Necronomicon: Das Zauberbuch, das es nie gab — Lovecrafts Erfindung, die Fälschungen und der Simon-Necronomicon
Es soll in Damaskus geschrieben worden sein, von einem wahnsinnigen Dichter, und wer es liest, verliert den Verstand. Seit hundert Jahren suchen Menschen nach dem Necronomicon. Gefunden hat es niemand, aus einem einfachen Grund: Ein Schriftsteller aus Providence hat es sich ausgedacht. Die Geschichte, wie ein erfundenes Buch echte Leser, echte Fälscher und echte Magier bekam, ist spannender als jede Legende.
Es gibt Bücher, die mehr Leser haben, als sie Seiten haben. Und es gibt eines, das Leser hat, aber keine Seiten. Ich spreche vom Necronomicon, dem berühmtesten Zauberbuch, das nie geschrieben wurde. Wer heute danach fragt, will meist zweierlei wissen: Gibt es das Buch wirklich? Und wenn nicht, was ist dann das, was man im Buchhandel kaufen kann? Beides lässt sich sauber beantworten, und dabei lernt man viel darüber, wie Grimoires überhaupt entstehen.
Inhalt
Das Necronomicon ist ein fiktives Zauberbuch, das der amerikanische Horrorautor H. P. Lovecraft erfunden hat; es taucht erstmals 1924 in seiner Erzählung „The Hound“ auf. Lovecraft schrieb ihm einen erfundenen arabischen Verfasser, Abdul Alhazred, und eine erfundene Überlieferungsgeschichte zu und bestätigte in Briefen selbst, dass es das Buch nicht gibt. Alle heute erhältlichen Ausgaben sind spätere Werke, am bekanntesten der „Simon-Necronomicon“ von 1977, der mesopotamische Beschwörungen mit Lovecrafts Namen verbindet. Ein antikes oder mittelalterliches Original existiert nicht.
Das Necronomicon wird erstmals in H. P. Lovecrafts Erzählung „The Hound“ (geschrieben 1922, gedruckt 1924 in „Weird Tales“) erwähnt.
Quelle/Tradition: Erstdruck Weird Tales, Februar 1924; Lovecraft-Bibliographie (S. T. Joshi)
Lovecraft selbst bezeichnete das Buch und seinen Verfasser Abdul Alhazred in Briefen als Erfindung.
Quelle/Tradition: Lovecraft, Selected Letters; „History of the Necronomicon“ (1927, gedruckt 1938)
Der „Simon-Necronomicon“ (1977) beruht in weiten Teilen auf veröffentlichten Übersetzungen sumerischer und akkadischer Beschwörungen, nicht auf einer alten Handschrift.
Quelle/Tradition: Vergleiche mit R. C. Thompson u. a.; Dan Harms, John Wisdom Gonce: The Necronomicon Files (1998)
Ein Exemplar des Necronomicon werde in der Bibliothek der Miskatonic University oder im Britischen Museum verwahrt.
Quelle/Tradition: Lovecrafts Erzählungen; als Gerücht weitergetragen
Chaosmagier und andere Praktizierende arbeiten mit dem Simon-Necronomicon oder mit Lovecrafts Wesen als Symbolsystem.
Quelle/Tradition: Chaosmagie seit den 1980er-Jahren; Kenneth Grant, Peter Carroll
Es gebe ein echtes, uraltes Necronomicon, dessen Lektüre Wahnsinn oder Unheil bringt.
Quelle/Tradition: Keine Handschrift, kein Fund, keine Erwähnung vor 1922
Die Rituale des Simon-Necronomicon seien besonders gefährlich und lösten übernatürliche Schäden aus.
Quelle/Tradition: Erfahrungsberichte und Warnungen der Szene, keine Belege
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Die kurze Antwort: erfunden, und zwar nachweislich
Das Necronomicon stammt von Howard Phillips Lovecraft (1890–1937), einem Schriftsteller aus Providence in Rhode Island. Es taucht zum ersten Mal in seiner Erzählung „The Hound“ auf, 1922 geschrieben und im Februar 1924 im Magazin „Weird Tales“ gedruckt. Ein Jahr zuvor hatte er in „The Nameless City“ schon den Verfasser eingeführt, den „wahnsinnigen Araber Abdul Alhazred“, und einen rätselhaften Zweizeiler, der später zum berühmtesten Zitat des Buches wurde.
