Okkultes & verborgenes Wissen

Edgar Cayce: Der „schlafende Prophet“ und was seine Readings wirklich enthalten

Ein Schuhverkäufer aus Kentucky, eine Liege, eine Stenografin: Aus diesem Aufbau entstanden über 14.000 Readings, aus denen die Esoterik bis heute schöpft. Wo Edgar Cayce Orte und Jahreszahlen nannte, lässt er sich prüfen – und dort hat keine Aussage gehalten.

Leere grüne Samtliege mit Kissen und Wolldecke, daneben ein Stuhl mit Notizbuch, Bleistift und Wasserglas, Meer im Abendlicht

Er legte sich hin, schloss die Augen – und begann zu sprechen. Neben ihm schrieb eine Sekretärin in Kurzschrift mit. So entstanden zwischen 1901 und 1944 die Readings des Edgar Cayce, mehr als 14.000 Sitzungen, die bis heute in einem Archiv in Virginia Beach liegen. Wer verstehen will, woher Begriffe wie „Akasha-Chronik“, „Seelenvertrag“ oder „Rückführung“ in der heutigen Esoterik kommen, landet früher oder später bei diesem Mann aus Kentucky. Was über ihn belegt ist, was nicht – und was seine überprüfbaren Aussagen ergeben haben.

Schnellantwort

Edgar Cayce (1877–1945) war ein amerikanischer Laien-Hellseher aus Kentucky. In einem schlafähnlichen Zustand gab er zwischen 1901 und 1944 mehr als 14.000 Readings über Krankheiten, frühere Leben, Träume und Weltgeschichte, die seine Sekretärin Gladys Davis ab 1923 mitschrieb. 1931 entstand in Virginia Beach die Association for Research and Enlightenment, die das Archiv bis heute führt. Belegt sind Leben und Überlieferung der Readings – nicht ihre übersinnliche Quelle. Seine überprüfbaren Vorhersagen zu Atlantis, der Sphinx und datierten Katastrophen sind nicht eingetreten.

Einordnung
Belegt

Edgar Cayce wurde am 18. März 1877 bei Hopkinsville (Kentucky) geboren und starb am 3. Januar 1945 in Virginia Beach.

Quelle/Tradition: Dictionary of Virginia Biography (Library of Virginia, 2006); Psi Encyclopedia (SPR)

Belegt

Die New York Times berichtete am 9. Oktober 1910 unter der Schlagzeile „Illiterate Man Becomes a Doctor When Hypnotized“ über ihn.

Quelle/Tradition: Dictionary of Virginia Biography; Wikipedia „Edgar Cayce“ (Register)

Belegt

Seine Sekretärin Gladys Davis protokollierte ab September 1923 nahezu alle Readings.

Quelle/Tradition: Dictionary of Virginia Biography; Duncan, World Religions and Spirituality Project

Belegt

Das Archiv in Virginia Beach umfasst mehr als 14.000 Readings; die A.R.E. nennt 14.306.

Quelle/Tradition: Dictionary of Virginia Biography; Psi Encyclopedia (SPR); edgarcayce.org

Belegt

Die Association for Research and Enlightenment wurde im Juli 1931 gegründet.

Quelle/Tradition: Psi Encyclopedia (SPR); Dictionary of Virginia Biography

Belegt

Die 1968 vor Bimini entdeckte Steinreihe ist natürlicher Strandfels.

Quelle/Tradition: McKusick/Shinn, Nature 1980 (Christian Science Monitor, 24.09.1980); Radiokarbondaten Calvert et al. 1979

Belegt

Der Ägyptologe Mark Lehner wurde in jungen Jahren von der Cayce-Stiftung gefördert und rückte später von deren Atlantis-Annahmen ab.

Quelle/Tradition: Smithsonian Magazine, Februar 2010; Wikipedia „Mark Lehner“ (Register)

Belegt

Die deutsche Ausgabe von „Der schlafende Prophet“ trug von 1968 bis 1995 den Untertitel „Prophezeiungen in Trance (1911–1998)“.

