Giambattista della Porta: Die Hexensalbe, Bodins Feuer-Urteil und das Kapitel, das verschwand
Dieser Artikel zeigt, was in den Ausgaben der Magia naturalis von 1558/1560 und 1589 tatsächlich über die Hexensalbe steht und wie Bodin, Scot und Middleton die Stelle lasen. Er nennt kein Rezept und behauptet nicht, dass eine solche Salbe fliegen lässt oder sicher anwendbar ist.
Inhalt
Giambattista della Porta (1535–1615) war ein neapolitanischer Naturforscher, dessen Magia naturalis (1558, erweitert 1589) Wunder aus natürlichen Ursachen erklärte. Die frühe Fassung enthält Hexensalben-Rezepte und das Experiment mit einer alten Frau, die nach tiefem Schlaf behauptete, gereist zu sein – Porta nennt ihre Berichte falsch. Bodin griff die Stelle 1580 an, Scot nutzte sie 1584 gegen den Hexenglauben, und in der Ausgabe von 1589 fehlt sie.
Giambattista della Porta starb am 4. Februar 1615 in Neapel.
Quelle/Tradition: Britannica; Galileo Project
Die Magia naturalis erschien 1558 in vier und 1589 erweitert in zwanzig Büchern.
Quelle/Tradition: Britannica; Digitalisate im Internet Archive
Die frühe Fassung enthält zwei Hexensalben-Rezepte und das Experiment mit einer alten Frau, die nach tiefem Schlaf von Reisen über Meere und Berge erzählte.
Quelle/Tradition: Magia naturalis II, 26 (Druck 1560); Scot, Discoverie of Witchcraft X, 8
Porta nennt die Berichte der Frau falsch und erklärt den Flug mit Einbildungskraft.
Quelle/Tradition: Magia naturalis II, 26
Bodin erzählte das Experiment 1580 so nach, als hätten sich die Nachrichten bestätigt, und schrieb, der Autor verdiene das Feuer.
Quelle/Tradition: Bodin, De la démonomanie des sorciers, Buch II
Reginald Scot nutzte dieselbe Stelle 1584 gegen den Glauben an den Hexenflug.
Quelle/Tradition: Scot, The Discoverie of Witchcraft, Buch X, Kap. 8
Rezepte und Experiment fehlen in der Ausgabe von 1589; deren Vorrede verteidigt das frühere Kapitel gegen Bodin.
Quelle/Tradition: Volltextsuche der lateinischen Ausgabe 1589 und der englischen Übersetzung 1658; Vorrede beider
Porta wurde 1610 Mitglied der Accademia dei Lincei.
Quelle/Tradition: Britannica; Galileo Project
Porta wurde 1535 in Vico Equense geboren.
Quelle/Tradition: Galileo Project; Britannica nennt „1535?“ ohne Ort
Portas Akademie der Geheimnisse der Natur war eine der ersten naturwissenschaftlichen Gesellschaften Europas.
Quelle/Tradition: Verbreitete Einordnung in Nachschlagewerken
Manche heutige Hexen berufen sich auf Portas Rezepte als historische Flugsalben.
Quelle/Tradition: Beobachtung heutiger Praxis; keine Aussage über eine Wirkung
Die Inquisition zwang Porta, das Salbenkapitel 1589 zu streichen.
Quelle/Tradition: Plausibel, aber undokumentiert; Porta nennt keinen Grund
Porta erfand das Fernrohr oder die Camera obscura.
Quelle/Tradition: Er machte die Camera obscura bekannt und beanspruchte nach 1609 die Priorität am Fernrohr
Eine Salbe nach Portas Angaben ermöglicht einen Flug oder eine sichere Visionserfahrung.
Quelle/Tradition: Die Zutaten sind giftig; eine sichere Dosis gibt es nicht
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Durch einen Türspalt sieht ein neapolitanischer Edelmann zu, wie sich eine alte Frau mit einer Salbe einreibt, in einen Schlaf fällt, aus dem sie nicht einmal Schläge wecken, und danach steif und fest behauptet, sie sei über Meere und Berge gereist. Giambattista della Porta druckte diese Szene 1558. Dreißig Jahre später war sie Beweis für den Hexenflug, Beweis dagegen und Bühnenzauber in London – und Porta hatte das Rezept still aus seinem Buch genommen. Was in den Ausgaben tatsächlich steht.