Lovecraft hat nie behauptet, das Buch sei echt. Im Gegenteil: In Briefen an Freunde und Leser schrieb er mehrfach, dass er es erfunden habe, und erklärte sogar, warum er es nie schreiben werde — jede ausgeführte Fassung würde hinter dem Grauen zurückbleiben, das die bloße Andeutung erzeugt. Den Namen Abdul Alhazred hatte er sich nach eigener Auskunft als Kind ausgedacht, als er „Tausendundeine Nacht“ verschlang. Grammatisch ist er kein richtiges Arabisch.
Was Lovecraft über sein Buch erzählt
Damit seine Andeutungen konsistent blieben, schrieb Lovecraft 1927 eine kurze Notiz für den Hausgebrauch: „History of the Necronomicon“, erst nach seinem Tod 1938 gedruckt. Darin legt er eine erfundene Überlieferungsgeschichte fest, die sich wie ein Bibliothekskatalog liest:
| Jahr (erfunden) | Station laut Lovecraft | Was davon stimmt |
|---|---|---|
| um 730 | Abdul Alhazred schreibt in Damaskus das „Al Azif“ | Person und Buch erfunden; „azif“ meint im Arabischen das nächtliche Summen von Insekten, das als Stimmen von Dschinnen galt |
| 950 | Theodorus Philetas übersetzt es ins Griechische und nennt es „Necronomicon“ | Philetas ist erfunden |
| 1050 | Patriarch Michael lässt die Übersetzung verbrennen | Ein Patriarch Michael I. Kerularios lebte tatsächlich, die Verbrennung ist erfunden |
| 1228 | Olaus Wormius überträgt das Buch ins Lateinische | Ole Worm lebte wirklich — aber 1588 bis 1654; Lovecraft hat ihn um 400 Jahre verschoben |
| 1586 | John Dee fertigt eine englische Teilübersetzung an | Dee ist echt, die Übersetzung erfunden |
| heute | Exemplare in Harvard, Paris, Buenos Aires und an der fiktiven Miskatonic University | Kein einziges existiert |
Diese Liste ist das eigentliche Kunststück. Lovecraft mischt echte Namen, echte Orte und echte Bibliotheken mit Erfindungen, bis die Grenze verschwimmt. Genau so funktionieren auch viele historische Zauberbücher: Sie schmücken sich mit einer ehrwürdigen Herkunft, die sie nicht haben. Wer unseren Guide zum Lemegeton und den 72 Geistern Salomos gelesen hat, kennt das Muster.
Wie aus einer Fußnote ein Mythos wurde
Lovecraft lud seine Freunde ausdrücklich ein, mit seinen Erfindungen zu spielen. Clark Ashton Smith, Robert E. Howard, Robert Bloch und August Derleth erwähnten das Necronomicon in ihren eigenen Geschichten und erfanden weitere verbotene Bücher dazu: das „Buch Eibon“, die „Unaussprechlichen Kulte“ eines Friedrich von Junzt. Je öfter ein Titel in verschiedenen Büchern verschiedener Autoren auftauchte, desto echter wirkte er.
Schon zu Lovecrafts Lebzeiten schrieben Leser an Antiquariate und Bibliotheken. Spaßvögel trugen das Necronomicon in Katalogkarten ein, Buchhändler führten es scherzhaft in Listen. Mehreren Universitätsbibliotheken werden solche Scherzkarten für einen nicht vorhandenen Band nachgesagt. Und als August Derleth nach Lovecrafts Tod den Verlag Arkham House gründete und den „Cthulhu-Mythos“ ordnete, war das Buch fester Bestandteil eines Gedankengebäudes, das größer war als jeder einzelne Autor.
Was Lovecraft wirklich über Magie wusste
Wenig, und er gab es zu. Lovecraft war überzeugter Materialist, er hielt Magie für Aberglauben und interessierte sich für sie nur als Stoff. Seine Kenntnisse stammten aus Nachschlagewerken: dem Artikel „Magic“ der Encyclopaedia Britannica von 1910, aus Büchern über Hexenprozesse in Neuengland wie Cotton Mathers „Magnalia Christi Americana“ und aus Sekundärliteratur über mittelalterliche Dämonologie. In seinen Erzählungen stellt er das Necronomicon neben echte Titel, etwa die „Daemonolatreia“ des lothringischen Hexenrichters Nicolas Remy von 1595. Gerade dieses Nebeneinander macht die Erfindung glaubwürdig.
