MMX startet heute Abend zu „Furcht“ und „Schrecken“: Marsmond-Sonde mit deutsch-französischem Rover an Bord
Heute um 21:41 Uhr MESZ soll die Sonde MMX zu den Marsmonden Phobos und Deimos starten, mit dem deutsch-französischen Rover IDEFIX an Bord.
Stand: 19. Oktober 2026, 13:30 Uhr · Aktualisiert: 20. Oktober 2026, 08:45 Uhr
Inhalt
Die japanische Raumsonde MMX soll am 19. Oktober 2026 um 21:41 Uhr MESZ mit einer H3-Rakete von Tanegashima zu den Marsmonden Phobos und Deimos starten. An Bord ist der Rover IDEFIX von DLR und CNES; 2031 soll mindestens 10 Gramm Phobos-Gestein zur Erde kommen.
MMX soll am 19.10.2026 um 21:41 Uhr MESZ von Tanegashima starten; Landung auf Phobos 2030, Rückkehr der Probe 2031.
Quelle/Tradition: ESA, 13.10.2026; Spektrum.de, 19.10.2026
Der Rover IDEFIX (25 kg) stammt von DLR und CNES und soll um den Jahreswechsel 2028/2029 auf Phobos abgesetzt werden.
Quelle/Tradition: DLR, 31.08.2026
Phobos und Deimos sind in der griechischen Mythologie Söhne des Ares; nach Hesiod ist Harmonia ihre Schwester.
Quelle/Tradition: Homer, Ilias 15; Hesiod, Theogonie 933–937
Den Start als Anlass nehmen, die eigene Furcht neben einen mutigen Schritt zu schreiben.
Quelle/Tradition: Deutung der Redaktion
Die Mission oder die Marsstellung löst astrologische Wirkungen auf der Erde aus.
Quelle/Tradition: Im Artikel ausdrücklich als nicht belegt gekennzeichnet
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Aktualisierung vom 20. Oktober 2026, 08:45 Uhr: MMX ist gestartet
Die H3-Rakete hob wie geplant am 19. Oktober um 21:41 Uhr MESZ in Tanegashima ab (20. Oktober, 04:41:03 Uhr Ortszeit). Rund 71 Minuten nach dem Start trennte sich die Sonde von der Oberstufe und erreichte die vorgesehene Bahn, teilte die japanische Raumfahrtagentur mit (JAXA, 20.10.2026). Damit ist MMX auf dem Weg zum Mars, Ankunft im August 2027.
Heute Abend um 21:41 Uhr MESZ soll in Japan die Raumsonde MMX zu den beiden Marsmonden Phobos und Deimos starten, deren Namen „Furcht“ und „Schrecken“ bedeuten. An Bord ist der Kleinrover IDEFIX, den das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die französische Raumfahrtagentur CNES gebaut haben. 2031 soll die Mission mindestens zehn Gramm Gestein von Phobos zur Erde bringen.
Die Meldung
Die japanische Raumfahrtagentur JAXA startet MMX („Martian Moons eXploration“) mit einer H3-Rakete vom Weltraumbahnhof Tanegashima. In Japan ist es dann der 20. Oktober, 04:41 Uhr Ortszeit. Das hat die Europäische Weltraumorganisation ESA, die an der Mission beteiligt ist, am 13. Oktober angekündigt (ESA). Am Montagmittag bestätigte Spektrum der Wissenschaft den Termin. Das Startfenster zum Mars ist nach Angaben des DLR bis zum 7. November offen. Fällt der Start heute aus, bleiben also knapp drei Wochen für einen neuen Versuch.
MMX ist laut DLR die bisher größte interplanetare Raumsonde Japans. Spektrum beziffert ihre Masse vollgetankt auf rund 4,2 Tonnen, verteilt auf drei Module für Antrieb, Erkundung und Rückkehr. Im August 2027 soll die Sonde den Mars erreichen und ab September 2027 Phobos umkreisen. Landung und Probennahme auf Phobos sind laut ESA für 2030 geplant, die Rückkehrkapsel soll 2031 im australischen Outback aufsetzen.
Der deutsche Anteil ist ungewöhnlich groß. IDEFIX ist etwa so groß wie ein Getränkekasten und wiegt 25 Kilogramm. Das DLR hat unter anderem das Fahrgestell aus Kohlefaser, das Aufricht- und Fahrsystem, ein Raman-Spektrometer und ein Radiometer beigesteuert, gesteuert wird der Rover aus Köln und Toulouse (DLR). Um den Jahreswechsel 2028/2029 soll die Muttersonde ihn aus rund 40 Metern Höhe auf Phobos fallen lassen. Weil der Mond so klein ist, wiegt der Rover dort laut ESA nur so viel wie 15 Gramm auf der Erde.
Warum ausgerechnet diese Monde?
