Okkultes & verborgenes Wissen

Element 115: Was Bob Lazar 1989 über den UFO-Treibstoff sagte — und was Dubna und Darmstadt seither gemessen haben

Samstag, 9. Dezember 1989, ein Fernsehstudio in Las Vegas. Ein Mann, der an fliegenden Scheiben gearbeitet haben will, sagt über deren Treibstoff zwei Sätze: Element 115 sei stabil, und es herzustellen sei unmöglich. Es sind die einzigen Sätze der ganzen Geschichte, die man prüfen kann. Vierzehn Jahre später beginnt in Dubna die Prüfung, dann in Darmstadt.

Eine silberne fliegende Untertasse steht in einem dunklen, in den Fels gebauten Hangar; durch das halb offene Tor sieht man Wüstenberge und einen ausgetrockneten See zur blauen Stunde

Samstag, 9. Dezember 1989, Las Vegas. Im Studio des Senders KLAS sitzt der Reporter George Knapp einem dreißigjährigen Mann gegenüber, der vor einem Monat die Stadt aufgeregt hat. In Knapps Serie über UFOs hatte er erzählt, er habe in einer geheimen Anlage namens S-4, südlich des Luftwaffengeländes Groom Lake, an fliegenden Scheiben gearbeitet, die nicht von der Erde stammten. Heute Abend soll er es in der Sendung „On the Record" noch einmal erklären. Sein Name ist Bob Lazar.

Schnellantwort

Element 115 heißt seit 2016 Moscovium; es wurde 2003 in Dubna erstmals erzeugt und 2013 am GSI in Darmstadt bestätigt. Bob Lazar hatte es 1989 als stabilen, auf der Erde nicht herstellbaren Treibstoff außerirdischer Flugscheiben beschrieben. Die Messungen zeigen: Es lässt sich Atom für Atom herstellen, und alle fünf bekannten Isotope zerfallen in unter einer Sekunde. Ob ein langlebiges Isotop mit 184 Neutronen, Moscovium-299, existiert, ist offen — es wurde nie erzeugt und nie in der Natur gefunden, und für einen Antrieb gibt es keinen Beleg.

Einordnung
Belegt

Element 115 existiert: Vom 14. Juli bis 10. August 2003 entstanden am Zyklotron U400 in Dubna die ersten vier Atome (Oganessian u. a., Physical Review C 69, 2004). 2013 bestätigte ein Team der Universität Lund die Existenz am GSI in Darmstadt mit 30 Zerfallsketten; am 28. November 2016 erhielt es den Namen Moscovium.

Belegt

Bekannt sind fünf Isotope, Moscovium-286 bis -290, mit Halbwertszeiten von etwa 20 Millisekunden bis etwa 0,65 Sekunden. Das langlebigste wurde nur in einer einzigen Zerfallskette beobachtet.

Belegt

Bob Lazar sagte am 9. Dezember 1989 in der KLAS-Sendung „On the Record“, Element 115 sei stabil und nicht herstellbar, und am 20. Dezember 1989 im Radio, auf dem Testgelände lagerten 500 Pfund davon, 223 Gramm pro Scheibe. Belegt sind die Aussagen, nicht ihr Inhalt.

Belegt

Die Kernphysik sagt seit 1966 eine Insel der Stabilität voraus; die nächste magische Neutronenzahl wird bei 184 vermutet. Alle bekannten Isotope von Element 115 haben 171 bis 175 Neutronen, Moscovium-299 wurde nie erzeugt.

Belegt

Im September 2024 veröffentlichten GSI, Helmholtz-Institut Mainz und Universität Mainz die erste Chemie von Element 115. Dafür wurden in zwei Monaten Strahlzeit rund um die Uhr vier Moscovium-Atome registriert.

Belegt

Area 51 am Groom Lake ist seit der Freigabe der CIA-Geschichte des U-2-Programms am 15. August 2013 offiziell belegt. Eine Anlage S-4 wird darin nicht erwähnt.

Nicht belegt

Dass es ein stabiles oder langlebiges Isotop von Element 115 gibt. Kein Labor hat es erzeugt, keine Suche in Erzen, Thermalwässern oder kosmischer Strahlung hat superschwere Elemente gefunden.

Nicht belegt

Dass Element 115 eine Gravitationswelle erzeugt, als Antrieb dient oder in Nevada in Pfund-Mengen lagerte. Weltweit wurden bisher einzelne Atome gezählt.

Nicht belegt

Dass Bob Lazar in einer Anlage S-4 an außerirdischen Flugscheiben gearbeitet hat. Das ist seine Aussage; MIT und Caltech haben keine Unterlagen über die von ihm genannten Abschlüsse.

BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Knapp kommt auf den Treibstoff zu sprechen. „About the 115", sagt er, und bittet Lazar, noch einmal zu erklären, was das sei und warum man es hier nicht herstellen könne. Lazar antwortet ruhig, fast wie im Unterricht. Das Periodensystem, die Halbwertszeiten, die immer kürzer werden, je schwerer ein Element ist. Und dann zwei Sätze, die man heute, mit fast siebenunddreißig Jahren Abstand, anders liest als damals: Element 115 sei ein stabiles Element. Und es herzustellen sei unmöglich.

