Grant Cameron bei American Alchemy: 3 Std. UFO-Akten
Drei Stunden Grant Cameron: UFOs über Raketenfeldern, ein CIA-Schreibtisch und ein Film, der nie gezeigt wurde. Sieben Thesen im Faktencheck.
Wer in der UFO-Szene tief genug gräbt, stößt irgendwann auf Grant Cameron. Der kanadische Forscher recherchiert seit 1975 zu UFOs und zur Geheimhaltung rund um das Weiße Haus. Jesse Michels, Gastgeber von American Alchemy, begrüßt ihn gleich zu Beginn mit dem Satz: „Whenever I feel like I'm getting close to the truth, your name always shows up“ (0:00). In der knapp dreistündigen Folge „I Met The Head Of The Entire UFO Program!“ (15.09.2026, rund eine Million Aufrufe) geht es um Raketenfelder, Channeling-Sitzungen beim CIA-Analysten, einen Film, den es angeblich gibt, und um die Frage, was das „Kerngeheimnis“ hinter allem ist. Der Artikel ist für alle, die die neue Debatte um UAP, Bewusstsein und Offenlegung verfolgen und wissen wollen, was davon belegbar ist und was Erzählung bleibt.
Inhalt
In der Folge „I Met The Head Of The Entire UFO Program!“ von American Alchemy (15.09.2026, rund 3 Stunden) erzählt der kanadische UFO-Forscher Grant Cameron nach eigener Darstellung von 50 Jahren Recherche: UFOs über Atomwaffen-Standorten, den Akten von Wilbert Smith, einem CIA-Kontakt zu einer Channeling-Sitzung 1959, dem Holloman-Film, Bob Lazar als gesteuerter Offenlegung und einem „Kerngeheimnis“ aus Bewusstsein und Psi. Belegt sind vor allem die historischen Eckdaten (Smith-Memo vom 21.11.1950, Projekt Magnet, Film von 1974, Rockefeller-Unterlagen). Die Kernthesen bleiben Behauptungen oder Überlieferung.
Der kanadische Funkingenieur Wilbert Smith schlug am 21.11.1950 in einem Memo geomagnetische Forschung zum Aufspüren fliegender Untertassen vor; daraus wurde das Projekt Magnet.
Quelle/Tradition: Wilbert B. Smith, Memo vom 21.11.1950 (bis 1969 Top Secret); Wikipedia
UFOs seien bevorzugt über Atomwaffen-Standorten aufgetaucht, etwa jede Nacht während Travis Waltons Verschwinden im November 1975.
Quelle/Tradition: Schilderung Grant Camerons (ca. 42:00); Muster in der UFO-Literatur, keine amtliche Bestätigung eines Zusammenhangs
Der CIA-Bildanalyst Arthur Lundahl habe 1959 eine Channeling-Sitzung mit Frances Swan beobachtet, bei der ein UFO am Capitol vorbeigeflogen sei.
Quelle/Tradition: Behauptung Camerons (ca. 53:00) unter Berufung auf Akten; uns liegt kein unabhängig veröffentlichtes Dokument vor
Der Film „UFOs: Past, Present, and Future“ erschien am 31.07.1974; Robert Emenegger war Autor und Komponist.
Quelle/Tradition: Wikipedia, UFOs: Past, Present, and Future
Die Luftwaffe habe 1964 eine Landung auf der Holloman Air Force Base gefilmt, und Teile davon seien im Film von 1974 zu sehen.
Quelle/Tradition: Behauptung Camerons (ca. 1:00:26); Analysen deuten laut Wikipedia auf eine nachgestellte Szene
Bob Lazar sei Teil einer geplanten, schrittweisen Offenlegung gewesen und nur wenige Male auf dem Gelände.
Quelle/Tradition: Theorie Camerons mit John Lear und Tim Good (ca. 1:19:21); für Lazars Studium und Anstellung fanden Prüfer keine Belege (Wikipedia, Bob Lazar)
Hinter allem stehe als Kerngeheimnis, dass Bewusstsein und Materie verbunden seien; Raumfahrzeuge reagierten auf das „richtige Schwingungsniveau“ des Piloten.