Das erwartet dich
- Wer della Porta war – und was unsicher ist
- Was „natürliche Magie“ 1558 hieß
- Das Salbenexperiment im Wortlaut
- Ein Text, drei Leser: Bodin, Scot, Middleton
- 1589: das Kapitel, das verschwand
- Die Drogen blieben, die Hexen gingen
- Der Weg nach Deutschland
- Wo die Quellen sich widersprechen
Kurz gesagt
Giambattista della Porta (1535–1615) war ein neapolitanischer Naturforscher und Komödienautor, einer der meistgelesenen Autoren der „natürlichen Magie“ in der Frühen Neuzeit. Seine Magia naturalis erschien 1558 in vier Büchern und 1589 stark erweitert in zwanzig. Er schrieb über Geheimschriften (1563), Physiognomik (1586), Optik und Destillation, gründete in Neapel eine frühe Gelehrtengesellschaft, geriet vor die Inquisition und wurde 1610 Mitglied der Accademia dei Lincei. Er starb am 4. Februar 1615 in Neapel.
Für die Geschichte der Hexenvorstellungen zählt ein Kapitel: Buch II, Kapitel 26 der vierbändigen Fassung, mit zwei Hexensalben-Rezepten und dem Experiment mit der alten Frau. Jean Bodin griff es 1580 an, Reginald Scot benutzte es 1584 gegen Bodin – und in der Ausgabe von 1589 fehlt es.
Ein Autodidakt und seine „Akademie der Geheimnisse“
Porta stammte aus einer wohlhabenden Familie des Königreichs Neapel. Das Galileo Project der Rice University nennt 1535 und Vico Equense südlich von Neapel als Geburtsjahr und -ort und hält fest, dass über seine Ausbildung nichts Sicheres bekannt ist; frühe Berichte schildern ihn als weitgehend autodidaktisch. Britannica versieht das Geburtsjahr mit einem Fragezeichen. Er reiste durch Italien, Frankreich und Spanien und arbeitete fast sein ganzes Leben in Neapel.
Vor 1580 versammelte er einen Kreis, die Academia Secretorum Naturae, die Akademie der Geheimnisse der Natur – oft als eine der ersten naturwissenschaftlichen Gesellschaften Europas bezeichnet. Sie wurde geschlossen, Porta von der Inquisition befragt. Die Daten schwanken: „um 1578“ laut Galileo Project; Schließung 1574, Verfahren ab Oktober 1577 und Abschluss 1578 mit einer kanonischen Reinigung, also ohne Verurteilung, nach der von Wikipedia zusammengefassten Forschung. Von 1592 bis 1598 durften seine philosophischen Schriften nicht neu gedruckt werden. Seine Laufbahn beendete das nicht: 1610, mit rund 75 Jahren, trat er der Accademia dei Lincei in Rom bei.
Was „natürliche Magie“ 1558 hieß
Portas Magie ist keine Beschwörungskunst. Er zitiert Plotin, der den Magier einen Diener der Natur nennt, nicht ihren Schöpfer, und füllt das Werk mit Dingen zum Nachmachen: Pfropfen und Züchten, Kosmetik, Duftstoffe, Destillation, Magnete, Geheimtinte, Feuerwerk, Linsen und Spiegel. Wunder, so die Grundidee, haben natürliche Ursachen, die man lernen kann. Die Beliebtheit des Buches verbreitete auch das Wissen um die Camera obscura, die er nicht erfunden, aber bekannt gemacht hat.
Wie das auf andere wirkte, wusste er. In der Vorrede von 1589 klagt er über Leute, die ihn für einen „Magum veneficum“ halten, einen Zauberer und Giftmischer, obwohl er nie etwas geschrieben habe, „was nicht innerhalb der Grenzen der Natur“ liege. Dieser Satz erklärt alles, was folgt.
Die Salbengeschichte führt zu Pflanzen, die in keiner Menge harmlos sind. Wer der Erfahrung, die Portas Zeugin beschrieb – das Gefühl, den Körper zu verlassen und weit zu reisen –, heute nachgehen will, tut das ohne Nachtschatten.