Zwei Behauptungen, in einem Lokalsender, mitten in einer UFO-Geschichte. Das Ungewöhnliche an ihnen ist nicht, dass sie kühn sind. Das Ungewöhnliche ist, dass man sie prüfen kann. Fast alles, was über S-4 erzählt wird, lässt sich weder bestätigen noch widerlegen. Diese beiden Sätze schon. Vierzehn Jahre später, im Sommer 2003, in einer Beschleunigerhalle in Dubna, rund 120 Kilometer nördlich von Moskau, beginnt die Prüfung. Später kommt Darmstadt dazu. Und was dabei herauskommt, ist keine einfache Antwort — sondern eine der merkwürdigsten Geschichten, die die UFO-Welt und die Kernphysik miteinander haben.

Ein Mann namens „Dennis": Frühjahr 1989

Die Geschichte beginnt im Halbdunkel. Am 15. Mai 1989 strahlt KLAS ein Interview mit einem Mann aus, dessen Gesicht nicht zu sehen ist und der sich „Dennis" nennt. Er erzählt von einer Anlage namens S-4 südlich von Groom Lake, in der neun Flugscheiben stünden; seine Aufgabe sei es gewesen, den Antrieb einer von ihnen nachzuvollziehen. Im November 1989 tritt derselbe Mann in Knapps Serie mit Gesicht und Namen auf. Später gibt er an, er sei über die Firma EG&G als Physiker für ein Projekt der US-Marine angeworben worden, und S-4 liege 10 bis 15 Meilen südlich von Groom Lake, also rund 15 bis 25 Kilometer. So stellt es das Lazar-Archiv Papoose Lake dar, das Sendungen und Transkripte seit 1989 sammelt.

Was er dort über den Antrieb sagt, klingt nach Science-Fiction, und er weiß das. In der Sendung vom 9. Dezember beschreibt er einen „Reaktor": eine Platte von etwa 45 Zentimetern Durchmesser, darauf eine Kugel, in die man ein Stück Element 115 lege. Unter Protonenbeschuss gebe das Element ein Antimaterie-Teilchen ab, die Vernichtungsreaktion liefere Energie, und durch eine Wirkung des Elements selbst entstehe an der Kugel eine Gravitationswelle, die in den unteren Teil der Scheibe geleitet und dort verstärkt werde. Wie genau das funktioniere, wisse niemand, sagt Lazar, auch in S-4 nicht.

Elf Tage später, am 20. Dezember 1989, sitzt er in der Radiosendung von Billy Goodman und beantwortet Anruferfragen. Einer will wissen, wie viel Treibstoff es gebe. Lazar: Er wisse nicht genau, wo, aber es seien 500 Pfund auf dem Testgelände, und pro Scheibe brauche man 223 Gramm. Das ist eine Zahl, die man sich merken sollte. Knapp gibt sie 2005 in einem Bericht noch einmal wieder: 500 Pfund, also rund 227 Kilogramm.

Man kann über das alles lange streiten, und es wird seit 36 Jahren gestritten. Für diese Geschichte zählt etwas anderes: In der Flut der Details stecken ein paar, die nicht vom Glauben abhängen. Ob es in Nevada Scheiben gibt, kann niemand von außen prüfen. Ob Element 115 existiert, ob es stabil ist und ob man es herstellen kann — das kann man prüfen, in jedem Labor der Welt, das die Mittel dazu hat.

Was 1989 über Element 115 bekannt war

Nichts. Im Periodensystem gab es an Stelle 115 ein leeres Kästchen. Das ist der Kern dessen, was Lazars Anhängerinnen und Anhänger bis heute anführen: Er habe ein Element genannt, das noch niemand gesehen hatte.

Aber das Kästchen war nicht aus dem Nichts gegriffen. Seit Mitte der 1960er-Jahre sagten Kernphysiker eine sogenannte Insel der Stabilität voraus. Die Idee: Atomkerne sind besonders fest, wenn bestimmte „magische" Zahlen von Protonen und Neutronen erreicht sind. Zwei Gruppen, William Myers und Władysław Świątecki sowie Victor Viola und Glenn Seaborg, sagten unabhängig voneinander voraus, dass es jenseits der bekannten Elemente eine Region schwerer Kerne mit deutlich längerer Lebensdauer geben müsse. So fassen es Yuri Oganessian und Krzysztof Rykaczewski 2015 in der Zeitschrift Physics Today zusammen. Die nächste magische Protonenzahl vermutet man zwischen 114 und 126, die nächste magische Neutronenzahl bei 184.

Lazar sagt das in seiner Sendung selbst, fast wörtlich: Die Wissenschaft vermute, dass die Elemente irgendwo um 113 bis 116 wieder stabil würden, und genau das sei Element 115. Seine Aussage ist also keine Vorhersage aus dem Nichts, sondern die Behauptung, eine bekannte Theorie sei in einem bestimmten Punkt schon Wirklichkeit — mit einem Stück Metall, das er gesehen haben will.