Quelle/Tradition: Schilderung aus zweiter Hand (Lacatski, Chase Brandon; ca. 1:36:50–1:40:00); keine Belege
Eric A. Walker war von 1956 bis 1970 Präsident der Penn State University.
Quelle/Tradition: Wikipedia, Eric A. Walker
Walker habe Cameron gegenüber MJ-12 nicht verneint („Woher wisst ihr, dass sie tot sind?“).
Quelle/Tradition: Erinnerung Camerons (ca. 1:50:00); keine Aufzeichnung veröffentlicht
Cameron erhielt über eine Informationsfreiheitsanfrage Unterlagen zur Rockefeller-Initiative; Laurance Rockefeller warb bei Clintons Mitarbeitern für UFO-Offenlegung.
Quelle/Tradition: Mother Jones, 2015
Die als Wilson-Davis-Memo bekannten Notizen wurden am 19.04.2019 anonym auf Imgur gepostet; Admiral Wilson nannte sie Fiktion.
Quelle/Tradition: The Black Vault, Analyse vom 19.06.2020; Herkunft ungeklärt
Präsidenten würden bewusst nicht eingeweiht („plausible Haftung“); wer wirklich zuständig sei, bleibe verborgen.
Quelle/Tradition: These Camerons (ca. 2:44:00); keine Belege
Donald Trump wies im Februar 2026 Behörden an, UAP-Akten freizugeben; das Pentagon begann danach mit Veröffentlichungen.
Quelle/Tradition: Hoodline, Februar 2026; ABC News (Pentagon begins release)
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Die Folge auf einen Blick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Show | American Alchemy (YouTube-Podcast) |
| Host | Jesse Michels |
| Gast | Grant Cameron — kanadischer UFO-Forscher und Autor; beschreibt sich selbst seit 1975 im Thema und hat laut Mother Jones (2015) per Informationsfreiheitsanfrage Unterlagen zur „Rockefeller-Initiative“ erhalten |
| Datum / Dauer | 15.09.2026 · 3:04 Stunden · rund 1 Mio. Aufrufe (Stand 20.10.2026) |
| Link | youtube.com/watch?v=fpUa3xJN64Q |
| Drei Kernaussagen | 1) UFOs tauchten schon seit den 1950ern verlässlich bei Atomwaffen auf, und frühe Regierungsstellen nahmen das ernst. 2) Hinter Holloman-Film, Lazar-Geschichte und „Weird Desk“ des CIA stehe eine über Jahrzehnte gesteuerte Offenlegung. 3) Das eigentliche Geheimnis sei nicht Hardware, sondern die Verbindung von Bewusstsein und Materie. |
Die Folge ansehen
Kapitelführer mit Minutenangaben
Die Folge hat offizielle Kapitelmarken; wir geben die wichtigsten in Auswahl wieder.
