwas gesehen hatten, das sie nicht erklären konnten.
Koordinaten statt Begleiter: Scanate
Der entscheidende Schritt kam von Swann. Er schlug vor, das Ziel nicht mehr durch einen Mitarbeiter vor Ort zu markieren, sondern nur durch geografische Koordinaten. Puthoff nennt das rückblickend einen Vorschlag, der noch absurder klang als das „gewöhnliche“ Remote Viewing — wer eine Weltkarte auswendig kann, könnte schließlich raten. Man nannte das Verfahren Scanate, „scanning by coordinate“.
Vorher hatte Swann, um zu prüfen, ob es überhaupt einen Menschen am Zielort brauchte, etwas noch Größeres vorgeschlagen: den Jupiter zu beschreiben, bevor die Sonde Pioneer 10 dort ankam. Nach Puthoffs Darstellung fand Swann dabei einen Ring um den Planeten — und fragte sich, ob er versehentlich den Saturn erwischt hatte. Jupiters dünner Ring ist heute unstrittig; entdeckt wurde er 1979 von Voyager 1. Ob Swann ihn 1973 wirklich vorhergesagt hat, lässt sich nur mit Puthoffs Wort und einer damals zirkulierten Notiz belegen. Es ist eine dokumentierte Aussage eines Beteiligten, kein Nachweis. Aber es ist die Art von Geschichte, die die Geldgeber bei der Stange hielt.
Mitte 1973 kam der erste Test unter externer Kontrolle. Die CIA-Abteilung für Bedrohungsanalysen schickte Koordinaten eines Ortes, den weder Versuchsleiter noch Viewer kannten. Zwei Viewer arbeiteten daran, Swann und Price. Laut dem freigegebenen Abschlussbericht zeichnete einer eine detaillierte Karte von Gebäuden und Gelände, der andere lieferte Angaben zum Inneren einschließlich Codewörtern, „die anschließend durch Quellen des Auftraggebers verifiziert wurden“. Der Ort ging als „West Virginia Site“ in die Akten ein. Nach dem Geheimdienstchronisten James Bamford handelte es sich um eine Abhöranlage der NSA in Sugar Grove.
Was danach geschah, ist in Jessica Utts’ Gutachten von 1995 nüchtern festgehalten: Einer der Viewer habe Codewörter und Personal der Anlage so genau benannt, dass eine Sicherheitsuntersuchung ausgelöst wurde, um herauszufinden, wie diese Informationen nach außen gelangt sein konnten. Price, so Puthoff, scannte anschließend aus eigenem Antrieb die andere Seite des Globus nach einem Gegenstück und beschrieb eine Anlage im Ural — auch diese, laut Bericht, „im Wesentlichen korrekt“.
Puthoff betont, dass dies keine Bestenauswahl aus einer langen Liste sei, sondern buchstäblich die ersten beiden Ortssitzungen unter Einsatzbedingungen — für Price sogar die ersten beiden Sitzungen im Programm überhaupt. Das ist ein starkes Argument. Es ist auch das Argument eines Mannes, der das Programm gegründet hat.
Semipalatinsk: der Kran, der zwei Wahrheiten hat
Damit sind wir wieder in jenem Raum im Juli 1974. Die Sitzung zu Semipalatinsk verlief in drei Phasen: zuerst blind, dann mit Beteiligung der Auftraggeber, die sich selbst bewusst unwissend hielten, schließlich mit dem Versuch, Angaben zu erzeugen, die die CIA nicht überprüfen konnte, aber operativ interessant fand. Über zwei Wochen entstanden mehrere Stunden Tonband und ein Notizbuch voller Zeichnungen.
Die Bewertung, so heißt es im Abschlussbericht, ergab, dass „mehrere Details der wesentlichen Technologie“ mit anderen Quellen übereinstimmten und „eine Anzahl konkreter großer Bauelemente korrekt beschrieben“ wurde. Die Ergebnisse enthielten „Rauschen neben dem Signal“, unterschieden sich aber klar von den Zufallsergebnissen, die Kontrollpersonen in Vergleichsexperimenten erzeugten.