Quelle/Tradition: Deutsche Nationalbibliothek, Katalog

Überliefert

Als Kind sah Cayce einen Engel und konnte sich danach gedruckte Seiten ungewöhnlich gut merken.

Quelle/Tradition: Cayces eigene Erzählungen, wiedergegeben im Dictionary of Virginia Biography und bei Duncan (WRSP)

Überliefert

1901 fand Cayce in Trance die Behandlung für seinen eigenen Stimmverlust.

Quelle/Tradition: Dictionary of Virginia Biography; Psi Encyclopedia (SPR); keine unabhängige ärztliche Dokumentation

Gelebte Praxis

Studiengruppen der A.R.E. arbeiten bis heute mit den Readings und dem Leitfaden „A Search for God“.

Quelle/Tradition: Dictionary of Virginia Biography; Psi Encyclopedia (SPR); edgarcayce.org

Nicht belegt

Atlantis existierte, und Teile davon tauchten 1968/69 vor Bimini wieder auf.

Quelle/Tradition: Reading von 1940 nach Godwin; geologisch widerlegt (McKusick/Shinn 1980)

Nicht belegt

Unter der Sphinx liegt eine Halle der Aufzeichnungen aus Atlantis.

Quelle/Tradition: Kein Fund trotz Grabungen; Smithsonian 2010; Christian Science Monitor 1997 (Hawass)

Nicht belegt

Die medizinischen Readings haben Krankheiten zuverlässig erkannt und geheilt.

Quelle/Tradition: Keine kontrollierten Studien; 85-%-Schätzung der Söhne 1971 ohne Kontrollgruppe (Psi Encyclopedia; Beyerstein 1996)

Nicht belegt

Cayce konnte die Zukunft vorhersehen.

Quelle/Tradition: Datierte Prognosen für 1936, 1958, 1968 und 1998 blieben aus (Psi Encyclopedia; Wikipedia-Register)

BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Was dich in diesem Artikel erwartet

  • Die kurze Antwort
  • Ein Verkäufer aus Kentucky
  • Wie die Readings entstanden
  • Virginia Beach: Krankenhaus, Universität, A.R.E.
  • Atlantis, Bimini, die Sphinx: was sich prüfen ließ
  • Die medizinischen Readings
  • „Der schlafende Prophet“ auf Deutsch
  • So liest du Cayce heute
  • Häufige Fragen

Die kurze Antwort

Edgar Cayce (18. März 1877 bis 3. Januar 1945) war ein amerikanischer Laien-Hellseher. In einem selbst herbeigeführten, schlafähnlichen Zustand beantwortete er Fragen zu Krankheiten, früheren Leben, Träumen, Geschäften und der Weltgeschichte. Seine Sekretärin Gladys Davis protokollierte ab 1923 fast jede Sitzung. 1931 gründeten seine Anhänger die Association for Research and Enlightenment (A.R.E.), die das Archiv bis heute verwaltet.

Belegt ist, dass es die Readings gibt, wer sie wann gab und wie sie überliefert sind. Nicht belegt ist, dass sie aus einer übersinnlichen Quelle stammen. Wo Cayce Dinge sagte, die sich später prüfen ließen – Atlantis vor Bimini, eine Halle unter der Sphinx, Katastrophen mit Jahreszahl –, ist keine dieser Aussagen eingetreten.

Ein Verkäufer aus Kentucky

Cayce wuchs auf einem Hof bei Hopkinsville im Christian County, Kentucky, auf, in einer frommen Familie der Disciples of Christ. Nach der achten Klasse verließ er mit fünfzehn die Schule. Er arbeitete auf dem Hof eines Onkels, als Buchhändler, Schuhverkäufer und schließlich als reisender Versicherungsvertreter. So steht es im Dictionary of Virginia Biography der Library of Virginia, dem gründlichsten Kurzporträt, das es über ihn gibt.

Zwei Kindheitsgeschichten gehören zu jeder Cayce-Biografie: die Erscheinung eines Engels in seiner Kindheit und die Fähigkeit, sich gedruckte Seiten ungewöhnlich gut zu merken. Beides stammt aus seinen eigenen späteren Erzählungen und den Büchern seines Umfelds. Es ist Überlieferung – Zeugen von außen gibt es dafür nicht.