- 0:00 — Teaser und Einführung
- 6:04 — Die Manitoba-Sichtungswelle von 1975 und die erste Begegnung bei Carman
- 13:13 — Nordakotas Raketenfelder; der Fall Sandy Larson (15:40)
- 16:46 — Stan Romanek und die „Audrey“-Anrufe
- 30:18 — Wilbert Smith und Projekt Magnet; das Top-Secret-Memo von 1950 (33:21)
- 36:12 — William Steinman und Eric Wang; das Philadelphia-Experiment (39:45)
- 44:55 — Eine UFO-Studie unter Präsident Johnson
- 47:27 — Arthur Lundahl und der „seltsame Schreibtisch“; Channelerin Frances Swan (49:30) und die Sitzung von 1959 (53:03)
- 57:22 — Emenegger, Sandler und der Holloman-Film (1:00:26); Spielberg und „Unheimliche Begegnung“ (1:04:05)
- 1:14:19 — Das Wilson-Davis-Memo
- 1:19:21 — Bob Lazar: Cameron und John Lears Theorie
- 1:32:55 — Chase Brandon und Hollywood; „Bewusstsein als Kerngeheimnis“ (1:36:50); Lacatski und das geöffnete Raumfahrzeug (1:38:47)
- 1:46:13 — Eric Walker, das Kingman-Absturzgerücht (1:49:35) und Walkers Eingeständnis des Briefings (1:53:16)
- 1:57:48 — Nixon und Jackie Gleason; Majestic 12 und „Continuity of Government“ (2:03:11)
- 2:13:20 — Tim Taylor, der „Jump Room“, Ron Pandolfi (2:23:32); Rockefeller, DeLonge, Podesta und Hillary Clintons Offenlegungsplan (2:30:19–2:40:16)
- 2:46:02 — Zeitreise statt Hardware; Menschen, die Raumfahrzeuge geflogen haben (2:49:37); Skepsis und Wirklichkeit (2:56:29)
Deep Dive: sieben Thesen und was davon trägt
Vorab: Cameron erzählt überwiegend aus Gesprächen und Erinnerungen. Alles Folgende sind also Behauptungen des Gastes (oder Berichte aus zweiter Hand), die wir paraphrasieren und einordnen — keine Tatsachen in unserer Stimme.
1. UFOs und Atomwaffen: ein Muster seit den 1950ern
Cameron beginnt mit der Manitoba-Welle 1975 bei Carman und verknüpft sie mit zwei Raketenstandorten in North Dakota und dem Fall Sandy Larson (6:04–15:40). Im weiteren Gespräch (ca. 42:00) sagt er, während Travis Waltons Verschwinden vom 5. bis 10. November 1975 habe in jeder Nacht ein UFO über einer Atomwaffenanlage gestanden. Auch Wilbert Smith habe schon in den 1950ern die Atomwaffen als Hauptbotschaft der „Außerirdischen“ gesehen. Heute, so Cameron, zeigten sich die Phänomene anders: damals Boden-Lichter, heute Orbs, Lichtsprache und Kornkreise.
Einordnung: Das Muster „UFOs über Atomwaffen“ ist in der Literatur weit verbreitet, besonders mit den Berichten von der Malmstrom-Basis 1967. Amtliche Untersuchungen führten Ausfälle dort auf technische Ursachen zurück, die Luftwaffe sah keinen UFO-Zusammenhang. Ein Zusammenhang zwischen Waltons Verschwinden und nächtlichen Sichtungen über Atomwaffendepots ist uns nur aus UFO-Berichten bekannt; wir haben keine unabhängige Quelle gefunden. Hinzu kommt der bekannte Auswahleffekt: Atomanlagen sind streng überwacht, also fallen dort Himmelsobjekte eher auf und werden dokumentiert. Cameron selbst räumt ein, dass sich die Erscheinungsformen mit der Zeit ändern — ein Punkt, den Skeptiker als Hinweis auf kulturelle Prägung lesen, Anhänger als Hinweis auf ein lernendes Phänomen. Stand: überliefert.
2. Wilbert Smith und die frühe amtliche Neugier
Cameron beschreibt den kanadischen Funkingenieur Wilbert Smith als Schlüsselfigur (30:18–36:12): Smith habe 1950 in Washington erfahren, dass die Untertassen-Frage in den USA höher eingestuft sei als die Wasserstoffbombe und von Vannevar Bush geleitet werde. Smiths Memo sei zum geheimen Projekt Magnet geworden. Auch der Wissenschaftler Robert Sarbacher habe später mehr darüber gesagt.
Einordnung: Dieser Teil ist gut belegt. Smith (1910–1962) war Funktechniker im kanadischen Verkehrsministerium; sein Memo vom 21. November 1950 schlug geomagnetische Forschung zum Aufspüren von Untertassen vor und blieb bis 1969 als „Top Secret“ eingestuft, ab 1952 gehörte er zum Komitee „Project Second Storey“ (Wikipedia). Dass die US-Seite die Sache so streng eingestuft habe, stammt aus einem Gesprächsbericht Smiths über Sarbacher — also ebenfalls aus zweiter Hand. Belegt ist die kanadische Aktivität; ob dahinter ein amerikanisches Geheimprogramm stand, bleibt Aussage gegen Aussage.
