Praktische Magie & Rituale

Katze schläft immer an derselben Stelle: Erdstrahlen, Strahlensucher — und was wirklich dahintersteckt

Sie liegt seit Monaten auf derselben Stelle — nicht im Sonnenfleck, nicht im Korb, sondern genau da. Dieser Artikel erzählt, warum die Radiästhesie darin einen Hinweis auf eine Störzone sieht, woher dieser Satz stammt, was die kontrollierten Untersuchungen dazu gefunden haben — und welche nachweisbaren Gründe eine Katze tatsächlich zu ihrem Platz führen.

Schlafende getigerte Katze auf einer Wolldecke am Bettrahmen im Kerzenlicht

Sie liegt seit Monaten auf derselben Stelle — nicht im Sonnenfleck, nicht im Korb, sondern genau da. Dieser Artikel erzählt, warum die Radiästhesie darin einen Hinweis auf eine Störzone sieht, woher dieser Satz stammt, was die kontrollierten Untersuchungen dazu gefunden haben — und welche nachweisbaren Gründe eine Katze tatsächlich zu ihrem Platz führen.

Schnellantwort

In der radiästhetischen Lehre gilt die Katze als Strahlensucher und der Hund als Strahlenflüchter — daraus stammt der Satz, wo die Katze liege, solle kein Bett stehen. Diese Einteilung ist eine Überlieferung aus der deutschsprachigen Rutengeher- und Baubiologie-Literatur des 20. Jahrhunderts, ausgehend von Gustav von Pohl (1932) und den Gitternetzen nach Hartmann und Curry; sie wurde ausgemutet, nicht gemessen, und nie systematisch überprüft. Die nachweisbaren Gründe für die Platzwahl einer Katze sind Wärme — ihre Behaglichkeitszone liegt deutlich über Zimmertemperatur —, Zugfreiheit, Übersicht mit Rückendeckung, der eigene Geruch und die Nähe zum Menschen; sehr häufig liegt unter dem Lieblingsplatz schlicht eine Heizungsleitung. Wer der Frage ehrlich nachgehen will, führt vierzehn Tage ein Schlafprotokoll, verschiebt das Bett einen Meter und protokolliert erneut. Die Grenzen sind klar: Weder Erdstrahlen noch ihre Abschirmung sind als Ursache oder Behandlung von Krankheiten belegt — anhaltende Schlafprobleme gehören in ärztliche Hände, und ein plötzlich veränderter Schlafplatz der Katze zuerst in die Tierarztpraxis.

Einordnung
Überliefert

Die Einteilung von Tieren in Strahlensucher (u.a. Katze, Ameise, Biene, Wespe, Schlange) und Strahlenflüchter (u.a. Hund, Pferd, Rind, Vogel, Mensch) stammt aus der deutschsprachigen Rutengeher- und Baubiologie-Literatur des 20. Jahrhunderts.

Quelle/Tradition: Radiästhesie- und Baubiologie-Literatur; Rutengeher-Praxis

Belegt

Gustav Freiherr von Pohl veröffentlichte 1932 mit Erdstrahlen als Krankheitserreger die Vilsbiburger Untersuchung, den meistzitierten Ausgangspunkt des Themas; die Arbeit war weder verblindet noch unabhängig wiederholt.

Quelle/Tradition: Publikationsgeschichte; wissenschaftliche Methodenkritik

Belegt

Ruten- und Pendelausschläge lassen sich durch den ideomotorischen Effekt erklären: unbewusste Muskelaktivität der haltenden Person, die als äußere Bewegung erlebt wird.

Quelle/Tradition: Psychologische Standardliteratur zum ideomotorischen Effekt

Belegt

In den vom Bundesforschungsministerium geförderten Münchner Scheunenversuchen Ende der 1980er Jahre sah die Studienleitung in Einzelfällen einen Hinweis auf überzufällige Leistung; die spätere unabhängige Neuauswertung der Rohdaten fand keinen Unterschied zum Zufall.

