Schwarze & Weiße Magie

Glücksschwein: Warum das Schwein Glück bringt – Herkunft, Brauch & Bedeutung

Rosa, rund und seit über hundert Jahren auf jeder Neujahrskarte: Warum das Schwein Glück bringt und was hinter „Schwein gehabt“ wirklich steckt.

Marzipan-Glücksschwein mit rotem Schleifenband und vierblättrigem Kleeblatt im Maul neben einer Kerze
Schnellantwort

Das Glücksschwein steht für Wohlstand und Fruchtbarkeit: Über Jahrhunderte sicherte ein Schwein im Stall den Winter, und eine Sau wirft viele Ferkel. Woher der Brauch genau stammt, ist laut dem Österreichischen Museum für Volkskunde nicht völlig geklärt; als Neujahrsglücksbringer ist das Schwein seit dem 19. Jahrhundert belegt. Für „Schwein gehabt“ ist die Spur der Spielkarten am besten belegt, auf deren Assen oft ein Schwein abgebildet war. Eine glücksbringende Wirkung ist nicht belegt.

Einordnung
Belegt

Das Ass entstand um 1500 als höchste Karte deutscher Spielkarten; auf vielen Assen ist ein Schwein abgebildet.

Quelle/Tradition: Österreichisches Museum für Volkskunde, Glücksbringer (2018/19)

Belegt

Schweine gehören seit dem 19. Jahrhundert zu den typischen Neujahrsglücksbringern.

Quelle/Tradition: Österreichisches Museum für Volkskunde, Glücksbringer (2018/19)

Überliefert

„Schwein gehabt“ geht auf ein Ferkel als Trostpreis für den Letzten bei Wettkämpfen zurück.

Quelle/Tradition: Verbreitete, nicht gesicherte Herleitung

Nicht belegt

Das Glücksschwein stammt in direkter Linie von einem germanischen Eberkult ab.

Quelle/Tradition: Kein Nachweis

Gelebte Praxis

Das Marzipanschwein wird zu Silvester verschenkt und am Neujahrstag gegessen.

Quelle/Tradition: Brauch im deutschsprachigen Raum

Nicht belegt

Ein Glücksschwein bringt nachweislich Geld oder Glück.

Quelle/Tradition: Kein Nachweis

BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Aus Marzipan, mit Kleeblatt im Maul, als Sparschwein oder auf der Neujahrskarte: Kaum ein Glücksbringer ist bei uns so beliebt wie das Schwein. Warum ausgerechnet ein Schwein Glück bringen soll, was hinter „Schwein gehabt“ steckt, welche Erklärungen belegt sind und welche nicht, und was du mit deinem Glücksschwein anfangen kannst.

Auf einen Blick

Was es bedeutet: Wohlstand, Fruchtbarkeit und ein gefüllter Vorrat. Wer ein Schwein hatte, kam durch den Winter.

Woher es kommt: Ganz geklärt ist das nicht. Als Neujahrsglücksbringer ist das Schwein seit dem 19. Jahrhundert belegt.

„Schwein gehabt“: Es gibt mehrere Erklärungen. Die Spielkarten-Spur ist am besten belegt, keine ist bewiesen.

Der Brauch: Zu Silvester verschenken, am Neujahrstag aufessen oder aufstellen, oft zusammen mit Kleeblatt, Fliegenpilz und Schornsteinfeger.

Glücksschwein Bedeutung in Kürze

Das Glücksschwein steht für Wohlstand und Fülle. Der Grund ist handfest: Über Jahrhunderte war ein Schwein im Stall der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Winter. Es fraß, was übrig blieb, vermehrte sich schnell und lieferte Fleisch, Fett und Wurst für Monate. Wer Schweine hatte, war versorgt. Aus diesem Alltagswissen wurde ein Sinnbild: Das Schwein bringt, was man zum Leben braucht.

Dazu kommt die Fruchtbarkeit. Eine Sau wirft viele Ferkel, und so taucht das Schwein in Bräuchen und Sprüchen immer wieder im Zusammenhang mit Liebe, Ehe und Kindersegen auf. Heute verschenken wir es vor allem zum Jahreswechsel, als Wunsch für ein volles, gutes neues Jahr.

Woher kommt das Glücksschwein?

