Der Pelikan und sein Blut: Was die Legende erzählt – und wer ihr schon früh nicht traute
Altar, Wappen, Staatsflagge, Füllerlogo: Der Pelikan, der sich die Brust öffnet, ist überall. In der Quelle bringt er seine Jungen erst um – und schon Augustinus schrieb dazu: „Das mag wahr sein, es mag falsch sein.“
Ein Vogel reißt sich die Brust auf und nährt seine Jungen mit dem eigenen Blut: Das Bild steht auf Altären, in Wappen, auf einer amerikanischen Staatsflagge und im Markenzeichen eines Füllerherstellers aus Hannover. Die Geschichte dahinter ist älter und dunkler, als das Bild vermuten lässt – und die Ersten, die ihr nicht ganz trauten, waren ausgerechnet zwei Kirchenlehrer.
Inhalt
Der Pelikan, der seine Jungen mit dem eigenen Blut nährt, ist ein christliches Sinnbild für Opfer und Hingabe. Die Geschichte stammt aus dem Physiologus (2. bis 4. Jahrhundert): Die Eltern töten die Jungen, am dritten Tag erweckt die Mutter sie mit ihrem Blut. Augustinus und Isidor von Sevilla gaben das nur unter Vorbehalt weiter. Echte Pelikane füttern mit hochgewürgtem Fisch; eine Blutfütterung gibt es nicht.
Die mittelhochdeutsche Wiener Prosa des Physiologus erzählt, dass die Pelikan-Eltern ihre Jungen totbeißen und die Mutter sie am dritten Tag mit dem Blut aus ihrer Seite belebt.
Quelle/Tradition: Physiologus, Wiener Prosa, Kap. 20 (TITUS; Maurer 1967)
Augustinus gibt die Geschichte mit dem Vorbehalt wieder, sie möge wahr oder falsch sein.
Quelle/Tradition: Augustinus, Enarrationes in Psalmos 101, Sermo 1,8
Isidor von Sevilla leitet die Geschichte mit „Fertur, si verum sit“ ein.
Quelle/Tradition: Isidor, Etymologiae XII 7,26
Luther übersetzte den Vogel in Psalm 102,7 im Jahr 1545 mit Rohrdommel; die Lutherbibel 2017 hat Eule, die Einheitsübersetzung Dohle.
Quelle/Tradition: Bibelausgaben (bibleserver.com; Luther 1545 letzter Hand)
Thomas Browne hielt 1646 fest, dass die antiken Tierkundler die Blutfütterung nicht kennen und das Bild in Farbe, Größe, Schnabel, Füßen und Kehlsack vom wirklichen Vogel abweicht.
Quelle/Tradition: Browne, Pseudodoxia Epidemica V,1
Pelikane füttern ihre Jungen mit hochgewürgtem Fisch, nicht mit Blut.
Quelle/Tradition: Kenneth Spencer Research Library 2017; ornithologische Standardliteratur
Die Marke Pelikan wurde am 27. November 1878 angemeldet und geht auf das Familienwappen Günther Wagners zurück.
Quelle/Tradition: pelikan.com (Unternehmensangabe)
Louisiana schreibt seit dem 25. Mai 2006 drei Blutstropfen auf der Brust des Pelikans in Flagge und Siegel vor.
Quelle/Tradition: Act 92 (House Bill 833), 2006; The Daily Reveille, 15.06.2006
Der Pelikan erweckt seine toten Jungen am dritten Tag mit dem eigenen Blut.
Quelle/Tradition: Physiologus; mittelalterliche Bestiarien
Eine Schlange tötet die Jungen, bevor der Pelikan sie mit seinem Blut wiederbelebt.
Quelle/Tradition: Hieronymus zugeschriebener Brief, referiert bei Browne 1646
Der Pelikan dient als Sinnbild für Christus und für Hingabe – im Hymnus Adoro te devote, auf Altären und in Wappen.
Quelle/Tradition: Adoro te devote; kirchliche Kunst und Heraldik
Die Legende geht auf die Beobachtung der Fütterung oder auf den roten Kehlsack des Krauskopfpelikans zurück.
Quelle/Tradition: Plausible Vermutung; kein Quellenbeleg
Die Geschichte wurde vom Geier der ägyptischen Überlieferung auf den Pelikan übertragen.