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In der vierbändigen Magia naturalis – wir haben den Druck von 1560 gelesen, der der Erstfassung folgt – klagt Porta im 26. Kapitel des zweiten Buchs, die Menschen missbrauchten, was die Natur zu ihrem Nutzen gegeben habe, und mischten „viele Kräuter zusammen“ zu den Salben der lamiae, der Hexen. Darin sei viel Aberglaube, doch wer genau hinsehe, erkenne, dass sie „aus natürlicher Kraft“ wirkten. Dann gibt er wieder, was man ihm berichtet habe. Das erste Rezept beginnt mit dem Standardvorwurf der Hexenliteratur, gekochtem Kinderfett. Es folgen Pflanzen, darunter Eisenhut, ein schlafbringender Nachtschatten, Pappelblätter und Ruß, im zweiten Rezept Fledermausblut und Öl. Mengen und Verfahren nennen wir nicht: Eisenhut und Nachtschatten sind stark giftig.
Portas Erklärung ist psychologisch, nicht teuflisch. Die Frauen rieben die Haut rot, damit sich die Poren öffnen; in einer mondhellen Nacht meinten sie dann, durch die Luft zu Gelagen, Tanz und Liebhabern getragen zu werden. Ihre Einbildungskraft sei so stark und ihre Kost aus Rüben, Wurzeln, Kastanien und Hülsenfrüchten so karg, dass sich der Kopf mit solchen Bildern fülle.
Dann das Experiment. Eine alte Frau versprach, ihm in kurzer Zeit Nachricht aus der Ferne zu bringen, schickte die Zeugen hinaus, entkleidete sich und rieb sich ein; die Männer sahen durch die Ritzen der Tür zu. Sie fiel in so tiefen Schlaf, dass sie nichts spürte, als man die Tür aufbrach und sie schlug. Erwacht, erzählte sie, sie sei über Meere und Berge gegangen – „falsche Antworten“, schreibt Porta, „wir widersprechen, sie beharrt; wir zeigen ihr die blauen Flecken, sie widersteht nur hartnäckiger“. Porta behauptet nirgends, sie sei geflogen. Er sagt, sie habe es geglaubt.
Ein Text, drei Leser: Bodin, Scot, Middleton
Der französische Jurist Jean Bodin las dieselbe Seite und kam zum umgekehrten Ergebnis. In De la démonomanie des sorciers (Paris 1580), zweites Buch, erzählt er sie aus der „natürlichen Magie eines Neapolitaners“ nach: Die Hexe sei drei Stunden später „in ihren Körper zurückgekehrt“ und habe Nachrichten aus mehreren Ländern gebracht, „qui furent avérées“ – die sich bestätigt hätten. Im Latein steht das Gegenteil. Den Autor nennt Bodin einen, „der das Feuer verdient“, weil er die Mittel zeige. Im vierten Buch führt er „Baptiste Porta Neapolitain“ neben Sprenger, dem Mitautor des Hexenhammers, als Beleg dafür an, dass Hexen Kinder kochen. Was Porta als Hörensagen notierte, wurde zum Beweis. 1581 übertrug Johann Fischart Bodins Buch ins Deutsche.
Vier Jahre später drehte der Engländer Reginald Scot das Kapitel wieder um. In The Discoverie of Witchcraft (1584), Buch X, Kapitel 8, übersetzte er Rezepte und Experiment ausdrücklich, weil sie „die Meinung des Hexenhammers, Bodins und anderer“ über den Hexenflug widerlegten. Für Scot war Portas alte Frau der beste Beweis, dass der Flug im Kopf stattfand.
Der dritte Leser war ein Dramatiker. Wie Brinsley Nicholson in seiner Scot-Ausgabe von 1886 zeigt, übernahm Thomas Middleton in seinem Stück The Witch Portas Zutaten über Scot fast wörtlich. Seine Hecate befiehlt, das Fett gut auszukochen, es trage „in mondhellen Nächten“ das gesalbte Fleisch in die Luft, und zählt „eleoselinum“, „aconitum“, Pappelblätter, Ruß und „das Blut einer Fledermaus“ auf. Aus dem Beleg eines Skeptikers war ein Bühnenzauber geworden.
