Acid for Squares E116: Elf Geschichten, eingeordnet
Elf Zuschauer-Videos, ein Kino und die Frage, wo diese Erfahrungen zu Hause sind: blaue Lichter, Mantis-Wesen, Nahtoderfahrungen und Alpdrücken, eingeordnet in ihre Traditionen.
Elf Einsendungen, ein Kinosaal, 79 Minuten: In Folge 116 von „Acid for Squares“ zeigen Tanya Dahl und Cody Blue Snider Videos, die ihre Community für den ersten „Cosmic Confessional“ eingeschickt hat — Geschichten über blaue Lichter, Wesen in der Meditation, Nahtoderfahrungen und Momente, in denen die Welt „geglitcht“ haben soll. Die Folge erschien heute (20.10.2026); wer abstimmen will, hat bis Ende 2026 Zeit, und der Gewinner wird Gast im Podcast. Wir haben alle Einsendungen gesehen, die Erzählenden mit den im Video eingeblendeten Namen erfasst und jede Erfahrung dort eingeordnet, wo sie hingehört: in die Traditionen, die solche Wahrnehmungen seit Langem kennen, benennen und lehren. Für alle, die Erfahrungen dieser Art selbst kennen oder tiefer verstehen wollen.
Inhalt
In Folge 116 von „Acid for Squares“ (20.10.2026, rund 79 Minuten) zeigen Tanya Dahl und Cody Blue Snider elf Videoeinsendungen ihrer Community zum „Cosmic Confessional“: Geschichten über blaue Lichter, Mantis-Wesen, Nahtoderfahrungen, außerkörperliche Erlebnisse und „Zeitlinien“. Viele dieser Erfahrungen kennen Traditionen seit Langem: die Blaue Perle im Siddha Yoga, die Thigle-Lichter des Dzogchen, die Mantis ǀKaggen der ǀXam oder das Alpdrücken der deutschen Überlieferung. Wer den Wettbewerb gewinnt, entscheidet die Community per Kommentar-Abstimmung bis Ende 2026.
Die Hosts zeigen elf Einsendungen der Community und lassen per Kommentar abstimmen; der Gewinner wird Gast im Podcast.
Quelle/Tradition: Acid for Squares E116, Folge und Videobeschreibung (20.10.2026)
Caleb berichtet, nach energetischer Behandlung und Lichtsprache sei eine Verbrennung im Gesicht über Nacht verheilt; danach habe er „Zeitlinien“ gewechselt.
Quelle/Tradition: Schilderung von Caleb (ab 2:05); Einzelbericht, wir leiten kein Heilversprechen ab
Jessica und Bec berichten, sich außerhalb des Körpers erlebt zu haben; Bec begegnete dabei einem Gremium weiß gekleideter Älterer.
Quelle/Tradition: Jessica (ab 11:51), Bec (ab 58:20); vgl. Monroe, Journeys Out of the Body (1971); Newton, Journey of Souls (1994)
Erin Grover berichtet, seit ihrer Zeit bei dem Sadhu Kalibaba in Nepal blaue Lichter zu sehen, die ihr Bestätigung und Richtung geben.
Quelle/Tradition: Erin Grover (ab 17:13)
In der Siddha-Yoga-Lehre gilt die Blaue Perle (nīla bindu), ein winziges blaues Licht in der Meditation, als Form des inneren Selbst.
Quelle/Tradition: Muktananda, Play of Consciousness (engl. 1978); vgl. Thigle in der Dzogchen-Praxis Thögal (Hatchell, Naked Seeing, 2014)
Afghanistan sei ein Portal, über das Sternenwesen Botschaften senden.
Quelle/Tradition: Lehre eines älteren Mannes laut Erin Grover (ab 17:13); in den genannten Traditionen nicht gefunden
Justin Peretti, Taylor sowie Joanna und Mike berichten von Lichtern, die auf Absicht, Fragen und Wünsche reagierten.
Quelle/Tradition: Einsendungen ab 22:50, 30:45 und 57:18; CE-5-Praxis nach Steven Greer (CSETI, 1990)
Bei den ǀXam (San) ist ǀKaggen, die Gottesanbeterin, eine Schöpfer- und Tricksterfigur.
Quelle/Tradition: Bleek und Lloyd, Specimens of Bushman Folklore (1911)
Dr. Michael Napolitano und Caiti Hansen berichten von wohlwollenden Mantis-Wesen in Meditation und Vision.