3. Der „Weird Desk“ der CIA und die Channelerin von 1959
Besonders eigen ist Camerons Geschichte (47:27–56:32): Arthur Lundahl, ein hochrangiger CIA-Bildanalyst, habe ein UFO-Referat gehabt und mit der Channelerin Frances Swan aus Maine gearbeitet. Marinegeheimdienst und später Lundahl hätten sie befragt; in einer Sitzung im Juli 1959 habe Lundahl einen Beweis verlangt, worauf ein Untertassen-Flug am Capitol vorbeigezogen sei. Cameron stützt sich dabei auf Akten und Hinweise von Forscherkollegen.
Einordnung: Lundahl war tatsächlich einer der prominentesten Bildanalysten der CIA (Kuba-Krise 1962). Alles Weitere — das Referat, die Channeling-Sitzungen, der Capitol-Überflug — beruht auf Camerons Schilderung. Die genannten Dokumente haben wir nicht öffentlich einsehen können. Dass Geheimdienste Randphänomene beobachten, ist nicht abwegig (Beispiel: die Stargate-Akten zum Remote Viewing, siehe „Weiterlesen“); daraus folgt aber nicht, dass die Inhalte der Sitzungen echt waren. Stand: nicht belegt.
4. Holloman, Spielberg und der Film, der nie öffentlich wurde
Cameron erzählt (57:22–1:14:00), der Produzent Robert Emenegger und Studiochef Allan Sandler hätten 1971/72 Zugang zu Luftwaffenstellen bekommen und Material zu einer angeblichen Landung auf der Holloman Air Force Base 1964 gesehen. Im Dokumentarfilm von 1974 seien nur etwa acht Sekunden zu sehen; ein Exemplar sei an Steven Spielberg gegangen, dessen „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977) dieselbe Geschichte erzähle. Das später aufgetauchte „Nachstellungs“-Argument — man habe die Szene storyboarden müssen — wertet Cameron als gezielte Desinformation. Der Film selbst liege vermutlich bei Sandler.
Einordnung: Belegt ist der Film: „UFOs: Past, Present, and Future“ erschien am 31. Juli 1974, Emenegger schrieb das Buch dazu und komponierte die Musik (Wikipedia). Ob 1971 eine Landung von 1964 gezeigt oder versprochen wurde, ist nicht belegt; die Analyse der kurzen Szene deutet laut derselben Quelle auf eine Nachstellung hin. Die Verbindung zu Spielberg — Cameron gibt hier Emeneggers Wort wieder — ist eine Vermutung; ähnliche Motive in einem Spielfilm sind kein Beleg für eine Quelle. Stand: nicht belegt.
5. Bob Lazar als Teil einer „sanften Offenlegung“
Camerons Theorie (1:19:21–1:32:00), mit John Lear besprochen: Lazars Geschichte von 1989 sei von staatlicher Seite gewollt, um der Öffentlichkeit stufenweise beizubringen, dass es Fahrzeuge anderer Herkunft gibt. Lazar sei laut Tim Good nur fünf- oder sechsmal auf dem Gelände gewesen; sein Lohnzettel von 1988 weise nur etwa 900 Dollar aus. Dass er trotz angeblicher Sperrung nie entlassen worden sei, zeige, dass er gebraucht wurde.
Einordnung: Diese Deutung steht gegen das Lager, das Lazar glaubt, und gegen das, das ihn für erfunden hält. Unabhängig davon: Prüfer fanden laut Wikipedia keine Einträge zu seinem Studium am MIT oder Caltech, Los Alamos führte ihn nicht als Physiker, und seine Titel gelten als selbst bezeichnet. Dass er „gesteuert“ worden sei, ist eine dritte Lesart ohne Belege. Wie Cameron selbst anmerkt, kann Tim Good irren. Stand: nicht belegt; zu den Messungen am „Element 115“ siehe unser Stück unter „Weiterlesen“.
