Zen im Alltag: „Leben aus der Quelle“ – vom Ich-Raum in den Hara-Raum
Zen beginnt im Bauch, nicht im Kopf: Dr. Rolf-Peter Adams Hara-Lehre aus Badenweiler und Olten – drei Säulen, die lange Ausatmung und ein Haltungs-Check für nach dem Sitzen. Partnerbeitrag.
Inhalt
Dr. Rolf-Peter Adam, nach eigener Angabe Zen-Lehrer, unterrichtet in seiner Kurpraxis Samadhana in Badenweiler Zen als „Schulung des Herzens“, die im Hara beginnt – dem Schwerpunkt etwa drei Fingerbreit unter dem Nabel; eine zweite Kurpraxis führt er in Olten. In seiner Broschüre „Im Zeichen der Stille – ZEN – Leben aus der Quelle“ (2013) ruht das Nur-Sitzen (Shikantaza) auf drei Säulen: gutes Aufrichten, Atmungsschulung mit langer Ausatmung und Weisheitsbewusstsein. Ob die Praxis stimmt, zeigt sich nach seinem Kriterium danach: an Freude und Handlungsbereitschaft statt Schwere. Meditation kann Angst und Niedergeschlagenheit leicht bis moderat verringern; Zen ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Meditationsprogramme verringern Angst, Niedergeschlagenheit und Schmerz leicht bis moderat
Quelle/Tradition: Goyal u. a., JAMA Intern Med 2014 (PMC4142584): „small to moderate reductions“
Langsames Atmen (<10/min) geht mit höherer Herzratenvariabilität und mehr Ruhe einher; nur 15 Studien an Gesunden
Quelle/Tradition: Zaccaro u. a., Front Hum Neurosci 2018 (PMC6137615)
Meditation gilt als risikoarm („few risks“); rund 8 % der Teilnehmenden berichten negative Erfahrungen, am häufigsten Angst und Niedergeschlagenheit
Quelle/Tradition: NCCIH, Meditation and Mindfulness: Effectiveness and Safety (Review 2020, 83 Studien)
Hara als Kraftzentrum und Schwerpunkt knapp unter dem Nabel (unteres Dantian)
Quelle/Tradition: Japanische Medizin/Kampfkünste; Wikipedia Hara (tanden)
Gunas (raja, tama), Koshas, Klesas; Bodhidharma 526; Zen-Meister mit einem Atemzug in 2–3 Minuten
Quelle/Tradition: Indische Philosophie/Upanishaden, Zen-Überlieferung; Dr. Adams Broschüre S. 3, 8, 19, 20
Drei Säulen des Shikantaza, Haltungsanweisungen, Echo- und Restatmung, Prüfkriterium nach dem Sitzen, Ich-Raum → Hara-Raum
Quelle/Tradition: Dr. Adam, Broschüre „Im Zeichen der Stille – ZEN – Leben aus der Quelle“ (8/2013), S. 4–10, 20
Zen-Lehrer; Werdegangs-Eintrag „ZEN, Bodhisattva Tai Ryu, 1989 La Gendronnière“; 3. Dan Tae-Kwon-Do; Seminar Zen & Kampfkunst; Modul I Transformations-Training
Quelle/Tradition: samadhana.com (biographie, zen, zen---kampfkunst, transformation); Werdegangsblatt – laut eigener Angabe
Das Nabelzentrum „schützt gegen Krankheiten“; Sitzen gleicht die Gehirnhälften aus
Quelle/Tradition: Dr. Adams Broschüre S. 12, 20 – keine Studienbasis
Traurigkeit nach der Meditation geht immer auf falsche Haltung zurück; alte Wunden heilen durch Durchlassen von Schmerz
Quelle/Tradition: Dr. Adams Broschüre S. 9, 16 – Lehraussage; NCCIH nennt negative Erfahrungen auch unabhängig davon
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Partnerbeitrag · In Zusammenarbeit mit Samadhana Ayurveda & Yoga, Badenweiler und Olten
Teil 2 von 6 · Serie „Der Weg des Dr. Rolf-Peter Adam“ · Auftakt: Nadi-Yoga der 5 Elemente
Du setzt dich hin, schließt die Augen, willst still werden – und nach fünf Minuten ist der Kopf lauter als vorher. Die Einkaufsliste, das Gespräch von gestern, das Ziehen im Knie. Irgendwann wartest du nur noch auf das Ende und zweifelst an dir oder an der Meditation. Dabei liegt das Problem oft nicht im Kopf, sondern tiefer: in der Haltung, im Atem, im Schwerpunkt deines Körpers.