Quelle/Tradition: Vermutung bei Browne nach Pierius Valerianus; Horapollon I,11 nennt den Geier
Der Vogel in Psalm 102,7 war ein Pelikan.
Quelle/Tradition: Hebräisches Wort unsicher; neuere Übersetzungen wählen Eule oder Dohle
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Was dieser Artikel klärt
- Kurz gesagt
- Was der Physiologus erzählt
- Die Kirchenväter glaubten es selbst nicht ganz
- Der Vogel im Psalm war wohl kein Pelikan
- Vom Kirchenlied bis Shakespeare
- 1646: Ein Arzt zählt die Fehler im Bild
- Was echte Pelikane tun
- Der Pelikan im Glas: Alchemie
- Der Pelikan heute: Hannover und Louisiana
- Häufige Fragen
Kurz gesagt
Der Pelikan, der sich für seine Jungen opfert, stammt aus dem Physiologus, einer frühchristlichen Naturlehre in griechischer Sprache aus dem 2. bis 4. Jahrhundert. Dort tötet der Pelikan seine Jungen zuerst selbst; am dritten Tag öffnet die Mutter ihre Seite und erweckt sie mit ihrem Blut. Die Kirche las das als Bild für Christus.
Drei Dinge fehlen in den meisten Nacherzählungen. Augustinus und Isidor von Sevilla gaben die Geschichte nur unter Vorbehalt weiter. Der Vogel im Psalm, an dem alles hängt, war vermutlich gar kein Pelikan. Und echte Pelikane tun nichts dergleichen – was ein englischer Arzt schon 1646 Punkt für Punkt aufschrieb.
Was der Physiologus erzählt
Der Physiologus hängt jede Tiergeschichte an ein Bibelwort. Beim Pelikan ist es Psalm 102,7, in der lateinischen Zählung 101,7: „Similis factus sum pellicano solitudinis“ – ich bin dem Pelikan in der Einöde gleich geworden.
Auf Deutsch ist die Geschichte seit dem 12. Jahrhundert zu lesen. Die bairisch-österreichische Prosafassung, der sogenannte Jüngere Physiologus (um 1120), nennt den Vogel noch mit einem alten deutschen Namen: Sisegoum. Dort heißt es:
„Phisiologus zellit daz der Sisegoum sine jungen vil harte minne. So diu jungen wahsen beginnent, so bizzent si den alten Sisegoum unt ir muoter. darwidere bizzent si, unze si die jungen irbizzent. An dem dritten tage so brichet diu muoter ir situn unt lazzet daz bluot louffen uber diu jungen, so werdent si lebentik unt gisunt.“
Sinngemäß: Der Physiologus erzählt, dass der Pelikan seine Jungen sehr liebt. Wenn die Jungen heranwachsen, beißen sie den alten Pelikan und ihre Mutter. Die beißen zurück, bis sie die Jungen totgebissen haben. Am dritten Tag bricht die Mutter ihre Seite auf und lässt das Blut über die Jungen laufen; so werden sie lebendig und gesund.
Die Deutung steht im selben Kapitel: Der Mensch habe seinen Schöpfer „unter seine Augen“ geschlagen, und durch das Blut aus Christi Seite „wurtin wir erchuchet unte geheilet“ – wurden wir lebendig gemacht und geheilt. Was spätere Wappen weglassen, ist also der Anfang. In der Quelle ist der Pelikan kein sanftes Muttertier; er bringt seine Jungen erst um. Eine andere Fassung, überliefert in einem dem Hieronymus zugeschriebenen Brief, lässt eine Schlange die Jungen töten.
Die Kirchenväter glaubten es selbst nicht ganz
Augustinus († 430) predigte über genau diesen Psalmvers. Er räumt zuerst ein, dass der Vogel seinen Hörern unbekannt sei: Er lebe in der Einsamkeit, vor allem am Nil in Ägypten. Dann gibt er wieder, was man über ihn „sagt oder liest“ – die Eltern töten die Jungen mit Schnabelhieben, betrauern sie drei Tage, dann verwundet sich die Mutter – und fügt hinzu: „Das mag wahr sein, es mag falsch sein.“ Die Ähnlichkeit mit Christus gelte, „wenn es wirklich so ist“.