Ehrliche Antwort zuerst: Ganz genau weiß das niemand. Das Österreichische Museum für Volkskunde in Wien hält in seiner Ausstellung über Glücksbringer fest, dass sich die Frage derzeit nicht völlig klären lässt. Sicher ist, dass Wildschweine in der Jungsteinzeit domestiziert wurden und das Hausschwein seitdem zu den wertvollsten Tieren der bäuerlichen Wirtschaft gehörte.

Als die Neujahrsglücksbringer im 19. Jahrhundert ihre heutige Form bekamen, war das Schwein jedenfalls schon dabei. Die Wiener Sammlung zeigt Neujahrskarten aus den Jahren um 1910 bis in die 1930er: ein Kind mit Schwein auf dem Rodel, ein Schwein mit Ilexzweig im Maul, ein Rauchfangkehrer, der ein Schwein in der Schubkarre fährt. Aus derselben Zeit stammen Figuren aus Metall und Holz, später Kunststoff und natürlich Marzipan.

Oft liest man, schon die Germanen hätten das Schwein als heiliges Glückstier verehrt, etwa wegen des goldenen Ebers des Gottes Freyr. Den Eber gibt es in der nordischen Überlieferung tatsächlich, aber eine durchgehende Linie von dort bis zum Marzipanschwein lässt sich nicht belegen. Mehr über das wilde Vorbild steht in unserem Artikel über das Wildschwein als Krafttier.

„Schwein gehabt“: woher die Redewendung kommt

Wer „Schwein gehabt“ hat, hatte Glück, oft unverdient. Die Redewendung ist im 19. Jahrhundert gut belegt. Für ihre Herkunft kursieren drei Erklärungen:

Erklärung Worum es geht Wie gut belegt
Die Spielkarte Auf vielen Assen deutscher Spielkarten, dem „Daus“ oder der „Sau“, war ein Schwein abgebildet. Wer die höchste Karte zog, hatte Schwein. Am besten belegt: Das Ass als höchste Karte entstand um 1500, Sauen auf Assen sind erhalten
Der Trostpreis Bei Wettkämpfen und Schützenfesten soll der Letzte ein Ferkel bekommen haben. Er hatte verloren und trotzdem Glück. Oft erzählt, aber ohne verlässliche Quelle
Der Vorrat Wer im Herbst ein Schwein schlachten konnte, war für den Winter versorgt. Plausibel als Hintergrund, aber keine Erklärung für die Redewendung selbst

Keine dieser Spuren ist bewiesen, und sie schließen sich nicht aus. Wahrscheinlich haben alle drei dazu beigetragen, dass das Schwein im Deutschen so fest mit Glück verbunden ist.

Das Glücksschwein zu Silvester

Seinen großen Auftritt hat das Glücksschwein zum Jahreswechsel. Neujahr gehörte früher zum Weihnachtsfestkreis, und schon im Mittelalter zogen Handwerker von Tür zu Tür, um gute Wünsche zu überbringen. Aus diesen Wünschen wurden Karten, aus den Karten Figuren. Heute steht das Schwein selten allein: Es trägt ein vierblättriges Kleeblatt im Maul, sitzt auf einem Fliegenpilz oder wird von einem Schornsteinfeger begleitet. In der Wiener Sammlung gibt es sogar ein gegossenes Bleischwein mit einem Glückspilz im Maul.

Die bekannteste Form ist das Marzipanschwein. Es wird zu Silvester verschenkt und am Neujahrstag gegessen, damit das Glück im neuen Jahr in einem bleibt. Wer es lieber aufheben möchte, nimmt eine Figur aus Holz, Ton oder Glas.

Glücksschwein und seine Begleiter

Die Kombinationen haben jeweils eine eigene Note. So werden sie meistens verstanden:

Kombination Wunsch dahinter
Schwein mit Kleeblatt Doppeltes Glück: Wohlstand und das seltene, unverhoffte Glück
Schwein mit Münze Geld, Einkommen, ein gefülltes Konto
Schwein auf dem Fliegenpilz Ein „Glückspilz“-Jahr, in dem dir Gutes zufällt
Schwein mit Schornsteinfeger Ein sicheres, warmes Zuhause und Schutz vor Unglück
Schwein mit Hufeisen Glück, das im Haus bleibt
Sparschwein Wohlstand, der wächst, wenn man ihn regelmäßig füttert

Das Schwein in anderen Kulturen

Das Glücksschwein ist vor allem ein Brauch im deutschsprachigen Raum. In Österreich ist es so fest verankert, dass die Münze Österreich eine Neujahrsmünze mit dem Titel „Schwein gehabt“ herausgegeben hat. Im chinesischen Tierkreis ist das Schwein das letzte der zwölf Zeichen und steht für Wohlstand, Genuss und Großzügigkeit. In Korea gilt ein Traum von Schweinen als Geldtraum; manche kaufen danach ein Lotterielos.

