Die geheime Botschaft der Kampfkünste: Tao, Meridiane und der Weg „Do“
Was Tae-Kwon-Do, Tao und Meridiane verbindet: Dr. Rolf-Peter Adam aus Badenweiler und Olten beschreibt Kampfkunst als Weg, mit Atem, Hara und sieben Tugenden – samt Selbstcheck „Sport oder Weg?“. Ein Partnerbeitrag.
Inhalt
Spirituelle Kampfkunst verbindet bei Dr. Rolf-Peter Adam Tae-Kwon-Do-Technik, die Meridianlehre der chinesischen Medizin und den Taoismus; die Silbe „Do“ steht für den Weg, nicht für den Sieg. In seiner Kurpraxis und Nadi-Yoga-Schule Samadhana in Badenweiler lehrt er dazu drei Atemtechniken, die Kraft im Hara sammeln sollen, und sieben Tugenden wie Bescheidenheit, Geduld und Höflichkeit. Sein Seminar „Zen & Kampfkunst“ richtet sich ausdrücklich an Männer; eine zweite Kurpraxis mit Yogaschule führt er in Olten. Meridiane und Qi sind Überlieferung, belegt ist nur, dass verwandte Formen wie Tai Chi Gleichgewicht verbessern und Stürze im Alter verringern können. Kampfkunst ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Tai Chi kann das Gleichgewicht verbessern und Stürze bei älteren Menschen verringern (Zahl der Stürzenden etwa minus 20 %).
Quelle/Tradition: NCCIH Tai Chi; Cochrane CD012424 (2019)
Qigong unterstützt Gleichgewichtstraining und Sturzprävention.
Quelle/Tradition: NCCIH Qigong: What You Need To Know
Qi fließt in 14 Leitbahnen (12 Hauptmeridiane + Ren Mai + Du Mai); Krankheit entsteht, wenn Qi stockt.
Quelle/Tradition: TCM-Lehre; Wikipedia Meridian (TCM); Heft S. 5–6
Fünf-Elemente-Lehre, acht diagnostische Kategorien, vier Untersuchungsmethoden.
Quelle/Tradition: TCM-Lehre; Heft S. 18–19
Hara als Körpermitte drei Fingerbreit unter dem Nabel, Zentrum des Yin und Schwerpunkt.
Quelle/Tradition: Zen-/Budo-Tradition; Dr. Adams Übungsblatt „Hara-Übungen“
Tao, Wu Wei und die vier Bestandteile des Taoismus; sieben Tugenden des Tae-Kwon-Do.
Quelle/Tradition: Taoismus/Tae-Kwon-Do-Tradition; Heft S. 12, 15
Spirituelle Kampfkunst als eigenes Übungssystem aus Kampfkunsttechnik, Meridianlehre und Taoismus; Ziel: Beherrschung der Technik in Verbindung mit Charakterentfaltung.
Quelle/Tradition: Heft „Die geheime Botschaft der Kampfkünste“ S. 5, 15, 17
Drei Tae-Kwon-Do-Atemtechniken zur Mobilisierung von Kraft und Energie im Hara; Seminar „Zen & Kampfkunst – für Männer“; 3. Dan Tae-Kwon-Do.
Quelle/Tradition: Seminarplan „Kampfkunst“ Bl. 11–13; samadhana.com/zen---kampfkunst.html; Biographie (laut eigener Angabe)
Kampfkunstzyklen beseitigen Blockaden in den Meridianen; die Übungen schaffen neue Reserven von Lebensenergie; Kampfkunst-Positionen zeigen Krankheiten an; Wirkungen auf einzelne Organe.
Quelle/Tradition: keine Studienlage; Meridiane anatomisch nicht nachgewiesen (Wikipedia Meridian (TCM)); Heft-Aussagen S. 6–9, 17–19 bewusst nicht übernommen
BELEGT = wissenschaftlich oder amtlich nachprüfbar · ÜBERLIEFERT = historisch/traditionell dokumentiert · GELEBTE PRAXIS = verbreitete Anwendung, Erfahrungswerte · NICHT BELEGT = spirituelle Deutung, wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Partnerbeitrag · In Zusammenarbeit mit Samadhana Ayurveda & Yoga, Badenweiler und Olten
Teil 3 von 6 · Serie „Der Weg des Dr. Rolf-Peter Adam“ · Auftakt: Nadi-Yoga der 5 Elemente
Du trainierst seit Jahren. Du kennst die Prüfungsordnung, die Gürtelfarben, das Brennen in den Oberschenkeln nach der dritten Runde Tritte. Du bist schneller geworden, kräftiger, sicherer im Auftreten. Und trotzdem bleibt nach dem Training manchmal ein Gefühl, das sich schwer benennen lässt: dass da mehr sein müsste als Technik, Kondition und der nächste Wettkampf. Oder du stehst am Anfang und fragst dich, ob Kampfkunst etwas anderes sein kann als Sport mit Schlägen.
