Ayurveda-Psychologie: Vata, Pitta, Kapha als Persönlichkeitstypen
Was Vata, Pitta und Kapha über Denken und Fühlen verraten, was Prana, Tejas, Ojas und die drei Gunas bedeuten und wo die Typenlehre zur Schublade wird – nach dem Lehrskript von Dr. Rolf-Peter Adam, Badenweiler und Olten. Partnerbeitrag.
Inhalt
Ayurveda-Psychologie beschreibt den Geist über die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha, ihre feinen Formen Prana, Tejas und Ojas und die drei Gunas Sattva, Rajas und Tamas. Nach dem Lehrskript von Dr. Rolf-Peter Adam steht Vata für einen beweglichen Geist mit Neigung zur Angst, Pitta für Urteilskraft mit Neigung zum Zorn und Kapha für Beständigkeit mit Neigung zum Festhalten. Dr. Adam unterrichtet das Thema in seiner Kurpraxis und Nadi-Yoga-Schule Samadhana in Badenweiler als Modul II seines Transformations-Trainings; eine zweite Praxis führt er in Olten. Die Dosha-Typen sind Überlieferung und eine Hilfe zur Selbstbeobachtung, keine Persönlichkeitsdiagnose. Ayurveda-Psychologie ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Ayurveda ist eines der ältesten Medizinsysteme; gut gemachte Wirksamkeitsstudien sind selten
Quelle/Tradition: NCCIH, Ayurvedic Medicine: In Depth
Für Achtsamkeit und Meditation gibt es Hinweise, dass sie Angst- und Stresssymptome lindern; viele Studien sind vorläufig oder methodisch schwach
Quelle/Tradition: NCCIH, Meditation and Mindfulness: What You Need To Know
Kein Prakriti-Fragebogen erfüllt bisher alle Kriterien wissenschaftlicher Testentwicklung (64 Instrumente geprüft)
Quelle/Tradition: Venkatesh et al., Frontiers in Medicine 2025
Drei Doshas Vata, Pitta, Kapha und ihre feinen Formen Prana, Tejas, Ojas
Quelle/Tradition: Ayurveda-Lehre; Dr. Adams Lehrskript Block 12 (2012), S. 1–5
Drei Gunas Sattva, Rajas, Tamas und ihre Analogien
Quelle/Tradition: Samkhya-Philosophie; Lehrskript Block 12, S. 6–7
Klesas als Stadien des Leidens
Quelle/Tradition: Yoga-Sutras des Patanjali; Transformations-Skript Modul 2
Typenbilder mit geistigen Funktionen, emotionalen Faktoren und Berufen; Türsteher-Modell der drei Geistebenen
Quelle/Tradition: Dr. Adams Lehrskript Block 12 (Paracelsus-Schulen, April 2012), S. 2–3, 12–13
Emotion-Tugend-Zuordnung (Ärger zu Güte, Grübeln zu Beständigkeit, Trauer zu Urteilskraft, Angst zu Weisheit)
Quelle/Tradition: Seminarmanual Verjüngungs-Seminar (12/2023), S. 12–15
Modul II des Transformations-Trainings in Badenweiler mit Unterrichtsmanual
Quelle/Tradition: Flyer Modul II; samadhana.com/transformation.html
Dosha-Typ als Persönlichkeitsdiagnose
Quelle/Tradition: Venkatesh et al. 2025; keine validierte Methode
Mangel an Prana oder Ojas verursacht Depression oder Angst
Quelle/Tradition: Lehrskript S. 5 (Überlieferung), keine Studienbasis
Emotionen verwandeln sich über das Wachrufen von Energiepunkten in Tugenden
Quelle/Tradition: Seminarmanual S. 13, nicht untersucht
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Partnerbeitrag · In Zusammenarbeit mit Samadhana Ayurveda & Yoga, Badenweiler und Olten
Teil 1 von 6 · Serie „Der Weg des Dr. Rolf-Peter Adam“ · Auftakt: Nadi-Yoga der 5 Elemente: Das System von Dr. Rolf-Peter Adam erklärt
Ein Termin platzt, die Bahn fällt aus, im Postfach liegt eine unfreundliche Mail. Drei Menschen erleben denselben Morgen und reagieren völlig verschieden. Die eine liegt abends wach, weil ihre Gedanken nicht aufhören zu kreisen. Der andere schreibt eine scharfe Antwort und bereut sie eine Stunde später. Die dritte sagt gar nichts, zieht sich zurück und trägt das Problem tagelang mit sich herum. Vielleicht hast du dich schon gefragt, warum dieselbe Belastung dich ganz anders trifft als deine Kollegin oder deinen Partner.