Mit den Systemen der Zeremonialmagie, mit Kabbala, Golden Dawn oder Crowley hatte Lovecraft nichts zu tun. In einem Brief schrieb er, er wisse über wirkliche Okkultisten so gut wie nichts und habe nicht vor, das zu ändern. Wer im Necronomicon eine verschlüsselte Geheimlehre sucht, sucht also bei einem Autor, der keine hatte — und der genau das für seine Pointe hielt: Das Grauen liegt in dem, was nicht erklärt wird.
Das Necronomicon in Film, Kunst und Spiel
Seinen heutigen Bekanntheitsgrad verdankt das Buch weniger den Erzählungen als der Popkultur. 1977 nannte der Schweizer Künstler H. R. Giger seinen ersten großen Bildband „Necronomicon“; zwei Jahre später lieferten diese Bilder die Vorlage für das Wesen in „Alien“. 1981 erschien das Rollenspiel „Call of Cthulhu“, in dem das Necronomicon ein Gegenstand ist, dessen Lektüre die geistige Stabilität der Spielfigur kostet. Im selben Jahr machte Sam Raimis Horrorfilm „Tanz der Teufel“ (The Evil Dead) ein in Menschenhaut gebundenes Totenbuch zum Auslöser des Schreckens, in den Fortsetzungen ausdrücklich als „Necronomicon Ex-Mortis“.
Seitdem taucht das Buch in Comics, Computerspielen, Heavy-Metal-Alben und Fernsehserien auf. Jede dieser Fassungen hat ihre eigene Optik, und viele Menschen haben das Necronomicon zuerst als Requisit gesehen, bevor sie Lovecraft lasen. Das erklärt, warum die Frage nach dem „echten“ Buch nie verstummt: Wer etwas so oft gesehen hat, kann kaum glauben, dass es nur im Kopf eines Schriftstellers existierte.
Die Fälschungen: vier Bücher, die Necronomicon heißen
Weil die Nachfrage nicht verschwand, lieferte der Markt. Seit den 1970er-Jahren sind mehrere Bücher unter diesem Titel erschienen. Sie sind alle neu, und sie sind sehr verschieden:
| Ausgabe | Jahr | Was drinsteht | Absicht |
|---|---|---|---|
| Owlswick Press („Al Azif“) | 1973 | Seitenweise sinnlose Pseudo-Syrische Schrift, die sich ständig wiederholt | Sammlerstück, bewusster Scherz |
| Simon-Necronomicon | 1977 | Beschwörungen nach sumerischen und akkadischen Vorlagen, Siegel, ein Stufenweg durch „sieben Tore“ | als echtes Ritualbuch verkauft |
| Hay/Wilson/Turner/Langford | 1978 | Angeblich von John Dee verschlüsselt, in Wahrheit eine literarische Fälschung mit Essays | Spiel mit dem Leser, mit Augenzwinkern |
| Tyson, Necronomicon | 2004 | Neu geschriebene Fassung im Geist Lovecrafts | offen als Fiktion und Magiesystem ausgewiesen |
Daneben gibt es Dutzende Romane, Rollenspielbücher und Filmrequisiten mit dem Titel. Wenn du im Antiquariat ein „altes Necronomicon“ angeboten bekommst, ist es eines dieser Bücher — oder ein Requisit.
Der Simon-Necronomicon: was wirklich darin steht
Der Simon-Necronomicon ist das einzige dieser Bücher, das als Arbeitsbuch gemeint war, und deshalb das wichtigste. Er erschien 1977 in New York in einer Lederausgabe, 1980 als Taschenbuch bei Avon, und ist seither nie vergriffen gewesen; die Verkaufszahlen gehen in die Hunderttausende. Herausgeber ist ein Mann, der sich nur „Simon“ nannte und behauptete, ein griechischer Mönch habe die Handschrift aus einer Bibliothek geschmuggelt. Belegt ist davon nichts, eine Handschrift hat niemand gesehen.
