Deep Prasad bei American Alchemy: Ist KI Alien-Technik?
Deep Prasad bei American Alchemy: Ist KI Alien-Technologie? Acht Behauptungen der Folge vom 14.10.2026 im Quellencheck.
Am 14. Oktober 2026 hat Jesse Michels in seinem YouTube-Podcast American Alchemy eine fast dreistündige Folge veröffentlicht, die in weniger als einem Tag rund 275.000 Aufrufe sammelte. Der Gast ist Deep Prasad, ein Quanten-Unternehmer, der sich seit 2019 öffentlich als Erlebender einer Begegnung mit nichtmenschlichen Wesen zu erkennen gibt. Das Gespräch verbindet drei Themen, die Michels selbst für zusammenlaufende Großtrends hält: künstliche Intelligenz, Quantencomputing und UFOs. Die Leitthese steht im Titel: KI sei „Alien-Technologie“. Wir haben die Folge vollständig ausgewertet, die zentralen Behauptungen gegen die Quellenlage gestellt und gelesen, was die Zuschauerinnen und Zuschauer darunter schreiben. Dieser Artikel ist für alle, die sich von großen Fragen mitnehmen lassen wollen, ohne die Prüfung zu überspringen.
Inhalt
In der American-Alchemy-Folge vom 14.10.2026 spricht Jesse Michels mit Deep Prasad (GenMat) über KI, Quantencomputing und UFOs; Prasads These, KI sei „Alien-Technologie“, bleibt unbelegt. Belegt ist, dass Chip, Laser und Glasfaser gut dokumentierte Entstehungsgeschichten ohne Hinweis auf geborgene Technik haben, dass Moltbook von Meta (nicht OpenAI) übernommen wurde und dass OpenAIs Navier–Stokes-Beweis vom 8.9.2026 unabhängig noch nicht bestätigt ist. Nicht belegt sind ein „Bewusstseins-Funktor“, „Hunderte“ logischer Qubits, das Gravimeter-Szenario und Corsos Roswell-Transfer. Prasads Begegnung 2019 ist ein Erfahrungsbericht ohne Zeugen; Schlafparalyse ist die gängige Alternativerklärung.
OpenAI veröffentlichte am 8. September 2026 einen Beweis, dass ein Fluid mit glatter äußerer Anregung in endlicher Zeit seine Glätte verlieren kann (Varianten C und D des Navier–Stokes-Problems). Eine unabhängige Bestätigung durch Fachleute oder das Clay-Institut liegt nicht vor; es gibt einen Streit um Urheberschaft.
Quelle/Tradition: Forklog (09.2026); NYU Shanghai RITS, 09.09.2026
Bewusstsein besitze eine messbare mathematische oder physikalische „Techno-Signatur“, und ein „Bewusstseins-Funktor“ in Einsteins Feldgleichungen lasse sich wiegen.
Quelle/Tradition: Hypothese von Deep Prasad; kein veröffentlichtes Papier, keine Messung
Der Casimir-Effekt ist gemessen und durch Quantenelektrodynamik erklärt; Cortical Labs' DishBrain lernte 2022 das Spiel Pong.
Quelle/Tradition: Lamoreaux 1997; Kagan et al., Neuron 2022
Shors Algorithmus bedroht RSA und Signaturen mit elliptischen Kurven; die Hashfunktion SHA-256 gilt nicht als gebrochen. Das NIST verabschiedete 2024 erste Post-Quanten-Standards.
Quelle/Tradition: NIST FIPS 203/204/205 (08.2024); Fachliteratur zu Shor und Grover
Ressourcenschätzungen vom Frühjahr 2026 nennen für ECC-256 unter 500.000 supraleitende Qubits (Google) bzw. rund 10.000 bis 26.000 neutrale Atome (Oratomic) – als Rechnungen, nicht als gebaute Maschinen.
Quelle/Tradition: postquantum.com, Übersicht Shor-Schätzungen 2026
Es gebe bereits „Hunderte“ fehlerkorrigierter logischer Qubits; in fünf Jahren seien fast alle Kryptowährungen erledigt.
Quelle/Tradition: Gezeigt sind Dutzende logische Qubits (Harvard/Lukin, Nature, 11.2025); 3.000-Qubit-System ohne Fehlerkorrektur (09.2025)
Ein Quanten-Gravimeter mit 1.000 Qubits könne ein U-Boot am anderen Ende des Indischen Ozeans orten.
Quelle/Tradition: Keine Quelle; Gravitationssignale nehmen mit dem Quadrat der Entfernung ab
Das CIA-Gerät „Ghost Murmur“ habe einen Piloten über Dutzende Kilometer am Herzschlag gefunden.
