Psychischer Selbstschutz: Aura stärken nach der Nadi-Yoga-Schule
Was psychischer Selbstschutz nach Dr. Rolf-Peter Adam aus Badenweiler und Olten bedeutet: Aura, „Closing the aura“, elf Chakren und ein Yoga-Weg über Atem und Stille – mit Selbstcheck und ehrlicher Einordnung. Ein Partnerbeitrag.
Inhalt
Psychischer Selbstschutz ist nach dem Seminarskript von Dr. Rolf-Peter Adam die Kunst, äußeren Druck nicht ungefiltert hineinzulassen und in der eigenen Mitte zu bleiben. In seiner Nadi-Yoga-Schule Samadhana in Badenweiler lehrt er dazu „Closing the aura“ nach Pranic Healing, ein Modell mit elf Chakren und vor allem einen Yoga-Weg über die fünf Hüllen, Pranayama, Meditation, Stille und einen Herz-Öffnungs-Zyklus. Heute ist das Thema ein Modul seines Transformations-Trainings; eine zweite Kurpraxis mit Yogaschule führt er in Olten. Aura und Chakren sind Überlieferung, belegt ist nur, dass ruhiges Atmen und Achtsamkeitsmeditation Stress lindern können. Psychischer Selbstschutz ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Ruhiges, langsames Atmen und Entspannungstechniken fördern die Entspannungsantwort (langsamere Atmung, niedrigerer Blutdruck, ruhigerer Herzschlag).
Quelle/Tradition: NCCIH: Relaxation Techniques: What You Need To Know
Achtsamkeitsmeditation kann bei Stress und Ängsten helfen; viele Studien sind noch vorläufig.
Quelle/Tradition: NCCIH: Meditation and Mindfulness: Effectiveness and Safety
Aura bzw. Energiekörper (Pranamaya-Kosha) als feines Feld um und im Körper.
Quelle/Tradition: Yoga-/Vedanta-Überlieferung; Seminarskript 2018 S. 1–2, 16
Chakren mit psychischer Funktion (sieben klassisch, elf im Pranic Healing) und ihre Zuordnung zu TCM-Punkten (KG 8/15/17/23, LG 4/24, Bai Hui).
Quelle/Tradition: Chakra-Lehre; Pranic Healing nach Choa Kok Sui; Seminarskript S. 2–4
Fünf Hüllen (Koshas) vom Nahrungsleib bis zum Körper der Glückseligkeit.
Quelle/Tradition: Taittiriya-Upanishad 2.1–5 (Wikipedia Kosha); Seminarskript S. 16–17
Karma als Gesetz von Ursache und Wirkung; Karma-Yoga als selbstloser Dienst.
Quelle/Tradition: Indische Tradition; Seminarskript S. 6–7
„Closing the aura“ (Arme/Beine kreuzen) als Schutztechnik, gelehrt nach Pranic Healing (GMCKS).
Quelle/Tradition: Seminarskript „Self defense – psychischer Selbstschutz“ 21.10.2018, S. 1–2; Modulbeschreibung Transformations-Training
Stärkung der Aura mittels Yoga-Wissenschaft: Koshas, Asanas, Vorder-/Rückseite, Pranayama, Meditation, Stille.
Quelle/Tradition: Seminarskript S. 15–23
Herz-Öffnungs-Zyklus: Supta Virasana 10–15 Min., Bhujangasana 3–5 Min., Setu Bandhasana (Partner) 3–5 Min., Upavista Konasana mit Klotz.
Quelle/Tradition: Seminarskript S. 25–26
Selbstschutz/Aura als Modul 6 des Transformations-Trainings; Pranic Healing als Anwendung; Dr. Adam cert. Prana-Healer, Ausbildung u. a. bei Choa Kok Sui.
Quelle/Tradition: samadhana.com/transformation.html, /pranic-healing.html, /biographie.html; Werdegangsblatt (laut eigener Angabe)
Gekreuzte Arme/Beine schließen die Aura; Aura wird „kompakter“.
Quelle/Tradition: —
Traumata speichern sich als „Gedankenkrafteinheiten“ in Chakren; Chakra-Schutzgewebe wird durchlässig.
Quelle/Tradition: — (Modell der Prana-Psychotherapie n. GMCKS)
Existenz eines messbaren Energiefelds (Aura).