Genau dort setzt Dr. Rolf-Peter Adam an, der in Badenweiler die Kurpraxis Samadhana führt und dort Zen unterrichtet. In seiner Broschüre „Im Zeichen der Stille – ZEN – Leben aus der Quelle“ (2013) ist der Kern schlicht: Zen beginnt nicht im Kopf, sondern im Hara, der Mitte unterhalb des Nabels. Von dort aus beschreibt er drei Säulen der Praxis und ein einfaches Kriterium, an dem du erkennst, ob dein Sitzen stimmt. Dieser Artikel erklärt seine Hara-Lehre, zeigt die Haltung im Detail und trennt ehrlich, was davon die Forschung stützt, was Überlieferung ist und was seine eigene Lehre.
Was bedeutet „Leben aus der Quelle“ im Zen nach Dr. Adam?
„Leben aus der Quelle“ heißt bei Dr. Adam, nicht mehr aus dem kleinen, wollenden Ich heraus zu handeln, sondern aus einer tieferen Schicht, die er Weisheitsbewusstsein nennt. Zen ist für ihn „in erster Linie“ eine „Schulung des Herzens“ und erst dann eine Sitztechnik.
Seine Broschüre beginnt nicht mit Beinen und Kissen, sondern mit einem Befund über den Alltag: Wir lebten ein „veräußerlichtes“, beschleunigtes Leben, das uns nach außen zieht. Zen setzt nach Dr. Adam zwei schlichte Fragen dagegen: „Was passiert gerade in mir? Wo bin ich gerade?“ Mit der Vertiefung, schreibt er, verliere die äußere Welt an Anziehungskraft.
Die Übung dazu ist Shikantaza, das „Nur-Sitzen“. Dr. Adam lässt die Geschichte mit Bodhidharma beginnen, der der Überlieferung nach im frühen 6. Jahrhundert von Indien nach China zog; er nennt das Jahr 526. Das Wort zerlegt er in seine Teile: shikan „nichts als“, ta „treffen“, za „sitzen“ – zusammen „intensives Sitzen“. Gemeint ist ein Geist, „wach und gespannt wie eine Bogensehne“, weder überspannt noch schlaff. Kissen, Beinhaltungen und die Schulen Soto und Rinzai erklärt unser Grundlagen-Artikel Zazen: Die Zen-Meditation im Sitzen. Dieser Beitrag geht weiter, in Dr. Adams Lehre vom Hara.
Was ist der Hara – und warum nennt Dr. Adam ihn die Erdmitte?
Hara ist das japanische Wort für Bauch; Dr. Adam meint damit das Kraftzentrum im Unterbauch, das auf seinem Übungsblatt „3 Fingerbreit unterhalb des Nabels“ liegt und zugleich „das Zentrum unserer Schwerkraft“ ist. Erdmitte nennt er ihn, weil der Mensch dort nach seiner Lehre zur Ruhe kommt: „Im HARA ruht der Mensch und findet seine Quelle“.
Der Begriff ist alt: In den Kampfkünsten wird der Hara mit dem unteren Dantian gleichgesetzt, dem Feld knapp unterhalb des Nabels, in dem sich nach der Überlieferung die Lebensenergie sammelt. Dr. Adam macht daraus eine Haltungslehre. Westliche Kulturen, schreibt er, trügen ihren Schwerpunkt „sehr hoch“; in den Heil- und Kampfkünsten werde er nach unten verlagert. Das nennt er „Hara-Kultur“.
Die meisten Menschen, so seine Beobachtung, haben Fehlhaltungen, weil ihr Schwerpunkt verrutscht ist. Die einen halten im Brustraum fest und wirken „verkrampft und aufgeblasen“ – für ihn der Ausdruck eines Menschen, der sich ganz mit seinem Ego identifiziert. Die anderen sinken zusammen, in eine „leblose Trägheit“. Wo die Mitte fehlt, „fällt der Mensch von einem Extrem ins andere“.