Und hier beginnt das Rätsel — nicht beim Kran, sondern bei seiner Bewertung. Utts zitiert einen Regierungsanalysten, der die Semipalatinsk-Arbeit prüfte. Er kam zu dem Schluss, es gebe keinen Weg, wie der Viewer den großen Portalkran hätte zeichnen können, außer „er hat ihn tatsächlich durch Remote Viewing gesehen, oder jemand mit Kenntnis der Anlage hat ihm gesagt, was er zeichnen soll“. Derselbe Analyst bewertete die Sitzung insgesamt als „nicht erfolgreich“ — weil der eine Treffer beim Kran „bei weitem aufgewogen“ werde durch die große Menge falscher Angaben im Rest der Sitzung.
Beide Sätze stehen im selben Dokument. Der Kran war ein Treffer, den der Prüfer nicht erklären konnte, und die Sitzung war ein Misserfolg. Was man daraus liest, hängt davon ab, was man von einer Sitzung erwartet: einen einzigen unerklärlichen Treffer oder ein verlässliches Bild. Utts’ Punkt ist, dass man diese Erwartung vorher festlegen muss, nicht danach. Genau das fehlte in den Einsatzsitzungen — es gab keine Zufallsbasis zum Vergleich, wie in den Laborreihen. Und es gab, wie sie ebenso nüchtern anmerkt, nie eine Möglichkeit, mit Sicherheit auszuschließen, dass der Viewer mit jemandem gesprochen hatte, der die Anlage kannte, „so unwahrscheinlich diese Möglichkeit auch erscheinen mag“.
Fort Meade: aus dem Experiment wird eine Einheit
Bis 1975 war das Programm eine kleine, von der CIA finanzierte Laborangelegenheit. Dann zog sich die CIA zurück — nach Puthoffs Darstellung wegen des Drucks der Kongressausschüsse, die Mitte der siebziger Jahre die Geheimdienste durchleuchteten, aus Gründen, die mit Remote Viewing nichts zu tun hatten. Die Nachfrage aus anderen Häusern blieb. 1976 kam Edwin May, ebenfalls Physiker, ins Team; ein Kader von Viewern wurde rekrutiert.
1977 begann die Armee mit GONDOLA WISH, einem Vorhaben, das prüfen sollte, was ein Gegner mit dieser Fähigkeit anrichten könnte. 1978 wurde daraus GRILL FLAME: eine operative Einheit in den Gebäuden 2560 und 2561 in Fort Meade, Maryland, besetzt mit Soldaten und wenigen Zivilisten, denen man ein gewisses Maß an natürlicher Begabung zutraute. Anfang 1979 wurde die Forschung am SRI in dieses Programm integriert. 1983 hieß es CENTER LANE. Im April 1984 machte der Kolumnist Jack Anderson die Existenz der Einheit öffentlich — der erste Riss in der Geheimhaltung, zehn Jahre nach Semipalatinsk.
Über die Jahre dienten mehr als vierzig Personen in dem Programm, darunter etwa 23 Viewer. Auf dem Höhepunkt Mitte der achtziger Jahre waren bis zu sieben von ihnen Vollzeit beschäftigt. Einer, Joseph McMoneagle, gibt an, die Einheit 1984 mit der Legion of Merit verlassen zu haben, für Informationen zu 150 Zielen, die aus anderen Quellen nicht verfügbar gewesen seien. Das ist seine Aussage; die Begründung des Ordens ist nicht öffentlich.
Als die Armee Ende 1985 ausstieg, übernahm die Defense Intelligence Agency die Einheit unter dem Namen SUN STREAK. 1991 wechselte die Forschung vom SRI zur Firma SAIC, und das Ganze bekam den Namen, unter dem es heute bekannt ist: STAR GATE.