Quelle/Tradition: NCCIH: Reiki (no scientific evidence supporting the existence of the energy field)
Heilwirkungen von Edelsteinen und Pranic Healing.
Quelle/Tradition: — (im Artikel nicht wiedergegeben)
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Partnerbeitrag · In Zusammenarbeit mit Samadhana Ayurveda & Yoga, Badenweiler und Olten
Teil 4 von 6 · Serie „Der Weg des Dr. Rolf-Peter Adam“ · Auftakt: Nadi-Yoga der 5 Elemente
Du kommst aus einem Termin, der eigentlich gut gelaufen ist, und fühlst dich trotzdem, als hätte jemand den Stecker gezogen. Nach dem Familienessen brauchst du einen Spaziergang, nach dem vollen Zug eine Dusche, nach einem bestimmten Telefonat den Rest des Abends für dich. Und manchmal merkst du erst hinterher, dass du die ganze Zeit mit verschränkten Armen dagesessen hast.
Dr. Rolf-Peter Adam, der in Badenweiler die Nadi-Yoga-Schule Samadhana leitet, fasst solche Erfahrungen unter einem nüchternen Begriff: psychischer Selbstschutz. Dazu hat er am 21. Oktober 2018 einen Seminartag gehalten, dessen 26-seitiges Skript diesem Artikel zugrunde liegt. Es beschreibt die Aura, elf Energiezentren und den Einfluss von Gedanken und Gefühlen – und vor allem einen Yoga-Weg, der die eigene Mitte stärkt, statt Mauern zu bauen. Hier erfährst du, was darin steht, wie du es lesen kannst und wo die Überlieferung aufhört. Im Kern geht es dabei weniger um Abwehr als um Aufmerksamkeit für die eigenen Grenzen.
Was bedeutet psychischer Selbstschutz?
Psychischer Selbstschutz ist nach Dr. Adams Seminarskript „die Wissenschaft und die Kunst, sich vor psychischen (aber auch physischen) Angriffen zu schützen“. Gemeint ist kein Kampftraining, sondern die Fähigkeit, äußeren Druck nicht ungefiltert hineinzulassen und in der eigenen Mitte zu bleiben.
Die Definition trägt im Skript das Kürzel „GMCKS“ – Grand Master Choa Kok Sui, der Begründer des Pranic Healing. In Dr. Adams eigener Modulbeschreibung zum Transformations-Training heißt es: „Durch eine schützende, energetische Hülle festigen wir unser höheres Bewusstsein im inneren Wesen, damit keine fremden, beunruhigenden Elemente eindringen können.“
Gleich danach folgt ein Absatz über „feindliche Kräfte“, den das Skript mit dem Kürzel „S.A.“ einer anderen Quelle zuordnet. Er zeigt den spirituellen Rahmen und zieht eine bemerkenswerte Konsequenz: Wir sollten lernen, „in unserer Macht zu leben“, sodass beunruhigende Einflüsse „uns nicht zu stören vermögen“. Der Schutz liegt also nicht im Abwehren, sondern im Nicht-Reagieren. So lesen wir das Thema hier: als Übung, nicht als Alarm.
Wer Rituale und Schutztechniken sucht, findet sie in unserem Guide zur psychischen Selbstverteidigung und in den fünf Techniken für energetischen Schutz. Dieser Beitrag beschreibt den Yoga-Weg der Nadi-Yoga-Schule.
Was ist die Aura im Modell der Nadi-Yoga-Schule?
Die Aura ist in Dr. Adams Skript das feine Energiefeld, das den Körper umgibt und durchdringt. Eine Person mit geschwächter Aura könne „leicht von Menschen … beeinflusst werden“; einer der wertvollsten Schritte sei deshalb, die eigene Aura „stark, kompakt und dicht zu machen“.
Im Yoga-Teil hat sie ihren Platz im Modell der fünf Hüllen: Der Energiekörper, der Pranamaya-Kosha, befinde sich „innerhalb und außerhalb des Körpers“ und sei „die Energie-Aura des Menschen“. Die Aura ist hier also kein Mantel, den man überzieht, sondern eine Schicht des Menschen selbst, die mit Atem und Lebensweise wächst.