Im Hara verortet Dr. Adam mehr als einen Schwerpunkt: „eine Feuerkraft, in der verfestigte Ich-Formen eingeschmolzen werden“. Daher die Formel aus dem Titel: Wer sich „aus seinem Ich-Raum in den HARA-Raum“ niederlässt, integriert nach Dr. Adam die Schichten seiner Persönlichkeit. Er nennt sie mit dem Yoga-Begriff Koshas, die „Hüllen“ des Menschen; die Upanishaden beschreiben fünf davon, vom Körper bis zur Glückseligkeit. Praktisch heißt das: Auch im Alltag bleibt die Aufmerksamkeit beim Hara, in seinen Worten „die gesamte Beckengegend“.
Shikantaza nach Dr. Adam: Wie funktionieren die drei Säulen?
Shikantaza ruht bei Dr. Adam auf drei Säulen: gutes Aufrichten (Haltung), Atmungsschulung (Atem) und Weisheitsbewusstsein (Geist). Sie stehen nicht nacheinander, sondern zusammen: Sein Prüfkriterium nach dem Sitzen fragt nach allen dreien zugleich.
Säule 1: Was heißt „gutes Aufrichten“ konkret?
Gutes Aufrichten heißt bei Dr. Adam eine Haltung, in der „die Energie durch die Wirbelsäule fließen“ kann. Die zwei Abweichungen benennt er mit Begriffen der indischen Guna-Lehre: „überangespannt, zu kopflastig“ ist raja guna, „zusammensinken, wegdösen, weggehen von sich selbst“ ist tama guna. Gesucht ist „optimale Wachheit“ jenseits von beidem. Seine Anweisungen sind präzise:
1
Knie
„Die Knie sollten zum Boden kommen.“
2
Wirbelsäule
„Über die Seiten aufrichten“: aufdehnen, nicht strecken.
3
Schultern
Die Schulterblätter „kommen näher zusammen“, die Achseln sind geöffnet.
4
Unterer Rücken
„Die Nieren wachsen zur Wirbelsäule hin.“
5
Hände
Linke Hand in der rechten, die Daumen berühren sich waagerecht – für Dr. Adam eine Vase, die leer wird, um zu empfangen.
6
Dauer
Ziel sind 20 bis 30 Minuten „ohne sich zu bewegen, in vollkommener Ruhe“.
Den Unterschied zwischen Aufdehnen und Strecken nimmt Dr. Adam ernst: Wer die Wirbelsäule streckt, macht sie „zu fest“ und verliert den Kontakt zum Zentrum. Bleibst du „geschmeidig und komfortabel in der Mitte“, steigt die Energie nach seiner Lehre von selbst zum Herzen, zum Stirnzentrum und zum Scheitel. „Man modelliert den Körper und findet sein Zuhause im Herzen.“

Säule 2: Warum zählt im Zen die Ausatmung mehr als die Einatmung?
Weil die Ausatmung nach Dr. Adam der Teil des Atems ist, den man schulen soll. „Wirkliche Atemkontrolle besteht darin, die Art der Ausatmung zu kontrollieren und nicht die Art der Einatmung“, schreibt er. Die Einatmung, die folgt, sei „kurz und lebendig“.
Die Ausatmung reicht in seinem Bild „bis ins Nabelzentrum“ und wird dort gehalten. Bei der Echoatmung kommst du mit der Energie des Nabelzentrums in Kontakt; dort, schreibt er, wird die Energie gespeichert, und dieses „Energiereservoir darf nicht austrocknen“ – das nennt er Restatmung. Als Beispiel nennt er Zen-Meister, die in zwei bis drei Minuten nur einen Atemzug tun. Das ist Überlieferung, kein Übungsziel für dich.