Später hat er sein Geld als Fotograf verdient: ab 1904 mit einem eigenen Studio in Bowling Green, später in Alabama. 1903 heiratete er Gertrude Evans aus Hopkinsville. Seine Söhne Hugh Lynn und Edgar Evans Cayce sollten das Werk ihres Vaters nach dessen Tod weiterführen.

Wie die Readings entstanden

1900 verlor Cayce für rund ein Jahr fast völlig die Stimme und konnte keine Versicherungen mehr verkaufen. 1901 versetzte ihn der Hypnotiseur Al Layne in Hopkinsville in Trance. In diesem Zustand, so die Überlieferung, beschrieb Cayce die Ursache seines Leidens und eine Behandlung – und fand seine Stimme wieder. Layne setzte ihn danach als „medizinischen Hellseher“ für andere Patienten ein, bis die Ärztekammer das 1903 unterband.

Bekannt wurde Cayce 1910. Der homöopathische Arzt Wesley Ketchum testete seine Diagnosen und berichtete darüber auf einem Ärztekongress in Boston. Am 9. Oktober 1910 titelte die New York Times: „Illiterate Man Becomes a Doctor When Hypnotized“ – ein Analphabet wird unter Hypnose zum Arzt. Ein Analphabet war Cayce nicht, er hatte acht Schuljahre hinter sich. Aber die Schlagzeile machte ihn landesweit bekannt.

Der Ablauf blieb über vier Jahrzehnte derselbe. Cayce legte sich hin, ging in den schlafähnlichen Zustand über und sprach; eine Mitschrift hielt alles fest. Ab September 1923 war das Gladys Davis, die nach dem Dictionary of Virginia Biography 21 Jahre lang praktisch jede Sitzung stenografierte. Ebenfalls 1923 brachte ihn der Verleger Arthur Lammers aus Dayton dazu, über Astrologie, Reinkarnation und Atlantis zu sprechen. Daraus wurden die „Life Readings“ über frühere Leben.

Die Readings nach Themen (Zählung von 1971, nach der Psi Encyclopedia der Society for Psychical Research)
Art des Readings Anzahl
Körperliche Beschwerden („physical readings“) 8.975
Frühere Leben („life readings“) ca. 2.500
Geschäftliches 799
Traumdeutung 667
Geistige und spirituelle Fragen 401
Öl- und Mineralvorkommen 223
Vergrabene Schätze 76
Geschichte (davon 13 über Atlantis) 36

Die A.R.E. nennt heute 14.306 dokumentierte Readings, auf ihrer Website auch 14.307. Die Library of Virginia spricht vorsichtiger von „mehr als 14.000“. Fast zwei Drittel davon drehen sich um Krankheiten – das Bild vom Atlantis-Propheten beruht auf einem sehr kleinen Teil des Bestands.

Band „Geisterwelten“ von TASCHEN mit Lichtspirale über einer Berglandschaft, auf einem grünen Samtkissen

Die Welt, aus der Cayce kam

Geisterwelten · Bibliothek der Esoterik (TASCHEN)

Über 400 Abbildungen von der Höhlenmalerei bis zu gechannelter Gegenwartskunst, dazu Essays und Interviews: eine Kulturgeschichte der Jenseitsbilder, in die Trance-Medien wie Cayce gehören. Der Band dokumentiert Vorstellungen – er belegt sie nicht.

35,00 €

Zum Buch

Virginia Beach: Krankenhaus, Universität, A.R.E.

Zwischen 1919 und 1923 versuchte Cayce, mit Readings in Texas Öl zu finden, um ein eigenes Krankenhaus zu bezahlen. Das scheiterte. Erst mit dem New Yorker Finanzier Morton Blumenthal kam das Geld: 1925 zog die Familie nach Virginia Beach, im Februar 1929 eröffnete dort das Cayce Hospital, in dem nach seinen Readings behandelt wurde, 1930 folgte die Atlantic University. Die Weltwirtschaftskrise und Streit unter den Unterstützern beendeten beides 1931.