Die Ayurveda-Psychologie hat darauf eine alte Antwort: drei Bioenergien namens Vata, Pitta und Kapha, die nicht nur den Körper prägen, sondern auch den Geist. Dr. Rolf-Peter Adam unterrichtet diese Lehre in seiner Kurpraxis und Nadi-Yoga-Schule Samadhana in Badenweiler als eigenes Seminarmodul. Grundlage dieses Artikels ist sein Lehrskript „Ayurveda-Psychologie & Yoga-Weg“ aus dem Jahr 2012. Du erfährst hier, was darin steht, wo die Typenlehre dir im Alltag hilft, wo sie zur Schublade wird und was davon belegt ist.
Was ist Ayurveda-Psychologie?
Ayurveda-Psychologie ist der Teil der indischen Heilkunde Ayurveda, der den Geist beschreibt: wie er arbeitet, wie er aus dem Gleichgewicht gerät und wie er sich wieder ordnet. Sie nutzt die Begriffe der Körperlehre – Doshas und Elemente – und ergänzt sie um die drei Gunas.
Ayurveda gilt als eines der ältesten Medizinsysteme der Welt. Klassisch setzt sich jedes der drei Doshas aus zwei Elementen zusammen: Vata aus Raum und Luft, Pitta aus Feuer und Wasser, Kapha aus Wasser und Erde. Dr. Adam gibt jedem in seinem Skript ein Leitelement – Luft, Feuer, Wasser – und fragt dann nicht nach Verdauung oder Hauttyp, sondern danach, wie ein Mensch denkt und fühlt.
Auf der ersten Seite seines Lehrskripts nennt er die Grundlagen: die drei Temperamente mit ihren feinstofflichen Formen Prana, Tejas und Ojas, die drei Gunas, die Natur des Geistes und seine Ebenen, das Bewusstsein. Im Ablaufplan kommt Swasta Vritti hinzu, die Lebensführung mit praktischer Alltagsroutine; wie die morgens aussieht, zeigt unser Beitrag über die Ayurveda-Morgenroutine.
Ayurveda-Psychologie ist keine Psychotherapie und kein Diagnosesystem, sondern eine Sprache zur Selbstbeobachtung.
Wie zeigen sich Vata, Pitta und Kapha im Geist?
Jedes Dosha bringt nach Dr. Adams Lehrskript eine eigene geistige Stärke und eine eigene emotionale Störung mit: Vata Beweglichkeit und Angst, Pitta Urteilskraft und Zorn, Kapha Beständigkeit und Festhalten. Er trennt dabei „geistige Funktionen“ von „emotionalen Faktoren“, also dem, was passiert, wenn ein Dosha entgleist.
Vata gibt laut Skript „Vitalität und Enthusiasmus“. Dr. Adams Vata-Typ hat einen schnellen Geist mit wechselnden Interessen, spricht gern und viel und tut sich schwer, sich zu vertiefen. Er verausgabt sich leicht, beim Sport wie bei der Arbeit, und wenn es kippt, zeigt sich das als Angst und Sorge. Passende Berufe laut Skript: Lehrer, Computerfachleute, Künstler.
Pitta ist, so Dr. Adam, „das Licht in den Augen, im Sinne der Sinneswahrnehmung“. Der Pitta-Typ ist intelligent, hat klare Ideen und wirkt dabei oft rechthaberisch. Im Ungleichgewicht werden daraus Zorn und Wut, im Extrem fehlendes Mitgefühl und eine „Tendenz zu Fanatismus“. Beruflich sieht das Skript ihn in der Wissenschaft, bei Anwälten, Politikern und Rednern.