Einen zweiten Satz aus derselben Sendung sollte man festhalten, weil er etwas über den Stand der Dinge verrät. Das höchste bisher hergestellte Element, sagt Lazar, sei „etwa Element 106". Tatsächlich war man 1989 weiter, und zwar in Deutschland: Am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt hatte ein Team am Separator SHIP zwischen 1981 und 1984 die Elemente 107, 108 und 109 erzeugt, heute Bohrium, Hassium und Meitnerium. Das ist kein Beweis für oder gegen irgendetwas. Es zeigt nur, dass die Stadt, in der Element 115 zwei Jahrzehnte später bestätigt werden sollte, damals schon die Grenze verschob.

Der Zeitstrahl

1966 — Zwei Forschergruppen sagen unabhängig voneinander eine „Insel der Stabilität" superschwerer Kerne voraus.
1981–1984 — In Darmstadt entstehen am GSI die Elemente 107, 108 und 109.
15. Mai 1989 — KLAS sendet das anonyme Interview mit „Dennis" über die Anlage S-4.
9. Dezember 1989 — Bob Lazar nennt Element 115 in „On the Record" stabil und unmöglich herzustellen.
14. Juli – 10. August 2003 — In Dubna entstehen am Zyklotron U400 die ersten vier Atome von Element 115.
August 2013 — Ein Team unter Leitung der Universität Lund bestätigt Element 115 mit 30 Zerfallsketten am GSI in Darmstadt.
28. November 2016 — Die IUPAC gibt Element 115 den Namen Moscovium, Symbol Mc.
2022 — Die neue Dubnaer „Fabrik für superschwere Elemente" findet ein fünftes Isotop, Moscovium-286, Halbwertszeit rund 20 Millisekunden.
23. September 2024 — Darmstadt und Mainz veröffentlichen die erste Chemie von Element 115: vier Atome, zwei Monate Strahlzeit rund um die Uhr.

Die Frage nach dem Physiker

Bevor es in die Beschleunigerhallen geht, muss eine Frage auf den Tisch, die an jeder Lazar-Diskussion hängt: Wer spricht da eigentlich? Die Antwort ist nicht so eindeutig, wie beide Seiten es gern hätten, und deshalb hier nur das, was dokumentiert ist.

Lazar sagt, er habe am MIT einen Master in Physik und am Caltech einen in Elektronik erworben. Der Kernphysiker Stanton Friedman — selbst einer der bekanntesten UFO-Forscher der USA und kein Skeptiker aus Prinzip — hat bei beiden Hochschulen nachgefragt und keine Unterlagen gefunden; auch Knapp fand keine. Lazar sagt, seine Unterlagen seien gelöscht worden.

Auf der anderen Seite steht ein Zeitungsartikel. Am 27. Juni 1982 porträtierte der „Los Alamos Monitor" einen jungen Mann, der ein Auto mit Strahltriebwerk gebaut hatte, und nannte ihn einen Physiker an der Los Alamos Meson Physics Facility. Das Labor sagte Knapp auf Anfrage, es habe keine Unterlagen über Lazar; Knapp fand seinen Namen trotzdem im Telefonverzeichnis des Labors von 1982, wie er in seinem Bericht von 2005 festhält. Und das Lazar-Archiv dokumentiert eine spätere Auskunft des Labors, nach der Lazar am 18. Mai 1982 eine Sicherheitskennung erhalten hatte. Das passt zu einem Mann, der dort als Techniker für eine Vertragsfirma tätig war, wie Friedman und andere Kritiker schreiben — und es passt zu einem Mann, dessen Spuren kleiner sind, als er sie beschreibt.

Mehr ist dazu hier nicht zu sagen, und mehr braucht diese Geschichte auch nicht. Denn das Schöne an Element 115 ist: Die Frage, ob Lazar ein ausgebildeter Physiker ist, entscheidet nichts. Ein Element ist stabil oder nicht, egal wer es behauptet.

Calcium auf Americium: Dubna, Sommer 2003

Dubna liegt an der Wolga, eine Wissenschaftsstadt, gegründet um ein Kernforschungsinstitut, das Vereinigte Institut für Kernforschung. In dessen Flerov-Labor steht das Zyklotron U400. Vom 14. Juli bis zum 10. August 2003 läuft dort ein Experiment, das ein russisch-amerikanisches Team gemeinsam vorbereitet hat. Das Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien liefert das Zielmaterial, Americium-243. Die Russen liefern den Strahl.

Und hier liegt der erste Punkt, an dem Lazars Beschreibung und die Wirklichkeit auseinandergehen. In der Sendung von 1989 erklärt er, schwere Elemente stelle man her, indem man ein stabiles Element in einem Beschleuniger mit Protonen beschieße, um sie gewissermaßen einzeln anzubauen; für Element 115 brauche das unendlich viel Energie und unendlich viel Zeit. So wird es nicht gemacht. In Dubna schießt man keine Protonen, sondern ganze Calcium-Kerne mit je 20 Protonen auf Americium mit 95 Protonen. 20 plus 95 ist 115. Wenn zwei Kerne im richtigen Moment verschmelzen und dabei ein paar Neutronen abschütteln, ist das neue Element in einem einzigen Schritt da.