Im Juli 1931 gründeten die Verbliebenen die Association for Research and Enlightenment. Sie wuchs langsam, über Studiengruppen, die mit dem Leitfaden A Search for God (1942) arbeiteten. Den Durchbruch brachte 1942 Thomas Sugrues Biografie There Is a River und 1943 ein Artikel im Magazin Coronet, der ihn den „Miracle Man of Virginia Beach“ nannte. Die Nachfrage explodierte: Zwischen Juni 1943 und Juni 1944 gab Cayce 1.385 Readings. Nach einem Schlaganfall im September 1944 starb er am 3. Januar 1945. Begraben ist er in Hopkinsville.

Atlantis, Bimini, die Sphinx: was sich prüfen ließ

Die meisten Readings lassen sich nicht überprüfen – wer will nachweisen, dass jemand im 15. Jahrhundert ein anderes Leben geführt hat? Ein paar Aussagen aber nannten Orte und Jahre. Genau dort lässt sich Cayce messen.

Poseidia vor Bimini, „’68 und ’69“

Cayce verlegte Atlantis in den Atlantik und datierte seinen Untergang in drei Phasen bis etwa 10.000 v. Chr. In einem Reading von 1940, das der Religionshistoriker Joscelyn Godwin wiedergibt, heißt es, Poseidia werde als einer der ersten Teile von Atlantis wieder auftauchen: „expect it in ’68 and ’69“. Am 2. September 1968 fanden Taucher vor North Bimini (Bahamas) eine rund 800 Meter lange Reihe flacher Steinblöcke, die „Bimini Road“. Für viele Anhänger war das die Erfüllung.

Die Geologie sieht es anders. Der Anthropologe Marshall McKusick und der Geologe Eugene Shinn vom US Geological Survey kamen 1980 in Nature zu dem Schluss, dass es sich um natürlichen Strandfels (Beachrock) handelt, der beim Austrocknen in rechteckige Platten zerbricht. Radiokarbondatierungen ergaben ein Alter von einigen Tausend Jahren – nicht zwölf. Aufgetaucht ist vor Bimini 1968 und 1969 nichts.

Die Halle der Aufzeichnungen unter der Sphinx

Nach den Readings versteckten Flüchtlinge aus Atlantis ihr Wissen in einer „Hall of Records“ bei der Sphinx von Gizeh; gefunden werden sollte sie vor dem Ende des 20. Jahrhunderts, in Anhängerkreisen wurde 1998 genannt. Die bemerkenswerteste Folge: Die Cayce-Stiftung unterstützte in den 1970er-Jahren einen jungen Amerikaner namens Mark Lehner, der in Kairo studierte. Lehner wurde einer der führenden Sphinx-Forscher der Welt, promovierte in Yale – und schrieb später, seine anfänglichen Vorstellungen hätten der „Realität des Felsgrunds von Gizeh“ nicht standgehalten. Die Halle wurde nicht gefunden.

Kalifornien, New York, China, 1998

Readings aus den 1930er-Jahren kündigten für 1936 große Umwälzungen an und sagten die Zerstörung von San Francisco und Los Angeles voraus, danach auch die von New York. Für 1958 wurde die Entdeckung eines atlantischen „Todesstrahls“ angekündigt, für 1968 ein christliches China, für 1998 die Wiederkunft Christi. Nichts davon ist eingetreten. Die Psi Encyclopedia der Society for Psychical Research, keine skeptische Organisation, führt diese Prognosen ausdrücklich als die Stellen auf, an denen Cayce kritisiert wird.

Die medizinischen Readings

Rund 9.000 Readings betrafen Krankheiten, und hier wird es heikel. Anhänger verweisen auf Briefe dankbarer Klienten; Cayces Söhne schätzten 1971 nach einer Stichprobe von 150 Readings eine Erfolgsquote von etwa 85 Prozent. Diese Zahl stammt aus der Familie, ohne Kontrollgruppe und ohne unabhängige Prüfung. Die Psi Encyclopedia hält fest, dass Parapsychologen nie eine formelle Untersuchung seiner Fähigkeiten abgeschlossen haben. Der Philosoph Dale Beyerstein nannte 1996 die Lücken: keine Kontrollgruppen, unsichere Erinnerungen der Patienten, unklar, was Cayce vorher über die Fragenden wusste.