Einen Überblick gibt unser Beitrag über die Aura als Energiefeld des Lebens. Wichtig: Die Aura ist Überlieferung, kein Messwert. Das US-Zentrum NCCIH hält zur verwandten Energiearbeit Reiki fest, dass es keinen wissenschaftlichen Beleg für ein solches Energiefeld gibt. Das Modell ist eine Sprache für Erfahrungen – Diagnosen lassen sich daraus nicht ableiten.
Welche Schutz-Motive zeigt das Deckblatt des Skripts?
Dem Skript ist ein gezeichnetes Deckblatt mit vier Alltagsszenen vorangestellt: mentales Schutzschild, Erd- und Baumprana, Raum-Räucherung und aurareinigendes Salzbad. Es sind Bilder, keine Anleitungen – im Lehrmaterial gibt es zu ihnen keinen Text, und wir ergänzen auch keinen.
Alle vier Szenen zeigen Menschen, die zur Ruhe kommen, nicht Menschen, die sich verteidigen. Räuchern und Salz als Rituale beschreiben die Beiträge Aura reinigen und Schutzsalz und schwarzes Salz.


Raum-Räucherung

Salzbad
Was ist „Closing the aura“?
„Closing the aura“, die Schließung der Aura, ist im Skript eine ganz einfache Schutztechnik: Wer die Arme vor dem Körper kreuzt, schließt nach dieser Lehre die obere Aura, wer die Beine kreuzt, die untere. So beschreibt es das Skript, nach Pranic Healing – der Begriff ist dort mit „GMCKS“ gekennzeichnet.
Begegnen wir einer Situation, die wir nicht mögen, kreuzen wir „spontan die Arme vor dem Körper“; sitzen wir auf dem Boden, „unbewusst unsere Beine“. Das Skript macht aus dieser unbewussten Geste eine bewusste. Es brauche dazu „keine besondere Imagination oder Willensanstrengung“, die Aura werde „kompakter“.
Als Anlässe nennt das Skript großen äußeren Druck, stressvolle Orte und, erfrischend alltäglich, „die Versuchung, Dinge zu kaufen, welche wir eigentlich nicht mögen“. Und vor Vorgesetzten solle man die Haltung lieber nicht einnehmen, weil sie „als abwertend oder ignorant angesehen werden könnte“.
Ob sich dabei eine Aura schließt, kann niemand messen. Aber wer die Geste bewusst wählt, gewinnt eine Sekunde, in der er merkt, dass ihm gerade etwas zu viel wird.
Welche Chakren haben in Dr. Adams Skript eine psychische Funktion?
Das Skript beschreibt elf Hauptchakren als Energieräder, die „nicht nur innere Organe kontrollieren, sondern auch die psychische Konstitution und Stabilität“. Es nutzt das Elf-Zentren-System des Pranic Healing, das zusätzlich ein Milzchakra und das Meng Mein am Rücken kennt und mehrere Zentren vorn und hinten unterscheidet. Die klassische Sieben-Chakren-Lehre erklärt unser Beitrag über die Chakren als Energiezentren des Körpers.
Für den Selbstschutz sind drei Zentren besonders wichtig. Das Wurzelchakra nennt das Skript „das Zentrum des Selbstschutzes“, verbunden mit innerem Halt und Erdung. Der Solarplexus sei das „Zentrum von häufig unverdauten niederen Emotionen“ wie Zorn, Sorgen und Ängsten und beeinflusse „alle anderen Chakras am stärksten“ – an anderer Stelle heißt er schlicht „Mülleimer“; gesund fördere er „Mut, Ausdauer und Zielstrebigkeit“. Das Herzchakra ist der „Sitz der höheren Emotionen“, wo niedere Gefühle in höhere verwandelt werden. Die Punkte der chinesischen Medizin im Schema, etwa KG 17 beim Herzchakra, nennt das Skript bei den einzelnen Zentren mit.
Wie wirken Gedanken, Gefühle und alte Verletzungen nach diesem Modell?
Nach Dr. Adams Skript beginnt der Verlust an Schutz im eigenen Denken. Die meisten Gedanken kreisen um zwei Dinge, die der Yoga Raga und Dvesha nennt: was wir haben wollen – und was wir vermeiden wollen, vor allem Leid. Jeder sitze „im Hamsterrad“ und habe kaum Zeit, „die Autotüre gelassen und gemütlich zuzumachen“.