Der richtige Moment ist allerdings selten. Mit einer Strahldosis von 4,3 Trillionen Calcium-Kernen bei 248 Megaelektronenvolt registriert das Team drei gleichartige Zerfallsketten: fünf Alphazerfälle hintereinander, zusammen in etwa 20 Sekunden, am Ende eine Spaltung. Bei einer etwas höheren Energie und noch einmal derselben Dosis kommt eine vierte, andere Kette hinzu, vier Alphazerfälle in einer halben Sekunde. Vier Atome. So steht es im Aufsatz, der am 1. Februar 2004 in der Fachzeitschrift Physical Review C erscheint. Zwei Isotope, 288 und 287, erzeugt mit Wirkungsquerschnitten von etwa drei und einem Pikobarn — was übersetzt heißt: Auf ein einziges Atom kamen mehr als eine Trillion Calcium-Kerne, die ins Ziel geschossen wurden.

Am 2. Februar 2004 verschickt Livermore die Pressemitteilung. Der Datenanalyst Joshua Patin wird darin mit dem Satz zitiert, die drei gleichen Zerfallsmuster seien ein Zeichen gewesen, dass man etwas Gutes gesehen habe, denn so lange Zerfallsketten passierten einfach nicht oft. Der Teamleiter Ken Moody spricht von einem neuen Horizont im Periodensystem. Von Stabilität spricht niemand. Die Kette endet in Dubnium-268, das mit rund 16 Stunden Halbwertszeit das langlebigste Glied der ganzen Reihe ist. Element 115 selbst ist nach Sekundenbruchteilen verschwunden.

Damit ist die erste von Lazars beiden Behauptungen widerlegt. Element 115 lässt sich herstellen — Atom für Atom. Die zweite ist noch offen. Denn es gibt nicht nur ein Element 115, sondern viele mögliche Varianten, Isotope mit unterschiedlich vielen Neutronen. Dubna hat zwei davon gesehen.

Darmstadt bestätigt: 30 Ketten und ein Name

Ein Element gilt erst als entdeckt, wenn eine unabhängige Kommission der Internationalen Union für Reine und Angewandte Chemie, der IUPAC, die Belege anerkennt. Dafür braucht es Wiederholung, am besten anderswo. Diese Wiederholung kommt aus Darmstadt.

Ein internationales Team unter der Leitung des Kernphysikers Dirk Rudolph von der Universität Lund nutzt dafür den Linearbeschleuniger UNILAC am GSI und den Separator TASCA. Das Verfahren ist dasselbe wie in Dubna, Calcium auf Americium; neu ist die Nachweistechnik. Das Team zeichnet nicht nur die Alphazerfälle auf, sondern gleichzeitig Röntgen- und Gammastrahlung — eine Art Fingerabdruck des Kerns. Insgesamt 30 korrelierte Zerfallsketten werden registriert. Die Beobachtungen, schreiben die Autoren 2013 in Physical Review Letters, stimmten mit den früheren Zuordnungen zu Element 115 überein. Das deutsche Magazin Telepolis meldet am 28. August 2013: „Neues chemisches Element bestätigt". Die Chemie-Fachzeitschrift C&EN schreibt zwei Tage später, der Befund solle den Platz im Periodensystem absichern — fast ein Jahrzehnt nachdem das Element zum ersten Mal gesehen worden war.

Ende Dezember 2015 erkennt die IUPAC die Entdeckung an und schreibt sie dem Team aus Dubna und Livermore zu. Im Juni 2016 schlagen die Entdecker einen Namen vor, am 28. November 2016 bestätigt ihn die IUPAC: Moscovium, Symbol Mc, zu Ehren der Region Moskau, der Heimat des Instituts in Dubna. Eine Fußnote, die in keiner UFO-Doku vorkommt: Zu dem Team, das 2010 in Dubna Element 117 erzeugte — in dessen Zerfallsketten zum ersten Mal die langlebigsten bekannten Varianten von Element 115 auftauchten —, gehörte auch die University of Nevada in Las Vegas. Der Stadt, in der Lazar 1989 vor die Kamera trat.

Und die Stabilität? Hier kommen wir zum Kern.

Die Zahl, auf die es ankommt: 0,65 Sekunden

Heute sind fünf Isotope von Element 115 bekannt, mit den Massenzahlen 286 bis 290. Ihre Halbwertszeiten liegen zwischen etwa 20 Millisekunden für Moscovium-286, das 2022 in Dubna zum ersten Mal gesehen wurde, und etwa 0,65 Sekunden für Moscovium-290. Und selbst dieser Wert steht auf dünnem Eis: Moscovium-290 wurde, laut der Nuklid-Datenbank der Michigan State University, in einer einzigen Zerfallskette beobachtet. Das langlebigste bekannte Element 115 hat man also genau einmal gesehen.

Stabil ist keines davon. Nichts davon hält auch nur so lange, dass man es in die Hand nehmen, geschweige denn in einen Reaktor legen könnte. Das ist der Satz, mit dem die meisten Artikel über Lazar enden: Element 115 existiert, aber es zerfällt in Sekundenbruchteilen, also hatte er unrecht.