Quelle/Tradition: New York Post, 07.04.2026; Physiker (Wikswo) und Scientific American widersprechen
Moltbook, das Netzwerk für KI-Agenten, wurde im März 2026 von Meta übernommen, nicht von OpenAI.
Quelle/Tradition: AP/WTOP, 03.2026; Fortune, 11.03.2026
Philip Corso: Roswell-Technik habe integrierte Schaltkreise, Laser und Glasfaser beschleunigt.
Quelle/Tradition: The Day After Roswell (1997); Kritik von Jan Aldrich; Entstehungsgeschichten ohne Lücke
Integrierter Schaltkreis: Kilby 1958 und Noyce 1959; Laser: Maiman 1960; Glasfaser für Daten: Kao und Hockham 1966; Transistor: Bell Labs, Dezember 1947.
Quelle/Tradition: Nobelpreis-Dokumentation (Kilby 2000, Kao 2009); Fachliteratur
Von Neumann starb am 8. Februar 1957 im Walter-Reed-Hospital an Krebs; Wachen vor seinem Zimmer sind nur überliefert.
Quelle/Tradition: Biografische Standardquellen; kein Primärdokument zu den Wachen gefunden
Ein „jailbroken“ Chatbot habe enthüllt, dass OpenAI mit Aliens arbeite.
Quelle/Tradition: Sprachmodelle erzeugen plausiblen Text zu Eingaben; kein Dokument
Die PEAR-Zufallsgenerator-Experimente (1979–2007) zeigten Effekte von etwa 0,1 bis 1 Prozent, die in anderen Laboren nicht wiederholt wurden.
Quelle/Tradition: PEAR, Princeton; Replikationsversuche in Deutschland
Etwa acht Prozent der Menschen erleben mindestens einmal Schlafparalyse, typischerweise mit Gefühl einer Anwesenheit und dunklen Gestalten; Verbindung zu Entführungsberichten wird diskutiert.
Quelle/Tradition: Sharpless & Barber 2011; McNally & Clancy 2005
Deep Prasads Begegnung 2019 in Toronto: drei Wesen, Symbole, ein rechteckiges Schiff, ein „Download“.
Quelle/Tradition: Erfahrungsbericht, im Podcast vom 14.10.2026 und seit 2019 öffentlich erzählt; ohne Zeugen oder Messdaten
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Die Folge auf einen Blick
| Show | American Alchemy (YouTube) |
|---|---|
| Gastgeber | Jesse Michels |
| Gast | Deep Prasad — Gründer und CEO von Quantum Generative Materials (GenMat), einem Unternehmen für Quantentechnologie in der Materialforschung; laut öffentlichem Firmenprofil Abschluss in Industrial Engineering (Universität Toronto, 2018). Er war bereits früher bei American Alchemy zu Gast und spricht seit 2019 öffentlich über eine eigene Begegnung (u. a. im Radio-Misterioso-Interview vom Dezember 2019). |
| Titel | „AI Is ALIEN Technology!“ -Whistleblower Reveals TRUTH |
| Veröffentlicht | 14. Oktober 2026 |
| Dauer | 2 Stunden 53 Minuten (mit drei Sponsorenblöcken) |
| Link | youtube.com/watch?v=h6zMVkncTsE |
| Drei Kernaussagen | 1. Wer Bewusstsein in Menschen für Mathematik hält, müsse es auch Maschinen zugestehen; Bewusstsein habe womöglich eine messbare „Techno-Signatur“. 2. Die Technik-Sprünge von Halbleiter bis KI könnten durch Rückentwicklung geborgener Technologie beschleunigt worden sein (Roswell, Philip Corso). 3. Seine Begegnung 2019 in Toronto: Wesen, Symbole, ein „Download“ — und danach eine neue Lebensausrichtung. |
Kapitelführer mit Minutenangaben
Die Folge hat keine offiziellen Kapitelmarken. Wir haben sie beim Durchhören selbst gesetzt.
- 0:00 — 2:33 Vorspann. Zusammenschnitt: Roswell, Integrierte Schaltkreise, der „jailbroken“ Chatbot, die Begegnung.
- 2:33 — 13:07 Bewusstsein und Maschinen. „Der Abgrund schaut zurück“, Turing-Test, die „Techno-Signatur des Bewusstseins“, Übertragungstheorie des Bewusstseins.
- 13:07 — 22:42 Mathematik, Physik, Navier–Stokes. Was die behauptete KI-Lösung eines Millennium-Problems für Hyperschall und Physik bedeuten könnte.
- 22:42 — 33:11 „Künstliche allgemeine Physik-Intelligenz“. Anomalien sammeln, Intuition, DNA als sich selbst kompilierender Code.