Der Zeitstrahl
Der Einwand aus Neuseeland
Parallel zu Fort Meade lief ein anderer Streit, in der Fachliteratur. Im Oktober 1974 hatten Targ und Puthoff in Nature veröffentlicht, unter dem Titel „Information transmission under conditions of sensory shielding“ — die Existenz „einer oder mehrerer Wahrnehmungsmodalitäten“, über die Menschen Informationen über ihre Umgebung erhielten, ohne dass diese einem bekannten Sinn dargeboten würden. Dass eine Zeitschrift dieses Rangs so etwas druckte, war selbst ein Ereignis.
Vier Jahre später, im August 1978, erschien an derselben Stelle die Antwort. David Marks und Richard Kammann von der University of Otago in Dunedin hatten die Experimente nachgestellt. Ihr Ergebnis, in einem Satz: „Wir haben Duplikatexperimente durchgeführt, aber unsere Ergebnisse bestätigen ihre Schlussfolgerungen nicht.“ Ihr zentrales Argument betraf die Richter. Die Transkripte der SRI-Sitzungen, so Marks und Kammann, enthielten Hinweise — Bemerkungen über vorangegangene Sitzungen, Datumsangaben, Nebensätze —, die es einem Richter erlaubten, die Reihenfolge der Sitzungen zu rekonstruieren und damit die Zuordnung zu erraten, ohne dass irgendetwas Übersinnliches im Spiel sein musste. Sensory leakage, Sinnesleck, nennt man das in der Fachsprache.
Das war kein Vorwurf des Betrugs. Es war der Nachweis, dass eine Trennwand im Schema nicht dicht war. Und es ist der Grund, warum die späteren Protokolle strenger wurden — was wiederum die Grundlage dafür ist, dass Jessica Utts und Ray Hyman 1995 in einem Punkt übereinstimmten: Die Experimente der SAIC-Zeit waren frei von den Schwächen, die die frühen SRI-Arbeiten geplagt hatten. Beide schrieben das so auf. Es ist der letzte Punkt, in dem sie übereinstimmten.
Sehenswert: Bei Jesse Michels erzählt Harold Puthoff selbst, mit dem Mathematiker Eric Weinstein als Gegenüber, wie er die Anfänge erlebt hat. Das ist die Perspektive des Gründers — die Faktenlage dazu steht oben und unten in diesem Text.
1995: zwei Gutachter, dieselben Daten, zwei Antworten
Der Haushaltsentwurf für das Verteidigungsministerium 1995 ordnete an, das Programm der CIA zu übertragen und rückblickend bewerten zu lassen. Die CIA beauftragte die American Institutes for Research, und das AIR holte zwei Gutachter: Jessica Utts, Statistikprofessorin an der University of California in Davis, und Ray Hyman, Psychologieprofessor an der University of Oregon und langjähriger Kritiker der Parapsychologie. Beide bekamen dasselbe Material — im Kern die SAIC-Experimente von 1992 bis 1994 und die Vorgeschichte am SRI. Beide legten im September 1995 ihre Berichte vor.
Utts’ erster Satz nach der Zusammenfassung ist der, der seitdem zitiert wird: „Nach den Maßstäben, die in jedem anderen Bereich der Wissenschaft gelten, ist zu schließen, dass psychisches Funktionieren gut belegt ist.“ Die statistischen Ergebnisse lägen „weit jenseits dessen, was durch Zufall zu erwarten ist“. Der Effekt liege in der Größenordnung dessen, was Sozialwissenschaftler einen kleinen bis mittleren Effekt nennen — klein, aber in sauber angelegten Versuchsreihen mit genügend Durchgängen reproduzierbar. Und sie empfahl, keine weiteren Experimente mehr anzulegen, die nur beweisen sollten, dass es den Effekt gibt: Wer die bisherigen Daten nicht akzeptiere, dem sei mit weiteren nicht zu helfen. Man solle stattdessen erforschen, wie das Phänomen funktioniert.
Hymans Bericht ist datiert auf den 11. September 1995. Er beginnt damit, festzuhalten, worin er mit Utts übereinstimmt: Die SAIC-Experimente seien frei von den bekannten Fehlerquellen, und die Effektstärken seien „zu groß und zu konsistent, um als statistische Zufälle abgetan zu werden“. Dann trennt er drei Fragen: Rechtfertigen diese Effekte den Schluss, dass „anomale Kognition“ existiert? Ist die Möglichkeit methodischer Fehler vollständig ausgeschlossen? Sind die Ergebnisse konsistent mit denen anderer Labore? Seine Antwort auf alle drei: Nein.