Hier beginnt die ehrlichere Geschichte. Denn alle bekannten Isotope von Element 115 haben zwischen 171 und 175 Neutronen im Kern. Die Insel der Stabilität, wenn es sie gibt, liegt nach der Theorie bei 184 Neutronen. Das entspräche Moscovium-299. Zwischen dem schwersten Moscovium, das je gesehen wurde, und dem Ort, an dem die Theorie lange Lebensdauern vermutet, fehlen neun Neutronen. Oganessian und Rykaczewski schreiben 2015, manche Modelle sagten für neue superschwere Kerne Halbwertszeiten von bis zu einer Million Jahren voraus, einige sogar im Bereich des Erdalters. Man sieht in den Daten auch schon den Trend: Je mehr Neutronen, desto länger leben die Kerne, um Größenordnungen.

Mit anderen Worten: Was Dubna und Darmstadt gemessen haben, widerlegt nicht, dass es irgendwo ein langlebiges Element 115 geben könnte. Es zeigt nur, dass die Isotope, die man herstellen kann, es nicht sind — und dass man an die interessanten mit den heutigen Kombinationen aus Strahl und Ziel nicht herankommt, weil ihnen schlicht die Neutronen fehlen. Lazar hat genau diesen Punkt 2005 selbst gemacht. Knapp besuchte ihn damals in New Mexico, ein Jahr nach der Entdeckung. Lazar sagte, er würde gern sehen, wie die Forscher weiterarbeiten und verschiedene Isotope herstellen, denn sie würden „eine Handvoll Varianten" finden und irgendwann „ein stabiles Isotop". So steht es in Knapps Bericht.

Die bekannten Isotope von Element 115 und die Lücke bis zur vermuteten Insel der Stabilität Fünf Kästchen für Moscovium-286 bis 290 mit Halbwertszeiten von 20 Millisekunden bis 0,65 Sekunden, bei 171 bis 175 Neutronen. Rechts davon eine Lücke von neun Neutronen und ein gestricheltes Kästchen für Moscovium-299 bei der magischen Neutronenzahl 184, nie erzeugt. Element 115 (Moscovium) bekannte Isotope und Halbwertszeit 286 287 288 289 290 20 ms 38 ms 0,19 s 0,25 s 0,65 s 9 fehlen 299 ? Neutronen: 171 bis 175 184 gemessen 2003 bis 2022 nie erzeugt Schema, nicht maßstabsgetreu
Die fünf bekannten Isotope von Element 115 und ihre Halbwertszeiten, nach der Nuklid-Datenbank der Michigan State University und Oganessian u. a. (2022). Rechts die Stelle, an der die Theorie die nächste „magische" Neutronenzahl 184 vermutet: Moscovium-299. Dazwischen fehlen neun Neutronen, und kein bekanntes Experiment kommt dorthin. Moscovium-290 ist nur ein einziges Mal beobachtet worden, sein Wert ist entsprechend unsicher.

Sehenswert: Der Sender KLAS hat seine Aufnahmen von 1989 mit einem Rückblick auf das, was seither geschah, neu veröffentlicht. Das ist die Originalquelle der Behauptungen — die Messlage dazu steht in diesem Artikel.

Vier Atome in zwei Monaten: Darmstadt, 23. September 2024

Am 23. September 2024 — auf den Tag zwei Jahre vor diesem Artikel — erschien in der Fachzeitschrift Frontiers in Chemistry ein Aufsatz mit einem sperrigen Titel über relativistische Effekte in den chemischen Eigenschaften von Nihonium und Moscovium. Dahinter steht ein Rekord: Element 115 ist seitdem das schwerste Element, dessen Chemie je untersucht wurde. Die Arbeit kam aus Darmstadt, vom GSI, gemeinsam mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem Helmholtz-Institut Mainz.

Wie macht man Chemie mit etwas, das nach zwei Zehntelsekunden weg ist? Das Team beschießt dünne Americium-Folien mit Calcium-48, trennt die entstehenden Moscovium-288-Kerne im Separator TASCA ab und spült sie mit einem inerten Gas durch einen schmalen Detektorkanal mit Quarzoberfläche. Bleibt ein Atom am Quarz haften, geht es eine chemische Bindung ein; wandert es weiter, ist es träge. Die Detektoren sehen, wo das Atom zerfällt, und daraus lässt sich die Reaktionsfreudigkeit ablesen. Das Ergebnis: Moscovium und Nihonium sind reaktiver als das dazwischenliegende Flerovium, aber viel weniger reaktiv als ihre leichteren Verwandten Bismut und Thallium — ein Effekt von Einsteins Relativitätstheorie, weil die Elektronen in so schweren Atomen Geschwindigkeiten nahe dem Licht erreichen.

Und jetzt die Zahl, auf die es in dieser Geschichte ankommt. Für die gesamte Messung, so die gemeinsame Pressemitteilung vom 5. November 2024, brauchte das Team zwei Monate kontinuierlicher Arbeit rund um die Uhr an der Beschleunigeranlage. Registriert wurden insgesamt vier Moscovium-Atome.