Dr. Rolf-Peter Adam, nach eigener Angabe Träger des 3. Dan im Tae-Kwon-Do, hat über genau diese Lücke ein Heft geschrieben: „Die geheime Botschaft der Kampfkünste“. Er nennt seinen Ansatz spirituelle Kampfkunst. Seine These steckt in einer Silbe am Ende vieler Kampfkunstnamen – Do, der Weg. Dieser Artikel erklärt, was Tao, Qi und Meridiane mit einem Fauststoß zu tun haben, wie er die Atmung im Tae-Kwon-Do beschreibt, warum für ihn Kampfkunst „Friedensarbeit“ ist und woran du erkennst, ob dein Training eher Sport oder Weg ist – und was davon belegt ist.
Was meint Dr. Adam mit „spiritueller Kampfkunst“?
Spirituelle Kampfkunst ist bei Dr. Rolf-Peter Adam ein Übungssystem, das Kampfkunsttechnik, die Meridianlehre der chinesischen Medizin und die Philosophie des Taoismus verbindet. In seinem Heft „Die geheime Botschaft der Kampfkünste“ schreibt er, sie werde „in Einklang mit der Natur geübt, um im Irdischen das Transzendente zu erfahren“. Technik ist dabei Mittel, nicht Ziel: Sie diene dazu, „einen geistigen Zustand der Wachheit zu erreichen und physische Stabilität und Gleichgewicht zu ermöglichen“.
Als wichtigste Ziele nennt sein Heft „die vollkommene Beherrschung der Techniken in Verbindung mit der Charakter- und Persönlichkeitsentfaltung“. Die Abgrenzung zieht er gleich mit: „Ohne die Bedeutung der geistigen Ziele entartet die Kampfkunst zu einem gefährlichen Sport.“ Das ist keine Kritik am Kampfsport, sondern eine Unterscheidung: Dieselbe Technik kann Wettkampfmittel sein oder Übungsweg. Was sie ist, entscheidet die Absicht, mit der du übst.
Warum enden so viele Kampfkünste auf „Do“?
Die Silbe Do bedeutet „Weg“ und ist dasselbe Schriftzeichen (道) wie das chinesische Dao oder Tao. Tae-Kwon-Do heißt wörtlich etwa „Weg des Fußes und der Faust“, Judo, Aikido, Kendo und Kyudo tragen dieselbe Endung. In seinem Text „Der wahre Sinn der Kampfkunst“ vom Januar 2008 schreibt Dr. Adam, alle Formen der Meditation in Bewegung, „von der Zen-Praxis bis hin zu den Kampfkünsten“, endeten mit der Silbe „Do“, „was sich auf den Weg, den Pfad, bezieht“.
Auf seiner Website formuliert Dr. Adam es für das Tae-Kwon-Do knapp: Es gehe „nicht nur um rein sportliche Betätigung“, sondern um „eine Disziplin der Lebensführung“. Dort steht auch der Satz, der seine Haltung zusammenfasst: „Der wahre Kampf geschieht immer im Inneren des Menschen.“ Kampfkunst ist für ihn „ein Begreifen mit dem ganzen Körper – mit Kopf, Herz und allen Sinnen zugleich“. Sein Beispiel ist das Klettern: Erst wer selbst losklettert, gewinnt Erkenntnis. Die Übung schenke „willkommene Atempausen im Chaos der lärmenden Gedanken“. Wie eng Taoismus und mühelos richtiges Handeln zusammenhängen, zeigt auch unser Beitrag über Wu Wei, das taoistische Nicht-Erzwingen.
Qi, Hara, Meridiane: Welche Lehre steckt hinter der Bewegung?