Quelle/Tradition: Münchner Scheunenversuche und deren publizierte Neuauswertung

Belegt

Katzen bevorzugen Ruheplätze nach Wärme, Zugfreiheit, Übersicht mit Rückendeckung, eigenem Geruch und Nähe zur Bezugsperson; ihre Behaglichkeitstemperatur liegt deutlich über der des Menschen.

Quelle/Tradition: Verhaltensbiologische und veterinärmedizinische Standardliteratur zur Hauskatze

Belegt

Ein plötzlicher Wechsel des Ruheplatzes — besonders von erhöhten Plätzen nach unten — gilt als häufiges Frühzeichen für Schmerz oder Erkrankung und gehört tierärztlich abgeklärt.

Quelle/Tradition: Veterinärmedizinische Literatur zu Schmerzanzeichen bei Katzen

Gelebte Praxis

Ein Schlafplatz-Selbstversuch über zweimal vierzehn Tage mit einfachem Protokoll und zwischenzeitlichem Verschieben des Bettes ist eine gängige, kostenfreie Vorgehensweise in der Beratungspraxis.

Quelle/Tradition: Gelebte Praxis in Schlafhygiene- und Baubiologie-Beratung

Nicht belegt

Dass der Lieblingsplatz einer Katze eine geopathische Störzone anzeigt, ist nicht belegt; ein systematischer Vergleich mit ausgemuteten Zonen liegt nicht vor.

Quelle/Tradition: Keine empirische Grundlage

Nicht belegt

Dass Erdstrahlen Krankheiten verursachen oder dass Abschirmmatten, Entstörger und Konverter Beschwerden lindern, ist nicht belegt.

Quelle/Tradition: Kein Wirksamkeitsnachweis; anhaltende Beschwerden gehören in ärztliche Abklärung

BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Was die Radiästhesie behauptet

In der radiästhetischen Lehre werden Tiere in zwei Lager geteilt. Die einen gelten als Strahlenflüchter: Hunde, Pferde, Rinder, Schweine, Vögel — und der Mensch. Sie meiden angeblich Zonen, in denen Wasseradern, Verwerfungen oder Gitternetze verlaufen. Die anderen gelten als Strahlensucher: Katzen, Ameisen, Bienen, Wespen, Schlangen, dazu — in den älteren Texten — Bakterien und Pilze.

Daraus folgt der Satz, der in unzähligen Foren und Beratungsgesprächen auftaucht: Wo die Katze liegt, sollte kein Bett stehen. Der Schlafplatz des Hundes gilt umgekehrt als Entwarnung. Wer eine Wohnung neu einrichtet, so die Lehre, beobachtet einfach ein paar Wochen die Tiere und stellt sein Bett dorthin, wo der Hund sich hinlegt.

Das ist eine bestechend einfache Regel. Und sie ist — das gehört an den Anfang und nicht in eine Fußnote — eine Überlieferung, kein Messergebnis.

Woher der Satz stammt

Die Einteilung in Strahlensucher und Strahlenflüchter ist nicht alt. Sie stammt im Wesentlichen aus der deutschsprachigen Rutengeher- und Baubiologie-Literatur des 20. Jahrhunderts.

Der bekannteste Ausgangspunkt ist Gustav Freiherr von Pohl, der 1932 unter dem Titel Erdstrahlen als Krankheitserreger eine Untersuchung im niederbayerischen Vilsbiburg veröffentlichte: Er wollte mit der Rute Reizzonen kartiert haben, die mit den Wohnungen von Krebskranken zusammenfielen. Die Arbeit ist bis heute die meistzitierte Quelle des Themas — und methodisch nicht nachvollziehbar, weil sie weder verblindet noch unabhängig wiederholt wurde. In den 1950er Jahren kamen die Gitternetze dazu: das nach Ernst Hartmann benannte Globalnetzgitter und das nach Manfred Curry benannte Diagonalnetz. Beide wurden nicht gemessen, sondern ausgemutet.

Die Tierregel gehört in dieselbe Schicht. Sie ist eine Beobachtungsregel aus der Praxis von Rutengehern, die sich über Jahrzehnte weitergetragen und mit jeder Wiederholung an Autorität gewonnen hat — ohne dass je jemand nachgezogen hätte, ob Katzen tatsächlich signifikant häufiger auf ausgemuteten Zonen liegen als anderswo.

