ESA meldet am 19. Oktober: Euclid entdeckt seinen ersten neuen Kometen – er zieht fast senkrecht über das Sonnensystem
Euclid hat seinen ersten unbekannten Kometen entdeckt, meldet die ESA am 19.10. C/2026 S1 zieht 1,3 Mrd. km entfernt fast senkrecht über die Planeten.
Stand: 20. Oktober 2026, 08:45 Uhr
Inhalt
Das ESA-Weltraumteleskop Euclid hat in Aufnahmen vom 16. bis 24. September 2026 seinen ersten bisher unbekannten Kometen entdeckt; das Minor Planet Center bestätigte ihn am 8. Oktober als C/2026 S1 (Euclid), die ESA meldete den Fund am 19. Oktober. Der Komet ist rund 1,3 Milliarden Kilometer entfernt, seine Bahn ist um etwa 85 Grad gegen die Planetenebene geneigt, und er bleibt für das bloße Auge unsichtbar.
Euclid entdeckte C/2026 S1 in Aufnahmen vom 16. bis 24.09.2026; das Minor Planet Center bestätigte ihn am 08.10.2026, die ESA meldete ihn am 19.10.2026.
Quelle/Tradition: ESA, 19.10.2026
Die vorläufige Bahn ist um rund 85 Grad gegen die Ekliptik geneigt, der sonnennächste Punkt liegt bei rund 8,7 AE im September 2027.
Quelle/Tradition: NASA/JPL Small-Body Database, Bahnlösung 14.10.2026 (vorläufig)
Kometen galten in vielen Kulturen als Boten von Umbruch, etwa der Halleysche Komet auf dem Teppich von Bayeux 1066.
Quelle/Tradition: Kulturgeschichte; Teppich von Bayeux
Den Fund als Anlass für eine Überblicks-Übung nehmen und das eigene Leben aus der Distanz betrachten.
Quelle/Tradition: Deutung der Redaktion
Der Komet hat eine astrologische oder sonstige Wirkung auf Menschen auf der Erde.
Quelle/Tradition: Im Artikel ausdrücklich als nicht belegt gekennzeichnet
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Das europäische Weltraumteleskop Euclid hat seinen ersten bisher unbekannten Kometen entdeckt. Das hat die ESA am 19. Oktober bekanntgegeben. Der Komet C/2026 S1 (Euclid) ist rund 1,3 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt und zieht fast senkrecht über die Bahnebene der Planeten hinweg, mit bloßem Auge wird er nie zu sehen sein.
Die Meldung
Gefunden hat den Kometen eine Software, nicht ein Mensch am Okular. Mikko Pöntinen, Doktorand an der Universität Helsinki, hat ein Programm geschrieben, das in Euclids Bildern nach bewegten Objekten sucht. In Aufnahmen vom 16. bis 24. September 2026 markierte es eine verschmierte Spur. Pöntinen fand das Objekt daraufhin in fünf Bildserien mit insgesamt 16 Belichtungen wieder, und es war von einer „unscharfen Wolke“ umgeben, wie er der ESA sagte (ESA, 19.10.2026). Das ist das Kennzeichen eines aktiven Kometen, der Staub und Gas abgibt.
Weil kein bekannter Komet oder Asteroid an dieser Stelle stand, meldete Pöntinen den Fund an das Minor Planet Center der Internationalen Astronomischen Union. Bodenteleskope beobachteten nach, am 8. Oktober bestätigte das Zentrum das Objekt als Kometen. Seither trägt er den offiziellen Namen C/2026 S1 (Euclid). Das „C“ steht für einen langperiodischen Kometen, „S“ für die zweite Septemberhälfte als Entdeckungszeitraum.
Bemerkenswert ist der Fund, weil Euclid für etwas ganz anderes gebaut ist. Das Teleskop kartiert Milliarden ferner Galaxien, um die Wirkung von Dunkler Materie und Dunkler Energie zu vermessen. Den an Kometen reichen Himmelsstreifen entlang der Planetenebene meidet es absichtlich, und jede Himmelsregion wird in der Regel nur einmal fotografiert. Dass der Komet trotzdem in mehreren Bildern landete, nennt Euclid-Archivwissenschaftler Bruno Altieri laut ESA einen „glücklichen Zufall“.

Ein Komet, der über dem Sonnensystem steht
Ungewöhnlich ist auch seine Bahn. Der Komet liegt nach Angaben der ESA nicht in der Ebene der Planeten, sondern steht von der Sonne aus gesehen „senkrecht nach oben“. Die erste Bahnberechnung des Jet Propulsion Laboratory der NASA vom 14. Oktober bestätigt das: Die Bahn ist um rund 85 Grad gegen die Planetenebene geneigt (JPL Small-Body Database). Am sonnennächsten Punkt, voraussichtlich im September 2027, bleibt er demnach knapp neunmal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde, also zwischen den Bahnen von Jupiter und Saturn.
| Steckbrief | C/2026 S1 (Euclid) |
|---|---|
| Aufnahmen | 16. bis 24. September 2026 |
| Bestätigt | 8. Oktober 2026, Minor Planet Center |
| Gemeldet | 19. Oktober 2026, ESA |
| Abstand zur Erde | rund 1,3 Milliarden Kilometer |
| Bahnneigung | rund 85 Grad (vorläufig) |
| Sonnennähe | rund 8,7 AE, September 2027 (vorläufig) |
| Sternbild | Drache |
| Helligkeit | rund 20,5 mag, nur mit Großteleskopen |
Daten zu Aufnahmen, Bestätigung und Abstand nach ESA (19.10.2026). Bahnneigung, Sonnennähe, Sternbild und Modellhelligkeit nach JPL (Bahnlösung vom 14.10.2026, abgerufen am 20.10.2026), alle vorläufig.