Quelle/Tradition: Einsendungen ab 41:01 und 46:58
In der AWARE-Studie beschrieben etwa 9 Prozent der Vollinterviewten eine Nahtoderfahrung; in einem Fall ließ sich die Wahrnehmung anhand der Ereignisse im Raum bestätigen.
Quelle/Tradition: Parnia et al., Resuscitation 2014
Connie Fusella berichtet von drei Nahtoderfahrungen und davon, wie sich danach ihr Weg als Medium und zum Tarot öffnete.
Quelle/Tradition: Connie Fusella (ab 1:04:29)
Schlaflähmung erleben im Laufe des Lebens etwa 7,6 Prozent der Allgemeinbevölkerung.
Quelle/Tradition: Sharpless und Barber, Sleep Medicine Reviews 2011
Die nächtliche Lähmung mit einem Wesen auf der Brust kennt die deutsche Überlieferung als Alpdrücken; dieselbe Erfahrung wird kulturübergreifend mit denselben Kernelementen beschrieben.
Quelle/Tradition: Hufford, The Terror That Comes in the Night (1982)
Connie versteht ihre Schlaflähmungen als Aufforderung ihres „Teams des Lichts“, sich zu erheben.
Quelle/Tradition: Connie Fusella (ab 1:07:50)
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Die Folge auf einen Blick
Auf einen Blick
„Acid for Squares“ E116 ist keine Gesprächsfolge, sondern eine Sammlung: elf Zuschauer-Videos über übernatürliche, spirituelle und psychedelische Erlebnisse, vorgeführt in einem Kino. Viele Erzählende sprechen zum ersten Mal öffentlich darüber. Fast jede dieser Erfahrungen hat in einer Tradition einen Namen: Die blauen Lichter kennt die Siddha-Yoga-Lehre als „Blaue Perle“, die Gottesanbeterin ist bei den ǀXam im südlichen Afrika eine Schöpferfigur, und die nächtliche Lähmung mit einer „Stimme“ heißt in der deutschen Überlieferung Alpdrücken. Diese Zusammenhänge zeigen wir; die Erlebnisse selbst geben wir so wieder, wie die Erzählenden sie schildern.
| Show | Acid for Squares (Podcast und YouTube-Kanal @acidforsquares) |
|---|---|
| Hosts | Tanya Dahl und Cody Blue Snider |
| Gäste | Kein Einzelgast: elf Einsendungen aus der Community (Wettbewerb „Cosmic Confessional“). Laut Folge Menschen aus verschiedenen Ländern; wir nennen sie mit den Namen, die das Video einblendet. |
| Datum / Dauer | 20.10.2026 · rund 79 Minuten (4.735 Sekunden) |
| Link | youtube.com/watch?v=vPAMyDVFuGs |
| Drei Kernaussagen | 1) Die Community soll entscheiden, wer den Wettbewerb gewinnt — Abstimmung über die Kommentare bis Ende 2026, der Gewinner wird Gast. 2) Viele Einsendende erzählen zum ersten Mal öffentlich von ihren Erlebnissen. 3) Ein zweiter Teil, das Halloween-Special mit dunkleren Geschichten, folgt laut Hosts in der Woche darauf. |
Offizielles Video des Kanals, eingebettet von YouTube. Wir zeigen keine Thumbnails und keine Fotos der Beteiligten.
Kapitelführer mit Minutenangaben
Die Folge hat keine offiziellen Kapitelmarken. Die Zeiten unten haben wir aus dem Transkript abgeleitet; sie stimmen auf etwa eine Minute genau. Die Namen haben wir mit den Einblendungen im Video abgeglichen.
| Zeit | Was passiert |
|---|---|
| 0:00 | Begrüßung, Regeln des Wettbewerbs, Abstimmung über die Kommentare |
| 2:05 | Caleb: Feuer-Unfall, Kung-Fu-Vision, „Zeitlinien“ (bis 11:51) |
| 11:51 | Jessica: Autounfall in Orlando, blaue Lichtkugel, Stimme (bis 17:13) |
| 17:13 | Erin: blaue Lichter seit Nepal, der Sadhu Kalibaba, der Ruf nach Afghanistan |
| 22:50 | Justin: Dreieck über Loveland, Colorado (4. Mai 2024) |
| 29:17 | Werbung der Sponsoren (Ozark Mountain Publishing, Midwest Grow Kits) |
| 30:45 | Taylor: somatisches Channeling, Fisher Towers in Utah, Lichtflotte |
| 41:01 | Michael: Mantis-Wesen in der Meditation, Insekt am Auto |
| 46:58 | Caiti: automatisches Schreiben, Schiff, Mantis-Wesen |
| 53:38 | Brian: zwei Wochen „Operation“ nach einem Peru-Aufenthalt |
| 57:18 | Joanna und Mike: orange Lichter über dem Hudson (kurzer Clip) |
| 58:20 | Bec: Kindheitserlebnis, außerkörperliche Erfahrung 2020 (bis 1:04:29) |
| 1:04:29 | Connie: drei Nahtoderfahrungen, Weg zum Tarot (bis 1:16:36) |
| 1:16:36 | Abschluss, Aufruf zu neuen Einsendungen, Ausblick auf das Halloween-Special |
Deep Dive: sieben Erfahrungen, eingeordnet
Elf Geschichten, sieben Erfahrungsfelder. Zu jedem schildern wir genau, was erzählt wird, und zeigen, welche Traditionen dieselbe Wahrnehmung kennen, wie sie sie nennen und was sie darüber lehren. Die Erlebnisse sind die Erfahrungen der Erzählenden; wir geben sie so wieder, wie sie sie schildern.