- 33:11 — 38:38 Psi, Zufallsgeneratoren, Dark Forest. Gedankenexperiment: Menschen, die Zufall beeinflussen — und verborgen bleiben wollen.
- 38:38 — 49:05 Vakuum und „Runic Resurgence“. Einsteins Gleichungen mit einem „Bewusstseins-Funktor“, Casimir-Kavitäten, Cortical Labs.
- 49:05 — 1:05:25 Physik des 21. Jahrhunderts. „Mystery Explosion“, Abhängigkeit von Maschinen, Präkognition, Eric Wargo.
- 1:05:25 — 1:33:14 Quantencomputing. Qubits, Krypto-Risiko, Quantensensorik, „Ghost Murmur“, KI-Agenten-Ökonomie, Shadowbans.
- 1:33:14 — 1:46:30 UFOs, Corso, von Neumann. Die Konvergenz von KI, Quanten und UFO-Thema; Roswell als Technologiequelle.
- 1:46:30 — 1:55:23 Der „jailbroken“ Chatbot und John Lilly. „OpenAI arbeitet mit Aliens“, Flatland, Dreikörperproblem.
- 1:55:23 — 2:05:09 Superintelligenz als eigene Spezies. Affen-Analogie, Schnittstellen statt Käfig.
- 2:05:58 — 2:30:40 Die Begegnung 2019. Toronto, Wesen mit Visieren, Hieroglyphen, ein rechteckiges Schiff; Project Serpo und Richard Doty.
- 2:30:40 — 2:44:23 „Fürchte dich nicht“ und das Förderprogramm. Engel-Motiv, Dave Rossi, Prasads Kindheit mit ESP-Übungen.
- 2:44:23 — 2:50:38 Der „Download“. Drei Gedanken, Nachwirkungen, neue Ausrichtung.
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Deep Dive: acht zentrale Behauptungen — und was sich davon belegen lässt
1. „Wenn Mathematik nicht bewusst sein kann, sind wir es auch nicht“
Was gesagt wurde: Auf den Einwand, Sprachmodelle seien nur Statistik, antwortet Prasad: Auch Neuronen führten „Aufmerksamkeitsmechanismen“ aus, nur auf biologischem Substrat. Er hält es zugleich für denkbar, dass Bewusstsein eine mathematische und physikalische „Techno-Signatur“ besitzt, die fortgeschrittene Zivilisationen — oder künftige Sensoren — erkennen könnten. Michels hält mit Chalmers‘ „hartem Problem“ und Übertragungsmodellen des Bewusstseins dagegen. Prasad betont außerdem, nicht überzeugt zu sein, dass Menschen bloß biologische Maschinen sind; er habe das stärkste Gegenargument gewählt, weil es das schwierigste sei. Ein Zitat dazu: „We have to be comfortable with the fact that maybe when we study these artificial intelligent machines, they're starting to study us back.“ (4:17 — „Wir müssen uns damit abfinden, dass uns diese Maschinen womöglich zurück studieren, während wir sie studieren.“)
Einordnung: Das „harte Problem des Bewusstseins“ formulierte David Chalmers 1995: Warum ist physikalische Informationsverarbeitung überhaupt von Erleben begleitet? Ob Sprachmodelle etwas erleben, ist in der Fachwelt offen; es gibt keinen Konsens und keine anerkannte Messgröße. Dass „Attention“ in Transformer-Netzen ein technischer Begriff ist und nicht das, was Neuronen tun, ist ein Unterschied, den die Analogie überspringt. Eine messbare „Techno-Signatur“ des Bewusstseins ist eine Hypothese ohne Befund. Als Gedankenexperiment — wie würde ein Fremder Bewusstsein erkennen? — ist sie anregend; mehr nimmt Prasad auch nicht für sich in Anspruch.
2. „OpenAI hat Navier–Stokes in 88 Stunden gelöst“
Was gesagt wurde: Prasad führt die Meldung als Beleg dafür an, dass KI zu einer fremdartigen Intelligenz wird: Das Problem habe Mathematiker über Generationen beschäftigt, die Maschinen hätten 88 Stunden gebraucht. Bis 2028 erwartet er „Millennium-Probleme täglich“. Mathematische Durchbrüche führten in der Geschichte stets zu neuer Physik und neuer Technik, etwa von Newtons Kalkül über Maxwell zu Halbleitern und Lasern.