1589: das Kapitel, das verschwand
Als Porta 1589 die zwanzigbändige Magia naturalis herausgab – laut Titelblatt „vom Autor selbst gereinigt und vermehrt“ –, fehlte das Salbenkapitel. Wir haben den Volltext der lateinischen Ausgabe von 1589 und der englischen Übersetzung von 1658 durchsucht, beide digitalisiert im Internet Archive: Rezepte, alte Frau und Kinderfett kommen nicht vor. Eine Wortsuche in gescanntem Frühdruck ist nicht unfehlbar, doch die Schlüsselwörter fehlen durchgehend. Die Salbe überlebt nur in der Vorrede.
Dort antwortet Porta Bodin, ohne ihn zu nennen: Ein Franzose halte ihn in seinem Buch über die Dämonomanie für einen Zauberer und sein längst gedrucktes Buch für feuerwürdig, weil er die Hexensalbe beschrieben habe – die er doch nur angeführt habe, um die Betrügereien der Dämonen und Hexen zu verabscheuen. Ob auch das Inquisitionsverfahren von 1577/78 bei der Streichung eine Rolle spielte, liegt nahe; Porta sagt es nicht, und ein Dokument, das es sagt, haben wir nicht gefunden.
Die Drogen blieben, die Hexen gingen
Gestrichen hat Porta die Hexe, nicht die Pharmakologie. Buch VIII der Ausgabe von 1589 beschreibt, wie Nachtschattengewächse, darunter die Tollkirsche, angenehme wie schreckliche Visionen erzeugen, und warnt, dass die vierfache Menge tötet. Er erzählt von einem Freund, der Leute glauben machen konnte, sie seien Fische oder Gänse, und fügt an: „Ich erinnere mich, dass ich dies als junger Mann an meinen Zimmergenossen versuchte.“ Einer, der viel Rindfleisch gegessen hatte, sah nur noch Stiere auf sich zustürmen.
Nebeneinander gelesen erzählen die Fassungen dieselbe Überzeugung: Diese Pflanzen wirken auf die Einbildungskraft, der „Flug“ ist ein Erlebnis, keine Reise. 1558 illustrierte Porta das mit einer Hexe, 1589 mit Studenten. Die Sache blieb, das Wort, das Bodin zum Ruf nach dem Feuer brachte, verschwand.
Der Weg nach Deutschland
Deutsche Leser kannten Porta früh. 1612 erschien in Magdeburg die Natürliche Magia, „in vier Bücher abgetheilet“, also nach der frühen Fassung; ob sie das Salbenkapitel enthält, konnten wir im Digitalisat nicht zuverlässig prüfen. Später folgte das Haus- Kunst- und Wunder-Buch, 1680 von Christian Peganius herausgegeben. Johannes Praetorius referiert Portas Experiment 1668 in seiner Blocksberg-Schrift und lässt es als „Teuflische Träume“ stehen – mehr dazu in unserem Praetorius-Artikel.
Und der Volkskundler Will-Erich Peuckert rieb sich 1927 mit einer Salbe nach Portas Angaben ein und schlief rund zwanzig Stunden. Unser Artikel zur Flugsalbe behandelt diese Selbstversuche und die Giftigkeit ausführlich.
Wo die Quellen sich widersprechen
| Frage | Was die Quellen sagen |
|---|---|
| Geburt | 1535 in Vico Equense (Galileo Project); „1535?“ ohne Ort (Britannica). |
| Erstausgabe der Magia naturalis | 1558, vier Bücher (Britannica, Wikipedia; der von uns gelesene Druck von 1560 passt dazu). Der Katalog des Galileo Project nennt „1585“ – vermutlich ein Zahlendreher. |
| Inquisition | „Um 1578“ (Galileo Project); Schließung 1574, Verfahren ab Oktober 1577, Abschluss 1578 (Tarrant 2013, nach Wikipedia). |
| De refractione / De distillatione | 1589 oder 1593 bzw. 1608, 1609 oder 1610, je nach Nachschlagewerk. |
| Dauer des Schlafs | Bodin: drei Stunden. Im lateinischen Text von 1560 und bei Scot steht keine Stundenzahl. |
Wir behaupten nicht, dass Porta eine „echte“ Hexe beobachtet hat – er beschreibt eine Frau, die andere so nannten, und gibt die Rezepte als Gehörtes wieder. Wir behaupten nicht, dass die Inquisition die Streichung erzwang; das ist plausibel, aber unbelegt. Wir nennen kein Rezept, keine Menge, kein Verfahren: Für Eisenhut, Tollkirsche und die übrigen Nachtschatten gibt es keine sichere Hausdosis. Nichts in diesem Artikel ist medizinischer Rat. Alle wörtlich zitierten Texte sind seit Jahrhunderten gemeinfrei.