Kapha verleiht laut Skript „geistige Konsistenz, Geduld, Beständigkeit, Mut, Vertrauen“. Kapha-Menschen erreichen ihr Ziel „weniger durch Können als mit Durchhaltevermögen“. Ihre Schattenseite ist das Festhalten an Wünschen, Besitz und Problemen, oft auch ein Mangel an Disziplin. Als Berufe nennt Dr. Adam Versorger, Chefs, Gastronomie, Banken.
Diese Typenbilder sind zugespitzt. Kaum jemand ist rein Vata, Pitta oder Kapha. Nützlich werden sie als Frage: Welche dieser drei Bewegungen ist gerade in mir am lautesten?
Selbsttest · keine Diagnose
Welche Tendenz dominiert bei dir gerade?
Sechs Fragen, je eine Antwort. Wähle, was in den letzten Wochen am ehesten auf dich zutraf, nicht, was du gern wärst.
Fragen werden geladen
0 von 6 Fragen beantwortet
Dein Ergebnis erscheint hier, sobald alle sechs Fragen beantwortet sind.
Der Test ist bewusst schlicht und keine Nachbildung des „Tests für die geistige Konstitution“, den Dr. Adams Lehrskript im Ablaufplan vorsieht. Er kann dir aber zeigen, wo du hinschauen solltest.
Was sind Prana, Tejas und Ojas?
Prana, Tejas und Ojas sind im Ayurveda die feinstofflichen Gegenstücke der drei Doshas; Dr. Adam nennt sie „die drei Lebensessenzen“. Während ein Übermaß der Doshas nach seinem Skript krank machen kann, gilt eine Steigerung der Essenzen dort als „gesundheitsfördernd“; sie seien „der Schlüssel für Kraft, Klarheit und Ausdauer“.
Prana beschreibt Dr. Adam als „die feinstoffliche Lebenskraft, die hinter allen körperlichen und geistigen Funktionen steht“. Tejas ist „die feinstoffliche Energie des Feuers“, die Eindrücke und Gedanken verarbeitet. Ojas ist „das Reservoir an Lebensenergie“ mit Sitz im Herzen.
Aufgebaut werden die Essenzen laut Skript über Nahrung und Sinneseindrücke: Nicht nur dein Essen nährt sie, sondern auch, was du den ganzen Tag ansiehst und anhörst. Wer bei „zu wenig Ojas“ an Pulver und Kapseln denkt: Adaptogene sind ein eigenes Feld mit eigener Studienlage, unser Guide zu Vitalpilzen und Adaptogenen ordnet es ein. In Dr. Adams Skript geht es um Essen, Atmen, Sehen, Hören.
Was bedeuten Sattva, Rajas und Tamas?
Sattva, Rajas und Tamas sind die drei Gunas, die Grundqualitäten, aus denen nach indischer Überlieferung die ganze Natur gewoben ist, auch der Geist: Sattva steht für Klarheit und Harmonie, Rajas für Aktivität und Unruhe, Tamas für Trägheit und Dumpfheit. Anders als die Doshas beschreiben sie weniger deinen Typ als die Qualität deines Geisteszustands in diesem Moment.
Die Lehre stammt aus der Samkhya-Philosophie. Dr. Adam übersetzt Guna mit „das, was bindet“, weil die drei Kräfte uns an die äußere Welt fesseln können. Sattva ist für ihn die „Kraft der Liebe, die alles vereint“. Rajas wirke „kurzfristig stimulierend und freudig“, wandle sich „jedoch schnell in Unausgeglichenheit“. Tamas ist „das Prinzip des Unbewussten“.