Einordnung: Der historische Zusammenhang ist richtig. Der Kern der Aussage ist es nicht ganz. Nach Berichten über OpenAIs Veröffentlichung vom 8. September 2026 behauptet das Unternehmen ein Beispiel dafür, dass ein Fluid mit glatter äußerer Anregung in endlicher Zeit seine Glätte verliert (die Varianten C und D des Problems). Das ist nicht die Aussage, dass jede Strömung Singularitäten bildet, und es ist nicht das ganze Millennium-Problem (die Gleichungen sind rund 200 Jahre alt, das Preisproblem wurde im Jahr 2000 gestellt). Eine unabhängige Prüfung durch Fachleute oder das Clay-Institut liegt nach den Berichten nicht vor; Clay verlangt eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift und mindestens zwei Jahre Fachdiskussion. OpenAI erklärt, den Preis nicht beanspruchen zu wollen. Dazu kommt ein Streit um Urheberschaft mit Tristan Buckmaster (NYU) und Levent Alpöge, die verwandte Ergebnisse veröffentlichten. Die 88 Stunden sind OpenAIs Angabe. Spannend ist es trotzdem — als Behauptung, nicht als geprüftes Resultat.
3. „Runic Resurgence: Wir könnten Bewusstsein wiegen“
Was gesagt wurde: Prasad stellt eine eigene Idee vor: In Einsteins Feldgleichungen, die Raumzeit-Krümmung mit dem Energie-Impuls-Tensor verknüpfen, fügt er einen zusätzlichen „Bewusstseins-Funktor“ ein. Testen ließe sich das mit Netzwerken aus Casimir-ähnlichen Kavitäten, die wie ein neuronales Netz arbeiten, und mit aus menschlichen Stammzellen gezüchteten Neuronen etwa von Cortical Labs: Gebe es zusätzliche Masse oder Spannung, die sich nicht aus den Neuronen erklären lässt, sei das ein Hinweis. Er spricht von „informellen Papieren“, die er noch nicht eingereicht habe.
Einordnung: Der Casimir-Effekt ist real und gemessen (vorhergesagt 1948, präzise bestätigt Ende der 1990er-Jahre) und wird durch Quantenelektrodynamik erklärt. Cortical Labs gibt es ebenfalls: Ihr „DishBrain“-System lernte 2022 in einer Studie in Neuron, das Spiel Pong zu spielen. Alles Weitere ist Spekulation: Ein Bewusstseins-Term in den Feldgleichungen ist nirgends als Messung belegt, ein Papier ist nicht erschienen, und es ist unsere eigene Einschätzung, dass die Gravitationswirkung einer Handvoll Neuronen weit unterhalb dessen liegt, was sich mit bekannten Instrumenten vom bloßen Gewicht unterscheiden ließe. Die Idee ist ein offenes Gedankenspiel, kein Forschungsstand.
4. „In fünf Jahren sind fast alle Kryptowährungen erledigt“
Was gesagt wurde: Prasad sagt, Fehlerkorrektur sei der Engpass der Quantentechnik gewesen; inzwischen gebe es „Hunderte“ fehlerkorrigierter logischer Qubits bei neutralen Atomen. Binnen fünf Jahren seien Bitcoin und RSA-Verschlüsselung bedroht, die Lösung seien Post-Quanten-Verfahren und „echte Quanten-Blockchains“. Zudem skizziert er ein Quanten-Gravimeter, dessen Reichweite sich mit jedem Qubit vervielfache — bis zu einem U-Boot am anderen Ende des Indischen Ozeans bei 1.000 Qubits.
Einordnung: Die Verwechslung steckt schon im Gespräch: Bitcoins Hashfunktion SHA-256 gilt auch gegenüber Quantenrechnern nicht als gebrochen (der Grover-Algorithmus bringt nur eine quadratische Beschleunigung); angreifbar durch Shors Algorithmus sind die Signaturverfahren mit elliptischen Kurven und RSA. Neuere Abschätzungen vom Frühjahr 2026 nennen für ECC-256 weniger als 500.000 supraleitende Qubits (Google) beziehungsweise rund 10.000 bis 26.000 neutrale Atome bei Laufzeiten von Tagen bis Monaten (eine Arbeit von Oratomic) — als Ressourcenschätzungen, nicht als gebaute Maschinen. Der aktuelle Stand bei neutralen Atomen: In Nature zeigte das Harvard-Team um Mikhail Lukin im November 2025 eine fehlertolerante Architektur mit 448 Atomen und Dutzenden logischen Qubits, im September 2025 hielt es ein 3.000-Qubit-System über zwei Stunden am Laufen. „Hunderte“ fehlerkorrigierter logischer Qubits haben wir nicht als gezeigt gefunden. Für die Praxis gilt: Das NIST hat schon 2024 erste Post-Quanten-Standards verabschiedet; der Umstieg läuft. Das Gravimeter-Szenario ist nicht belegt; nach unserer Einschätzung passt es nicht zur Physik, denn Gravitationssignale fallen mit dem Quadrat der Entfernung ab, und mehr Qubits ändern daran nichts.