Was die Quellen zeigen, ist ungewöhnlich genug: Eine Seite aus dem Buch eines Neapolitaners galt als Beweis für Hexen, als Beweis gegen sie und als Zauberspruch auf der Bühne – und ihr Autor antwortete dem Ruf nach dem Scheiterhaufen, indem er die Hexe strich und die Chemie behielt.
Häufige Fragen zu Giambattista della Porta
Wer war Giambattista della Porta?
Ein neapolitanischer Naturforscher und Komödienautor (1535–1615), Verfasser der Magia naturalis (1558, erweitert 1589), Gründer der frühen Akademie der Geheimnisse der Natur und ab 1610 Mitglied der Accademia dei Lincei.
Was steht in der Magia naturalis?
Natürliche Erklärungen für „Wunder“: Pflanzen und Züchtung, Kosmetik und Duftstoffe, Destillation, Magnete, Geheimschrift, Feuerwerk, Linsen und Spiegel. Die Fassung von 1558 hat vier Bücher, die von 1589 zwanzig.
Was war Portas Hexensalben-Experiment?
In Buch II, Kapitel 26 der frühen Fassung berichtet er, eine alte Frau habe sich eingerieben, sei in tiefen Schlaf gefallen und habe danach behauptet, über Meere und Berge gereist zu sein. Porta nennt ihre Berichte falsch und erklärt den „Flug“ mit Einbildungskraft.
Warum griff Jean Bodin Porta an?
Bodin erzählte das Experiment 1580 so nach, als hätten sich die Nachrichten der Frau bestätigt, und schrieb, der Autor verdiene das Feuer. Reginald Scot benutzte dieselbe Stelle 1584, um das Gegenteil zu zeigen.
Steht die Hexensalbe in der Ausgabe von 1589?
Nein. In der zwanzigbändigen Ausgabe und in der englischen Übersetzung von 1658 fehlt das Kapitel. Die Salbe wird nur noch in der Vorrede erwähnt, in Portas Antwort an Bodin.
Kann man Portas Salbe heute nachmachen?
Nein, und davon ist dringend abzuraten. Eisenhut und Nachtschattengewächse sind stark giftig, der Wirkstoffgehalt schwankt, eine sichere Dosis gibt es nicht. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Giftnotruf oder 112 anrufen.
Quellen
Giambattista della Porta, Magia naturalis sive de miraculis rerum naturalium libri IIII (Druck 1560; Internet Archive) · Magiae naturalis libri XX (Neapel 1589; Internet Archive) · Natural Magick (London 1658; Internet Archive) · Natürliche Magia (Magdeburg 1612; BSB/Google Books) · Jean Bodin, De la démonomanie des sorciers (Paris 1580; Antwerpen 1593), Buch II und IV · Reginald Scot, The Discoverie of Witchcraft (1584), Buch X, Kap. 8, hg. von Brinsley Nicholson (1886), Project Gutenberg Nr. 60766 · Thomas Middleton, The Witch, I,2 · Johannes Praetorius, Blockes-Berges Verrichtung (1668), Deutsches Textarchiv · „Giambattista della Porta“, Encyclopaedia Britannica · Richard S. Westfall, „Porta, Giambattista della“, The Galileo Project, Rice University · Neil Tarrant, „Giambattista Della Porta and the Roman Inquisition“, British Journal for the History of Science 46 (2013) · Wikipedia, „Giambattista della Porta“ und „Magia Naturalis“ (als Register).
Weiterlesen bei uns: Flugsalbe: Was in der Hexensalbe wirklich war · Johannes Praetorius und der Blocksberg · Giftige Räucherpflanzen · Doktor Fausts Höllenzwang
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