Mit den Gunas verbindet Dr. Adam drei Entwicklungsstufen: „persönliche Heilung“, „Heilung der Menschheit“, „universeller Friede“. Gemeint ist geistige Reifung, keine medizinische Behandlung. In der zweiten Stufe wandelt sich Rajas allmählich zu Sattva, denn „das Ego muss überwunden werden, damit etwas Höheres entstehen kann“; an seine Stelle tritt selbstloses Handeln. Die dritte nennt er das „Stadium der spirituellen Praxis“, in seinem religiösen Verständnis die Verbindung zu Gott und zum inneren Selbst.
Wie arbeitet der Geist nach Dr. Adams Modell?
Der Geist ist für Dr. Adam ein Werkzeug, nicht das Selbst: „Der Geist ist ein Objekt. Er gehört zu uns, ist aber nicht das, was wir sind.“ Der Schlüssel zu seiner Erkenntnis sei die Beobachtung. Ein Satz bleibt hängen: „Trauer ist eingeschränkter Geistesraum. Wonne ist unbegrenzter Raum für den Geist.“
Das anschaulichste Bild des Skripts ist ein Haus mit drei Räumen: die Tür, durch die Eindrücke über die Sinne kommen, der Türsteher, der entscheidet, was weiterdarf, und der Innenraum mit den Kerngedanken. Was dort ankommt, wächst „wie Samen“ und bestimmt die Richtung unseres Lebens.
Die entscheidende Stelle: Nur wenn wir „Zu- und Abneigung, Für und Wider empfinden, gelangen die Eindrücke in die innere Geistebene“. Probier das beim nächsten kritischen Satz, den jemand zu dir sagt. Die Tür hört ihn. Der Türsteher urteilt, „unverschämt“ oder „stimmt ja“. Und im Innenraum meldet sich eine alte Überzeugung, die mit dem Satz von heute wenig zu tun hat. Wer diese drei Schritte auseinanderhält, gewinnt einen Moment Abstand.
Wie werden aus Emotionen Tugenden?
Im Seminarmanual zum Verjüngungs-Seminar (2023) ordnet Dr. Adam vier belastende Emotionen je einem Element der chinesischen Fünf-Phasen-Lehre zu und nennt die Qualität, in die sie sich verwandeln können: Ärger in Güte, Sorgen und Grübeln in Beständigkeit, Trauer in Urteilskraft, Angst in Weisheit. Voraussetzung ist für ihn, dass wir „die jeweilige vordergründige Emotion und das dahinterliegende Bewusstseinsfeld erkennen“.
Hier treffen die indische Dosha-Lehre und die chinesische Lehre der fünf Wandlungsphasen aufeinander. Dr. Adam verbindet beide in seinem Nadi-Yoga, das wir im Auftakt dieser Serie vorgestellt haben. Die Verwandlung soll nach seinem Manual über das „Wachrufen“ von Energiepunkten in gehaltenen Yogahaltungen geschehen; untersucht ist das nicht. Als Denkfigur ist das Rad trotzdem stark: Angst etwa verwandle sich in „Weisheit zur Erhaltung und Sicherung des Lebens“. Sie hat eine Aufgabe, sie soll nur nicht das Steuer übernehmen.
Die Wurzel dieser Arbeit beschreibt er im Transformations-Training mit den Klesas, den „Stadien des Leidens“: Unwissenheit, Angst, Wünsche und Anhaftung am Leben. In den Yoga-Sutras des Patanjali sind es fünf: Unwissenheit, Ich-Bezogenheit, Begierde, Abneigung und das Klammern am Leben. Yoga und Ayurveda verstehen es nach Dr. Adam, „diesen Prozess umzudrehen“, vom Wissen „zur inneren Weisheit durch Erfahrung“. Sein knappster Satz dazu: „Alle wollen Glückseligkeit, doch wir suchen sie in vergänglichen Dingen.“
Wie nutzt du Dosha-Wissen im Alltag – bei Übung, Beruf und Beziehung?
Am meisten bringt Dosha-Wissen, wenn du es als Beobachtungshilfe nutzt und nicht als Rezeptbuch. Du erkennst früher, welche Bewegung in dir gerade überhandnimmt, und kannst gegensteuern, bevor du reagierst.