Für die geplante ESA-Mission Comet Interceptor, die einen noch unberührten Kometen abfangen soll, kommt C/2026 S1 nicht infrage. Die ESA wertet den Fund aber als Probelauf: Euclid kann neue Kometen früh und weit draußen entdecken, und die Meldewege zwischen beiden Teams sind nun erprobt.
Einordnung: Was das spirituell bedeutet
Kometen waren über Jahrtausende die unruhigsten Zeichen am Himmel. Ihr Name kommt vom griechischen Wort für „langhaarig“, im Deutschen hießen sie Haarsterne. Sie galten als Boten des Umbruchs. Auf dem Teppich von Bayeux zeigen Menschen im Jahr 1066 auf den Halleyschen Kometen, kurz bevor die Normannen England erobern.
Dieser Komet passt nicht in das alte Bild des Unglücksboten. Niemand wird ihn je ohne Großteleskop sehen, er stürzt auf niemanden zu, und er wurde zufällig von einem Instrument gefunden, das eigentlich das Unsichtbare im Kosmos vermisst. Für dich liegt darin eine leise Botschaft: Manches Wichtige kommt nicht als Feuerzeichen, sondern als unscheinbare Spur am Rand dessen, worauf du gerade schaust.
Und dann ist da sein Ort. Der Komet steht im Sternbild Drache, nach einer Berechnung der Redaktion nur rund 4,5 Grad vom Nordpol der Ekliptik entfernt. Um diesen Punkt kreist der Himmelspol in rund 26.000 Jahren. Im Drachen stand vor rund 4.800 Jahren mit Thuban auch der Polarstern der Pyramidenzeit, und die griechische Sage sieht in dem Sternbild Ladon, den Wächter der goldenen Äpfel der Hesperiden. Ein Komet, der vom Ruhepunkt der großen Himmelsdrehung aus auf alle Planeten herabschaut: Das ist ein starkes Bild für Abstand und Überblick.
Zur Abgrenzung: Belegt sind die Entdeckung, ihre Daten und die vorläufige Bahn. Die Deutung von Kometen als Vorzeichen ist Überlieferung. Dass dieser Komet auf der Erde etwas bewirkt, ist nicht belegt.
Was du jetzt tun kannst
- Den Drachen am Abendhimmel suchen. Den Kometen selbst siehst du nicht, aber seine Himmelsgegend. Heute gegen 21 Uhr MESZ liegt sie rund 60 Grad hoch im Nordwesten, zwischen dem Kleinen Wagen und dem hellen Stern Wega (Berechnung der Redaktion für die Mitte Deutschlands). Von Deutschland aus geht dieser Teil des Drachen nie unter.
- Die Originalbilder ansehen. Die ESA zeigt den Kometen als Strich im Sternfeld und als Nahaufnahme mit Koma, frei nutzbar unter Quellenangabe.
- Eine Überblicks-Übung machen. Setz dich fünf Minuten hin und stell dir dein jetziges Leben von weit oben vor, so wie der Komet auf die Planetenbahnen schaut. Was wirkt aus diesem Abstand groß, was klein?
- Den September 2027 vormerken. Dann erreicht C/2026 S1 voraussichtlich seinen sonnennächsten Punkt. Schreib dir auf, was bis dahin in dir „auftauen“ darf, so wie das Eis eines Kometen in der Nähe der Sonne.
- Mehr über Kometen lesen. Wie Messdaten und Spekulation bei einem Kometen auseinanderlaufen können, zeigt unser Beitrag über den interstellaren Kometen 3I/ATLAS.
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Zu den Räucherkugeln →Quellen
- ESA: „Euclid discovers new comet“, 19. Oktober 2026. esa.int
- ESA Multimedia: „Comet C/2026 S1 (Euclid) observations in context“ und „A composite of eight Euclid VIS exposures of Comet C/2026 S1 (Euclid)“, 19. Oktober 2026. esa.int
- NASA/JPL Small-Body Database: C/2026 S1 (Euclid), Bahnlösung vom 14. Oktober 2026, abgerufen am 20. Oktober 2026. ssd.jpl.nasa.gov
- NASA/JPL Horizons: Ephemeride C/2026 S1 für Oktober 2026 bis Dezember 2027, abgerufen am 20. Oktober 2026. ssd.jpl.nasa.gov
Abgerufen am 20.10.2026 zwischen 06:30 und 07:00 UTC. Abstand zum Ekliptikpol und Sichtbarkeit sind Berechnungen der Redaktion (51° Nord, 10° Ost). Titelbild: Euclid-Aufnahme vom 20.09.2026, ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, M. Pöntinen et al. 2026, CC BY-SA 3.0 IGO, Ausschnitt; Beschriftungsbalken oben rechts entfernt.