Darauf baut das Skript ein Modell. Belastende Erfahrungen speicherten sich in den Chakren und würden später als Stress, Angst oder Misstrauen erlebt; Gefühle wie Wut, Neid und Eifersucht machten das „Schutzgewebe“ der Zentren durchlässig. Die zugehörige Skizze ist mit „Prana-Psychotherapie n. GMCKS“ beschriftet; das Modell stammt also aus dem Pranic Healing, bis hin zur Beschreibung einer Phobie als gespeicherte „Gedankenkrafteinheit“. Als psychologische Erklärung taugt das nicht, als Bild dafür, dass alte Verletzungen dünnhäutig machen, schon. Ängste, Traumafolgen und Depressionen verdienen eine Fachperson: Psychischer Selbstschutz ersetzt keine psychotherapeutische Behandlung.
Wie Dr. Adam schwere Gefühle einordnet, zeigt sein Manual zum Verjüngungs-Seminar (2023). Eine Emotion könne sich wandeln, „wenn wir die jeweilige vordergründige Emotion und das dahinterliegende Bewusstseinsfeld erkennen“ – jeweils einem Element des Nadi-Yoga zugeordnet, dessen Zyklus der Auftakt dieser Serie erklärt.
Holz
Ärger
Güte
Erde
Sorgen und Grübeln
Beständigkeit und Zuverlässigkeit
Metall
Trauer und Kummer
Gerechtigkeit und Urteilskraft
Wasser
Angst
Weisheit
Was hat Karma-Yoga mit Selbstschutz zu tun?
Karma-Yoga, der Weg des selbstlosen Handelns, ist im Skript eine Antwort auf das kreisende Denken: Wer dient, statt um die eigenen Probleme zu kreisen, nimmt ihnen die Nahrung. Oft sei der Verstand „zu gestört oder desorientiert, um zu meditieren“; dann sei der beste Weg, ihn zu beruhigen, „Arbeit oder selbstlosen Dienst“ zu leisten, denn darin sei „kein Raum mehr da für den Verstand, in Probleme zu fallen“. Durch die Praxis des Nadi-Yoga, so das Skript, beginne man „den persönlichen Prozess des Wachsens und Reifens“. Wer nach einem Abend voller Grübelei einem Nachbarn beim Umzug geholfen hat, kennt die Erfahrung, dass der Kopf dabei still wird.
Wie stärkt man die Aura mit Yoga-Wissenschaft?
Mit Haltung, Atem, Meditation und Stille – das ist der Kern des Skripts unter der Überschrift „Stärkung der Aura mittels Yoga-Wissenschaft“. Eine starke Aura ist hier kein Panzer, sondern das Ergebnis eines geübten Menschen. Das vorangestellte Kapitel über Edelsteine lassen wir bewusst weg: Seine Heilaussagen lassen sich nicht belegen.
Die fünf Hüllen: Was sind die Koshas?
Die Koshas sind fünf Schichten des Menschen, vom groben Körper bis zur Glückseligkeit. Das Skript führt das Modell auf Patanjali zurück; klassisch überliefert ist es in der Taittiriya-Upanishad.
Der Mentalkörper wächst laut Skript, „um so mehr Verantwortung der Mensch übernimmt“ – nicht durch Fehlervermeidung, denn „Fehler sind Stufen zum Wachstum“. Und der innerste Kern richtet sich gegen jede Angst-Spiritualität: Das Geburtsrecht des Menschen sei „Glück und Zufriedenheit und Freude“. Wie lange dieser Weg dauert, sagt das Skript im Kapitel über die Haltungen offen: „Es bedeutet zu üben, bis man im Grab liegt, als ein lebenslanger Prozess.“
Warum soll die Aufmerksamkeit in den Rücken?
Weil wir nach Dr. Adams Skript vor allem mit der Vorderseite leben. Sie sei „heiß, emotional und denkend“, die Rückseite fühle sich dagegen oft an, „als wäre es ein unbekanntes Gebiet“. Die Übung: Wachsamkeit in den Rücken bringen, Schulterblätter, Becken und Hinterkopf spüren, vorn und hinten, rechts und links ausbalancieren. Das Bild dazu ist ein Kinderkarussell: Die Sitze schwingen, „aber das Zentrum bleibt fest und still“. Merksatz: „Egalisiere rechts und links, bei allem, was du tust.“
Die Begründung, die Vorderseite entspreche dem „neuen“, die Rückseite dem „alten Gehirn“, ist eine Vereinfachung; die Hirnforschung stützt sie so nicht. Die Erfahrung bleibt: Wer im schwierigen Gespräch den eigenen Rücken spürt, steht anders darin.