Isidor von Sevilla († 636), dessen Enzyklopädie das ganze Mittelalter hindurch abgeschrieben wurde, braucht für die Geschichte einen einzigen Satz und setzt vier Wörter davor: „Fertur, si verum sit“ – man erzählt, falls es wahr ist.
Die beiden meistzitierten Gewährsleute der Legende sind damit zugleich ihre ersten greifbaren Zweifler. Der Vorbehalt ging beim Weitererzählen verloren, das Bild blieb.
Der Vogel im Psalm war wohl kein Pelikan
Im hebräischen Psalm steht qaʾat, ein Vogelname, dessen Bedeutung unsicher ist. Die griechische Übersetzung wählte „Pelikan“, die lateinische übernahm ihn – und daran hängte der Physiologus seine Geschichte. Wie offen die Stelle ist, zeigen die Bibelübersetzungen selbst:
| Übersetzung | Psalm 102,7 |
|---|---|
| Vulgata (lateinisch) | „pellicano solitudinis“ – Pelikan |
| Luther 1545 | „Rhordomel in der wüsten“ – Rohrdommel |
| King James Bible 1611 | „a pelican of the wilderness“ |
| Schlachter 2000 | „Pelikan in der Wüste“ |
| Luther 2017 | „Eule in der Wüste“ |
| Einheitsübersetzung 2016 | „Dohle in der Wüste“ |
Luther entschied sich also schon 1545 gegen den Pelikan, die meisten neueren Übersetzungen ebenfalls. Dass ein Fisch fressender Wasservogel schlecht in eine Wüste passt, liegt nahe; welche Art der Psalm meinte, ist offen. Für die Legende heißt das: Ihr biblischer Anker ist eine Übersetzungsentscheidung.
Tierdeutung, die ihre Quellen nennt
Die Tierboten – Das Deutungsbuch
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Zum DeutungsbuchVom Kirchenlied bis Shakespeare
Im 13. Jahrhundert steht der Pelikan im Hymnus Adoro te devote, der Thomas von Aquin zugeschrieben wird: „Pie pellicane, Iesu Domine, me immundum munda tuo sanguine.“ In der deutschen Fassung „Gottheit tief verborgen“, die in katholischen Gemeinden bis heute gesungen wird, beginnt die Strophe mit den Worten „Gleich dem Pelikane starbst du, Jesu mein“.
Dante nennt Christus im Paradiso (XXV, 112–113) schlicht „nostro pellicano“, unseren Pelikan. Shakespeare kennt beide Hälften der Geschichte. In Hamlet will Laertes seine Freunde „like the kind life-rendering pelican“ mit seinem Blut speisen. König Lear dagegen flucht über seine „pelican daughters“ – die Jungen, die das Elterntier aufzehren.
Elisabeth I. ließ sich um 1575 mit einem Pelikan-Anhänger auf der Brust malen. Das Nicholas Hilliard zugeschriebene „Pelican Portrait“ hängt in der Walker Art Gallery in Liverpool; der Anhänger gilt als Anspielung auf die Königin als aufopfernde Mutter ihres Volkes. In der englischen Wappenkunde heißt die Figur bis heute pelican in her piety.
1646: Ein Arzt zählt die Fehler im Bild
Sir Thomas Browne, Arzt in Norwich, widmete dem Bild 1646 ein eigenes Kapitel seiner Pseudodoxia Epidemica, einer Sammlung verbreiteter Irrtümer. Sein erster Befund: Bei den antiken Tierkundlern – er nennt Aristoteles, Aelian, Plinius und Solinus – stehe von der Blutfütterung nichts, obwohl sie solche Besonderheiten sonst selten vergäßen.
Dann vergleicht er das gemalte Tier mit dem wirklichen:
- Gemalt wird der Vogel grün oder gelb – er ist weißlich.
- Gemalt wird er hühnergroß – er erreicht und übertrifft den Schwan.
- Gemalt wird ein kurzer, spitzer Schnabel – der echte ist bis zu zwei Spannen lang, flach und breit.
- Gemalt werden gespaltene Zehen – der Pelikan hat Schwimmfüße.