Inhaltlich hat das Buch wenig mit Lovecraft zu tun. Es verbindet babylonische Götternamen wie Marduk, Ischtar, Enki und Tiamat mit einem Ritualsystem aus Schutzkreisen, Siegeln und dem Aufstieg durch sieben Planetentore. Viele Beschwörungen sind erkennbar aus Übersetzungen der Maqlû- und Šurpu-Texte übernommen, die Altorientalisten wie Reginald Campbell Thompson Anfang des 20. Jahrhunderts veröffentlicht hatten. Lovecrafts Wesen tauchen nur als Namensanklänge auf: Aus Cthulhu wird „Kutulu“, aus Azathoth „Azag-Thoth“.
Die Altorientalistik hat das Buch deutlich eingeordnet. Dan Harms und John Wisdom Gonce haben in „The Necronomicon Files“ (1998) Satz für Satz die Vorlagen nachgewiesen und die Verwechslungen gezeigt — etwa Götter, die in der mesopotamischen Religion nichts miteinander zu tun haben, und eine „Tiamat“, die zur Vorgängerin der Großen Alten umgebaut wird. Es ist ein modernes Grimoire der 1970er-Jahre mit einer erfundenen Herkunft. Damit steht es in einer langen Tradition, aber eben nicht in der, die es behauptet.
Warum Magier trotzdem damit arbeiten
Man könnte die Sache hier beenden. Interessant wird sie aber gerade dort, wo Menschen wissen, dass das Buch erfunden ist, und trotzdem damit arbeiten. Die Chaosmagie, die Ende der 1970er-Jahre in England entstand, behandelt Glaubenssysteme als Werkzeuge: Entscheidend sei nicht, ob eine Gottheit „existiert“, sondern ob die Arbeit mit ihr etwas im Praktizierenden verändert. Für diesen Ansatz ist ein erfundenes Pantheon so brauchbar wie ein altes — manche halten es sogar für ehrlicher.
Schon vorher hatte der britische Okkultist Kenneth Grant in den 1970er-Jahren behauptet, Lovecraft habe unbewusst reale Kräfte beschrieben, die Aleister Crowley auf anderem Weg erreicht habe. Daraus entstand eine kleine, bis heute lebendige Strömung, die mit Lovecrafts Wesen als Symbolen arbeitet. Zwischen Kunst, Spiel und Ritual ist die Grenze dort bewusst offen.
Für die Geschichte der Grimoires ist das lehrreich: Ein Zauberbuch wird nicht durch sein Alter wirksam, sondern dadurch, dass Menschen es benutzen. Mehr zur langen Reihe echter Zauberbücher steht in unserem Überblick über die berühmtesten Grimoires.
Der berühmte Zweizeiler
Kein Satz wird dem Necronomicon so oft zugeschrieben wie dieser, im Original aus „The Nameless City“: „That is not dead which can eternal lie, / And with strange aeons even death may die.“ Frei übersetzt: Nicht tot ist, was ewig liegen kann, und in seltsamen Äonen mag selbst der Tod sterben. Der Vers ist von Lovecraft, nicht von einem arabischen Dichter. Er beschreibt den Kern seiner Erfindung: alte Mächte, die nicht tot sind, sondern schlafen.
Test: Was suchst du eigentlich im Necronomicon?
Was reizt dich am meisten an dem Buch?

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Stimmen aus der Praxis
In Bibliotheksforen und Fachblogs erzählen Bibliothekarinnen und Bibliothekare seit Jahrzehnten von Anfragen nach dem Necronomicon — manche im Scherz, manche völlig ernst. Viele berichten, sie hätten gelernt, freundlich auf Lovecraft zu verweisen.
In Magie- und Okkultismusforen gehen die Meinungen zum Simon-Necronomicon weit auseinander: Die einen nennen es ihr Einstiegsbuch und loben die klare Struktur der sieben Tore, andere warnen vor Albträumen und Unruhe nach den Ritualen, wieder andere halten es schlicht für schlecht recherchiert. Auffällig oft schreiben Praktizierende, dass ihnen das Wissen um die moderne Herkunft die Arbeit nicht verdorben habe.
Lovecraft-Leserinnen und -Leser beschreiben den Reiz meist anders: Das Buch sei gerade deshalb so stark, weil man es nie lesen kann.