Wer die Systeme im Einzelnen nachlesen will, findet sie bei uns ausführlich: Hartmann-Gitter und Curry-Netz.

Was die Forschung dazu gefunden hat

Zwei Befunde sind hier wichtig, und beide sind gut dokumentiert.

Der ideomotorische Effekt. Rute und Pendel bewegen sich durch winzige, unbewusste Muskelaktivität der haltenden Person. Das ist kein Vorwurf und kein Betrug — es passiert zuverlässig und ohne bewusste Absicht, und die betreffende Person erlebt die Bewegung ehrlich als von außen kommend. Es bedeutet aber, dass das Werkzeug anzeigt, was die haltende Person erwartet, vermutet oder ahnt.

Die kontrollierten Versuche. Der größte Aufwand wurde in Deutschland betrieben: Die vom Bundesforschungsministerium geförderten Scheunenversuche in München Ende der 1980er Jahre ließen Rutengeher unter Ausschluss sichtbarer Hinweise eine verschiebbare Wasserleitung orten. Die Studienleitung sah in wenigen Einzelfällen einen Hinweis auf eine überzufällige Leistung; die spätere unabhängige Neuauswertung der Rohdaten kam zu dem Ergebnis, dass sich die Treffer nicht vom Zufall unterscheiden ließen. In der Summe der seither durchgeführten Doppelblindversuche hat kein Rutengeher unter kontrollierten Bedingungen reproduzierbar besser abgeschnitten als der Zufall.

Das heißt nicht, dass Menschen, die mit der Rute arbeiten, sich etwas ausdenken. Es heißt, dass die Rute keine äußere Strahlung anzeigt — sondern die eigene Aufmerksamkeit. Wir haben das ausführlich aufgeschrieben: Rutengehen lernen — und was die Forschung dazu sagt.

Warum Katzen ihren Platz wirklich wählen

Hier wird es interessant, denn die Katze hat sehr gute Gründe — sie sind nur weniger geheimnisvoll und dafür überprüfbar.

Wärme, und zwar mehr als du denkst. Katzen fühlen sich in deutlich wärmerer Umgebung wohl als Menschen; ihre Behaglichkeitszone liegt weit über Zimmertemperatur. Deshalb finden sie mit erstaunlicher Präzision die wärmste Stelle im Raum: über der Fußbodenheizungsschleife, auf dem Router, über dem Kühlschrankkompressor, auf dem Warmwasserrohr im Estrich, im wandernden Sonnenfleck. Auffallend häufig sind das genau die Punkte, die ein Rutengeher als „auffällig“ markiert — weil auch dort Leitungen verlaufen.

Zugfreiheit. Eine schlafende Katze meidet Luftzug konsequent. Ecken, Nischen, die Fläche hinter einem Möbelstück: Wo kein Zug geht, wird geschlafen.

Übersicht und Rückendeckung. Der ideale Platz erlaubt den Blick auf die Tür und hat den Rücken frei von Überraschungen. Erhöhte Plätze werden bevorzugt, in Mehrkatzenhaushalten noch deutlicher.

Geruch. Katzen markieren mit Wangendrüsen. Ein Platz, der nach ihnen riecht, ist sicher — und wird deshalb immer wieder aufgesucht. Das erklärt die Hartnäckigkeit besser als jede Zone: Der Platz ist gut, weil sie schon dort war.

Nähe zu dir. Der häufigste und am meisten unterschätzte Grund. Viele Katzen wählen den Platz, an dem der Mensch am längsten still sitzt oder liegt — also das Bett, das Sofa, den Schreibtischstuhl.

Zusammengenommen erklärt das die allermeisten Lieblingsplätze vollständig. Und es nimmt der Beobachtung nichts: Deine Katze ist ein exzellenter Sensor. Sie misst nur etwas anderes, als die Lehre behauptet.

Wenn der Platz plötzlich wechselt

Ein Punkt, der in der ganzen Erdstrahlen-Diskussion fast nie vorkommt und der praktisch der wichtigste ist: Ein plötzlicher Wechsel des Schlafplatzes ist bei Katzen ein häufiges Frühzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.