Pranayama: Warum soll man Prana wie eine Daune fangen?
Weil Prana, die Lebensenergie, nach dem Skript nur durch Ruhe aufgenommen wird, nicht durch Anstrengung. Sie sei so fein wie „ein in der Luft fliegendes Stück Watte oder eine Daune“: Jeder hastige Griff würde sie davonjagen, richtig sei ein „Stille-Sein“, als flöge sie einem zu. „Prana ist nicht Sauerstoff, aber das, was dem Sauerstoff Leben gibt.“ Kraft sammelst du nicht, indem du dich verkrampfst.
Ruhiges Atmen gehört zu den Entspannungstechniken, die laut NCCIH die Entspannungsantwort des Körpers fördern: langsamere Atmung, niedrigerer Blutdruck, ruhigerer Herzschlag. Ob dabei Prana fließt, ist eine andere Frage.
Meditation und Stille: Was heißt „Ruhen im Sein“?
Meditation ist für das Skript „Ruhen im Sein“, ein Verweilen „in der Unmittelbarkeit des ewigen Jetzt“. Der stärkste Satz zum Thema Schutz steht ausgerechnet hier: „Es gibt keinen Haltegriff im Kosmos. Es gibt nichts, an das du dich halten kannst. Nur dich selbst.“ Zur Stille notiert das Skript: „Reden verschwendet viel Energie“, Schweigen verwandle die Energie des Sprechens „in Ojas“, die Lebensessenz. Dass Achtsamkeitsmeditation bei Stress und Ängsten helfen kann, zeigen Studien; viele sind laut NCCIH noch vorläufig. Ehrlich gehört dazu: Etwa acht Prozent der Teilnehmenden erlebten in Studien auch unangenehme Wirkungen, am häufigsten Angst oder Niedergeschlagenheit. Wer schwere Belastungen erlebt hat, meditiert deshalb besser begleitet.
Was ist der Herz-Öffnungs-Zyklus?
Der Herz-Öffnungs-Zyklus ist die Übungsfolge, mit der das Skript endet: vier Haltungen vom Solarplexus zum Herzen. Zuerst lösen wir laut Text „emotionale Verkrustungen“ aus dem Solarplexus, dem „Mülleimer“, und gelangen so tiefer in die „Herzensgrube“, um dort zu ruhen.
Wir geben die Haltungen mit Namen und den genannten Zeiten wieder, ohne eigene Ausführungsanweisung. Mehrere sind Partnerformen und setzen Erfahrung voraus: Übe sie unter Anleitung und sprich bei Knie-, Rücken- oder Herz-Kreislauf-Beschwerden vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Auffällig ist die Gewichtung: Die längste Zeit gehört der ruhigsten Haltung, dem zurückgelehnten Heldensitz Supta Virasana. Das sind Haltungsbeschreibungen, keine Heilversprechen.
Wo verlierst du Kraft? Ein Selbstcheck
Der Selbstcheck übersetzt die Abschnitte dieses Artikels in Alltagssituationen und zeigt dir, welcher Teil des Skripts zu deiner Lage passt.
Selbstbeobachtung
Wo verlierst du Kraft? Acht Alltagssituationen
Tippe jede Situation an, die du aus den letzten Wochen kennst.
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Hinweise erscheinen hier
Das ist eine Selbstbeobachtung, keine Diagnose, und sie misst keine Aura. Halten Erschöpfung, Ängste oder Niedergeschlagenheit über Wochen an, sprich mit deiner Hausärztin, deinem Hausarzt oder einer Psychotherapeutin – dieser Check ersetzt keine psychotherapeutische Behandlung. Geht es dir akut schlecht, erreichst du rund um die Uhr kostenlos die Telefonseelsorge (Deutschland, 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222) oder Die Dargebotene Hand (Schweiz, 143).