Sein Hauptargument ist nicht, dass die Daten falsch wären. Es ist, dass Statistik allein keinen Mechanismus belegt. Die Parapsychologie sei einzigartig darin, ein Phänomen ausschließlich durch Abweichungen von einer Zufallsbasis nachweisen zu wollen — durch das Ausschließen aller anderen Erklärungen, nie durch ein positives Modell. Wer so argumentiert, hat immer nur bewiesen, dass ihm keine Alternative mehr einfällt.
„Ich muss auch zugeben, dass ich keine fertige Erklärung für diese beobachteten Effekte habe. Unerklärliche statistische Abweichungen vom Zufall sind jedoch weit entfernt von einem zwingenden Beleg für anomale Kognition.“
Und dann kommt der Punkt, an dem sich der ganze Fall zuspitzt — und den im deutschsprachigen Raum kaum jemand erzählt. Hyman schreibt, nach seinem Verständnis sei Edwin May, der Leiter des Programms, der alleinige Richter in allen Experimenten mit freier Beschreibung gewesen. Mays Begründung: Er kenne die Ausdrucksweise der einzelnen Viewer. Wenn einer von „Brücken“ spreche, wisse May, dass dieser Viewer damit alles bezeichne, was über Wasser steht, und könne die Aussage entsprechend zuordnen.
Hyman räumt ein, dass diese Begründung ihren Sinn hat. Aber sie erzeugt genau das Problem, das die Wissenschaft seit jeher meidet: ein Ergebnis, das von einer bestimmten Person abhängt. Ein Beleg, den nur ein einziger Mensch erzeugen kann, ist für den Rest der Welt kein Beleg. Und in diesem einen Punkt, schreibt Hyman ausdrücklich, seien er und Utts sich einig: Die Ergebnisse müssten mit verschiedenen Richtern erzielbar sein.
Man kann den Streit also auf eine einzige Frage zusammenschieben. Utts fragt: Sind die Zahlen echt? Und antwortet: Ja. Hyman fragt: Kann ich ausschließen, dass sie aus dem Verfahren stammen statt aus dem Phänomen? Und antwortet: Nein. Beide haben mit ihrer Antwort recht. Sie beantworten nur nicht dieselbe Frage.
Der Bericht, der das Ende brachte
Das AIR fasste beide Gutachten am 29. September 1995 zusammen und empfahl, STAR GATE zu beenden. Die Begründung trennte sauber zwischen Labor und Einsatz: Im Labor gebe es statistisch signifikante Ergebnisse; ein Nutzen für die Nachrichtengewinnung sei damit nicht gerechtfertigt. Die CIA schloss, dass es keinen einzigen Fall gebe, in dem Remote Viewing Daten geliefert habe, die eine Geheimdienstoperation gesteuert hätten.
Was in dieser Formulierung untergeht: Zwischen 1986 und dem ersten Quartal des Haushaltsjahres 1995 hatte die Einheit laut AIR-Bericht mehr als 200 Aufträge von operativen Militärorganisationen bekommen, die Informationen wollten, die aus anderen Quellen nicht verfügbar waren. Zwei Jahrzehnte lang haben also Menschen mit Sicherheitsfreigabe und Verantwortung diese Einheit immer wieder gefragt. Ob sie das taten, weil sie Ergebnisse bekamen, oder weil es nichts kostete zu fragen, sagen die Akten nicht.