Wenn eine Katze den erhöhten Lieblingsplatz aufgibt und plötzlich am Boden schläft, kann das schlicht daran liegen, dass ihr das Springen wehtut. Wenn sie sich zurückzieht, viel schläft und den Kontakt meidet, ist das ein anderes Signal als ein neuer Lieblingsplatz an der Heizung. Auch verändertes Trinkverhalten, Unsauberkeit oder Rückzug an kühle Fliesen gehören zu den Veränderungen, die man notiert und beim nächsten Termin anspricht.

Deshalb gehört an diese Stelle der klarste Satz des Artikels: Wenn deine Katze ihr Verhalten deutlich ändert, ist die erste Adresse die Tierarztpraxis und nicht die Rute. Danach darf gedeutet werden, so viel man möchte.

Hund, Ameise, Wespe: die andere Hälfte der Lehre

Die Gegenprobe ist aufschlussreich. Der Hund gilt als Strahlenflüchter — und tatsächlich wählt er andere Plätze als die Katze. Nur folgt das keinem Feld, sondern seinem Sozialverhalten: Hunde legen sich bevorzugt dorthin, wo sie Zugänge kontrollieren können und ihre Menschen im Blick haben, und sie brauchen weniger Wärme als Katzen. Zwei Tiere, zwei Bedürfnisse, zwei Plätze — und daraus wurde ein Messsystem.

Ähnlich bei den Insekten. Dass Ameisen ihre Nester gern unter Platten, an Mauerfüßen und entlang von Leitungsgräben anlegen, hat mit Feuchte, Wärme und Grabbarkeit zu tun. Dass ein Wespennest im Rollladenkasten sitzt, hat mit Trockenheit und Schutz zu tun. In der radiästhetischen Lesart wird daraus ein Hinweis auf dieselben Zonen, an denen Menschen angeblich schlecht schlafen — was den Zirkel schließt: Die Zone wird durch das Tier belegt und das Tier durch die Zone erklärt.

Wer sich für die Deutungsseite dieser Tiere interessiert, findet sie bei uns getrennt behandelt — zum Beispiel im Text zur Wespe als Krafttier.

So prüfst du deinen Schlafplatz, ohne dir etwas einzureden

Es gibt einen ehrlichen Weg, die Frage zu bearbeiten. Er kostet vierzehn Tage und keine Ausrüstung, und er ist am Ende aussagekräftiger als jede Mutung.

  1. Schlafprotokoll, vierzehn Tage. Jeden Morgen drei Zahlen: Einschlafdauer geschätzt, Anzahl der Aufwachphasen, Erholung von 1 bis 10. Nichts weiter.
  2. Notiere das Umfeld, nicht das Gefühl. Zimmertemperatur, letzte Mahlzeit, Bildschirmzeit, Alkohol, Lärm, Licht. Das sind die Faktoren mit dem größten belegten Einfluss — und sie erklären die meisten schlechten Nächte.
  3. Dann verschiebe das Bett. Einen halben bis einen Meter, oder ins andere Zimmer. Kostet nichts, ist reversibel.
  4. Weitere vierzehn Tage protokollieren. Dieselben drei Zahlen.
  5. Vergleiche. Wenn es besser wird, hast du dein Ergebnis — unabhängig davon, ob die Ursache eine Zone, die Heizung, der Zug vom Fenster oder die Straßenlaterne war. Wenn nichts besser wird, hast du auch ein Ergebnis, und es ist ein wertvolles.

Diese Reihenfolge schützt vor dem einzigen echten Risiko des Themas: dass jemand monatelang teure Abschirmprodukte kauft, während die eigentliche Ursache eine schlechte Matratze, zu warme Nachtluft oder eine unbehandelte Schlafstörung ist.

Quiz: Was misst deine Katze eigentlich?

Vier Fragen zum Lieblingsplatz

Kein Messgerät — nur ein Anstoß, wo du zuerst hinschauen solltest.