Hinter Dr. Adams Kampfkunst steht das Modell der chinesischen Medizin: Lebensenergie, Qi genannt, fließt in Leitbahnen durch den Körper, und Bewegung, Haltung und Atem sollen diesen Fluss ordnen. Das Qi ist für ihn „das Medium zwischen der reinen spirituellen Philosophie und der verkörperten Realität“. Es ist also die Brücke, über die eine Haltung wie Bescheidenheit überhaupt etwas mit einer tiefen Stellung im Training zu tun haben kann.
Neben dem von den Eltern ererbten „Erb-Qi“ oder „Yuan-Qi“ nennt sein Heft zwei Quellen dieser Energie: die Nahrung und die Luft, die wir atmen. „Das bedeutet, Atmung und Ernährung sind gleich wichtig.“ Das Qi fließe in den Meridianen „wie Flüsse und Seen eine äußere Landschaft durchziehen“; stockt es, etwa durch negative Gefühle oder Kälte und Feuchtigkeit, entsteht nach dieser Lehre Krankheit.
Für die Kampfkunst folgert Dr. Adam daraus: Die „zu Beginn der Übungssequenz noch statischen Haltungen in tiefer Ausgangsposition“ sollen den Fluss in den „14 Meridianen“ steigern. Und umgekehrt erkenne man in „einfachen Kampfkunst-Positionen“ die „Widerstände und Hindernisse in den Meridianen“. Eine Stellung, die dir schwerfällt, ist für ihn also auch ein Hinweis, wo etwas nicht durchlässig ist. Das ist Überlieferung, keine medizinische Diagnose.
Dahinter stehen die acht diagnostischen Kategorien der ostasiatischen Medizin – Yin und Yang, Innen und Außen, Leere und Fülle, Kälte und Hitze – und die Fünf-Elemente-Lehre, die wir im Auftakt dieser Serie erklärt haben. Bemerkenswert: Für die Akupunktur stellt Dr. Adam eine „gründliche Diagnostik mit den Mitteln der westlichen Medizin“ ausdrücklich voran.
Was ist das Hara – und warum sitzt die Kraft im Bauch?
Das Hara ist die Körpermitte, „3 Fingerbreit unterhalb des Nabels“, wie es auf dem Übungsblatt „Hara-Übungen“ in seinem Seminarmaterial heißt – „das Zentrum des Yin“ und „das Zentrum unserer Schwerkraft“. In westlichen Kulturen liege der Schwerpunkt „sehr hoch“; in den Heil- und Kampfkünsten werde er nach unten verlagert. „Das nennen wir Hara-Kultur.“ Im Heft heißt es: „Im Hara ruht der Mensch und findet seine Quelle.“
Wer mit hochgezogenen Schultern einen Fauststoß schlägt, kennt das Problem: Die Kraft bleibt im Oberkörper hängen, der Stand wackelt. Wie das Hara in der Zen-Meditation geübt wird, steht in Teil 2 dieser Serie über Zen und den Hara-Raum.

Was hat der Taoismus mit einem Fauststoß zu tun?
Für Dr. Adam ist der Taoismus die Grundlage, ohne die spirituelle Kampfkunst nicht zu verstehen ist. Den Wert des Tao sieht er „in seiner Kraft, Gegensätze auf einer höheren Ebene des Bewusstseins vereinigen zu können“ – im Training etwa Angriff und Abwehr, Spannung und Lösung, Kraft und Nachgeben. Er verweist dabei auf Hegel und auf C. G. Jung, der den Taoismus psychologisch deutete. Im Heft fasst er ihn in vier Bestandteilen zusammen, die sich wie ein Lehrplan für das lesen, was neben der Technik geübt wird:
1
Wu Wei
„Die Weisheit der heiteren Hinnahme des Wu Wei, des Nicht-Tuns“ – mit Verehrung für die Natur.
2
Veredlung
„Veredlung der geistigen und körperlichen Essenzen zu reinem Geist.“
3
Betrachtung
Kontemplative Betrachtung, durch die Leidenschaft und Begehren überwunden werden, „um Gleichmut zu erschaffen“.