Und dann ist da die Aussage eines ehemaligen Präsidenten. Jimmy Carter erzählte im September 1995 vor Studenten in Atlanta, laut Reuters, während seiner Amtszeit sei ein Flugzeug in Zaire abgestürzt, die Satelliten hätten das Wrack nicht gefunden, und der CIA-Direktor habe sich „ohne mein Wissen“ an eine Frau gewandt, der man übersinnliche Fähigkeiten nachsagte. Sie habe Koordinaten genannt, man habe die Satellitenkameras darauf gerichtet, „und das Flugzeug war da“. Das ist eine dokumentierte Aussage einer Person, wiedergegeben von Puthoff nach Reuters. Eine unabhängige Bestätigung des Vorgangs liegt nicht vor. Die Federation of American Scientists führt den Fall unter den behaupteten Erfolgen, mit dem Zusatz „angeblich“.
Behauptung · Quelle · Stand
| Behauptung | Quelle | Stand |
|---|---|---|
| Das Programm existierte von 1972 bis 1995 unter mehreren Decknamen und kostete rund 20 Millionen Dollar. | Freigegebene Akten, FAS-Übersicht, AIR-Bericht 1995 | BELEGT |
| Die Laborergebnisse liegen statistisch deutlich über dem Zufall. | Utts 1995 und Hyman 1995 — beide | BELEGT |
| Die frühen SRI-Transkripte enthielten Hinweise, die Richtern die Zuordnung erleichterten. | Marks & Kammann, Nature 1978 | BELEGT |
| Pat Price beschrieb 1974 einen Portalkran in Semipalatinsk, den ein Analyst nicht erklären konnte. | SRI-Abschlussbericht, zitiert bei Puthoff 1996 und Utts 1995 | Dokumentierte Aussage — Gesamtsitzung vom Analysten als Misserfolg gewertet |
| Ein Remote Viewer fand ein in Zaire abgestürztes Flugzeug. | Jimmy Carter, September 1995, laut Reuters | Dokumentierte Aussage einer Person |
| Ingo Swann sah 1973 einen Ring um den Jupiter, bevor er entdeckt wurde. | Puthoff 1996 (Beteiligter) | Dokumentierte Aussage — Jupiters Ring ist seit Voyager 1979 belegt, Swanns Vorhersage nur nach Puthoffs Darstellung |
| Remote Viewing funktioniert als verlässliche Fähigkeit. | — | NICHT_BELEGT |
Was belegt ist — und was nicht
BELEGT: Die US-Regierung hat von 1972 bis 1995 Remote Viewing erforscht und operativ eingesetzt — erst über die CIA am Stanford Research Institute, dann über Armee und DIA in Fort Meade, zuletzt bei SAIC. Kosten rund 20 Millionen Dollar. Die Akten sind seit 1995 offen.
BELEGT: Zwei unabhängige Gutachter kamen 1995 darin überein, dass die späten Laborergebnisse statistisch nicht durch Zufall erklärbar sind — und zogen daraus entgegengesetzte Schlüsse.
BELEGT: Die frühen Experimente hatten methodische Lücken, die 1978 in Nature nachgewiesen wurden. Die späteren Protokolle waren strenger, hingen aber nach Hymans Darstellung an einem einzigen Richter.
UEBERLIEFERT: Die Idee, aus der Ferne zu „sehen“, ist alt — von den Orakeln der Antike über die Fernwahrnehmung des Mesmerismus im 18. und 19. Jahrhundert bis zum „travelling clairvoyance“ der spiritistischen Bewegung. Remote Viewing ist der Versuch, diese Idee ins Labor zu holen.
NICHT_BELEGT: Dass Remote Viewing eine verlässliche, erlernbare Fähigkeit ist. Die CIA fand keinen einzigen Fall, in dem es eine Operation gesteuert hätte. Kursangebote, die das Gegenteil versprechen, stützen sich nicht auf die Akten.
NICHT_BELEGT: Dass das Programm heimlich weiterläuft. Dafür gibt es keine Dokumente, nur Behauptungen.
Was das für dich bedeutet — und was nicht
Du liest diesen Text vermutlich nicht als Geheimdiensthistoriker, sondern weil dich die Frage dahinter berührt: Kann ein Mensch mehr wahrnehmen, als seine Sinne hergeben? Die Stargate-Akten geben dir darauf keine Antwort, aber sie geben dir etwas Besseres — ein Beispiel dafür, wie ehrlich man mit dieser Frage umgehen kann.