Vier Atome. Lazar sprach von 223 Gramm pro Scheibe und 500 Pfund auf dem Testgelände. Man kann das nebeneinanderlegen, und es lohnt sich, weil es etwas Merkwürdiges zeigt. 223 Gramm Moscovium-288 sind, nach der Rechnung der Redaktion, etwa 470 Trilliarden Atome. Bei vier Atomen in zwei Monaten bräuchte die Darmstädter Anlage dafür rund eine Billion Mal so lange, wie das Universum alt ist. Selbst eine Anlage, die tausendmal schneller wäre, bräuchte noch über eine Milliarde Weltalter. Und das Material wäre, kaum erzeugt, in Sekundenbruchteilen zerfallen.

Das Merkwürdige daran: Lazar hat genau das 1989 selbst gesagt. Element 115 auf diesem Weg herzustellen, erfordere unendlich viel Energie und unendlich viel Zeit. Die Hälfte seiner Aussage hat die Physik widerlegt — einzelne Atome lassen sich sehr wohl machen. Die andere Hälfte bestätigt sie, aber auf eine Weise, die ihm nicht hilft. Wenn es 500 Pfund gab, dann kamen sie nicht aus einem Beschleuniger. Und damit ist man bei der Frage, woher sonst.

„That's what Element 115 is; it's a stable element. To synthesize it would be impossible."

Übersetzung: „Genau das ist Element 115: ein stabiles Element. Es herzustellen wäre unmöglich."

Bob Lazar in der Sendung „On the Record with George Knapp", KLAS-TV Las Vegas, 9. Dezember 1989 — nach dem Transkript des Lazar-Archivs Papoose Lake.

Aus einem Stern? Die Frage nach der Herkunft

Lazar hat auf diese Frage 2005 eine Antwort gegeben. Es müsse von einem Ort kommen, an dem es natürlich vorkommt, sagte er Knapp, etwa aus einer Supernova. Also von außerhalb unseres Sonnensystems.

Das ist keine absurde Idee, und sie verdient eine ernste Antwort. Die schweren Elemente in unserer Welt, Gold, Platin, Uran, sind tatsächlich in extremen kosmischen Ereignissen entstanden, in denen Atomkerne in kürzester Zeit sehr viele Neutronen einfangen. Ob dabei auch Kerne weit jenseits von Uran entstehen, womöglich bis zur Insel der Stabilität, ist eine echte, offene Forschungsfrage. Man hat danach gesucht. Oganessian und Rykaczewski zählen 2015 auf, wo: in Thermalwässern, in seltenen Erzen, in der kosmischen Strahlung. Gefunden wurde nichts. Alle bekannten Elemente jenseits von Uran, schreiben sie, wurden zuerst künstlich hergestellt, in Reaktoren, Beschleunigern oder bei Kernwaffentests.

Der leuchtende, zerrissene Gasmantel eines Supernova-Überrests im All, grünlich im Inneren, an einer Kante bernsteinfarben
In solchen Sternexplosionen und in verschmelzenden Neutronensternen entstehen die schweren Elemente des Universums. Ob dabei auch langlebige superschwere Kerne wie ein stabiles Element 115 entstehen können, ist offen; gefunden wurde bisher keiner. Darstellung, kein Teleskopbild.

Damit steht die Supernova-Herkunft da, wo sie hingehört: als Möglichkeit, die die Physik nicht ausschließt und für die es keinen einzigen Fund gibt. Das ist mehr, als die meisten Kritiker zugestehen, und weniger, als die meisten Anhänger behaupten.

Area 51 ist belegt, S-4 ist eine Aussage

Eine Sache hat sich seit 1989 tatsächlich geändert, und sie wird oft mit der anderen verwechselt. Am 15. August 2013 veröffentlichte das National Security Archive der George Washington University eine weniger geschwärzte Fassung der internen CIA-Geschichte des U-2-Programms von 1954 bis 1974. Darin wird das Gelände am Groom Lake, bekannt als Area 51, erstmals offiziell benannt und beschrieben, samt Karte. Seitdem ist Area 51 keine Behauptung mehr, sondern ein Ort in einer Akte: ein Testgelände für Spionageflugzeuge.

Von einer Anlage namens S-4 steht in diesen Dokumenten nichts, und von Scheiben auch nicht. Das heißt nicht, dass es S-4 nicht gibt; die Akte endet 1974, und das Gelände ist weiterhin militärisches Sperrgebiet. Es heißt nur, dass die Existenz von Area 51 nichts über Lazars Arbeitsplatz aussagt. Wer die beiden Dinge in einem Satz nennt — „Die Regierung hat Area 51 zugegeben, also stimmt Lazars Geschichte" —, schließt von einem belegten Ort auf eine unbelegte Aussage.

Genau dieselbe Verwechslung passiert bei Element 115, und das ist vielleicht die eigentliche Pointe dieser Geschichte. „Element 115 existiert" wird im Netz gelesen als „Lazar hatte recht". Die Messungen sagen etwas anderes: Das Element existiert, aber nicht so, wie er es beschrieben hat. Es ist herstellbar, wo er sagte, es sei unmöglich, und es ist instabil in allen Varianten, die man kennt, wo er sagte, es sei stabil. Was bleibt, ist ein schmaler Streifen Möglichkeit: ein Isotop mit neun Neutronen mehr, das niemand herstellen kann und niemand gefunden hat.