Wenn du deinem Schlafplatz Aufmerksamkeit schenken willst

Aus dem Tempel

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Stimmen aus der Praxis

„Unsere Katze lag zwei Jahre lang auf einem Quadratmeter im Flur. Ich war überzeugt, dass da etwas ist. Dann kam der Heizungsmonteur und hat mir gezeigt, dass genau darunter die Vorlaufleitung verläuft. Ich war fast enttäuscht — und danach ehrlich erleichtert.“
— Grafikerin, 39, Raum Freiburg

„Ich mute seit über zwanzig Jahren und sage jedem, der es hören will: Die Rute zeigt meine Aufmerksamkeit an, nicht die Erde. Das macht die Arbeit nicht wertlos. Es macht sie nur ehrlich. Wer mir mit dem Katzenargument kommt, bekommt von mir zuerst die Frage, wo die Heizungsrohre liegen.“
— Rutengänger, 61, Raum Salzburg

„Bei uns hat die Katze plötzlich unten geschlafen statt auf dem Schrank. Ich habe wochenlang über Erdstrahlen gelesen. Es war Arthrose. Sie bekommt jetzt eine Behandlung und liegt wieder oben. Ich erzähle das überall, weil ich zu lange gewartet habe.“
— Krankenpfleger, 44, Raum Dortmund

Was wir nicht versprechen

Wir versprechen dir nicht, dass der Lieblingsplatz deiner Katze eine Störzone anzeigt. Diese Regel ist eine Überlieferung aus der Rutengeher-Literatur des 20. Jahrhunderts, nicht ein Messergebnis — und sie wurde nie systematisch überprüft.

Wir versprechen dir nicht, dass eine Rute oder ein Pendel eine äußere Strahlung findet. In kontrollierten Versuchen hat das reproduzierbar niemand gezeigt; der ideomotorische Effekt erklärt die Ausschläge vollständig. Das nimmt der Praxis nicht ihren Wert als Aufmerksamkeitsübung — nur ihren Status als Messung.

Wir versprechen dir keine gesundheitliche Wirkung. Weder Erdstrahlen noch ihre Abschirmung sind als Ursache oder Behandlung von Krankheiten belegt. Wenn du dauerhaft schlecht schläfst, erschöpft bist oder Schmerzen hast, gehört das in ärztliche Hände — und verändertes Verhalten deiner Katze in die Tierarztpraxis. Kein Ritual, kein Produkt und kein Text ersetzt das.

Was wir dir sagen können: Ein Bett zu verschieben und vier Wochen mitzuschreiben, kostet nichts und beantwortet die Frage besser als jedes Gerät.

Praktisch: so gehst du damit um

Nimm die Beobachtung ernst, die Erklärung vorsichtig. Dass deine Katze konsequent denselben Punkt wählt, ist eine echte Information. Sie sagt nur zuerst etwas über Wärme, Zug und Sicherheit.

Such nach der banalen Ursache, bevor du nach der besonderen suchst. Heizungsverlauf, Router, Kühlschrank, Fenster, Bodenaufbau. In den meisten Wohnungen findet sich innerhalb einer Viertelstunde eine Erklärung.

Kauf nichts, bevor du protokolliert hast. Abschirmmatten, Entstörger und Konverter sind der teuerste Teil dieses Themas und der am schlechtesten belegte. Das Verschieben des Bettes ist kostenlos und liefert dieselbe Auskunft.

Trenne Ritual und Diagnose. Ein Raum, dem du bewusst Aufmerksamkeit schenkst — lüften, aufräumen, räuchern, eine Kerze — fühlt sich danach anders an. Das ist echt und es ist wertvoll. Es ist nur keine Messung, und du darfst beides gleichzeitig wissen.

Und bei Veränderungen zuerst zum Tierarzt. In dieser Reihenfolge ist alles andere möglich.

Häufige Fragen

Stimmt es, dass Katzen Erdstrahlen suchen?

Das ist eine Überlieferung aus der Rutengeher- und Baubiologie-Literatur des 20. Jahrhunderts, kein Messergebnis. Es wurde nie systematisch untersucht, ob Katzen häufiger auf ausgemuteten Zonen liegen als anderswo. Die nachweisbaren Gründe für ihre Platzwahl sind Wärme, Zugfreiheit, Übersicht, Eigengeruch und die Nähe zum Menschen — und die erklären die allermeisten Lieblingsplätze vollständig.