Worauf kommt es an – und welche Fehler solltest du vermeiden?
Es kommt darauf an, Selbstschutz als Stärkung der eigenen Mitte zu üben, nicht als Abwehr gegen eine feindliche Welt. Fehler entstehen, wo das Thema selbst zum Stress wird.
1
Angst vor „Angriffen“
Wer überall Energieräuber vermutet, hat seine Ruhe schon abgegeben. Das Skript zielt auf das Gegenteil: nicht mehr zu reagieren.
2
Mauer statt Mitte
Verschränkte Arme sind eine Geste für den Moment, keine Dauerhaltung. Schutz entsteht im stillen Zentrum des Karussells.
3
Rituale sammeln statt üben
Salz, Rauch und Steine sind schnell besorgt. Das Skript setzt auf Haltung, Atem und Stille als lebenslange Übung.
4
Energie-Deutung für seelische Not
Panik, Traumafolgen oder wochenlange Erschöpfung brauchen ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe, keine Chakra-Deutung.
Für wen ist dieser Weg geeignet, für wen nicht?
Geeignet ist er für Menschen, die sich nach Begegnungen oft leer fühlen und Yoga als Übungsweg verstehen – weniger für alle, die schnelle Rituale suchen oder in einer akuten seelischen Krise stecken.
Passt, wenn du …
- dich nach Begegnungen oft leer fühlst
- Yoga als Übungsweg begreifst, nicht als Fitness
- mit Begriffen wie Aura, Prana und Chakra als Bildsprache arbeiten kannst
- als Therapeutin, Coach oder Yogalehrer ein Modul zu diesem Thema suchst
- rund um Badenweiler oder Olten lebst
Passt eher nicht, wenn du …
- schnelle Schutzrituale ohne eigenes Üben suchst
- ein spirituell neutrales Training willst
- gerade in einer akuten seelischen Krise steckst – dann zuerst ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe
- Partnerhaltungen ohne Anleitung ausprobieren willst
Dr. Rolf-Peter Adam in Badenweiler und Olten: Selbstschutz in der Nadi-Yoga-Schule
Dr. Rolf-Peter Adam lehrt psychischen Selbstschutz in seiner Kurpraxis und Nadi-Yoga-Schule Samadhana in der Ernst-Eisenlohrstraße 5 in Badenweiler; eine zweite Kurpraxis mit Yogaschule führt er in der Jurastrasse 17 in Olten. Heute ist das Thema unter den Stichworten Self-Defense, psychischer Selbstschutz und menschliche Aura Teil seines Transformations-Trainings, eines fünftägigen Intensivtrainings, das sich laut Website an „Therapeuten, Coachs, Mediziner, Yoga-Lehrer, u. a.“ richtet. Weitere Module behandeln laut Website unter anderem den Zen-Weg, die Ayurveda-Psychologie und das Geheimnis der Kampfkünste. In seiner Modulbeschreibung nennt Dr. Adam „Closing the aura“, die Chakren und ihre psychische Funktion, den Einfluss von Gedanken und Gefühlen und das Gesetz des Karma.
Das Skript verbindet zwei Linien, die Dr. Adam nach eigener Angabe beide gelernt hat: das Pranic Healing nach Choa Kok Sui, für das er sich als zertifizierter Prana-Healer bezeichnet und das er in seiner Praxis als Anwendung anbietet, und den Yoga-Weg seiner Schule. Ein Einführungsseminar in Pranic Healing fand laut Skript schon im März 1997 „in unserer Schule“ statt. Auf seiner Website hält Dr. Adam selbst fest: „Pranic Healing ersetzt nicht die klassische Medizin.“ Nach seiner Biografie ist er außerdem unter anderem Heilpraktiker, Yogacharya, Zen-Lehrer und Akupunkteur.
Den Alltag der Schule bildet das Nadi-Yoga, das Dr. Rolf-Peter Adam bei Samadhana in Badenweiler als wöchentlichen Kurs unterrichtet und als „Nadi-Yoga im Zyklus der fünf Wandlungen“ entwickelt hat. Den letzten Baustein seiner Aura-Stärkung, die Lehre seiner Broschüre über die Heil- und Kampfkünste, stellt Teil 3 dieser Serie vor. Über dem Transformations-Training steht sein Motto „Das Wissen zu werden ist besser, als das Wissen anzuhäufen!“. Aktuelle Termine stehen auf samadhana.com.