Das Sparschwein hat eine eigene Geschichte. Eine verbreitete Erklärung führt es auf einen englischen Ton namens „pygg“ zurück, aus dem Spargefäße gemacht wurden. Auch das ist eine Vermutung, keine gesicherte Herleitung. Dass Sparbüchsen in Schweineform aber seit Langem zum Glücksschwein-Kosmos gehören, ist unstrittig.

Money Bowl – Geldritual, Ritualpraxis und 28-Tage-Begleitung als PDF

Wenn du die Fülle nicht nur verschenken willst

Money Bowl — Die Kunst der Fülle

Das Geldritual mit Schale, Zimt und Lorbeer, Schritt für Schritt erklärt, mit 28 Tagen Begleitung. Ein Ritual für das neue Jahr. Als PDF.

27,00 € · PDF, sofort verfügbar

Zur Money Bowl

Zwei PDFs im Warenkorb — 20 % automatisch.

Was du mit einem Glücksschwein tun kannst

Ein Glücksbringer wirkt in der magischen Praxis vor allem über die Absicht, die du hineinlegst. Ein paar Wege, wie du das Schwein bewusst einsetzt:

  • Verschenken. Der Brauch lebt vom Weitergeben. Sprich beim Überreichen einen konkreten Wunsch aus, statt nur „Prosit Neujahr“ zu sagen.
  • Aufstellen. Eine Figur gehört dorthin, wo du mit Geld oder Arbeit zu tun hast: an den Schreibtisch, neben die Kasse, in die Nähe des Eingangs.
  • Essen. Das Marzipanschwein wird am Neujahrstag gegessen. Viele beginnen am Kopf oder am Rüssel, damit das Glück nicht davonläuft.
  • Füttern. Ein Sparschwein, in das du jeden Monatsersten eine Münze steckst, ist ein kleines Fülle-Ritual, das über das ganze Jahr trägt.
  • Kombinieren. Wer magisch arbeitet, legt das Schwein mit Kleeblatt, Münze oder Lorbeer in eine Geldschale. Wie das geht, beschreibt unser Artikel über Geldzauber und Wohlstandsrituale.

Dein Glücksschwein-Deuter

Wähle, welches Schwein dir begegnet ist und was du dir für das neue Jahr wünschst. Du bekommst eine Deutung und einen kleinen Brauch dazu.

Glücksschwein-Deuter

Welches Schwein – und welcher Wunsch?

Zwei Angaben, 30 Antworten.

Stimmen aus der Praxis

Keine Zitate, keine Namen – nur die Lagen, in denen das Glücksschwein in Gesprächen über Glücksbringer typischerweise auftaucht:

  • Die Familientradition. Viele erzählen, dass in ihrer Familie seit Generationen an Silvester jedes Kind ein Marzipanschwein bekommt, und dass sie den Brauch an die eigenen Kinder weitergeben.
  • Das alte Sparschwein. Häufig berichten Menschen, dass sie ihr Sparschwein aus der Kindheit noch besitzen und es nie übers Herz gebracht haben, es zu zerschlagen.
  • Die Schreibtischfigur. Wer sich selbstständig macht, stellt sich nicht selten ein kleines Schwein auf den Schreibtisch, halb im Scherz, halb im Ernst.

Was wir nicht versprechen

  • Keine Garantie. Ein Glücksschwein bringt kein Geld aufs Konto und keinen Lottogewinn.
  • Keine gesicherte Herkunft. Woher der Brauch genau stammt, ist ungeklärt. Wir nennen die Erklärungen und wie gut sie belegt sind.
  • Kein Germanen-Mythos. Eine durchgehende Linie vom Eber der nordischen Götter zum heutigen Glücksschwein lässt sich nicht nachweisen.
  • Kein Ersatz für Planung. Wer Geldsorgen hat, braucht neben jedem Ritual einen ehrlichen Blick auf Einnahmen und Ausgaben, im Zweifel mit einer Schuldnerberatung.