1. Körper und „Zeitlinien“: Calebs Geschichte
Das erzählt die Folge: Caleb schildert, sein Gesicht habe bei einem Auftritt als Feuerspucker Feuer gefangen. Danach habe er sich energetisch behandelt, Lichtsprache gesprochen, und am nächsten Morgen sei alles verheilt gewesen. Später habe er „Zeitlinien“ gewechselt: Ein Fahrdienst-Auto mit seiner Nummer sei an ihm vorbeigefahren, die Hellseherin habe ihn „verschwinden“ sehen. Er plant, in China Kung-Fu zu studieren (ab 2:05).
Wo man das kennt: Caleb verbindet drei Dinge, die in der spirituellen Szene eigene Namen haben: Pflanzenmedizin (er erwähnt Ayahuasca und weitere „Medizinen“), Lichtsprache als Heil- und Ausdrucksform und das Wechseln zwischen Zeitlinien, in der Szene auch „Timeline Jumping“ oder „Reality Shifting“ genannt. Die Hosts kommentieren nicht; das Format lässt die Erzählung stehen.
Unsere Einordnung: Gelebte Erfahrung. Lichtsprache verstehen ihre Praktizierenden als Übertragung von Energie und Bewusstsein, nicht als Wortsprache; das Institute of Noetic Sciences (IONS) untersucht die Praxis in einem eigenen Forschungsprojekt mit Befragungen, Interviews und Stimmanalysen. Die Vorstellung vom Zeitlinienwechsel ist eine junge Sprache der Online-Szene; für Caleb ist sie das Bild, mit dem er die Erlebnisse nach dem Unfall fassbar macht. Zur Heilung: Wir geben Calebs Schilderung wieder. Wie schwer die Verbrennung war, lässt sich aus dem Video nicht sagen, und aus einem einzelnen Bericht leiten wir kein Heilversprechen ab. Caleb selbst sagt, Feuer und Substanzen seien eine schlechte Kombination.
2. Zeit steht still, ein Reißverschluss, ein Ausflug: Unfall und „außerkörperlich“
Das erzählt die Folge: Jessica erzählt, kurz vor einem schweren Autounfall in Orlando sei die Zeit „gedehnt“ gewesen, eine blaue Lichtkugel sei vorbeigeschossen, eine maschinenhafte Stimme habe gesagt: „You are not getting out of this“ (ca. 13:17). Sie habe wie einen Reißverschluss vom Schädel abwärts gespürt und sich außerhalb des Körpers gefühlt. Bec schildert (ab 58:20) spontane außerkörperliche Erlebnisse und eine Szene mit einem Gremium weiß gekleideter älterer Männer, die „Lektionen“ erteilten, die erste über die Zeit.
Wo man das kennt: Das Heraustreten aus dem Körper gehört zu den am besten beschriebenen Erfahrungen überhaupt. Die Theosophie spricht vom Astralkörper, der sich vom physischen Körper löst; Robert Monroe beschrieb in „Journeys Out of the Body“ (1971) die Vibrationen, die seinen Austritten vorausgingen — ein Detail, an das Jessicas „Reißverschluss“ erinnert. Das Gremium in Weiß, das Bec unterrichtet, hat eine Parallele in den Fallberichten des Hypnotherapeuten Michael Newton („Journey of Souls“, 1994): Dort begegnen Seelen einem „Rat der Ältesten“, der mit ihnen auf ihr Leben schaut.