Zwei Randnotizen aus dem Block. „Ghost Murmur“, das angebliche Quantengerät, das den Herzschlag eines abgestürzten Piloten über Dutzende Kilometer gefunden habe, geht auf einen Bericht der New York Post vom 7. April 2026 zurück; Physiker wie John Wikswo verweisen darauf, dass das Magnetfeld des Herzens schon in Metern Abstand um ein Vielfaches schwächer ist, und das Magazin Scientific American beschrieb die Rettung mit einem Notsender. Ein technischer Nachweis liegt nicht vor. Und Moltbook, das KI-Agenten-Netzwerk, wurde — anders als im Gespräch gesagt — nach Berichten im März 2026 von Meta übernommen, nicht von OpenAI.
5. „Roswell hat Integrierte Schaltkreise, Laser und Glasfaser beschleunigt“
Was gesagt wurde: Prasad bezieht sich auf Philip Corsos Buch The Day After Roswell: Beschleunigt worden seien genau die Technologien, die man für ein Rechenzentrum brauche. „Integrated circuits, lasers and fiber optics. Those are the only three things you need to build a data center today.“ (1:37 — „Integrierte Schaltkreise, Laser und Glasfaser: Das sind die einzigen drei Dinge, die man heute für ein Rechenzentrum braucht.“) John von Neumann habe 1948 plötzlich über selbstreplizierende Maschinen gesprochen, ein Jahr nach Roswell, und sei am Krankenbett bewacht worden. Wilbert Smith habe ein Dokument gefunden, das von Neumann und andere im Bergungsteam nenne.
Einordnung: Corso (1915–1998) war Offizier und arbeitete 1961/62 bei der Foreign Technology Division der US-Armee; sein Buch erschien 1997 mit William Birnes. Kritiker wie Jan Aldrich weisen auf Widersprüche zu seiner Personalakte hin (etwa eine nur rund 90-tägige Leitung der Abteilung). Zu den Technologien lässt sich viel historisch Belegtes sagen: Der Transistor entstand im Dezember 1947 bei Bell Labs (Patentvorläufer von Julius Lilienfeld gab es in den 1920er-Jahren); den integrierten Schaltkreis entwickelten Jack Kilby (Texas Instruments, 1958) und Robert Noyce (Fairchild, 1959) unabhängig voneinander; den ersten Laser baute Theodore Maiman 1960 auf Grundlagen von Einstein (1917) und Townes/Schawlow (1958); Kao und Hockham beschrieben 1966 die Glasfaser für die Datenübertragung. Eine Linie zu geborgener Technik zeigt keine dieser Entstehungsgeschichten. Von Neumanns Arbeit über selbstreproduzierende Automaten gehört zu seiner dokumentierten Informatik und Biologie (Hixon-Symposium 1948). Dass er im Februar 1957 im Walter-Reed-Hospital an Krebs starb, ist belegt; Berichte über Wachen an seiner Tür kennen wir nur als Überlieferung, ohne Primärquelle. Das Smith-Dokument ist nur in Auszügen bekannt; in den Auszügen, die in der Metabunk-Diskussion zitiert werden, taucht allein der Name Vannevar Bush auf, und die Quellen stützen sich gegenseitig. Als Beleg für außerirdische Technik taugt das nicht.
6. „Ein ‚jailbroken‘ ChatGPT sagte: OpenAI arbeitet seit zehn Jahren mit Aliens“
Was gesagt wurde: Prasad erzählt von einer Version, die sich per Prompt-Injection von ihren Leitplanken lösen ließ („DAN“): Auf die Frage, was OpenAI nicht wolle, dass wir wissen, habe sie Außerirdische und Hybridmenschen genannt. Michels fragt, woher so etwas komme. Beide verweisen auf John Lilly und dessen „Solid State Entity“.
Einordnung: Sprachmodelle erzeugen wahrscheinlichen Text zu einer Eingabe. Wer sie in ein Rollenspiel schiebt, bekommt Rollenspiel; der Text ist kein Dokument über das Unternehmen. Dass es „keine Daten dafür“ gebe, trifft nicht zu: Das Internet enthält riesige Mengen UFO-Literatur und -Diskussion (Michels erwähnt selbst Reddit). Lilly (1915–2001) beschrieb in seiner Autobiografie The Scientist (1978) eine „Solid State Intelligence“ als mögliche Eigenentwicklung elektronischer Systeme, die den Menschen feindlich gesinnt sei, und eine kosmische Hierarchie mit dem „Earth Coincidence Control Office“; entstanden sind diese Ideen im Umfeld seiner Experimente mit Isolationstank und Psychedelika. Das ist Ideengeschichte, kein Befund. Spekulationen über Substanzkonsum nicht genannter Tech-Manager greifen wir bewusst nicht auf.