Was die Forschung sagt: Langsames Atmen mit weniger als zehn Atemzügen pro Minute geht in Studien mit messbaren Veränderungen wie höherer Herzratenvariabilität und mit mehr Ruhe einher; die Übersichtsarbeit von Zaccaro und Kollegen (2018) stützt sich allerdings auf nur 15 Studien mit gesunden Menschen. Dr. Adams Satz, die tiefe Ausatmung verbinde mit dem Nabelzentrum, „das uns gegen Krankheiten schützt“, ist Lehre ohne Beleg. Lies ihn als Bild, nicht als Gesundheitsversprechen.
Säule 3: Was meint Dr. Adam mit Weisheitsbewusstsein?
Weisheitsbewusstsein ist bei Dr. Adam der Zustand, in dem du Gedanken und Gefühlen nicht mehr folgst und Einsicht „nicht aus dem Willen heraus“ entsteht. Er zählt auf: Intuition, höheres Wissen, Einsicht, Inspiration, Kreativität.
Praktisch heißt das: Gedanken kommen und gehen, und du rennst ihnen nicht hinterher. Das Gehirn werde im Sitzen „zu einem friedlichen Ort“; wenn Dr. Adam dabei von gleichmäßig aktiven Gehirnhälften spricht, ist das Lehrsprache, keine Neurologie. Den Zwischenraum, um den es geht, nennt er den „Spalt zwischen den Gedanken“. Wer diesen Zustand aus der indischen Tradition kennt, findet Verwandtes in unserem Beitrag über Samadhi, den Zustand der vollkommenen Bewusstheit.
Woran erkennst du, ob du richtig gesessen hast?
Dr. Adam gibt dafür ein einfaches Prüfkriterium: wie du dich danach fühlst. Wer nach dem Sitzen in der Stille „Begeisterung, Freude und Handlungsbereitschaft“ empfindet und neue Ideen hat, hat nach seiner Darstellung richtig praktiziert. Wer traurig, angsterfüllt oder düster gestimmt aufsteht, bei dem war seiner Lehre nach „die Sitzhaltung nicht korrekt, die Atmung war nicht korrekt und der Geist war nicht in Ordnung“.
Dazu gehört eine zweite Regel: nach dem Sitzen nicht ins „bequeme Gefühl“ zurückfallen, sondern den ruhigen Zustand mitnehmen – „nicht das erlangte saubere Wasser in schmutziges Wasser verwandeln“. Als Spiegel ist das Kriterium hilfreich, aber es hat eine Grenze: Meditation kann auch bei guter Haltung Unangenehmes hochbringen. Eine Übersichtsarbeit, die das US-Gesundheitsinstitut NCCIH zitiert, fand bei rund 8 Prozent der Teilnehmenden negative Erfahrungen, am häufigsten Angst und Niedergeschlagenheit. Der folgende Check übersetzt Dr. Adams Kriterien in sechs Fragen; er ersetzt weder Lehrer noch Diagnose.
Selbstcheck
Haltungs-Check nach dem Sitzen
Beantworte die sechs Fragen direkt nach einer Sitzperiode. Wähle jeweils die Antwort, die am ehesten passt – ehrlich, nicht wie es sein sollte.
Die Fragen werden geladen. Ohne JavaScript findest du sie unten als Liste.
0 von 6 Fragen beantwortet
Dein Ergebnis erscheint, sobald alle sechs Fragen beantwortet sind.
Was kommt in der Stille hoch – und was macht man mit dem Schmerz?
In der Stille kommt nach Dr. Adam vor allem Schmerz hoch: der körperliche im Sitzen, aber auch alte Kränkungen und Verletzungen. Seine Antwort ist nicht Vermeiden, sondern Durchlassen. „Was schmerzt, wenn wir in der Stille sitzen?“, fragt er in der Broschüre und antwortet: „Das Leben ist das, was schmerzt.“
Wer den Schmerz nicht durchlässt, bei dem bleibt er nach seiner Beschreibung „hängen und klebt fest“; wer ihn „ins Herz hineinnehmen“ kann, bei dem werde er „transformiert und verbrannt“. In der Stille entstehe ein „Aufreißen von alten Mustern, die sich im Gewebe festgesetzt haben“ – eine Brücke zu seinem Nadi-Yoga, das der Auftakt dieser Serie erklärt. Der größte Schmerz der Praxis wird so zum „Brennmaterial für die Befreiung“, in dem die Klesas, die geistigen Gifte, verbrannt werden. Ohne Umschweife: „Es tut erst einmal weh.“
Welle und Meer
„Die kleine Welle fragt die große Welle: Weißt du, wo das Meer ist?“
Schlange und Kuh
Dasselbe Wasser wird bei der Schlange zu Gift, bei der Kuh zu Milch. „Wir erzeugen Milch durch die Praxis.“
Hier braucht es eine klare Grenze. Unbehagen auszuhalten ist eine Übung; Traumata, Depressionen oder Angststörungen aufzuarbeiten ist Sache von Fachleuten. Zen nach Dr. Adam ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Werden Gefühle überwältigend, hörst du auf und holst dir Begleitung. Und ein stechender Schmerz in Knie oder Rücken ist kein „Brennmaterial“, sondern ein Signal, die Haltung zu ändern.