6. Das Kerngeheimnis: Bewusstsein statt Hardware
Jesse Michels fragt direkt, was das eigentliche Geheimnis sei (1:36:06). Cameron verweist auf Gespräche mit James Lacatski und Chase Brandon, dem früheren CIA-Mitarbeiter und Hollywood-Verbindungsmann: Man habe Raumfahrzeuge und Körper, verstehe sie aber nicht; ein Fahrzeug habe sich nur für jemanden geöffnet, der „richtig schwingt“ (1:38:47–1:40:57). Brandon habe gesagt: „If you want to learn something, read between the lines“ (1:34:00). Später (2:46:02–2:56:29) spricht Cameron von Zeitreise, Simulation und „Feldern vor Materie“ und verweist auf Menschen, die Fahrzeuge „mit dem Geist geflogen“ hätten — nicht anders als bei Bewusstseinsprojekten wie dem Remote Viewing.
Einordnung: Aussagen wie „es ist lebendig und reagiert auf Bewusstsein“ stammen aus zweiter Hand; Brandon trat nach Camerons Worten unter Pseudonym auf. Das Psi-Thema ist dagegen historisch belegt als Forschungsgegenstand (Stargate); dass Psi real sei, ist damit nicht belegt. Interessant ist, dass Michels widerspricht und wissen will, was diese Geschichte beweist — eine Gesprächsstelle, an der die Folge ehrlich bleibt. Stand: nicht belegt.
7. Präsidenten, Rockefeller, Clinton — und wer wirklich zuständig ist
Cameron beschreibt eine Machtstruktur, in der Präsidenten bewusst außen vor bleiben („plausible Haftung“, ca. 2:44:00). Eric Walker, Präsident der Penn State University und früherer Vorsitzender des Institute for Defense Analyses, habe ihm auf Nachfrage nicht gesagt, dass MJ-12 falsch sei; zu den Toten bei Abstürzen habe er gefragt: „Woher wisst ihr, dass sie tot sind?“ (1:50:00). Wer nach Offenlegung frage, sei laut Walker „nur neugierig“ (ca. 1:56:00). Dazu kommen Laurance Rockefellers Lobbyarbeit bei Clintons Mitarbeitern, John Podesta, Tom DeLonge (2:30:19–2:40:16) und die Aussage, Hillary Clintons Plan habe ein Mandat mit Vorladungsbefugnis vorgesehen.
Einordnung: Belegt sind mehrere Eckpunkte: Walker war von 1956 bis 1970 Präsident der Penn State University (Wikipedia). Cameron erhielt laut Mother Jones (2015) per Informationsfreiheitsanfrage Unterlagen zur Rockefeller-Initiative; Laurance Rockefeller warb in der Clinton-Zeit für Offenlegung; Podesta forderte öffentlich mehr Transparenz. Neu ist der aktuelle Kontext: Trump wies im Februar 2026 Behörden an, UAP-Akten freizugeben, und das Pentagon begann mit Veröffentlichungen (u. a. Hoodline, ABC News). Alles darüber hinaus — dass Walker MJ-12 bestätigt habe, dass Präsidenten ausgesperrt würden — beruht auf Gedächtnis und Deutung. Das Wilson-Davis-Memo (1:14:19) gehört in diese Kategorie: Die Notizen erschienen am 19.04.2019 anonym auf Imgur, Admiral Wilson nannte sie Fiktion, die Herkunft ist ungeklärt (The Black Vault). Stand: Rahmendaten belegt, Kern nicht belegt.
Weitere Aussagen in Kürze
Das Philadelphia-Experiment (39:45) beschreibt Cameron als Legende mit möglichem Kern; Marine und Historiker halten die Erzählung von 1943 für einen Mythos. Zum Kecksburg-Absturz (Dezember 1965, 2:05:30) und zum Regierungsbunker Mount Weather bringt er Zeugenaussagen ein, die nicht überprüft sind. Die „Audrey“-Anrufe bei Stan Romanek (18:12) beschreibt er als Kontaktform, die den Betroffenen telefonisch erreicht habe. Tim Taylor, der „Jump Room“ und Ron Pandolfi (2:13:20–2:35:14) stehen für Berichte über Portale und über einen Mann im Zentrum der Geheimhaltung — Personenaussagen aus zweiter Hand; wir bewerten sie nicht. Alles davon ist nicht belegt.