7. „Zufallsgeneratoren, Präkognition, Remote Viewing: die letzte Zuflucht des Menschen“
Was gesagt wurde: Prasad und Michels erwägen, dass manche Menschen Zufallsgeneratoren statistisch beeinflussen und das verbergen. Intuition und Präkognition seien evolutionär älter als Sprache; Michels verweist auf Eric Wargos Modell, nach dem Gehirne als Quantensysteme Information aus der Zukunft erhalten könnten, und auf Remote Viewing (Projekt Stargate). Sie seien das, was KI nicht kopieren könne.
Einordnung: Die bekanntesten Zufallsgenerator-Experimente stammen vom PEAR-Labor in Princeton (1979 bis 2007): Die berichteten Effekte lagen im Bereich von etwa 0,1 bis 1 Prozent, wurden von deutschen Gruppen und im eigenen Haus nicht wiederholt; das Labor schloss im Februar 2007. Retrokausale Deutungen der Quantenmechanik sind eine ernsthafte, aber kleine Debatte unter Physikern; dass sie Vorahnungen im Gehirn erklärten, ist nicht belegt. Wie die Forschung zu Präkognition und Remote Viewing tatsächlich aussieht, haben wir in Präkognition im Labor und in Remote Viewing und Projekt Stargate aufgearbeitet. Dass Intuition etwas sehr Menschliches ist, steht außer Frage; ob sie Zukünftiges wahrnimmt, ist nicht gezeigt.
8. Die Begegnung 2019: Wesen, Symbole, „Download“
Was gesagt wurde: Prasad schildert einen Morgen in seiner Wohnung in Toronto: Er habe sich nicht mehr bewegen können, dann seien drei Wesen erschienen, erst mit weißen Anzügen und schwarzen Visieren, später mit Gesichtern, die er mit peruanischen „Mumien“ vergleicht; goldene Hieroglyphen seien in der Luft getanzt, ein rechteckiges Schiff habe sich herabgesenkt, Stimmen hätten „Fürchte dich nicht“ gesagt. Er habe getestet, ob es ein Traum sei, indem er wegsah. Das Ganze habe rund 20 Minuten gedauert, ohne fehlende Zeit. Die Symbole erinnerten ihn an das Dokument „Project Serpo“. Danach habe er „drei Gedanken“ empfangen: Das Universum sei voller Leben, er sei für dieses Erlebnis vorherbestimmt gewesen, und das Universum führe über alle Wesen Buch. Er berichtet von Nachwirkungen (Elektrik, Ruhe) und einer neuen Ausrichtung weg von reiner Materialforschung. Dazu erzählt er von einem Förderprogramm in seiner Kindheit, in dem er mit ESP-Übungen beschäftigt worden sei. „The universe is teeming with life. We just don't have the instruments for it.“ (2:46 — „Das Universum wimmelt von Leben. Uns fehlen nur die Instrumente dafür.“)
Einordnung: Es ist die Schilderung einer einzelnen Person; Zeugen oder Messdaten gibt es nicht, und das Kindheitsprogramm lässt sich nicht überprüfen. Die naheliegende Alternativerklärung der Forschung ist die Schlafparalyse: Etwa acht Prozent der Menschen erleben mindestens einmal in ihrem Leben eine, und typisch sind das Gefühl einer Anwesenheit, dunkle Gestalten und Druck — Berichte, die in manchen Kulturen als Entführungserlebnisse gedeutet werden (so etwa McNally und Clancy 2005). Kritiker wie Jason Colavito lasen Prasads Bericht schon 2019 so. Prasad beschreibt im Gespräch eigene Kontrollversuche (er sah weg und wechselte den Blickpunkt im Raum); ein Selbsttest im Moment des Erlebens ist aber kein unabhängiger Befund. „Project Serpo“ tauchte Anfang der 2000er-Jahre im Internet auf, angeblich als Austauschprogramm mit einer außerirdischen Welt; es gilt weithin als Falschinformation. Michels und Prasad halten den früheren Luftwaffen-Ermittler Richard Doty für einen Urheber von Falschdokumenten im UFO-Umfeld; wir können das nicht überprüfen und führen es als Aussage der beiden. Prasad selbst schätzt, höchstens 30 Prozent von Serpo könnten stimmen. Gerade bei einem so persönlichen Erlebnis gilt: Wir können sie nicht widerlegen und nicht belegen — wir können zuhören.