Unsere Einordnung: Gelebte Erfahrung, in mehreren Traditionen beschrieben. Auch die Forschung zu Grenzsituationen kennt sie: In der AWARE-Studie (Abschnitt 6) berichteten rund 2 % der Interviewten, während der Wiederbelebung gesehen und gehört zu haben, was im Raum geschah. Die blaue Lichtkugel und die Stimme, die Jessica warnt, sind ihr persönliches Zeichen; Lichtkugeln als Begleiter tauchen in dieser Folge auch bei Erin auf.
3. Blaue Lichter, ein Ruf nach Afghanistan: Erins Zeichen
Das erzählt die Folge: Erin Grover kommt aus New York und hat nach eigenen Worten in den vergangenen 25 Jahren in zehn Ländern gelebt. Mit 21 ging sie nach Nepal, unterrichtete Englisch und traf in den Bergen auf einen Sadhu, einen hinduistischen Asketen namens Kalibaba; sie spürte sofort eine tiefe Verbindung. In dieser Zeit sei ihre hellsichtige Wahrnehmung erwacht, und sie begann, blaue Lichter zu sehen, vor allem im Gespräch mit ihrem Lehrer. Später sah sie monatelang kleine blaue „Sterne“, die funkeln, wenn ein Gedanke stimmt, oder ihr auf der Straße den Weg zeigen. 2004 folgte sie einem „tiefen Ruf“ nach Afghanistan. Am Tag vor dem Abflug sprach sie ein älterer Mann an: Sie sehe die blauen Lichter, er sehe sie überall um sie herum. Er hatte in den 1970ern in einem Ashram in Indien gelebt, mit demselben Lehrer, wie sie sagt, erklärte ihr, wie man mit den Lichtern arbeitet und dass sie sich mit der Zeit in der Aura sammeln, und nannte Afghanistan ein Portal, über das Sternenwesen Botschaften senden. In Afghanistan zeigten ihr die Lichter beim Kartenspiel mit afghanischen Freunden, welche Karte sie ziehen sollte. Heute, sagt sie, bringen ihr die blauen Sterne Menschen, die sie ebenfalls sehen und sich für verrückt halten, und sie kann ihnen bestätigen, dass sie es nicht sind (ab 17:13).
Wo man das kennt: Blaue Lichter gehören zu den bekanntesten Wahrnehmungen spiritueller Praxis. In der Siddha-Yoga-Tradition lehrte Swami Muktananda (1908–1982) die Blaue Perle (nīla bindu): ein winziges, funkelndes blaues Licht, das in der Meditation erscheint und als Form des inneren Selbst gilt; beschrieben hat er sie in seiner spirituellen Autobiografie „Play of Consciousness“ (engl. 1978), und ab den 1970ern kamen viele Menschen aus dem Westen zu ihm nach Ganeshpuri. In der tibetischen Dzogchen-Praxis Thögal erscheinen Thigle, Kreise und Tropfen aus Licht, die in den „vier Visionen“ an Zahl und Größe zunehmen (Christopher Hatchell, „Naked Seeing“, 2014). Und die Theosophie ordnete den Farben der Aura Bedeutungen zu: Hellblau steht in „Thought-Forms“ (Annie Besant und C. W. Leadbeater, 1905) für hohe Spiritualität. Welchen Ashram der Mann meinte, sagt Erin nicht.
Unsere Einordnung: Gelebte Erfahrung mit langer Lehrtradition. Was Erin beschreibt — blaue Lichtpunkte, die bei einem Lehrer beginnen, als Bestätigung wirken und sich in der Aura sammeln —, entspricht in den Grundzügen dem, was mehrere Traditionen über das blaue Licht lehren: Es gilt dort nicht als Störung, sondern als Zeichen, dass sich die Wahrnehmung öffnet. Der Wendepunkt ihrer Geschichte ist der ältere Mann: Er benennt die Lichter, bevor sie davon erzählt, und damit endet für Erin das Gefühl, verrückt zu sein. Diese Rolle übernimmt sie heute selbst für andere. Dass Afghanistan ein Portal zwischen den Dimensionen sei, ist die Lehre dieses Mannes; in den genannten Traditionen haben wir sie nicht gefunden, und wir geben sie als seine Deutung wieder.