- Und es fehlt der Teil, der „more remarkable then any other“ sei: der Kehlsack.
Browne nennt auch eine Herkunft. Die Ägypter hätten das Blutopfer nicht dem Pelikan zugeschrieben; es scheine „vom Geier auf den Pelikan übertragen“. Tatsächlich berichtet die spätantike Schrift des Horapollon (Hieroglyphica I,11), der Geier öffne in der Not seinen Schenkel und lasse die Jungen von seinem Blut trinken. Ob die Pelikanlegende wirklich von dort stammt, bleibt eine Vermutung der Gelehrten des 16. und 17. Jahrhunderts.
Wie zäh das Bild war, zeigt Zürich: Conrad Gessner druckte 1555 im Vogelband seiner Historia animalium noch immer den Pelikan, der sich die Brust aufhackt und sein Blut auf das Nest tropfen lässt.
Was echte Pelikane tun
Pelikane füttern ihre Jungen mit hochgewürgtem Fisch. Das Elterntier senkt dazu den Schnabel gegen die Brust, ältere Küken holen sich die Nahrung direkt aus Schnabel und Kehlsack. Aus der Entfernung kann das aussehen, als bohre der Vogel in der eigenen Brust – so erklärt es etwa die Spencer Research Library der University of Kansas zu Gessners Holzschnitt.
Eine zweite, oft genannte Vermutung betrifft den Krauskopfpelikan, der auch in Südosteuropa brütet: Sein Kehlsack färbt sich zur Brutzeit kräftig orangerot. Ein ruhender Vogel mit rotem Sack vor der Brust könnte das Bild befördert haben. Browne wiederum hielt für möglich, dass sich die Tiere an der Brust beißen und kratzen, „though not for their young ones“.
Bewiesen ist keine dieser Erklärungen; es sind plausible Rückschlüsse. Sicher ist nur das Negative: Kein Pelikan nährt seine Jungen mit Blut, und keiner erweckt tote Küken.
Der Pelikan im Glas: Alchemie
Alchemisten nannten ein Glasgefäß Pelikan: einen Kolben, dessen Arme den aufsteigenden Dampf in den Bauch zurückführen, sodass eine Flüssigkeit tage- und wochenlang in sich kreist. Die Bibliothek der Princeton University erklärt den Namen in ihrer Ausstellung zur Ripley-Rolle mit dem Vogel, der seine Brust mit dem Schnabel durchstößt; auf der Rolle löst sich die Urmaterie im Pelikan in blutähnliche Tropfen auf.
In der Praxis war es ein Umlaufgefäß. Es gehört zur Ausstattung, die wir im Artikel über Edward Kelley und das Labor von Třeboň beschreiben; zur Grenze zwischen Naturmagie und früher Wissenschaft siehe Giambattista della Porta. Das zweite große Auferstehungstier des Physiologus ist der Phönix.
Der Pelikan heute: Hannover und Louisiana
Günther Wagner, Chemiker und seit 1871 Inhaber einer Farbenfabrik in Hannover, machte den Pelikan aus seinem Familienwappen zum Markenzeichen. Nach Angaben des Unternehmens zeichnete er ihn zunächst mit drei Küken; nach der Geburt seines vierten Kindes kam ein viertes dazu. So wurde die Marke am 27. November 1878 angemeldet – laut Pelikan eines der ersten Warenzeichen in Deutschland. Im heutigen Logo sitzt noch ein Küken im Nest.
In Louisiana steht der Pelikan auf Siegel und Flagge; die Flagge mit der Pelikanmutter auf blauem Grund gilt seit 1912. Wie viele Blutstropfen sie zeigte, schwankte fast ein Jahrhundert lang zwischen null und vier. 2006 fiel das einem 14-jährigen Achtklässler aus Houma bei einem Schulprojekt auf. Er trug seine Funde dem Justizausschuss des Repräsentantenhauses vor; das Gesetz (House Bill 833, Act 92) ging einstimmig durch beide Kammern und wurde am 25. Mai 2006 unterzeichnet. Seither sind drei Blutstropfen vorgeschrieben.
Eine Geschichte, die Augustinus nur mit Vorbehalt weitergab, steht damit im Gesetzblatt eines US-Bundesstaates – als Bild, nicht als Naturkunde. So lässt sie sich auch heute lesen.