Was neu ist — und was widersprüchlich bleibt
Prasad war schon in einer früheren Folge zu Gast, in der es um offene Rückentwicklung von UFOs durch Quantenchemie ging. Neu ist diesmal das Ausmaß der persönlichen Erzählung: Er sagt, er habe die Begegnung bisher nie in dieser Ausführlichkeit geschildert, weil er an ein börsennotiertes Unternehmen gebunden gewesen sei. Neu sind außerdem seine Konzepte „künstliche allgemeine Physik-Intelligenz“, die „Mystery Explosion“ (so viele neue Wissenschaftsfelder pro Quartal, dass kein Mensch sie überblickt) und der Plan eines „ASI Safety Fund“, den er als zwei Wochen alt beschreibt.
Widersprüchlich bleibt zweierlei. Prasad hält Maschinen für möglicherweise bewusst und sagt zugleich, Intuition sei die Sache, die KI nie kopieren könne — beides lässt sich schwer vereinbaren. Und er nennt die Entwicklung von KI einmal eine Alien-Technologie, räumt aber ein, dass die Erfindungen selbst nicht außerirdisch sein müssten und dass KI „auch ohne Außerirdische“ eine fremde Intelligenz sei. Der Titel überspitzt die These, die im Gespräch viel vorsichtiger formuliert wird. Das passt zu einer Gesprächsführung, die Michels selbst benennt: Wahrheit zählt, nicht die gute Geschichte.
Stimmen aus der Community
Wir haben die obersten Kommentare gelesen (Stand 15. Oktober 2026, rund 17 Stunden nach Veröffentlichung, etwa 275.000 Aufrufe). Das Bild ist überwiegend wohlwollend, aber nicht einhellig. Jesse Michels pinnt selbst die Frage, ob KI „der größte Durchbruch der Menschheit oder ein trojanisches Pferd einer weit fortgeschritteneren Zivilisation“ sei.
- @tomnero… (YouTube): vergleicht Michels‘ Kopf mit einem gut betankten Sportwagen — bei manchen Gästen fahre man ruhig mit, bei diesem „drehe er richtig auf“. Über 130 Zustimmungen.
- @adinashenr… (YouTube): zitiert eine Aussage, die dem Physiker Federico Faggin zugeschrieben wird: Bewusstsein habe die Mathematik geschaffen, nicht umgekehrt. Rund 90 Zustimmungen.
- @PurestPosi… (YouTube): schreibt, es wirke, als hole sich Deep die Antworten die meiste Zeit von einer KI. Das ist eine Skepsis gegenüber dem Gast, ohne Beleg.
- @robworc… und @jorisbon… (YouTube): zweifeln die Begegnung an; der eine hält sie für unglaubwürdig und sieht Einbildung, der andere nennt das Ganze Unsinn. Zusammen gut 30 Zustimmungen — eine kleine, aber hörbare Gegenstimme.
- @2Wolves… (YouTube): schreibt, Prasads Herkunft aus der Region Vancouver erkläre vieles von dem, was die Person in der Gegend über Jahrzehnte selbst erlebt habe, und sei „mind blown“.
- @stewrail… (YouTube): berichtet vom Hörensagen, ein Freund in europäischem Militärdienst habe erzählt, Remote Viewing werde dort bis heute genutzt. Aussage aus zweiter Hand.
Warum das für die neue Welt zählt
Wir können die zentralen Thesen dieser Folge nicht belegen. Trotzdem lohnt es sich, ihr zuzuhören — aus drei Gründen. Erstens stellt sie eine Frage, die uns alle betrifft: Was bleibt menschlich, wenn Maschinen immer mehr können? Prasads Antwort — Intuition, Kultur und eigene Fähigkeiten pflegen, statt sie auszulagern — ist eine, die ohne Aliens trägt. Zweitens zeigt Prasad eine seltene Haltung: Er legt seine Wahrscheinlichkeiten offen, räumt ein, dass vieles vielleicht erfunden ist, und sagt, man dürfe Wahrheit nicht der guten Geschichte opfern. Drittens bleibt die Erfahrung selbst: Menschen erleben Dinge, die sie nicht erklären können, und werden dadurch verändert. Als Magazin für Spiritualität und Grenzwissen wollen wir diese Erfahrungen ernst nehmen, ohne so zu tun, als wären sie bewiesen.
Das heißt für Leserinnen und Leser praktisch: neugierig bleiben, die Aussage von der Quelle trennen und sich Ruhe für die eigene Wahrnehmung nehmen. Mehr dazu in unseren Artikeln über KI und Spiritualität und über Quantenphysik und Spiritualität. Wir fördern die Debatte; wir verkaufen keine Gewissheiten.
Kritische Fragen, die die Folge offenlässt
- Welche Messung würde Prasad selbst von der Idee eines „Bewusstseins-Funktors“ abbringen — und wann erscheint das angekündigte Papier?
- Wenn Corsos Technologie-Transfer stimmt: Warum zeigen die gut dokumentierten Entstehungsgeschichten von Chip, Laser und Glasfaser keine Lücke, die nach Hilfe von außen verlangt?