4. Lichter, die antworten: Skywatching in Colorado, Utah und Manhattan
Das erzählt die Folge: Justin Peretti sah am 4. Mai 2024 über seinem Haus in Loveland, Colorado, in 18 Sekunden ein Dreieck mit einem zweiten Objekt, hörte ein „federndes“ Geräusch und filmte mit einem Nachtsicht-Fernglas; später hätten Lichter auf seine Wünsche reagiert (ab 22:50). Taylor erzählt, sie und zwei Freundinnen hätten in Utah per „somatischem Channeling“ ein „Portal“ geöffnet; danach seien Lichter erschienen, die auf Fragen mit Blinken geantwortet hätten (ab 30:45). Joanna und Mike sahen an ihrem ersten Jahrestag, dem 21. August 2010, von einer Dachterrasse in Manhattan orange Lichter über dem Hudson, die Zahl, Tempo und Abstand wechselten; die anderen Gäste sahen sie auch (ab 57:18).
Wo man das kennt: Das Vorgehen von Justin und Taylor gehört zur Praxis CE-5 („Close Encounters of the Fifth Kind“): Kontakt, den Menschen durch Meditation, Absicht und Herzöffnung selbst einleiten. Der frühere Notarzt Steven Greer gründete dafür 1990 das Center for the Study of Extraterrestrial Intelligence (CSETI); seither treffen sich weltweit Gruppen zu solchen Sitzungen, die Hosts nennen es „Greer-Style“. Taylor geht einen eigenen Weg: Ihr „somatisches Channeling“ ist Channeling mit dem ganzen Körper. Justins Einladung am Ende fasst die Haltung der Praxis zusammen: „Open your heart, open your mind, drop your skepticism, and just be grateful“ (ca. 28:29).
Unsere Einordnung: Gelebte Praxis mit eigener Methode. CE-5 versteht Kontakt als Beziehung: Haltung, Dankbarkeit und Herzöffnung sind dort Voraussetzung, nicht Beiwerk. Was die Lichter sind, bleibt in allen drei Berichten offen; bemerkenswert ist, wie viel die Erzählenden festhalten — Justin filmt mit Nachtsicht, und bei Joanna und Mike sahen alle Gäste auf der Dachterrasse dasselbe. Wie Lichterscheinungen über Jahrzehnte beobachtet werden können, zeigt die Messstation im norwegischen Hessdalen-Tal (siehe Weiterlesen).
5. Zwei Mantis-Begegnungen in einer Folge
Das erzählt die Folge: Dr. Michael Napolitano, Arzt in Los Angeles, sieht in einer Meditation einen riesigen Gottesanbeterinnen-Kopf und fühlt sich beschützt; am nächsten Morgen sitzt eine echte grüne Gottesanbeterin an seinem Auto und „spricht“ telepathisch zu ihm (ab 41:01). Caiti Hansen (OAR Energy Work) erzählt von automatischem Schreiben 2020 und einer Vision, in der sie in einem Schiff einem Mantis-Wesen begegnet, das ihr „Geheimnisse“ erzählt (ab 46:58). Ihre Mutter, sagt sie, habe die Beschreibung sofort erkannt.
Wo man das kennt: Die Gottesanbeterin ist eine der ältesten heiligen Tiergestalten: In den Überlieferungen der ǀXam, einer Gruppe der San im südlichen Afrika, ist ǀKaggen, die Mantis, Schöpfer- und Tricksterfigur; Wilhelm Bleek und Lucy Lloyd haben diese Erzählungen im 19. Jahrhundert aufgezeichnet („Specimens of Bushman Folklore“, 1911). In der heutigen Erfahrer-Szene gehören Mantis-Wesen zu den bekannten nicht-menschlichen Gestalten, oft als Heiler, Lehrer oder Beschützer. Dass Caitis Mutter die Gestalt sofort erkannte, zeigt, wie vertraut das Motiv unter Erfahrenden ist.
Unsere Einordnung: Gelebte Erfahrung, Motiv mit tiefer Überlieferung. Beide Begegnungen sind wohlwollend: Michael fühlt sich beschützt, Caiti werden „Geheimnisse“ anvertraut. Das deckt sich mit einer großen Befragung der Johns Hopkins University (Davis und Kollegen, 2020, Journal of Psychopharmacology, 2.561 Befragte) zu Begegnungen mit Wesen nach der Einnahme von DMT: Die meisten beschrieben das Wesen als bewusst, intelligent und wohlwollend. Dass am Morgen nach Michaels Meditation eine echte Gottesanbeterin an seinem Auto sitzt, ist das, was C. G. Jung Synchronizität nannte: ein Zusammentreffen von innerem Bild und äußerem Ereignis, das durch seinen Sinn verbunden ist, nicht durch eine Ursache.