Was neu ist — und was widersprüchlich bleibt
Neu gegenüber früheren Folgen von American Alchemy ist die Lebensgeschichte als roter Faden: Camerons Weg vom depressiven Studenten in Manitoba zum Aktenjäger, und die Verbindung von Atomwaffen-Sichtungen, Channeling und Regierungsstellen zu einem einzigen Bild. Neu ist auch Camerons Lesart, dass Lazar, Holloman und andere Fälle gewollte Teile einer langen Offenlegungsstrategie seien. Widersprüchlich bleibt: Cameron hält die Regierung für kompartimentiert und planlos („sechs Schichten Papierkram“, ca. 2:10:00), erzählt aber zugleich von einem jahrzehntelang gesteuerten Plan. Er hält Lazar für gesteuert und zugleich für jemanden, der schnell zu viel preisgab. Und er räumt am Ende ein, nicht zu wissen, „was los ist“ (3:02:01) — während er zuvor ein Kerngeheimnis benennt.
Stimmen aus der Community
Stand 20.10.2026 haben wir die obersten YouTube-Kommentare unter der Folge gelesen. Die Reaktionen drehen sich auffallend wenig um den Inhalt und stark um Camerons Sprechtempo; Reddit-Fäden zu genau dieser Folge haben wir nicht gefunden. Paraphrasiert oder kurz zitiert:
- YouTube, @Ancientmew112 (rund 1.350 Likes): „Grant talks on 5x speed“ — der meistgeliketste Kommentar.
- YouTube, @bernardovetrano7571 (489): empfiehlt Wiedergabe mit 0,8-facher Geschwindigkeit.
- YouTube, @luciescheuer7267 (38): lobt Michels' Geduld; Cameron sei „ein wandelndes Lexikon“ und zugleich sprunghaft.
- YouTube, @edwardormsby1515 (84): beeindruckt vom enzyklopädischen Gedächtnis für Namen, Daten und Orte.
- YouTube, @allisonwanderland1977 (31): scherzt, Michels habe diesmal 40 Minuten bis zur Erwähnung von Townsend Brown gebraucht.
- YouTube, @J_Dizzle123 (74): wünscht sich als Nächstes ein Interview mit Tim Taylor.
Das Meinungsbild: Bewunderung für Wissen und Material, viel Humor über das Tempo, kein einziger kritischer Spitzenkommentar zu einer konkreten These. Gegenpositionen müssen deshalb im Artikel stehen — wir haben sie oben und unten genannt. Ein Kommentar (@vladimirsagun4926) bewirbt ein Buch und zählt für uns nicht als Stimme.
Warum das für die „neue Welt“ zählt
Hinter den vielen Namen steckt eine Frage, die auch unabhängig von Cameron trägt: Was geschieht mit einer Gesellschaft, wenn ihr Wissen über das Unbekannte über Jahrzehnte in Akten, Gerüchten und Erinnerungen verteilt ist? Cameron setzt am Ende auf Bewusstsein als Schlüssel — „Felder zuerst, Materie danach“ — und trifft damit einen Nerv der gegenwärtigen Debatte, die UAP, Psi und Spiritualität nicht mehr getrennt führt. Man muss ihm nicht folgen, um den praktischen Kern zu sehen: Quellen prüfen, Erlebnisse ernst nehmen, Beweise von Bekenntnissen trennen und Fragen offen halten. Bei Temple of Desire halten wir es nüchtern: Wir hören zu, wir ordnen ein, wir fördern die Debatte — und wir verkaufen keine Gewissheiten. Für dich heißt das: Notiere nach so einer Folge, was dich anspricht und was nachprüfbar ist. Beides darf nebeneinander stehen.