Die Viewer in Fort Meade hatten ein Problem, das jeder kennt, der je versucht hat, seine eigene Intuition ernst zu nehmen. Sie nannten es „analytical overlay“: Das Bewusstsein bekommt einen Fetzen von etwas — eine Form, eine Textur, ein Gefühl von Kälte — und beginnt sofort, daraus eine Geschichte zu bauen. Aus dem Fetzen wird ein Kran. Oder eine Brücke. Oder das, was man erwartet. Die ganze Methodik der Einheit war der Versuch, den Fetzen vom Überbau zu trennen. Und der Streit von 1995 war im Kern derselbe Streit: Was war Signal, was war Hinzugefügtes?
Das ist kein Argument für einen Kurs, der dir verspricht, in drei Wochen Koordinaten lesen zu können. Es ist das Gegenteil. Es ist ein Argument für die Übung, die vor jeder Wahrnehmung kommt: zu bemerken, was du wahrnimmst, bevor du es deutest. Wer seine eigene Deutungsmaschine nicht kennt, kann kein Signal von ihr unterscheiden — egal, woher das Signal kommt. In diesem Magazin haben wir das an anderer Stelle von der Praxisseite beschrieben, in den Texten über Hellsinne und über veränderte Bewusstseinszustände. Und wer wissen will, wie die Armee zur selben Zeit mit Tonbändern und Hemisphären-Synchronisation experimentierte, findet die Geschichte des Gateway-Berichts in CIA trifft Kundalini Yoga.
![]() |
Passend zu diesem Artikel Das Schatten-Ritual · 30 Tage Die Übung, an der die Viewer in Fort Meade täglich scheiterten: hinschauen, was da ist, bevor der Verstand eine Geschichte daraus macht. Dreißig Tage, jeden Tag dieselbe klare Struktur — nach innen gerichtet, nicht auf Koordinaten. Ansehen – 27,00 € |
Die offene Frage
Am Ende bleibt ein Bild, das sich nicht auflösen lässt. Ein ehemaliger Polizist zeichnet 1974 einen Kran, den er nicht kennen kann, an einem Ort, den er nie gesehen hat — und derselbe Prüfer, der das nicht erklären kann, nennt die Sitzung einen Misserfolg. Zwanzig Jahre später sagen zwei Statistiker, die einander in nichts sonst zustimmen, dass die Zahlen kein Zufall sind. Und dann wird das Programm eingestellt, weil niemand einen Fall benennen kann, in dem es je wirklich etwas entschieden hat.
Vielleicht ist das die ehrlichste Zusammenfassung, die die Akten hergeben: Etwas in diesen Daten lässt sich nicht wegrechnen, und nichts in diesen Daten lässt sich verwenden. Hyman hat es 1995 selbst geschrieben — die Sache für psychisches Funktionieren stehe besser als je zuvor, und trotzdem sei sie nicht bewiesen. Beide Hälften dieses Satzes sind seither wahr geblieben. Was zwischen ihnen liegt, ist der Ort, an dem das Rätsel anfängt. Wir erfinden hier keine Antwort. Wir zeigen dir nur, wo genau sie fehlt.
Häufige Fragen
Was war das Projekt Stargate?
Der letzte Deckname eines US-Regierungsprogramms, das von 1972 bis 1995 Remote Viewing — das Beschreiben entfernter Orte ohne Sinneskontakt — erforschte und operativ nutzte. Es begann mit CIA-Geldern am Stanford Research Institute, wurde 1978 als Einheit der Armee in Fort Meade fortgeführt, ging 1986 an die Defense Intelligence Agency und wurde 1995 nach einer Überprüfung durch die American Institutes for Research eingestellt. Gesamtkosten: rund 20 Millionen Dollar.
Hat Remote Viewing funktioniert?
Das ist genau die Frage, die 1995 zwei Gutachter mit denselben Daten gegensätzlich beantworteten. Beide stimmten überein, dass die Laborergebnisse statistisch über dem Zufall lagen. Jessica Utts schloss daraus, das Phänomen sei belegt; Ray Hyman hielt dagegen, statistische Abweichungen seien noch kein Beleg für eine Fähigkeit, solange methodische Alternativen nicht ausgeschlossen seien. Die CIA fand keinen Fall, in dem Remote Viewing eine Operation gesteuert hätte.