4
Stille
Der Weg der mystischen Einheit: „Wesentlich ist die Stille.“
Dass dieser Weg nicht bequem ist, sagt Dr. Adam offen: „Es ist nicht leicht, den Körper zu ‚befreien‘!“ Wenn tief verwurzelte Hemmungen sich lösen, könnten „alte Ängste, Wut, Zorn und Verletzungen“ hervorbrechen. Gerade für Männer, die gelernt haben, Gefühle wegzutrainieren, ist das ein ehrlicher Satz: Ein Training, das „Schutzwälle“ abbaut, fühlt sich zeitweise schlechter an, nicht besser. Wer dabei unter belastenden Gefühlen leidet, gehört in gute Begleitung – Kampfkunst ersetzt keine psychotherapeutische Behandlung.
Als Sinn der Übungsfolgen nennt er unter anderem die „Schaffung neuer Atemräume“, die Wahrnehmung „abgespaltener Körperteile“ und als allgemeine Wirkung innere und äußere Stabilität, Standhaftigkeit und Gleichgewicht. Wie Vorstellungen vom Energiefeld in anderen Kulturen und in der Forschung aussehen, zeigt unser Beitrag Energiefeld Mensch.
Wie beschreibt Dr. Adam die drei Atemtechniken des Tae-Kwon-Do?
In seinem Seminarplan „Kampfkunst“ beschreibt Dr. Adam drei Atemtechniken rund um das Hara; als Ziel nennt er die „Mobilisierung von Kraft und Energie im HARA, der Erdmitte“. Die erste verbindet Einatmen, Atemanhalten und Pressen der Hände am Unterbauch im Zehenstand, die zweite Pressen der Hände in drei Richtungen im tiefen Stand, die dritte richtet sich allein auf das Hara; ihren genauen Ablauf beschreibt der Plan nicht. Die Grafik zeigt, was der Plan beschreibt – nicht mehr.
Zur dritten Technik nennt der Plan nur Namen und Ziel. Im Taekwondo heißt der kraftvolle Ruf bei einer Technik meist „Kihap“, wörtlich etwa „Sammlung der Lebensenergie“. Ob Dr. Adam genau das meint, sagt das Material nicht; wir haben deshalb nichts dazugezeichnet. Übungen mit angehaltenem Atem und kräftigem Pressen sind fordernd: Wer Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Bluthochdruck hat, klärt das vorher ärztlich ab und übt solche Techniken nur unter Anleitung.
Warum zählt im Zen und in der Kampfkunst vor allem die Ausatmung?
Weil Dr. Adam die Atemkontrolle von der Ausatmung her denkt. In seiner Broschüre „ZEN – Leben aus der Quelle“ (2013) schreibt er: „Wirkliche Atemkontrolle besteht darin, die Art der Ausatmung zu kontrollieren und nicht die Art der Einatmung.“ Und weiter: „Wir müssen die Handlung und den Atem harmonisieren. Dies ist das Prinzip der Unterweisung im Zen und in den Kampfkünsten.“
Im Training kennst du das als Faustregel, beim Schlag auszuatmen. Dr. Adam macht daraus eine Haltung für den ganzen Tag; auf dem Übungsblatt „Hara-Übungen“ aus seinem Seminarmaterial stehen die Atemtechniken 1 und 2 an erster Stelle, noch vor den Partnerübungen.
Warum ist Kampfkunst für Dr. Adam „Friedensarbeit“?
Weil der eigentliche Gegner für ihn im Inneren sitzt. Auf seinem Spruchblatt „Wahre Helden werden nicht auf dem Schlachtfeld geboren!“ steht: „Hast Du 1000e Gegner besiegt, dann bist Du stark; aber 1000-mal stärker ist derjenige, der sich selbst besiegt.“ Und weiter unten: „Kampfkunst ist Friedensarbeit“ – Krieg, Waffen und Gewalt seien keine Lösung.
Auf demselben Blatt steht: Wenn du einem Gegner gegenüberstehst, stell dir vor, „dass er Buddha persönlich ist“ – ein buddhistisch geprägtes Bild, das im Training schlicht heißt: Begegne dem anderen mit Respekt, auch wenn du gleich gegen ihn kämpfst. In seinem Text „Wahre Begegnung“ beschreibt Dr. Adam genau diesen Moment, „sichtbar durch die Neigung des Hauptes“, aus der Mitte im Hara. Die Verbeugung vor dem Kampf ist dort keine Formalie, sondern zeugt, wie er schreibt, „von einem tief menschlichen Respekt, der Höflichkeit und Achtsamkeit zum Ausdruck bringt“.

Welche sieben Tugenden gehören zum Weg?