Kritische Fragen, die die Folge offenlässt
- Welche der genannten Dokumente (Lundahl-Akten, Sandler-Film) sind öffentlich einsehbar — und wenn nicht, warum nicht?
- Wie lässt sich die Lazar-Deutung als „gesteuerte Offenlegung“ von der Deutung „erfundene Geschichte“ unterscheiden?
- Wenn die Regierung kompartimentiert und planlos ist, wie kann sie zugleich eine jahrzehntelange Strategie steuern?
- Welche Rolle spielt Erinnerung nach Jahrzehnten, etwa bei Walkers Gesprächen — und welche Aufzeichnungen gibt es?
- Was wäre ein Befund, der die Bewusstseins-These widerlegen würde?
Glossar
- MJ-12 (Majestic 12)
- Angebliches geheimes Gremium aus Wissenschaft, Militär und Geheimdienst für UFO-Fragen; Echtheit der Dokumente umstritten.
- Projekt Magnet
- Kanadisches Forschungsprojekt der 1950er zur Messung geomagnetischer Anomalien im Zusammenhang mit fliegenden Untertassen.
- Continuity of Government
- Pläne der US-Regierung, im Katastrophenfall die Staatsführung fortzusetzen.
- Channeling
- Praxis, bei der jemand Botschaften nichtkörperlicher Wesen zu übermitteln glaubt; wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
- Disclosure
- „Offenlegung“: die erwartete oder geforderte Bekanntgabe von Wissen über nichtmenschliche Intelligenz.
- UAP
- „Unidentified Anomalous Phenomena“, der heutige US-Amtsbegriff statt „UFO“.
- Psi
- Sammelbegriff für behauptete Fähigkeiten wie Hellsehen oder Telepathie; als Forschungsgegenstand untersucht, nicht belegt.
- Informationsfreiheitsanfrage (FOIA)
- Gesetzlich verankertes Recht in den USA, Behördenakten anzufordern.
Weiterlesen
- Aztec 1948: Jesse Michels und der vergessene UFO-Absturz
- Energieminister Herrington bei American Alchemy: UFO-Geheimhaltung
- Element 115: Was Bob Lazar 1989 sagte — und was seither gemessen wurde
- Remote Viewing und Projekt Stargate: 23 Jahre Hellsehen im Auftrag der CIA
- Deep Prasad bei American Alchemy: Ist KI Alien-Technik?
Häufige Fragen
Worum geht es in der American-Alchemy-Folge mit Grant Cameron?
Der kanadische UFO-Forscher erzählt in rund drei Stunden von UFOs über Atomwaffen-Standorten, Wilbert Smith, einem CIA-Kontakt zu einer Channelerin 1959, dem Holloman-Film, Bob Lazar und einem möglichen „Kerngeheimnis“ aus Bewusstsein.
Wer ist Grant Cameron?
Ein kanadischer UFO-Forscher und Autor, der seit 1975 zu UFOs und zur Geheimhaltung im Umfeld der US-Präsidenten recherchiert; laut Mother Jones (2015) erhielt er per Informationsfreiheitsanfrage Unterlagen zur Rockefeller-Initiative.
Wer war Wilbert Smith?
Ein kanadischer Funkingenieur (1910–1962), der am 21.11.1950 ein Memo zu geomagnetischer UFO-Forschung schrieb; daraus wurde das Projekt Magnet.
Gibt es den Holloman-Film wirklich?
Belegt ist der Dokumentarfilm „UFOs: Past, Present, and Future“ von 1974. Ob eine echte Landung von 1964 gefilmt wurde, ist nicht belegt; die kurze Szene gilt Analysen zufolge als nachgestellt.
Hat die Folge etwas bewiesen?
Nein. Sie enthält Erinnerungen, Berichte aus zweiter Hand und Deutungen; belegbar sind vor allem historische Eckdaten wie das Smith-Memo von 1950, der Film von 1974 und Camerons Informationsfreiheitsanfragen.
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