Stimmen aus den Quellen
- Augustinus, Auslegung zu Psalm 101 (um 400): „Das mag wahr sein, es mag falsch sein.“
- Isidor von Sevilla, Etymologiae XII 7,26 (um 630): „Fertur, si verum sit“ – man erzählt, falls es wahr ist.
- Thomas Browne, Pseudodoxia Epidemica V,1 (1646): Das Bild enthalte „many improprieties“ und weiche in fast allem von der wahren Beschreibung ab.
- Damon Baldone, Abgeordneter in Louisiana, 2006 im Daily Reveille: „a great example of how an eighth-grader can change state law“.
Was wir nicht behaupten
Der Pelikan als Sinnbild der Hingabe ist eine Deutungstradition, keine Aussage über Vögel. Symbole, Bilder und Rituale können Bedeutung tragen; eine Wirkung auf Gesundheit oder Lebensumstände versprechen wir nicht.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Pelikan als Symbol?
In der christlichen Tradition steht der Pelikan für Opfer und Hingabe: Er soll seine Jungen mit dem eigenen Blut nähren oder wiederbeleben und wurde deshalb als Bild für Christus gelesen. Daher findet er sich auf Altären, in Wappen und in Kirchenliedern.
Woher stammt die Legende vom Pelikan, der sein Blut gibt?
Aus dem Physiologus, einer frühchristlichen Naturlehre des 2. bis 4. Jahrhunderts. Dort töten die Eltern die Jungen zunächst selbst; am dritten Tag erweckt die Mutter sie mit dem Blut aus ihrer Seite.
Füttern Pelikane ihre Jungen wirklich mit Blut?
Nein. Pelikane füttern ihre Jungen mit hochgewürgtem Fisch. Dass der Schnabel dabei gegen die Brust gedrückt wird, gilt als mögliche Erklärung für das Bild, ist aber nicht bewiesen.
Steht der Pelikan in der Bibel?
Die lateinische Vulgata nennt in Psalm 102,7 (Zählung der Vulgata: 101,7) einen Pelikan. Das hebräische Wort ist unsicher; Luther übersetzte 1545 „Rohrdommel“, die Lutherbibel 2017 „Eule“, die Einheitsübersetzung „Dohle“.
Was ist ein Pelikan in der Alchemie?
Ein gläsernes Umlaufgefäß, in dem Dampf kondensiert und in den Kolben zurückläuft. Der Name spielt auf den Vogel an, der seine Brust mit dem Schnabel öffnet.
Warum zeigt die Flagge von Louisiana einen Pelikan mit Blutstropfen?
Der Pelikan, der seine Jungen nährt, steht seit dem 19. Jahrhundert auf dem Staatssiegel. Seit einem Gesetz vom 25. Mai 2006 sind auf Flagge und Siegel drei Blutstropfen vorgeschrieben.
Quellen: Physiologus, Wiener Prosa, Kap. 20 (Text nach F. Maurer 1967, digital im TITUS-Projekt der Universität Frankfurt) · Augustinus, Enarrationes in Psalmos 101, Sermo 1,7–8 (engl. Übersetzung bei New Advent) · Isidor von Sevilla, Etymologiae XII 7,26 · Thomas Browne, Pseudodoxia Epidemica V,1 (1646; 6. Aufl. 1672, digital an der University of Chicago) · Horapollon, Hieroglyphica I,11 · Bibelübersetzungen nach bibleserver.com, bibel-online.net (Luther 1545) und biblehub.com · Shakespeare, Hamlet IV,5 und King Lear III,4 · Dante, Paradiso XXV · Kenneth Spencer Research Library, „The Pelican in Her Piety“ (2017) · Princeton University Library, „The Philosophers' Glass“ · pelikan.com, „Die Marke Pelikan“ und „Unsere Geschichte“ · The Daily Reveille, 15.06.2006 · bestiary.ca, „Pelican“. Titelbild: eigene Illustration, kein historisches Kunstwerk.
Weiterlesen: Der Phönix und seine antiken Quellen · Was ein Alchemist wirklich tat · Giambattista della Porta · Reiher: spirituelle Bedeutung