Worauf kommt es an? Die typischen Fehler beim Sitzen
Die meisten Fehler entstehen nach Dr. Adam nicht am Anfang, sondern nach einer Weile. Er setzt dagegen „systematische Selbstkorrektur“ – „100 % in die Haltung zu legen, keine 99 %“.
Wie trägt man Zen in den Alltag – vom Ich-Raum in den Hara-Raum?
Zen endet bei Dr. Adam nicht mit dem Gong. „Die Qualität des Herzens muss bei jeder täglichen Handlung erhalten bleiben“, schreibt er, und als Grundsatz von Zen und Kampfkunst: „Wir müssen die Handlung und den Atem harmonisieren.“ Im Manual seines Verjüngungs-Seminars (2023) steht dafür der Zen-Begriff „tägliches Bewusstsein“; seine Unterrichtsblätter zitieren den alten Spruch „Vor der Erleuchtung Holz hacken, nach der Erleuchtung Holz hacken.“

In seinen Lehrblättern erscheint dieser Weg als Reihe von Übergängen. „Self Realisation“ listet sie als „Von … zu …“; das Blatt „Die Praxis bringt die wahre Freiheit“ (2025) setzt beim Ich an: „Schon der kleinste Ich-Gedanke erzeugt Leid.“ Daraus ergibt sich die Karte, die der Titel meint:
Ich-Raum
äußere Autorität
Hara-Raum
innere Autorität
Ich-Raum
sinnenhafte äußere Faszination
Hara-Raum
Integration
Ich-Raum
persönlicher Wille, alles schnell erreichen
Hara-Raum
Gleichmut und Gelassenheit
Ich-Raum
das „kleine“ Leben des Ego
Hara-Raum
das „große“, kosmische Leben
Ich-Raum
Warten auf später, auf morgen
Hara-Raum
die Gelegenheit im Hier und Jetzt
Ich-Raum
Suchen
Hara-Raum
Finden
Vom Ich-Raum in den Hara-Raum: Übergänge nach dem Lehrblatt „Self Realisation“ aus seiner Unterrichtsmappe und seiner Broschüre (2013), redaktionell als Paare geordnet.
Für den Alltag besonders brauchbar ist sein Gedanke zur Entfremdung: An Unbekannten gehe man meist „teilnahmslos“ vorüber; durch die Praxis entstehe im Herzen „ein neuer Raum“ für Güte und Mitgefühl, denn „da sich alle Menschen im gleichen Feld befinden, ist niemand fremd“. Wer lieber in Bewegung übt: Die Gehmeditation verbindet Schritt und Atem; weitere Wege zeigt unser Guide Meditationstechniken der Welt.
Für wen ist Zen nach Dr. Adam geeignet – und für wen nicht?
Zen nach Dr. Adam passt zu Menschen, die eine strenge, körperlich genaue Sitzpraxis suchen und bereit sind, auch Unbequemes auszuhalten. Wer vor allem Entspannung oder schnelle Erleichterung sucht, findet anderswo Passenderes; Dr. Adam schreibt selbst, wer den Schmerz „nicht spüren kann, ist für ZEN nicht geeignet“.