Übung. Ein Grundsatz des Ayurveda lautet, dass Gleiches Gleiches verstärkt und Gegensätzliches ausgleicht. Nach dieser Logik passen zu einem unruhigen Geist eher ruhige, gehaltene Haltungen als noch mehr Tempo, wie im klassischen Hatha-Yoga. Dr. Adams Skript nennt zwei Prinzipien: Abhyasa, das beständige Üben, und Vairagya, das Loslassen, vereint zur „konzentrierten Loslösung in der Übung“. Dazu zwei Werkzeuge: „Meditation über OM verschafft Klarheit und Konzentration im Geist. Atemregulierung bringt Denken und Fühlen zur Ruhe.“ Wie du mit dem Atem anfängst, erklärt unser Beitrag über Pranayama.

Beruf. Die Berufslisten im Skript sind eher ein Spiegel als eine Beratung. Treibt dich dein Job ständig in deine stärkste Tendenz, etwa als Pitta-Mensch in Dauerkonkurrenz, weißt du, wo du Ausgleich brauchst.
Beziehung. Dr. Adam übernimmt aus der Psychoanalyse die Projektion, „das Hinausverlegen von Innenvorgängen nach außen“, und die Übertragung, die Wahrnehmung „gegenwärtiger Situationen im Lichte vergangener Erfahrungen“. Geschrieben ist das für Yogalehrende, übertragen lässt es sich auf jede Partnerschaft. Sein Gegenmittel: „Genaue Beobachtung ist der Weg zur Freiheit.“ Für die Endentspannung, Savasana, formuliert er vier Fragen, die du genauso nach einem Streit stellen kannst.
1
Wo?
„Wo wurde ich konkret angesprochen?“
2
Was gespürt?
„Was habe ich wirklich gespürt?“
3
Was verändert?
„Was hat sich verändert?“
4
Was ist meins?
Das Erlebte trennen „von meiner Hoffnung, meinen Wünschen und meinen Erfahrungen“.
Worauf kommt es an – und welche Fehler passieren mit Dosha-Typen?
Der häufigste Fehler ist, den Dosha-Typ als feste Persönlichkeitsdiagnose zu lesen. Der Ayurveda unterscheidet selbst zwischen der Grundkonstitution, Prakriti, und dem aktuellen Ungleichgewicht, Vikriti, und auch Dr. Adams Typenbilder liest du am besten als Tendenzen, nicht als Urteile über Menschen.
- Die Schublade als Ausrede. „Ich bin halt Pitta“ erklärt keinen Wutausbruch. Bei Dr. Adam ist das Dosha der Ausgangspunkt der Arbeit, nicht ihr Ende.
- Zustand mit Typ verwechseln. Nach drei schlechten Nächten wirkt fast jeder wie Vata. Wiederhole den Selbsttest oben in einer ruhigen Woche, bevor du Schlüsse ziehst.
- Gunas moralisch lesen. Tamas klingt nach „schlecht“. Aber das Skript ordnet Tamas auch Schlaf, Beruhigung und Erholung zu.
- Online-Tests überschätzen. Eine Übersichtsarbeit von 2025 hat 64 Werkzeuge zur Bestimmung der Prakriti untersucht. Keines erfüllte alle Kriterien einer wissenschaftlichen Testentwicklung. Die akademische Persönlichkeitspsychologie beschreibt Menschen heute meist über Dimensionen statt über Typen, etwa im Fünf-Faktoren-Modell.
- Psychische Not umdeuten. Anhaltende Angst, Niedergeschlagenheit oder Erschöpfung sind kein „zu viel Vata“ und kein „Ojasmangel“, sondern ein Grund, ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe zu suchen. Ayurveda-Psychologie ersetzt keine psychotherapeutische Behandlung.
Für wen ist Ayurveda-Psychologie geeignet – und für wen nicht?
Ayurveda-Psychologie eignet sich für Menschen, die eine bildhafte Sprache für ihre Stressmuster suchen und sich regelmäßig selbst beobachten wollen, in Dr. Adams Form besonders für Yogalehrende, Therapeutinnen und Coaches. Nicht geeignet ist sie als Ersatz für Diagnose oder Therapie.