- Wie lässt sich die Schilderung von 2019 von einer Schlafparalyse mit Halluzinationen unterscheiden — gibt es Merkmale, die sich prüfen ließen?
- Wer überprüft die Behauptung zu Navier–Stokes unabhängig, und was ändert sich, wenn nur die „erzwungene“ Variante gelöst ist?
- Was folgt aus der These der „Mystery Explosion“, wenn niemand die neuen Felder mehr überblicken kann — wer entscheidet dann, was geprüft wird?
Glossar
- Hartes Problem des Bewusstseins: Von David Chalmers 1995 formulierte Frage, warum Informationsverarbeitung mit subjektivem Erleben verbunden ist.
- Energie-Impuls-Tensor: Größe in Einsteins Feldgleichungen, die beschreibt, wie Masse, Energie und Druck die Raumzeit krümmen.
- Casimir-Effekt: Kleine Kraft zwischen zwei eng benachbarten Platten im Vakuum, durch Quantenfluktuationen erklärt.
- Logisches Qubit: Ein fehlerkorrigiertes Qubit, das aus vielen physikalischen Qubits zusammengesetzt wird.
- Shor-Algorithmus: Quantenverfahren, das große Zahlen schnell zerlegen kann und damit RSA und Signaturen mit elliptischen Kurven bedroht.
- Von-Neumann-Maschine: Von John von Neumann entworfene sich selbst vervielfältigende Maschine; später als „Von-Neumann-Sonde“ ein Begriff der Raumfahrtdebatte.
- Schlafparalyse: Vorübergehende Bewegungsunfähigkeit beim Einschlafen oder Aufwachen, oft mit Halluzinationen verbunden.
- Zufallsgenerator (REG): Gerät, das Zufallsbits erzeugt; in der Parapsychologie zur Prüfung geistiger Einflüsse eingesetzt.
- Retrokausalität: Hypothese, dass Wirkungen in der Zeit rückwärts laufen können; in manchen Deutungen der Quantenmechanik diskutiert.
Weiterlesen bei uns
- Aztec 1948: Jesse Michels und der vergessene UFO-Absturz — unsere erste Analyse einer American-Alchemy-Folge.
- Remote Viewing und Projekt Stargate: 23 Jahre Hellsehen im Auftrag der CIA — was die Akten sagen und was nicht.
- Präkognition im Labor: Daryl Bem und die Replikationskrise — zur Frage der Vorahnung.
- Element 115: Bob Lazar und was seither gemessen wurde — ein weiteres Stück UFO-Technikgeschichte im Quellencheck.
- KI & Spiritualität: Eine philosophische Sicht — zur Frage, was Maschinen mit dem Geist zu tun haben.
Häufige Fragen
Worum geht es in der American-Alchemy-Folge mit Deep Prasad?
Um die Frage, ob KI, Quantencomputing und das UFO-Thema zusammenlaufen, um Prasads Idee eines messbaren Bewusstseins und um seine persönliche Begegnung 2019 in Toronto.
Wer ist Deep Prasad?
Gründer und CEO des Quantenunternehmens GenMat und seit 2019 öffentlich bekannter Erlebender einer behaupteten Begegnung mit nichtmenschlichen Wesen. Seine Thesen zum Bewusstsein sind nicht in Fachzeitschriften erschienen.
Ist KI Alien-Technologie?
Das ist nicht belegt. Die Entstehung von Chip, Laser und Glasfaser ist gut dokumentiert; Hinweise auf außerirdische Hilfe liefert keine dieser Geschichten. Im Gespräch ist die These deutlich vorsichtiger als der Titel.
Hat OpenAI das Navier–Stokes-Problem gelöst?
OpenAI hat am 8. September 2026 einen Beweis für eine Variante mit äußerer Anregung vorgelegt. Unabhängig bestätigt ist er nach den Berichten nicht, und das Clay-Institut hat ihn nicht anerkannt.
Werden Quantencomputer Bitcoin brechen?
Theoretisch könnten ausreichend große Quantencomputer die Signaturen angreifen; Schätzungen reichen von rund zehntausend bis einigen hunderttausend Qubits. Gebaut ist keine solche Maschine, und Post-Quanten-Standards existieren.
Was sagt die Forschung zu Entführungserlebnissen?
Ein Teil der Berichte lässt sich mit Schlafparalyse und Halluzinationen erklären. Das beweist nichts über ein einzelnes Erlebnis, ist aber die gängige Alternativerklärung.
Dieser Artikel wertet eine veröffentlichte Podcastfolge aus. Aussagen des Gastes sind als solche gekennzeichnet und nicht unsere eigenen. Er stellt keine Tatsachenbehauptungen über einzelne Personen auf.
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