Phobos und Deimos sind dunkle, unregelmäßig geformte Brocken. Woher sie stammen, ist bis heute offen. Nach einer Theorie fing der Mars kurz nach seiner Entstehung zwei Asteroiden ein, dafür spricht ihr dunkles Material. Nach der anderen entstanden sie aus Trümmern eines gewaltigen Einschlags auf dem Mars, dafür sprechen ihre fast kreisrunden Bahnen über dem Marsäquator (Spektrum). Die Probe soll helfen, die Frage zu klären.
| Phobos | Deimos | |
|---|---|---|
| Name | „Furcht“ | „Schrecken“ |
| Größte Ausdehnung | rund 27 km | rund 15 km |
| Umlauf | dreimal am Tag um den Mars | weiter außen, langsamer |
| Entdeckt | 1877, Asaph Hall | 1877, Asaph Hall |
| Zukunft | nähert sich dem Mars um 1,8 m pro Jahrhundert | keine Angabe in den Quellen |
Die beiden Marsmonde im Vergleich. Größen nach DLR, Umlauf und Annäherung von Phobos nach NASA; Namensbedeutung nach Spektrum.de und NASA.
Phobos ist dabei der dramatischere der beiden. Er kreist so dicht über dem Mars, dass er ihm laut NASA pro Jahrhundert um rund 1,8 Meter näherkommt. In etwa 50 Millionen Jahren wird er entweder auf den Planeten stürzen oder zu einem Ring zerbrechen.
Einordnung: Was das spirituell bedeutet
Die Namen sind kein Zufall. Asaph Hall entnahm sie 1877 der griechischen Mythologie: Phobos und Deimos sind die Söhne des Kriegsgottes Ares, den die Römer Mars nannten. In Homers „Ilias“ spannen sie ihm die Pferde vor den Wagen. Weniger bekannt ist, wer ihre Mutter war. Nach Hesiods „Theogonie“ gebar Aphrodite dem Ares nicht nur Furcht und Schrecken, sondern auch eine Tochter: Harmonia, die Eintracht. Aus der Verbindung von Krieg und Liebe gehen bei Hesiod also Angst und Harmonie zugleich hervor.
Für dich steckt darin eine alte Einsicht. Mars steht in der Astrologie für Antrieb, Mut und Durchsetzung, und genau diese Kraft wird von Furcht und Schrecken begleitet. Wer etwas wagt, hat Angst dabei. Dass Menschen nun eine Maschine zu diesen beiden Begleitern schicken, um sie aus der Nähe zu untersuchen, ist ein schönes Bild: Man schaut der eigenen Furcht ins Gesicht und nimmt ein Stück von ihr mit nach Hause.
Auch der Zeitpunkt hat eine eigene Note. Nach einer Berechnung der Redaktion steht Mars heute im tropischen Tierkreis bei rund 12 Grad Löwe, dem Zeichen des Herzens und des Selbstausdrucks. Zur Abgrenzung: Belegt sind Starttermin, Missionsdaten und die Namensherkunft. Die mythologischen Bezüge sind Überlieferung. Dass die Mission astrologisch etwas auslöst, ist nicht belegt.
Was du jetzt tun kannst
- Den Start nachlesen. Die Startbestätigung der JAXA vom 20. Oktober nennt die genauen Zeiten von Abheben und Abtrennung (JAXA).
- Mars am Morgen danach suchen. Zur Startzeit ist Mars bei uns noch nicht aufgegangen. Am Dienstag, 20. Oktober, steht er gegen 5:30 Uhr MESZ aber rund 42 Grad hoch im Ostsüdosten, als auffällig rötlicher Lichtpunkt (Berechnung der Redaktion für die Mitte Deutschlands).
- Den Marstag nutzen. Der Dienstag ist in der Überlieferung dem Mars zugeordnet, im Französischen heißt er noch heute „mardi“. Schreib dir an diesem Morgen eine Furcht auf, die dich gerade bremst, und daneben einen kleinen mutigen Schritt.
- Harmonia nicht vergessen. Notiere zu jeder Furcht auch, was du dir an Eintracht wünschst. So bleibt das ganze Geschwisterpaar aus Hesiods Mythos im Blick.
- Mars verstehen. Was der rote Planet in deinem Geburtshoroskop bedeutet, erklären wir im Beitrag Mars im Horoskop.
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Zu den Räucherkugeln →Quellen
- JAXA: Pressemitteilung zum Start der H3-Rakete (Flug 10) mit MMX, 20. Oktober 2026. global.jaxa.jp
- ESA: „Mars moon lander set to launch on 19 October“, 13. Oktober 2026. esa.int
- Tilmann Althaus, Spektrum der Wissenschaft: „MMX-Mission: Auf zu Furcht und Schrecken“, 19. Oktober 2026. spektrum.de
- DLR: „Auf zu den Marsmonden: Mission MMX und Rover IDEFIX bereit zum Start“, 31. August 2026. dlr.de
- NASA Science: „Phobos“, Faktenseite. science.nasa.gov
- Homer, Ilias 15, 119–120; Hesiod, Theogonie 933–937 (Überlieferung).
Abgerufen am 19.10.2026 zwischen 11:25 und 12:00 UTC. Marsposition und Sichtbarkeit sind Berechnungen der Redaktion (51° Nord, 10° Ost). Der erfolgreiche Start ist oben als Aktualisierung vom 20.10.2026 ergänzt (JAXA-Meldung abgerufen am 20.10.2026, 06:45 UTC). Titelbild: KI-generierte Illustration (Higgsfield), keine echte Aufnahme.