Warum wurde Stargate eingestellt?
Der AIR-Bericht vom 29. September 1995 trennte zwischen Labor und Einsatz: Statistisch signifikante Laborergebnisse rechtfertigten keinen Nutzen für die Nachrichtengewinnung. Hinzu kamen nach Darstellung der Federation of American Scientists interne Probleme der Einheit in den frühen neunziger Jahren. Das Programm endete im November 1995.
Kann man Remote Viewing lernen?
Die Einheit in Fort Meade arbeitete mit Protokollen, die Ingo Swann und Harold Puthoff entwickelt hatten und die angeblich jedem beibringen sollten, brauchbare Daten zu liefern. Dass das verlässlich gelingt, ist nicht belegt — die Akten zeigen viele Fehlschläge neben einzelnen unerklärten Treffern. Wer einen Kurs bucht, sollte wissen, dass die Versprechen darin nicht aus den freigegebenen Dokumenten stammen.
Was ist der Unterschied zwischen Remote Viewing und Astralreisen?
Remote Viewing ist ein Laborprotokoll: Der Viewer bleibt wach, beschreibt Eindrücke zu einem unbekannten Ziel, und die Beschreibung wird blind bewertet. Astralreisen sind eine erlebte Erfahrung, bei der sich das Bewusstsein vom Körper gelöst anfühlt — ohne äußeres Prüfverfahren. Das eine ist eine Messanordnung, das andere ein Erlebnis; beide gehören in die Tradition der Fernwahrnehmung.
Wo kann ich die Stargate-Akten selbst lesen?
Im elektronischen FOIA-Lesesaal der CIA, Sammlung STARGATE, mit Zehntausenden Seiten Sitzungsprotokollen, Verträgen und Bewertungen. Die beiden Gutachten von 1995 stellt Jessica Utts auf ihrer Universitätsseite bereit, und die Federation of American Scientists hält eine Übersicht mit dem AIR-Bericht vor. Die Links stehen unten unter Quellen.
Quellen & Weiterlesen
- Jessica Utts: An Assessment of the Evidence for Psychic Functioning, Gutachten für das AIR, September 1995 — mit der Darstellung der frühen Einsatzfälle und der Bewertung der SAIC-Experimente.
- Ray Hyman: Evaluation of Program on Anomalous Mental Phenomena, 11. September 1995 — das Gegengutachten, einschließlich der Passage zum alleinigen Richter.
- Harold E. Puthoff: CIA-Initiated Remote Viewing at Stanford Research Institute, Journal of Scientific Exploration 10 (1996), Nr. 1 — Bericht des Gründers, mit Zitaten aus den freigegebenen SRI-Abschlussberichten.
- Federation of American Scientists: STAR GATE [Controlled Remote Viewing] — Programmchronik mit Decknamen, Kosten, Personalstärke und dem AIR-Bericht vom 29. September 1995.
- Russell Targ, Harold Puthoff: Information transmission under conditions of sensory shielding, Nature 251 (1974), S. 602–607.
- David Marks, Richard Kammann: Information transmission in remote viewing experiments, Nature 274 (1978), S. 680–681 — die Gegenstudie aus Dunedin.
- CIA: FOIA Electronic Reading Room — dort die Sammlung STARGATE mit den freigegebenen Originaldokumenten (im Suchfeld „STARGATE“ eingeben).
- Weiterlesen im Magazin: CIA trifft Kundalini Yoga — der Gateway-Bericht · Hellsinne entwickeln · Veränderte Bewusstseinszustände
Mehr aus Okkultes & verborgenes Wissen
Alle Artikel →
Die Ars Notoria: Das Grimoire, das Wissen ohne Lernen versprach

Henochische Sprache: Die Engelssprache, die 1584 rückwärts diktiert wurde — und was ein Linguist in ihr fand