Wir geben deshalb keine der sogenannten Cayce-Anwendungen als Rat weiter. Wer krank ist, gehört zu Ärztin oder Arzt.

„Der schlafende Prophet“ auf Deutsch

In Deutschland wurde Cayce vor allem durch ein Buch bekannt: Jess Stearns The Sleeping Prophet von 1967. Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet eine erste deutsche Ausgabe 1968 beim Verlag Keller in Genf, Untertitel: Prophezeiungen in Trance (1911–1998). Unter diesem Titel erschien das Buch bei Ariston und Droemer Knaur immer wieder, noch 1995. Die Ausgabe von 1999 bei Hugendubel heißt dann Edgar Cayces Prophezeiungen in Trance – die Jahreszahlen sind aus dem Untertitel verschwunden. Das Jahr 1998 war vorbei.

Der zweite deutsche Anknüpfungspunkt ist älter. Den Begriff der Akasha-Chronik, aus der Cayce nach eigener Aussage las, brachte die Theosophie in Umlauf, und Rudolf Steiner veröffentlichte ab 1904 seine Aufsätze „Aus der Akasha-Chronik“ in der Zeitschrift Lucifer-Gnosis. Cayce machte daraus etwas sehr Amerikanisches: eine persönliche Akte über deine Seele, vorgelesen in einer Sprechstunde. Die Library of Virginia beschreibt seine Readings als Mischung aus Theosophie, Neugeist-Bewegung (New Thought) und protestantischer Theologie. Mehr zur Begriffsgeschichte findest du in unserem Artikel über die Akasha-Chronik und über Rudolf Steiner.

So liest du Cayce heute

Die Readings sind ein historisches Dokument von beachtlichem Umfang. Wer mit ihnen arbeitet, kann ein paar einfache Fragen stellen – unsere Einschätzung, jeweils gestützt auf die Fälle oben:

  • Nennt die Aussage ein Datum oder einen Ort? Dann lässt sie sich prüfen – und bisher hat keine solche Aussage gehalten.
  • Stammt das Zitat aus einem nummerierten Reading? Die Readings sind im Archiv nummeriert. Ein Zitat ohne Nummer stammt oft aus zweiter oder dritter Hand.
  • Konnte Cayce es gelesen haben? Der Skeptiker Martin Gardner hielt es 1957 für naheliegender, dass er viel Wissen aus Büchern und Gesprächen aufgenommen hatte. Das Phänomen hat einen Namen: Kryptomnesie.
  • Geht es um deinen Körper? Dann ist kein Reading der richtige Ratgeber.

Stimmen zu Edgar Cayce

  • Martin Gardner, Fads and Fallacies in the Name of Science, 1957 (unsere Übersetzung): Weit vernünftiger sei die Annahme, dass Cayce „große Mengen an Wissen aufgenommen“ hatte.
  • James Randi, 1982 (unsere Übersetzung): Die Readings seien „bloß eine spezialisierte Form der Verallgemeinerungstechnik von Wahrsagern“.
  • K. Paul Johnson, Religionshistoriker, Autor von Edgar Cayce in Context (1998): Er hält Randi entgegen, dass viele der als Treffer gewerteten Readings ohne vorherige Briefe der Klienten zustande kamen.
  • Mark Lehner, Ägyptologe, früher von der Cayce-Stiftung gefördert: Seine anfänglichen Vorstellungen hätten der Wirklichkeit auf dem Plateau von Gizeh nicht standgehalten.

Was wir nicht behaupten

Wir behaupten nicht, dass Edgar Cayce ein Betrüger war, und nicht, dass er hellsehen konnte. Wir berichten, was über sein Leben und seine Readings belegt ist, und prüfen seine nachprüfbaren Aussagen an dem, was später gefunden wurde. Dieser Artikel gibt keinen medizinischen Rat und verspricht weder Heilung noch Vorhersagen.