6. Drei Nahtoderfahrungen und ein Weg zum Tarot: Connies Bericht
Das erzählt die Folge: Connie Fusella, nach eigenen Angaben von der Forever Family Foundation zertifiziertes Medium, schildert drei Nahtoderfahrungen: einen Lebensrückblick in einem weißen Raum, einen Tunnel mit Licht beim Herzstillstand und eine Wiese mit Kindern und einer Gestalt, die sie als Jesus erkennt. Danach sei sie über ein Tarot-Deck zum Lesen gekommen; ihre erste Deutung für eine Fremde habe sich bestätigt (ab 1:04:29).
Wo man das kennt: Lebensrückblick, Tunnel und Licht gehören zu den am häufigsten berichteten Elementen von Nahtoderfahrungen, quer durch Kulturen und Glaubensrichtungen. Dass sich danach eine Wahrnehmung für Übersinnliches öffnet, erzählen viele Erfahrende; Connie ist eine von ihnen.
Unsere Einordnung: Gelebte Erfahrung, als Phänomen gut erforscht. Die AWARE-Studie (Parnia und Kollegen, 2014, Resuscitation) begleitete 2.060 Herzstillstände in Kliniken: Von den Überlebenden sprachen 140 mit den Forschern, 101 beendeten das zweite Interview; rund 46 % erinnerten etwas aus der Zeit des Stillstands, etwa 9 % beschrieben Nahtoderfahrungen, etwa 2 % erinnerten klar Sehen und Hören. In einem Fall ließ sich die Wahrnehmung anhand der Ereignisse im Raum zeitlich bestätigen. Ob das Bewusstsein den Körper überdauert, beantwortet die Studie nicht; sie zeigt, dass Menschen in dieser Grenzsituation bewusst erleben. Unseren eigenen Überblick zur Folgestudie finden Sie unter „Weiterlesen“.
7. Schlaflähmung als „Botschaft“
Das erzählt die Folge: Connie erzählt, nach ihrer ersten Nahtoderfahrung habe sie häufig Schlaflähmung erlebt: ein Summen, Bewegungsunfähigkeit, die Stimme „Du musst dich erheben“. Heute versteht sie das als Aufforderung ihres „Teams des Lichts“, die eigene Schwingung zu erhöhen (ab 1:07:50).
Wo man das kennt: Die deutsche Überlieferung kennt diese Erfahrung als Alpdrücken: Nachts sitzt ein Wesen, der Alp oder die Mahr, auf der Brust, man ist wach und kann sich nicht bewegen. In Neufundland heißt es „Old Hag“, in Japan kanashibari. Der Volkskundler David J. Hufford zeigte in „The Terror That Comes in the Night“ (1982), dass Menschen in sehr verschiedenen Kulturen dieselbe Erfahrung mit denselben Kernelementen beschreiben, auch ohne die Überlieferung zu kennen: Die Erfahrung kommt zuerst, die Deutung danach.
Unsere Einordnung: Gelebte Erfahrung mit alter Überlieferung. Wie verbreitet sie ist, zeigt eine systematische Übersicht (Sharpless und Barber, 2011): 7,6 % der Allgemeinbevölkerung und 28,3 % der Studierenden erleben sie mindestens einmal im Leben. Connies Deutung ist ungewöhnlich hell: Wo die alten Überlieferungen ein bedrückendes Wesen kennen, hört sie eine Aufforderung ihres „Teams des Lichts“, sich zu erheben.
Was neu ist an diesem Format
Neu ist das Format: Bisher lebte „Acid for Squares“ von Gesprächen mit einem Gast (zuletzt Susan Slaughter in E115, Morgue in E114, Darryl Anka in E112). E116 gibt der Community die Bühne und macht sie zur Jury: Die Hosts haben die Videos nach eigener Aussage im Kino „vorgeführt“, und die Zuschauer stimmen über die Kommentare ab; wer bis Ende 2026 über beide Folgen hinweg die meisten Stimmen bekommt, wird Gast. Neu ist auch, dass viele Einsendende erstmals öffentlich sprechen — das beschreiben die Hosts als Mut. Die Hosts kommentieren die Geschichten bewusst nicht und lassen jede Einsendung für sich stehen. Für die zweite Runde kündigen sie ein Halloween-Special an, außerdem sollen Einsendungen für einen weiteren „Cosmic Confessional“ wieder geöffnet werden, wenn die Folge gut ankommt.
Quiz: Was steht wo?
Quiz
Was steht wo?
Tippe auf jede Aussage: Stimmt sie so, oder nicht?