Sieben Tugenden, die das Heft mit koreanischen Begriffen nennt, unterscheiden für Dr. Adam Kampfkunst vom gefährlichen Sport. In der „hohen Kunst der spirituellen Kampfkunst“ werde der Geist geschult, und diese Tugenden würden „ausgebildet und entwickelt“. Die Tabelle zeigt, wo sie im übrigen Material anklingen.
Wie weit das reicht, zeigt sein Text „Der wahre Sinn der Kampfkunst“ von 2008, der von Phasen der Verzweiflung handelt. Sein Rat: „Lasst das Ego sterben, schützt aber euren Körper.“ Gemeint ist, „das kleine Selbst mit seinen Anhaftungen“ loszulassen, nicht Selbstaufgabe. Wer in einer solchen Krise steckt, braucht verlässliche Hilfe; Kampfkunst ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Worauf kommt es an – und woran erkennst du Sport oder Weg?
Es kommt weniger darauf an, welche Kampfkunst du übst, als darauf, wie du sie übst. Dr. Adams Kriterien lassen sich in Gegensätzen fassen: Gewinnen oder Erkennen, viele Techniken oder eine vollkommene, Kraft aus den Schultern oder aus der Mitte. Die Tabelle ist keine Rangliste, sondern ein Spiegel.
Daraus ergeben sich die typischen Fehler: Techniken sammeln, ohne dass eine sitzt. Kraft ohne Mitte – Schultern hoch, Atem flach. Ungeduldiges Handeln; auf Dr. Adams Spruchblatt folgt auf „Lass erst Dein Herz zur Ruhe kommen und dann handle“ direkt die Zeile „Aus einer kleinen Welle wird ein großer Tsunami“. Und die Gegenrichtung: Qi und Tugenden zitieren, aber nicht trainieren. Erkenntnis kommt bei Dr. Adam aus dem Tun. Die sieben Fragen unten machen daraus einen kurzen Selbstcheck.
Selbstcheck
Sport oder Weg? – sieben Fragen an dein Training
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Der Check beschreibt dein Training, nicht dich. Er ist kein Urteil über deine Schule und keine Gesundheitsaussage.
Für wen ist spirituelle Kampfkunst geeignet – und für wen nicht?
Spirituelle Kampfkunst im Sinne Dr. Adams passt zu Menschen, die Bewegung, Atem und Stille als Einheit üben wollen. Weniger passend ist sie für alle, die vor allem Wettkampferfolg, schnelle Selbstverteidigung oder ein weltanschaulich neutrales Fitnesstraining suchen.
Eine Zielgruppe spricht Dr. Adam ausdrücklich an: Männer. Sein Seminar „Zen & Kampfkunst“ ist auf seiner Website als „Seminar für Männer“ ausgeschrieben, mit der Einladung „Erkunde Deine Grenzen und gehe darüber hinaus!“. Es gehe darum, „Bewegung, Dynamik und Harmonie zu erfahren“ und die Praxis mit „Heilmeditation und der Verfeinerung des Atems“ zu vertiefen. Für Männer, die Meditation bisher für zu passiv hielten, ist das ein naheliegender Einstieg: Die Stille kommt hier nach dem Tritt, nicht an seiner Stelle. Qigong wiederum nennt er geeignet „für Menschen jeden Alters“.
Passt, wenn du …
- Kampfkunst trainierst und spürst, dass dir das „Do“ fehlt
- als Mann einen körperlichen Zugang zu Meditation suchst
- lieber eine Technik vertiefst als zehn neue lernst
- Atem und Mitte bewusst schulen willst
- im Markgräflerland oder in Südbaden wohnst (für Olten: Angebot vorher erfragen)
Passt eher nicht, wenn du …
- auf Turniere und Punkte hinarbeitest
- einen Selbstverteidigungskurs in wenigen Wochen willst
- mit Begriffen wie Qi, Tao oder Meridian nichts anfangen willst
- akute Beschwerden hast, die zuerst ärztlich abgeklärt gehören
- Herz-Kreislauf-Probleme hast und Pressatmung ohne Rücksprache üben würdest
Dr. Rolf-Peter Adam in Badenweiler und Olten: Kampfkunst, Qigong und Zen bei Samadhana
Dr. Rolf-Peter Adam bietet in seiner Kurpraxis und Nadi-Yoga-Schule Samadhana in Badenweiler das Seminar „Zen & Kampfkunst“ für Männer an, dazu Tae-Kwon-Do- und Qigong-Seminare. Die Schule liegt in der Ernst-Eisenlohrstraße 5 im Kurort am Rand des Schwarzwalds; eine zweite Kurpraxis mit Yogaschule führt er in der Jurastrasse 17 in Olten. Nach seiner Biografie trägt er den 3. Dan im Tae-Kwon-Do und ist Nei-Kung-Instructor, ausgebildet unter anderem bei Jin-oh Ra (Tae-Kwon-Do) und Master Chu in New York (Nei Kung) – laut eigener Angabe.