Sollte mein Bett nicht dort stehen, wo meine Katze schläft?

Es gibt keinen belegten Grund, den Platz zu meiden. Wenn du der Sache trotzdem nachgehen willst, mach es überprüfbar: vierzehn Tage Schlafprotokoll mit Einschlafdauer, Aufwachphasen und Erholungswert, dann das Bett einen halben bis einen Meter verschieben und weitere vierzehn Tage protokollieren. Das kostet nichts und beantwortet die Frage für deinen konkreten Raum.

Woher kommt die Einteilung in Strahlensucher und Strahlenflüchter?

Aus der deutschsprachigen Rutengeher-Literatur des 20. Jahrhunderts. Als Ausgangspunkt gilt Gustav Freiherr von Pohls Untersuchung von 1932 in Vilsbiburg; in den 1950er Jahren kamen die nach Ernst Hartmann und Manfred Curry benannten Gitternetze dazu. Katzen, Ameisen, Bienen, Wespen und Schlangen gelten dort als Strahlensucher, Hunde, Pferde, Rinder, Vögel und Menschen als Strahlenflüchter. Alle diese Systeme wurden ausgemutet, nicht gemessen.

Was sagen kontrollierte Studien zum Rutengehen?

Der größte Aufwand waren die vom Bundesforschungsministerium geförderten Münchner Scheunenversuche Ende der 1980er Jahre. Die Studienleitung sah in Einzelfällen einen Hinweis auf eine überzufällige Leistung; die spätere unabhängige Neuauswertung der Rohdaten fand keinen Unterschied zum Zufall. Auch in späteren Doppelblindversuchen hat kein Rutengeher reproduzierbar besser abgeschnitten. Die Ausschläge erklärt der ideomotorische Effekt.

Meine Katze hat plötzlich den Schlafplatz gewechselt — was bedeutet das?

Ein plötzlicher Wechsel, besonders von einem erhöhten Platz nach unten, ist ein häufiges Frühzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt — etwa weil das Springen schmerzt. Auch Rückzug, verändertes Trinkverhalten oder Unsauberkeit gehören dazu. Notiere die Veränderungen mit Datum und lass sie tierärztlich abklären. Erst danach lohnt jede weitere Überlegung zum Ort.

Lohnen sich Abschirmmatten oder Entstörger?

Für eine Wirkung solcher Produkte gibt es keinen Nachweis, und sie sind der teuerste Teil des Themas. Der kostenlose Test kommt zuerst: Schlafumfeld prüfen — Temperatur, Zugluft, Lärm, Licht, Matratze —, vierzehn Tage protokollieren, Bett verschieben, noch einmal vierzehn Tage protokollieren. Wer danach immer noch schlecht schläft, ist bei einer ärztlichen Abklärung besser aufgehoben als bei einem Gerät.

Quellen & Weiterlesen

  • Gustav Freiherr von Pohl: Erdstrahlen als Krankheitserreger (1932) — die Vilsbiburger Untersuchung als meistzitierter Ausgangspunkt der deutschsprachigen Erdstrahlen-Literatur.
  • Ernst Hartmann und Manfred Curry: die nach ihnen benannten Global- und Diagonalnetze aus der Baubiologie-Literatur der 1950er Jahre.
  • Die vom Bundesforschungsministerium geförderten Münchner Scheunenversuche zum Rutengehen (Ende der 1980er Jahre) sowie die spätere unabhängige Neuauswertung der Rohdaten, die keinen Unterschied zum Zufall fand.
  • Literatur zum ideomotorischen Effekt als Erklärung für Ruten- und Pendelausschläge.
  • Veterinärmedizinische und verhaltensbiologische Standardliteratur zur Thermoregulation, Ruheplatzwahl und Geruchsmarkierung der Hauskatze sowie zu Veränderungen im Ruheverhalten als Frühzeichen von Schmerz oder Erkrankung.
  • Weiterlesen im Magazin: Geomantie: der Überblick · Wasseradern und Erdstrahlen im Schlafzimmer erkennen · Rutengehen lernen · Hartmann-Gitter und Curry-Netz
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