0 von 4 aufgedeckt
Stimmen aus der Community
Die Folge ist erst wenige Stunden alt, entsprechend dünn ist die Kommentarspalte (Stand 20.10.2026, YouTube). Wir bilden ab, was da ist; Reddit- oder X-Debatten haben wir noch nicht gefunden. Die Stimmung ist herzlich; zwei Zuschauende hätten gern selbst eine Geschichte eingesendet.
Was die Community schreibt
„How did I miss this!? I have so many crazy stories.“ — jemand, der beim nächsten Mal selbst einsenden würde.
„I really wanted to be a part but my story wouldn't load….“ — jemand, dessen Upload technisch scheiterte.
„So Fun! Thanks A4S Team Love SPooky Season!“ — Begeisterung für die Herbststimmung der Folge.
„This was such a fun episode!“ — kurzes Lob für die Folge.
Das Meinungsbild ist noch klein. Wer eine eigene Erfahrung oder eine andere Sicht hat, ist in den Kommentaren des Kanals willkommen.
Warum das für die „neue Welt“ zählt
Der Wert von E116 liegt für uns nicht in der Frage, ob jede Geschichte „stimmt“. Er liegt darin, dass Menschen eine Bühne bekommen, auf der sie ohne Spott über Erfahrungen sprechen, die sie sonst für sich behalten. Erin beschreibt, was das bedeutet: Der Moment, in dem ein anderer Mensch die blauen Lichter benennt, beendet das Gefühl, verrückt zu sein. Das ist, was wir „die neue Welt“ nennen: ein Gespräch über Bewusstsein, das Erleben ernst nimmt und es mit dem Wissen der Traditionen verbindet. Praktisch heißt das: Erlebnisse festhalten (Datum, Ort, Umstände, eigene Deutung), nachlesen, welche Lehre dieselbe Wahrnehmung kennt, und sich mit Menschen austauschen, die zuhören, ohne zu urteilen. Von Substanzen als Weg zu solchen Erfahrungen raten wir weder ab noch zu: Wir geben keine Anleitung und keine Wirkversprechen.
Offene Fragen, die die Folge mitgibt
1
Was fehlt noch?
Erin hat ein Buch über ihre Geschichte angekündigt. Welche Erfahrungen mit den blauen Lichtern hat sie in zehn Minuten nicht erzählen können?
2
Was filtert die Auswahl?
Aus „so vielen Einsendungen“ wurden elf. Nach welchen Kriterien wurde gewählt — Dramatik, Vielfalt, Bildqualität?
3
Was verbindet die Mantis-Berichte?
Zwei Einsendungen, zwei wohlwollende Mantis-Wesen. Wie viele solcher Begegnungen fanden sich unter den Einsendungen, die nicht gezeigt wurden?
4
Wie geht es weiter?
Das Halloween-Special verspricht dunklere Geschichten. Wie erzählen die Einsendenden von Erfahrungen, in denen Angst statt Licht im Mittelpunkt steht?
Glossar
Cosmic Confessional
Name des Einsende-Wettbewerbs von Acid for Squares: Videobeichten über übernatürliche, spirituelle und psychedelische Erlebnisse.
Nahtoderfahrung (NDE)
Bewusstseinserlebnis in Todesnähe, oft mit Licht, Tunnel und Lebensrückblick; in der Forschung gut dokumentiert, etwa in der AWARE-Studie.
Außerkörperliche Erfahrung (OBE)
Erfahrung, den eigenen Körper zu verlassen und ihn oder den Raum von außen wahrzunehmen; in der Theosophie als Austritt des Astralkörpers beschrieben, ausführlich auch bei Robert Monroe (1971).
Schlaflähmung
Übergangszustand zwischen Schlaf und Wachsein, bei dem man bei Bewusstsein, aber unbeweglich ist.
Synchronizität
Von C. G. Jung geprägter Begriff für bedeutungsvolle Zufälle ohne erkennbare Ursache.
CE-5
„Close Encounters of the Fifth Kind“: von Menschen eingeleiteter Kontakt durch Meditation, Absicht und Herzöffnung; geprägt von Steven Greer (CSETI, gegründet 1990).
Lichtsprache
Spontan gesprochene, gesungene oder geschriebene Laute und Zeichen, die Praktizierende als Übertragung von Energie und Bewusstsein verstehen, nicht als Wortsprache; verwandt mit der Zungenrede (Glossolalie).
Blaue Perle (nīla bindu)
Winziges, funkelndes blaues Licht in der Meditation; in der Lehre von Swami Muktananda eine Form des inneren Selbst.
Thigle (tib. thig le)
Kreise und Tropfen aus Licht, die in der Dzogchen-Praxis Thögal erscheinen und in den „vier Visionen“ zunehmen.