Praktisch: so gehst du damit um

  1. Einen Wunsch formulieren. Schreib vor Silvester in einem Satz auf, was das neue Jahr dir bringen soll.
  2. Das passende Schwein wählen. Zum Essen das Marzipanschwein, zum Behalten eine Figur, für das ganze Jahr das Sparschwein.
  3. Bewusst schenken. Verschenke mindestens ein Schwein mit einem ausgesprochenen Wunsch. Der Brauch lebt vom Weitergeben.
  4. Einen Platz geben. Stell die Figur dorthin, wo dein Wunsch wohnt: Schreibtisch, Eingang, Küche.
  5. Weiterlesen. Weitere Glücksbringer findest du bei Schornsteinfeger, vierblättriges Kleeblatt und Hufeisen aufhängen.

Häufige Fragen zum Glücksschwein

Warum bringt ein Schwein Glück?

Das Schwein steht für Wohlstand und Fruchtbarkeit. Über Jahrhunderte war ein Schwein im Stall die Versicherung für den Winter, und eine Sau wirft viele Ferkel. Daraus wurde ein Sinnbild für Fülle. Woher der Brauch genau stammt, ist nicht abschließend geklärt.

Woher kommt die Redewendung „Schwein gehabt“?

Am besten belegt ist die Spur der Spielkarten: Auf vielen Assen deutscher Karten, dem Daus oder der Sau, war ein Schwein abgebildet. Wer es zog, hatte die höchste Karte. Die Erklärung mit dem Ferkel als Trostpreis wird oft erzählt, ist aber nicht verlässlich belegt.

Warum verschenkt man zu Silvester Glücksschweine?

Seit dem 19. Jahrhundert gehören Schweine zu den typischen Neujahrsglücksbringern, auf Karten ebenso wie als Figuren. Man wünscht damit ein volles, gutes Jahr. Das Marzipanschwein wird traditionell am Neujahrstag gegessen.

Wo stellt man ein Glücksschwein am besten hin?

Dorthin, wo dein Wunsch wohnt: an den Schreibtisch bei Wünschen für Beruf und Geld, in die Nähe der Haustür für ein sicheres Zuhause. Eine feste Regel gibt es nicht.

Was bedeutet ein Schwein mit Kleeblatt?

Die Kombination steht für doppeltes Glück: das Schwein für verlässlichen Wohlstand, das vierblättrige Kleeblatt für das seltene, unverhoffte Glück.

Was bedeutet es, von einem Schwein zu träumen?

In vielen Deutungen gilt das Schwein im Traum als Zeichen für Geld und Fülle; in Korea etwa ist der Schweinetraum ein bekannter Geldtraum. Eine vorhersagende Bedeutung ist aber nicht belegt.

Quellen & Weiterlesen

  • Ausstellung und Sammlung: Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien: Glücksbringer (Begleitheft, 2018/19) – Herkunft des Glücksschweins, Neujahrskarten, Spielkarten-Ass, Sparschwein-Vermutung nach Wuketits (2011).
  • Neujahrsmünze: Münze Österreich: 5-Euro-Silbermünze „Schwein gehabt“ (2023).
  • Brauch heute: Silvester-Rezepte und Brauchtumsbeiträge regionaler Medien, etwa leinetal24/heidelberg24: Glücksschweinchen an Silvester.
  • Weiterlesen bei uns: Amulett, Talisman, Glücksbringer · Marienkäfer als Glückssymbol · Wildschwein als Krafttier

Bräuche und Deutungen in diesem Beitrag sind Überlieferung und magische Praxis, keine Garantie. Stand: 16.10.2026.

Portaltage, Vollmonde und Rituale — einmal die Woche in dein Postfach.

Wann der nächste Portaltag ist, was der Vollmond diesen Monat bedeutet und welches Ritual dazu passt. Kein Spam, keine tägliche Mail. Als Dank: 10 % auf deine erste Bestellung mit dem Code WILLKOMMEN10.

Du kannst dich jederzeit mit einem Klick abmelden. Datenschutz

Zurück zu den Desire Diaries