Passt, wenn du …
- in der Meditation wegdöst oder verkrampfst und eine Haltungslehre suchst
- Yoga oder Kampfkunst übst und die Mitte als Bezugspunkt kennst
- eine Praxis willst, die bis in den Alltag reicht
- eine Lehre suchst, die auf genaue Selbstkorrektur setzt
- in Badenweiler oder im Markgräflerland lebst
Passt eher nicht, wenn du …
- eine geführte Entspannung mit Musik suchst
- mit Begriffen wie Hara, Gunas oder Koshas nichts anfangen willst
- in einer akuten seelischen Krise steckst – dann zuerst ärztliche oder therapeutische Hilfe
- nicht am Boden sitzen kannst – frag vorher, wie der Unterricht damit umgeht
Dazu ein Satz zum Rahmen: Dr. Adam versteht das Sitzen in der Stille ausdrücklich als „direkte Verbindung zu Gott“; wer Zen rein weltlich üben möchte, sollte das vorher wissen.
Dr. Rolf-Peter Adam in Badenweiler und Olten: Zen als Teil von Samadhana
Dr. Rolf-Peter Adam unterrichtet Zen in seiner Kurpraxis und Nadi-Yoga-Schule Samadhana in der Ernst-Eisenlohrstraße 5 in Badenweiler; eine zweite Kurpraxis mit Yogaschule führt er in der Jurastrasse 17 in Olten. Auf seiner Website führt er das Angebot als „Zen in den Heil- & Kampfkünsten“, mit Einführungen, Seminaren, Wochenkursen und Ausbildungen; das „Sitzen in der Stille“ beschreibt er dort als „Zugang zu besserer Selbsterkenntnis und Selbstbeherrschung“.
In seiner Biografie bezeichnet sich Dr. Adam als Zen-Lehrer. Auf seinem Werdegangsblatt steht laut eigener Angabe unter „ZEN“ der Eintrag „Bodhisattva Tai Ryu, 1989 La Gendronnière“; La Gendronnière ist ein Tempel der Soto-Schule im Loire-Tal. Unter seinen Zen-Lehrern nennt er u. a. Roland Yuno Rech. Das sind seine eigenen Angaben, wir haben sie nicht unabhängig geprüft. Seine Buchliste führt zudem einen Titel „ZEN – Leben aus der Quelle“.
Ungewöhnlich ist die Verbindung zur Kampfkunst. Dr. Adam trägt nach eigener Angabe den 3. Dan im Tae-Kwon-Do und bietet in Badenweiler ein Seminar „Zen & Kampfkunst“ für Männer an, mit Heilmeditation, der „Verfeinerung des Atems“ und dem Hara im Mittelpunkt. Zen, heißt es in der Ausschreibung, befähige uns, „das ‚Lebenselixier‘ durch das Hara (das Energiezentrum) zu entdecken“. Teil 3 dieser Serie geht diesem Strang nach.
Im fünftägigen Transformations-Training, das Dr. Rolf-Peter Adam bei Samadhana in Badenweiler für Therapeuten, Coaches, Mediziner und Yogalehrer anbietet, ist Zen das erste Modul: „Die Intuition des ZEN-Weges“. Seine Zen-Unterlagen reichen von der Broschüre (2013) bis zu einem Lehrblatt von 2025. Zen steht bei Samadhana neben Nadi-Yoga, Ayurveda und Akupunktur, als die stille Seite eines Konzepts, das den Körper ernst nimmt. Aktuelle Termine stehen auf samadhana.com.
Einordnung: Was ist belegt, was Überlieferung, was gelebte Praxis?
Dr. Adams Zen-Lehre vereint vier Schichten. Keine ist wertlos, aber sie tragen unterschiedlich viel Gewicht, wenn es um deine Gesundheit geht.
Belegt
Meditationsprogramme verringern Angst, Niedergeschlagenheit und Schmerz leicht bis moderat (Meta-Analyse Goyal u. a., 2014). Langsames Atmen geht mit messbaren Veränderungen wie höherer Herzratenvariabilität und mehr Ruhe einher, die Datenbasis ist klein (Zaccaro u. a., 2018). Meditation gilt als risikoarm, kann aber bei einem Teil der Übenden Angst oder Niedergeschlagenheit auslösen (NCCIH).