Passt, wenn du …
- verstehen willst, warum Stress dich anders trifft als andere
- mit Menschen arbeitest, etwa als Yogalehrerin, Therapeut oder Coach
- Beobachtung üben willst statt neuer Etiketten
- im Markgräflerland, im Raum Basel oder Olten lebst und lieber vor Ort lernst
Passt eher nicht, wenn du …
- gerade in einer psychischen Krise steckst – dann zuerst ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe
- ein wissenschaftlich validiertes Persönlichkeitsprofil suchst
- mit Begriffen wie Prana, Seele oder Gott nichts anfangen willst
Dr. Rolf-Peter Adam in Badenweiler und Olten: Ayurveda-Psychologie als Modul II
Dr. Rolf-Peter Adam lehrt Ayurveda-Psychologie in seiner Kurpraxis und Nadi-Yoga-Schule Samadhana in Badenweiler als zweites Modul seines Transformations-Trainings. Sein Skript „Ayurveda-Psychologie & Yoga-Weg“ schrieb er bereits im April 2012 als Unterrichtsblock 12 für die Paracelsus-Schulen. In seinen Unterlagen liegt es zusammen mit dem Flyer zum heutigen Seminartag „Ayurveda-Psychologie & 3 Heilungsprozesse“, der laut Flyer von 9.30 bis 17 Uhr dauert; ein Unterrichtsmanual ist inbegriffen.

Der Flyer nennt vier Themen: das Zusammenwirken von Ayurveda und Yoga, die Balance von Vata, Pitta und Kapha, die Analyse der emotionalen Komponenten und ihre Umwandlung, die Stadien des Leidens. Der Ablaufplan des Skripts beginnt mit einer „Stillen Übung“, die einen Raum „der Neutralität – Objektivität und Selbstwahrnehmung“ schaffen soll. Es folgen eine Ayurveda-Einführung für Teilnehmende ohne Vorkenntnisse, die Doshas im Geist, die Lebensessenzen, die Gunas und ein „Test für die geistige Konstitution“.
Das Transformations-Training selbst, Untertitel „Werde, wer Du bist“, ist laut Website ein fünftägiges Intensiv-Training „für Therapeuten, Coachs, Mediziner, Yoga-Lehrer, u.a.“; die Tage sind auch einzeln buchbar. Zen, Kampfkünste, psychischer Selbstschutz und Anti-Aging bekommen in dieser Serie je einen eigenen Teil, das ganze Training samt Asana-Modul Teil 6. Über allem steht Dr. Adams Motto: „Das Wissen zu werden ist besser, als das Wissen anzuhäufen!“
Neben den Seminaren bietet Dr. Rolf-Peter Adam, nach eigener Angabe Heilpraktiker und diplomierter Ayurveda-Spezialist, unter dem Namen Samadhana auch Ayurveda-Kuren an, darunter Pancha-Karma sowie 7- und 10-tägige Regenerationskuren mit täglichem Nadi-Yoga im Einzelunterricht. In Olten führt er eine zweite Kurpraxis mit Yogaschule in der Jurastrasse 17. Aktuelle Termine stehen auf samadhana.com.
Einordnung: Was ist belegt, was Überlieferung, was gelebte Praxis?
Ayurveda-Psychologie ist eine Überlieferung mit schlüssiger innerer Logik, aber kein wissenschaftlich geprüftes Persönlichkeitsmodell. Hier die vier Schichten getrennt.
Belegt
Ayurveda ist eines der ältesten Medizinsysteme der Welt; gut gemachte Studien zu seiner Wirksamkeit sind laut NCCIH selten. Für Achtsamkeits- und Meditationsverfahren gibt es Hinweise, dass sie Angst- und Stresssymptome lindern; viele Studien sind laut NCCIH vorläufig oder methodisch schwach. Für Prakriti-Fragebögen gibt es bislang kein vollständig validiertes Instrument (Übersichtsarbeit 2025).