Einordnung: Was ist belegt, was Überlieferung, was gelebte Praxis?
Bei Aura und Chakren ist Ehrlichkeit Pflicht: Was trägt die Forschung, was die Tradition, was Dr. Adams eigene Praxis? Die vier Stufen im Überblick.
Belegt
Ruhiges Atmen und andere Entspannungstechniken fördern die Entspannungsantwort des Körpers. Achtsamkeitsmeditation kann bei Stress und Ängsten helfen; viele Studien sind laut NCCIH noch vorläufig.
Überliefert
Aura und Energiekörper, die Chakren (sieben klassisch, elf im Pranic Healing), die fünf Koshas, Prana, Karma und die Punkte der chinesischen Medizin. Bilder für innere Erfahrung, keine Befunde der Anatomie.
Gelebte Praxis
Das Seminarskript von 2018, „Closing the aura“ nach Pranic Healing, der Herz-Öffnungs-Zyklus, das Modul im Transformations-Training, Ausbildung und Titel. Nach Dr. Adams Angaben und Lehrmaterial, nicht unabhängig geprüft.
Nicht belegt
Dass gekreuzte Arme eine Aura schließen, dass Traumata als „Gedankenkrafteinheiten“ in Chakren sitzen, dass Edelsteine oder Pranic Healing heilen. Für das Energiefeld selbst gibt es keinen Beleg. Nichts davon ersetzt eine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Häufige Fragen zum psychischen Selbstschutz
Was bleibt
Du hast am Anfang vielleicht an Energieräuber gedacht. Dr. Adams Skript führt woandershin: zu verschränkten Armen, die du bewusst wählen kannst, zu einem Rücken, den du wieder spürst, zu einem Atem, der Kraft nicht greift, sondern kommen lässt, und zu einer Stille, in der es keinen Haltegriff gibt außer dir selbst. Das ist weniger spektakulär als ein Schutzzauber und verlangt mehr Übung. Dafür zielt es nicht auf Angst, sondern auf Ruhe. Ob du diesen Weg unter Anleitung gehen willst, entscheidest du selbst – wie Dr. Adam das Thema heute unterrichtet, steht auf samadhana.com.
Weiterlesen in der Serie
Alle Teile der Serie „Der Weg des Dr. Rolf-Peter Adam“
- Nadi-Yoga der 5 Elemente: Das System von Dr. Rolf-Peter Adam erklärt
- Ayurveda-Psychologie: Vata, Pitta, Kapha als Persönlichkeitstypen
- Zen im Alltag: „Leben aus der Quelle“ – vom Ich-Raum in den Hara-Raum
- Die geheime Botschaft der Kampfkünste: Tao, Meridiane und der Weg „Do“
- Psychischer Selbstschutz: Aura stärken nach der Nadi-Yoga-Schule (dieser Beitrag)
- Verjüngung aus Ayurveda-Sicht: Ernährung, Gewürze und Farben
- Transformations-Training „Werde der Du bist“: fünf Tage, sechs Wege
Quellen
- National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH): Meditation and Mindfulness: Effectiveness and Safety
- NCCIH: Relaxation Techniques: What You Need To Know
- NCCIH: Yoga: What You Need To Know
- NCCIH: Reiki (zur Evidenz für Energiefelder)
- Wikipedia: Chakra · Prana · Pranayama · Karma-Yoga
- Wikipedia: Pranic Healing · Kosha (englisch)
- Samadhana Ayurveda & Yoga: Transformations-Training · Pranic-Healing · Nadi Yoga · Biographie
- Dr. Rolf-Peter Adam: Seminarskript „Self defense – psychischer Selbstschutz“ (Seminar 21.10.2018, 26 Seiten) · Modulbeschreibung zum Transformations-Training · Manual zum Verjüngungs-Seminar (12/2023) – von Dr. Adam der Redaktion zur Verfügung gestellt
Dieser Beitrag ist ein gekennzeichneter Partnerbeitrag in Zusammenarbeit mit Samadhana Ayurveda & Yoga. Aussagen über Lehre, Methode und Werdegang stammen aus den Unterlagen und der Website des Partners und sind als solche gekennzeichnet. Der Artikel ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung.
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