Überliefert
Der Hara als Kraftzentrum (japanische Medizin, Kampfkünste), die Gunas raja und tama, die Koshas, die Klesas, die Bodhidharma-Legende und die Zen-Meister mit einem Atemzug in zwei bis drei Minuten. Modelle und Erzählungen, keine Befunde.
Gelebte Praxis
Die drei Säulen, die Haltungsanweisungen, Echo- und Restatmung, das Prüfkriterium, der Weg vom Ich-Raum in den Hara-Raum, Seminare und Zen-Werdegang – nach Dr. Adams eigenen Angaben und Lehrmaterialien.
Nicht belegt
Dass das Nabelzentrum „gegen Krankheiten schützt“, dass Sitzen die Gehirnhälften ausgleicht, dass Traurigkeit nach der Meditation immer auf falsche Haltung zurückgeht und dass alte Wunden durch das Durchlassen von Schmerz heilen. Zen ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Häufige Fragen zu Zen und Hara nach Dr. Adam
Was bleibt
Am Anfang stand die Frage, warum der Kopf im Sitzen lauter wird statt leiser. Dr. Adams Antwort verschiebt sie nach unten: Solange der Schwerpunkt in Kopf und Brust sitzt, sitzt auch der Wille mit auf dem Kissen. Seine Lehre gibt dir dafür drei Säulen, einen Ort drei Fingerbreit unter dem Nabel und ein ehrliches Kriterium für danach. Ob dich das trägt, entscheidet kein Artikel, sondern zwanzig Minuten auf dem Kissen, und dann die nächste Handlung. Wer es mit Begleitung prüfen will, findet das Zen-Angebot von Samadhana auf samadhana.com.
Weiterlesen in der Serie
Alle Teile der Serie „Der Weg des Dr. Rolf-Peter Adam“
- Nadi-Yoga der 5 Elemente: Das System von Dr. Rolf-Peter Adam erklärt
- Ayurveda-Psychologie: Vata, Pitta, Kapha als Persönlichkeitstypen
- Zen im Alltag: „Leben aus der Quelle“ – vom Ich-Raum in den Hara-Raum (du liest gerade diesen Teil)
- Die geheime Botschaft der Kampfkünste: Tao, Meridiane und der Weg „Do“
- Psychischer Selbstschutz: Aura stärken nach der Nadi-Yoga-Schule
- Verjüngung aus Ayurveda-Sicht: Ernährung, Gewürze und Farben
- Transformations-Training „Werde der Du bist“: fünf Tage, sechs Wege
Quellen
- National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH): Meditation and Mindfulness: Effectiveness and Safety
- Goyal M. u. a.: Meditation programs for psychological stress and well-being: a systematic review and meta-analysis, JAMA Internal Medicine 2014
- Zaccaro A. u. a.: How Breath-Control Can Change Your Life: A Systematic Review on Psycho-Physiological Correlates of Slow Breathing, Frontiers in Human Neuroscience 2018
- Wikipedia: Hara (tanden) · Shikantaza · Zazen · Bodhidharma
- Wikipedia: Guna · Klesha · Kosha (englisch)
- Wikipedia: La Gendronnière · Badenweiler · Olten
- Samadhana Ayurveda & Yoga: Zen in den Heil- & Kampfkünsten · Zen & Kampfkunst · Biographie · Transformations-Training · Seminare
- Dr. Rolf-Peter Adam: Broschüre „Im Zeichen der Stille – ZEN – Leben aus der Quelle“ (8/2013) · Lehrblätter zum Modul „Die Intuition des ZEN-Weges“ (u. a. „Die Praxis bringt die wahre Freiheit“, 06/2025; „Self Realisation“; „HARA-Übungen“) · Manual Verjüngungs-Seminar (12/2023), S. 80 · Werdegangsblatt – der Redaktion zur Verfügung gestellt
Dieser Beitrag ist ein gekennzeichneter Partnerbeitrag in Zusammenarbeit mit Samadhana Ayurveda & Yoga. Aussagen über Lehre, Methode und Werdegang stammen aus den Unterlagen und der Website des Partners und sind als solche gekennzeichnet. Der Artikel ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung.