Überliefert
Die drei Doshas und ihre feinen Formen Prana, Tejas, Ojas; die drei Gunas aus der Samkhya-Philosophie; die Klesas der Yoga-Sutras; die fünf Wandlungsphasen der chinesischen Medizin. Jahrhundertealte Denkmodelle, keine messbaren Größen.
Gelebte Praxis
Dr. Adams Lehrskript von 2012, das Türsteher-Modell, die Typenbilder mit Berufen, die Zuordnung von Emotion und Tugend im Manual von 2023, das Seminarmodul in Badenweiler. Alles nach seinen Unterlagen und Angaben, von uns nicht unabhängig geprüft.
Nicht belegt
Der Dosha-Typ als Persönlichkeitsdiagnose; dass ein Mangel an Prana oder Ojas Depression oder Angst verursacht; dass sich Emotionen über Energiepunkte in Tugenden verwandeln. Ayurveda-Psychologie ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Häufige Fragen zur Ayurveda-Psychologie
Was bleibt
Erinnerst du dich an die drei Menschen vom Anfang, an die Grüblerin, den Aufbrausenden und die Schweigsame? Ayurveda-Psychologie sagt nicht, wer von ihnen richtig reagiert. Sie gibt dir eine Sprache, um deine eigene Reaktion zu bemerken, bevor sie dich steuert: Angst, Zorn, Festhalten, und dahinter Weisheit, Güte und Beständigkeit als Möglichkeit. Dr. Adam setzt dafür nicht auf neue Etiketten, sondern auf Übung und genaue Beobachtung. Ob du dir das allein erarbeitest oder an einem Seminartag in Badenweiler, entscheidest du. Mehr über seine Ayurveda-Angebote findest du auf samadhana.com.
Weiterlesen in der Serie
Alle Teile der Serie „Der Weg des Dr. Rolf-Peter Adam“
- Nadi-Yoga der 5 Elemente: Das System von Dr. Rolf-Peter Adam erklärt
- Ayurveda-Psychologie: Vata, Pitta, Kapha als Persönlichkeitstypen
- Zen im Alltag: „Leben aus der Quelle“ – vom Ich-Raum in den Hara-Raum
- Die geheime Botschaft der Kampfkünste: Tao, Meridiane und der Weg „Do“
- Psychischer Selbstschutz: Aura stärken nach der Nadi-Yoga-Schule
- Verjüngung aus Ayurveda-Sicht: Ernährung, Gewürze und Farben
- Transformations-Training „Werde der Du bist“: fünf Tage, sechs Wege
Quellen
- National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH): Ayurvedic Medicine: In Depth
- NCCIH: Meditation and Mindfulness: What You Need To Know
- Venkatesh A. et al.: Prakriti (constitutional typology) in Ayurveda: a critical review of Prakriti assessment tools and their scientific validity. Frontiers in Medicine 12 (2025) · Volltext · PubMed Central
- Wikipedia: Ayurveda · Dosha · Prakriti
- Wikipedia: Guna · Samkhya
- Wikipedia: Klesha · Yogasutra
- Wikipedia: Big Five (Psychologie) · Fünf-Elemente-Lehre
- Samadhana Ayurveda & Yoga: Ayurveda · Transformations-Training · Biographie · Seminare
- Dr. Rolf-Peter Adam: Lehrskript „Ayurveda-Psychologie & Yoga-Weg“, Paracelsus-Schulen, Block 12 (April 2012) · Seminarmanual „Verjüngungs-Seminar mit Anti-Aging-Programm“ (12/2023) · Skript und Flyer „Transformations-Training“ – von Dr. Adam der Redaktion zur Verfügung gestellt
Dieser Beitrag ist ein gekennzeichneter Partnerbeitrag in Zusammenarbeit mit Samadhana Ayurveda & Yoga. Aussagen über Lehre, Methode und Werdegang stammen aus den Unterlagen und der Website des Partners und sind als solche gekennzeichnet. Der Artikel ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung.