Was wir nicht versprechen
Wir versprechen dir nicht, dass irgendwo ein echtes, altes Necronomicon wartet, und wir behaupten nicht, dass eine der Ausgaben magische Kräfte besitzt oder dass ihre Rituale Schaden anrichten. Beides ist nicht belegt.
Wenn dich das Thema stark ängstigt, dir der Schlaf fehlt oder du dich verfolgt fühlst, nachdem du dich mit dunklen Ritualen beschäftigt hast, ist das kein Zeichen eines Fluchs, sondern ein Grund, mit einem vertrauten Menschen oder einer Beratungsstelle zu sprechen.
Praktisch: so gehst du damit um
- Lies das Original zuerst. „The Nameless City“, „The Hound“, „The Dunwich Horror“ und „The Call of Cthulhu“ zeigen dir, was Lovecraft mit dem Buch wollte.
- Prüf Angebote nüchtern. Jedes „alte Necronomicon“ ist eine der Ausgaben seit 1973 oder ein Requisit. Teuer bezahlen solltest du nur für Erstausgaben mit Sammlerwert.
- Wenn du den Simon-Necronomicon liest, lies „The Necronomicon Files“ daneben. So weißt du, welcher Teil mesopotamisch ist und welcher erfunden.
- Wenn du rituell arbeiten willst, beginne mit eigenen Symbolen statt mit fremden Siegeln und halte Anfang und Ende jeder Sitzung klar.
- Bleib bei dir. Ritual ist ein Werkzeug für deine Aufmerksamkeit. Wenn es dir nicht guttut, hör auf.
Häufige Fragen
Gibt es das Necronomicon wirklich?
Nein. Das Necronomicon ist eine Erfindung des Schriftstellers H. P. Lovecraft, erstmals erwähnt in der Erzählung „The Hound“ (1924). Lovecraft selbst bestätigte in Briefen, dass es kein solches Buch gibt.
Wer hat das Necronomicon geschrieben?
In Lovecrafts Fiktion der „wahnsinnige Araber“ Abdul Alhazred um 730 in Damaskus. Beide sind erfunden. Die heute erhältlichen Bücher stammen von modernen Herausgebern, am bekanntesten „Simon“ (1977).
Was steht im Simon-Necronomicon?
Beschwörungen und Schutzformeln, die zu großen Teilen auf veröffentlichten Übersetzungen sumerischer und akkadischer Texte beruhen, verbunden mit einem Stufenweg durch sieben Planetentore und Namen, die an Lovecrafts Wesen anklingen.
Ist es gefährlich, das Necronomicon zu lesen?
Lesen ist nicht gefährlich. Dass Rituale aus dem Simon-Necronomicon übernatürlichen Schaden anrichten, ist nicht belegt. Wer sich nach ritueller Arbeit dauerhaft unruhig oder verängstigt fühlt, sollte aufhören und mit jemandem sprechen.
Was bedeutet das Wort Necronomicon?
Lovecraft deutete es als „Bild des Gesetzes der Toten“. Sprachlich ist es eine freie griechische Bildung aus nekros (Toter), nomos (Gesetz) und eikon (Bild); Altphilologen lesen es eher als „Buch über die Toten“.
Was ist der berühmte Vers aus dem Necronomicon?
„That is not dead which can eternal lie, / And with strange aeons even death may die.“ Er stammt aus Lovecrafts Erzählung „The Nameless City“ (1921) und nicht aus einem alten Buch.
Quellen & Weiterlesen
- H. P. Lovecraft: „The Nameless City“ (1921), „The Hound“ (1924), „History of the Necronomicon“ (1927, gedruckt 1938).
- S. T. Joshi: I Am Providence. The Life and Times of H. P. Lovecraft, 2010.
- Daniel Harms, John Wisdom Gonce III: The Necronomicon Files. The Truth Behind the Legend, 1998/2003.
- Simon (Hg.): Necronomicon, New York 1977 (Taschenbuch Avon 1980).
- Reginald Campbell Thompson: The Devils and Evil Spirits of Babylonia, 1903–04 (Vorlagen mehrerer Beschwörungen).
- Im Magazin: Grimoires · Lemegeton · Chaosmagie
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