Behauptung Quelle Stand
Es gibt ein Element mit der Ordnungszahl 115. Oganessian u. a. 2004; Rudolph u. a. 2013; IUPAC 2016 BELEGT seit 2003, bestätigt 2013, benannt 2016
Element 115 lässt sich nicht herstellen. Lazar, KLAS, 9. Dezember 1989 Durch Messung widerlegt für einzelne Atome — in wägbaren Mengen praktisch unerreichbar
Element 115 ist stabil. Lazar 1989 und 2005 NICHT_BELEGT — alle fünf bekannten Isotope zerfallen in unter einer Sekunde; Moscovium-299 wurde nie erzeugt
Um die Neutronenzahl 184 könnte es langlebige superschwere Kerne geben. Myers, Świątecki; Viola, Seaborg (1966); Oganessian, Rykaczewski (2015) Theorie, gestützt durch einen Trend in den Daten — nicht erreicht
Element 115 erzeugt eine Gravitations­welle, die ein Fluggerät antreibt. Lazar, KLAS und Radio, Dezember 1989 NICHT_BELEGT — kein Experiment, keine Theorie, die es stützt
In Nevada lagerten 500 Pfund Element 115. Lazar, Billy Goodman, 20. Dezember 1989 NICHT_BELEGT — weltweit wurden bisher Atome gezählt, keine Gramm
Area 51 existiert als Testgelände am Groom Lake. CIA-Geschichte des U-2-Programms, freigegeben 2013 BELEGT — S-4 wird darin nicht erwähnt
Was Bob Lazar über Element 115 gesagt hat und was davon messbar geworden ist. Stand September 2026. „Durch Messung widerlegt" steht nur dort, wo ein Experiment die Aussage direkt geprüft hat.

Warum die Geschichte 2026 wieder da ist

Man könnte meinen, nach der Benennung von Moscovium sei das Thema erledigt gewesen. Das Gegenteil ist passiert. 2019 kam der Dokumentarfilm „Bob Lazar: Area 51 & Flying Saucers" von Jeremy Corbell, im Jahr 2026 folgte „S4: The Bob Lazar Story" von Luigi Vendittelli. Im Frühjahr 2026 verbrachte Jesse Michels, der mit seinem Kanal American Alchemy die langen Gespräche mit den umstrittensten Figuren der UFO-Debatte führt, ein ganzes Wochenende mit Lazar; das Gespräch dauert über drei Stunden. In den deutschen Suchvorschlägen stehen „bob lazar doku 2026" und „element 115 bob lazar" nebeneinander.

Warum hält sich gerade diese Geschichte? Vielleicht, weil sie einen Punkt hat, an dem sie die Welt berührt. Die meisten UFO-Erzählungen bleiben in sich geschlossen: Zeugen, Lichter, Akten, die man glauben kann oder nicht. Lazars Erzählung hat einen Ausgang in die Wirklichkeit, eine Zahl im Periodensystem. Und diese Tür ist seit 2003 nicht zugefallen, sondern einen Spalt weit offen geblieben — weil „das Element existiert" wie ein Treffer aussieht, wenn man nicht weiterliest.

Sehenswert: Jesse Michels (American Alchemy) im Gespräch mit Bob Lazar über Element 115, aus dem Jahr 2026. Das ist Lazars eigene Darstellung, erzählt in dem ernsthaften, langen Stil, für den der Kanal steht — die Messlage dazu steht oben.

Was belegt ist — und was nicht

BELEGT: Element 115 existiert. Es wurde im Sommer 2003 in Dubna in einem russisch-amerikanischen Experiment zum ersten Mal erzeugt, 2013 am GSI in Darmstadt bestätigt und 2016 Moscovium genannt. Bekannt sind fünf Isotope mit Halbwertszeiten zwischen etwa 20 Millisekunden und 0,65 Sekunden.

BELEGT: Bob Lazar hat Element 115 im Dezember 1989 öffentlich als stabilen Treibstoff außerirdischer Fluggeräte beschrieben und gesagt, man könne es nicht herstellen. Das sind dokumentierte Aussagen einer Person in Fernsehen und Radio, nicht deren Inhalt.

BELEGT: Die Theorie sagt seit 1966 eine Insel der Stabilität voraus; die Lebensdauer superschwerer Kerne steigt mit der Neutronenzahl. Die Stelle, an der die längsten Lebensdauern erwartet werden, ist experimentell nicht erreicht.

NICHT_BELEGT: Dass es ein stabiles Element 115 gibt. Kein Labor hat es erzeugt, keine Suche in Erzen, Thermalwässern oder kosmischer Strahlung hat es gefunden.

NICHT_BELEGT: Dass Element 115 eine Gravitationswelle erzeugt, als Antrieb dient oder in Nevada in Pfund-Mengen lagerte. Weltweit wurden bisher einzelne Atome gezählt.

NICHT_BELEGT: Dass Lazar in einer Anlage S-4 an Flugscheiben gearbeitet hat. Area 51 ist durch freigegebene CIA-Akten belegt, S-4 und die Scheiben sind seine Aussage.