Häufige Fragen

Wer war Edgar Cayce?

Edgar Cayce (1877–1945) war ein amerikanischer Laien-Hellseher aus Kentucky. In einem schlafähnlichen Zustand gab er zwischen 1901 und 1944 mehr als 14.000 sogenannte Readings zu Krankheiten, früheren Leben und Weltfragen, die in Virginia Beach archiviert sind.

Warum heißt Cayce „der schlafende Prophet“?

Weil er seine Readings im Liegen und mit geschlossenen Augen gab, in einem Zustand, der wie Schlaf wirkte. Den Beinamen machte Jess Stearns Buch „The Sleeping Prophet“ von 1967 populär, auf Deutsch „Der schlafende Prophet“.

Welche Vorhersagen von Edgar Cayce sind eingetreten?

Keine, die sich vorher überprüfbar festlegen ließ. Atlantis tauchte 1968/69 vor Bimini nicht auf, die Halle unter der Sphinx wurde nicht gefunden, und die für 1936, 1958, 1968 und 1998 angekündigten Ereignisse blieben aus.

Ist die Bimini Road ein Teil von Atlantis?

Nach geologischen Untersuchungen nicht. McKusick und Shinn beschrieben die Steinreihe 1980 in Nature als natürlichen Strandfels, der in Platten zerbricht; Radiokarbondaten ergaben ein Alter von einigen Tausend Jahren.

Was hat Edgar Cayce mit der Akasha-Chronik zu tun?

Cayce sagte, er lese in den Readings aus einer Art kosmischem Archiv. Den Begriff hatten Theosophie und Rudolf Steiner geprägt; Cayce machte ihn in den USA populär.

Gibt es die Organisation von Edgar Cayce noch?

Ja. Die Association for Research and Enlightenment (A.R.E.) wurde 1931 gegründet und hat ihren Sitz in Virginia Beach, Virginia. Sie verwaltet das Archiv der Readings und betreibt Studiengruppen.

Quellen: K. Paul Johnson, „Edgar Cayce (18 March 1877–3 January 1945)“, Dictionary of Virginia Biography, Library of Virginia (2006) · KM Wehrstein, „Edgar Cayce“, Psi Encyclopedia, Society for Psychical Research (2019, aktualisiert 2026) · Ann W. Duncan, „Association for Research and Enlightenment Timeline“, World Religions and Spirituality Project · Association for Research and Enlightenment, „About Us“ (edgarcayce.org) · Joscelyn Godwin über Cayce und Atlantis (Autorenblog zu Atlantis and the Cycles of Time, 2011) · Robert C. Cowen, „Another Atlantis myth exploded“, Christian Science Monitor, 24.09.1980 (zu McKusick/Shinn, Nature 1980) · Evan Hadingham, „Uncovering Secrets of the Sphinx“, Smithsonian Magazine, Februar 2010 · Sarah Gauch, Christian Science Monitor, 28.05.1997 · Deutsche Nationalbibliothek, Katalogeinträge zu Jess Stearn, „Der schlafende Prophet“ (1968–2006) · Rudolf Steiner, „Aus der Akasha-Chronik“ (GA 11), Vorwort der Buchausgabe 1939 · Wikipedia „Edgar Cayce“, „Bimini Road“, „Mark Lehner“ (nur als Quellenregister, u. a. für Gardner 1957, Randi 1982, Calvert et al. 1979).

Weiterlesen: Nostradamus · Baba Wanga · Rückführung in frühere Leben · Remote Viewing und Projekt Stargate

Portaltage, Vollmonde und Rituale — einmal die Woche in dein Postfach.

Wann der nächste Portaltag ist, was der Vollmond diesen Monat bedeutet und welches Ritual dazu passt. Kein Spam, keine tägliche Mail. Als Dank: 10 % auf deine erste Bestellung mit dem Code WILLKOMMEN10.

Du kannst dich jederzeit mit einem Klick abmelden. Datenschutz

Zurück zu den Desire Diaries