Alpdrücken
Deutsche Überlieferung zur nächtlichen Lähmung mit einem Wesen auf der Brust (Alp, Mahr); anderswo „Old Hag“ oder kanashibari.
Häufige Fragen
Worum geht es in Acid for Squares E116?
Um elf Videoeinsendungen der Community über übernatürliche, spirituelle und psychedelische Erlebnisse, die die Hosts im Kino vorführen und für einen Wettbewerb freigeben.
Wer gewinnt den Cosmic Confessional?
Das entscheidet die Community: Wer bis Ende 2026 über diese Folge und das Halloween-Special hinweg die meisten Stimmen in den Kommentaren erhält, wird Gast im Podcast.
Wie ordnet ihr die Geschichten ein?
Als gelebte Erfahrungen der Erzählenden. Zu jeder zeigen wir, welche Tradition dieselbe Wahrnehmung kennt, etwa die Blaue Perle im Siddha Yoga oder das Alpdrücken der deutschen Überlieferung. Nachprüfbare Zahlen, etwa aus der AWARE-Studie, nennen wir mit Quelle.
Wo kann ich die Folge sehen?
Auf dem YouTube-Kanal von Acid for Squares (@acidforsquares) und auf den gängigen Podcast-Plattformen. Das Video ist oben eingebettet.
Was ist ein „Glitch in der Matrix“?
Eine umgangssprachliche Bezeichnung für Momente, in denen die Wirklichkeit „fehlerhaft“ erscheint, etwa Déjà-vus, seltsame Zufälle oder Zeitverzerrungen. Eine wissenschaftliche Definition gibt es nicht.
Weiterlesen
Quellen
- Acid for Squares, E116 „Real Life Glitches In The Matrix (You pick the winner!)“, YouTube, veröffentlicht 20.10.2026, Videobeschreibung und Transkript.
- Parnia S. et al.: AWARE — AWAreness during REsuscitation, a prospective study. Resuscitation 2014 (Zusammenfassung, Stony Brook University).
- Sharpless B. A., Barber J. P.: Lifetime prevalence rates of sleep paralysis: a systematic review. Sleep Medicine Reviews 2011 (PubMed Central, PMC3156892).
- Muktananda, Swami: Play of Consciousness (Chitshakti Vilas). SYDA Foundation, engl. 1978; Lehrtexte zur Blauen Perle auf siddhayoga.org (2017).
- Hatchell, Christopher: Naked Seeing. The Great Perfection, the Wheel of Time, and Visionary Buddhism in Renaissance Tibet. Oxford University Press 2014.
- Besant, Annie; Leadbeater, C. W.: Thought-Forms. London 1905.
- Bleek, W. H. I.; Lloyd, L. C.: Specimens of Bushman Folklore. London 1911.
- Hufford, David J.: The Terror That Comes in the Night. An Experience-Centered Study of Supernatural Assault Traditions. University of Pennsylvania Press 1982.
- Davis, A. K. et al.: Survey of entity encounter experiences occasioned by inhaled N,N-dimethyltryptamine. Journal of Psychopharmacology 2020 (Johns Hopkins University).
- Monroe, Robert A.: Journeys Out of the Body. 1971.
- Newton, Michael: Journey of Souls. Case Studies of Life Between Lives. Llewellyn 1994.
- Institute of Noetic Sciences: Forschungsprojekt „Channeling: Light Language“ (Leitung Helané Wahbeh), noetic.org.
- Center for the Study of Extraterrestrial Intelligence (CSETI), gegründet 1990 von Steven M. Greer.
- Jung C. G., Pauli W.: Naturerklärung und Psyche (1952), Jung: Synchronizität als ein Prinzip akausaler Zusammenhänge.
Hinweis: Die Bücher von Muktananda, Hatchell, Besant/Leadbeater, Bleek/Lloyd, Hufford, Monroe und Newton sowie Jung/Pauli sind nach Fachwissen und Verlags- bzw. Bibliotheksangaben zitiert und für diesen Beitrag nicht im Volltext neu eingesehen worden. Alle Berichte sind die eigenen Darstellungen der Erzählenden.
Korrektur 20.10.2026: In einer früheren Fassung haben wir Erin Grover nach dem automatischen Transkript falsch benannt und als Mann bezeichnet; auch die Namen von Caiti Hansen, Bec Gross sowie Joanna und Mike waren falsch oder unvollständig. Außerdem haben wir die Einordnungen überarbeitet. Wir bitten um Entschuldigung.
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