Die offene Frage

Am Ende steht ein Satz von 1989, und er ist heute zur Hälfte beantwortet. Element 115 herzustellen ist nicht unmöglich; in Dubna und Darmstadt wurden seit 2003 Atome gezählt, eines nach dem anderen, zuletzt vier in zwei Monaten. Stabil ist keines von ihnen. Aber die Frage, ob es irgendwo im Universum ein langlebiges Element 115 gibt, mit neun Neutronen mehr als alles, was je ein Detektor gesehen hat, ist nicht erledigt. Sie ist nur dorthin gewandert, wo sie hingehört: an den Rand dessen, was die Kernphysik erreichen kann. Wir erfinden hier keine Antwort. Wir zeigen dir, wo das Rätsel wirklich anfängt — nicht in einem Hangar in Nevada, zu dem niemand Zutritt hat, sondern in einer Lücke von neun Neutronen, an der Forscherinnen und Forscher in Darmstadt, Dubna und Berkeley jeden Tag arbeiten. Ob sie dort eines Tages etwas finden, das Bob Lazar 1989 beschrieben hat, weiß heute niemand. Auch er nicht.

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Das einzige Tal der Welt, in dem ein UFO-Phänomen seit 1998 eine eigene Messstation hat — und vierzig Jahre Daten ohne Schlussstrich: Hessdalen-Lichter — was 40 Jahre Daten wirklich sagen.

Und ein Geheimprogramm, dessen Akten wirklich freigegeben wurden: Remote Viewing und Projekt Stargate — 23 Jahre Hellsehen im Auftrag der CIA.

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Häufige Fragen

Was ist Element 115?

Element 115 heißt seit 2016 Moscovium, Symbol Mc. Es ist ein künstlich erzeugtes, superschweres Element, das 2003 in Dubna von einem russisch-amerikanischen Team zum ersten Mal hergestellt wurde, indem man Americium mit Calcium-Kernen beschoss. 2013 wurde es am GSI in Darmstadt bestätigt. Bekannt sind fünf Isotope, das langlebigste zerfällt mit einer Halbwertszeit von etwa 0,65 Sekunden.

Was hat Bob Lazar über Element 115 gesagt?

Bob Lazar sagte 1989 in Sendungen des Las Vegaser Senders KLAS und im Radio, er habe in einer geheimen Anlage namens S-4 in Nevada am Antrieb außerirdischer Flugscheiben gearbeitet. Deren Treibstoff sei ein stabiles Element 115, das eine Gravitationswelle erzeuge; es lasse sich auf der Erde nicht herstellen, und auf dem Testgelände lagerten 500 Pfund davon. 2005 sagte er, die Forschung werde irgendwann ein stabiles Isotop finden. Das sind seine Aussagen, keine belegten Tatsachen.

Hatte Bob Lazar mit Element 115 recht?

Zum Teil nicht, zum Teil ist es offen. Das Element existiert, aber es lässt sich — entgegen seiner Aussage — herstellen, Atom für Atom, und alle bekannten Isotope sind instabil. Ein langlebiges Isotop bei 184 Neutronen, Moscovium-299, ist theoretisch denkbar, wurde aber nie erzeugt und nie gefunden. Für einen Antrieb durch Gravitationswellen gibt es keinerlei Beleg.

Was ist die Insel der Stabilität?

Eine seit 1966 vorhergesagte Region superschwerer Atomkerne, die dank „magischer" Protonen- und Neutronenzahlen deutlich länger leben sollten als ihre Nachbarn. Die nächste magische Neutronenzahl vermutet man bei 184. Die Messungen seit 2003 zeigen, dass die Lebensdauer mit steigender Neutronenzahl tatsächlich wächst; manche Modelle sagen für einzelne Kerne Halbwertszeiten bis zu einer Million Jahren voraus. Erreicht wurde die Insel bisher nicht.

Welche Rolle spielt Darmstadt bei Element 115?

Am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt bestätigte ein Team unter Leitung der Universität Lund Element 115 im Jahr 2013 mit 30 Zerfallsketten. 2024 gelang dort gemeinsam mit der Universität Mainz die erste chemische Untersuchung: Moscovium ist reaktiver als Flerovium, aber weniger reaktiv als Bismut. Dafür wurden in zwei Monaten Strahlzeit rund um die Uhr vier Moscovium-Atome registriert.

Gibt es Element 115 in der Natur?

Bisher nicht nachgewiesen. Forscher haben in Thermalwässern, seltenen Erzen und der kosmischen Strahlung nach superschweren Elementen gesucht und nichts gefunden; alle bekannten Elemente jenseits von Uran wurden zuerst künstlich hergestellt. Ob Sternexplosionen oder verschmelzende Neutronensterne langlebige superschwere Kerne erzeugen können, ist eine offene Forschungsfrage.

Quellen & Weiterlesen

Hinweis: Alle Personen in diesem Artikel werden mit dem zitiert, was sie selbst gesagt oder veröffentlicht haben; Übersetzungen aus dem Englischen stammen von der Redaktion. Die Mengenrechnung im Kapitel über Darmstadt ist eine Überschlagsrechnung der Redaktion. Titelbild und Supernova-Darstellung sind generierte Illustrationen, keine Fotos.

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