Wie ein solcher Tag aussehen kann, zeigt ein Seminarplan „Kampfkunst“, den Dr. Adam der Redaktion zur Verfügung gestellt hat. Nach einer Einstimmung mit dem Text „Ewiges Tao, Ort des Friedens“ geht es am Vormittag draußen um „Der wahre Sinn der Kampfkunst“ – „Meditation in Bewegung, Befreiung vom Kopf“. Auf die drei Atemtechniken folgen die Tugenden, dann Praxis: Dehnungsgymnastik, Fauststoß und Handkantenschlag, Tritte an den Stahlsäulen im Park, Pratze, Bruchtest, Abwehr mit Partner und mit Stöcken. Den Abschluss bilden eine Einführung in Zen, Sitzen in der Stille und der kleine Energiekreislauf. Härte und Stille stehen hier nicht gegeneinander, sondern hintereinander. Auf der Seminarseite zu „Zen & Kampfkunst“ legt er den Schwerpunkt auf die „Entwicklung des Körperbewusstseins“; Zen soll dort über das Hara, „das Energiezentrum“, ein „Lebenselixier“ erschließen und helfen, Aufgaben „mit einem ruhigen Geist anzugehen“.
Ergänzend lehrt Dr. Adam Qigong, das „sanfte Bewegungen mit Atemtechniken“ kombiniert, und „Taoistische Körperkultur“: Nei-Kung, nach seinen Worten die innere Form des Qigong, mit Terminen auch im Hofgut LEO in Gresgen. Im Transformations-Training der Schule ist „Das Geheimnis der Kampfkünste“ eines der Module. Aktuelle Termine stehen auf samadhana.com.
Einordnung: Was ist belegt, was Überlieferung, was gelebte Praxis?
Dr. Adams Kampfkunst verbindet vier Schichten, die unterschiedlich viel Gewicht tragen. Sein Heft enthält zudem Wirkungsaussagen zu Organen und Krankheitsbildern, die wir bewusst nicht übernehmen, weil sie sich nicht belegen lassen.
Belegt
Tai Chi kann laut NCCIH das Gleichgewicht verbessern und Stürze bei älteren Menschen verringern; ein Cochrane-Review von 2019 fand, dass Tai Chi die Zahl der Menschen, die stürzen, um etwa ein Fünftel senken kann. Für Qigong stützen Übersichtsarbeiten Gleichgewichtstraining und Sturzprävention. Diese Befunde gelten für Tai Chi und Qigong, nicht automatisch für Tae-Kwon-Do.
Überliefert
Qi als Lebensenergie, die 14 Leitbahnen, die Fünf-Elemente-Lehre, die acht diagnostischen Kategorien, das Hara, Tao und Wu Wei, die Tugenden des Tae-Kwon-Do. Modelle der ostasiatischen Medizin und Philosophie, die Erfahrung ordnen. Meridiane sind anatomisch nicht nachgewiesen.
Gelebte Praxis
Spirituelle Kampfkunst als Dr. Adams System, sein Heft, die drei Atemtechniken, der Seminarplan, das Seminar „Zen & Kampfkunst“, sein Werdegang mit 3. Dan. Grundlage sind seine eigenen Angaben und Unterlagen; unabhängig überprüft hat die Redaktion sie nicht.
Nicht belegt
Dass Kampfkunstzyklen „Blockaden in den Meridianen“ beseitigen, dass die Übungen eine „Schaffung neuer Reserven von Lebensenergie“ bewirken, dass Kampfkunst-Positionen Krankheiten anzeigen oder einzelne Organe stärken. Kampfkunst ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
Häufige Fragen zu Kampfkunst, Tao und Meridianen
Was vom „Do“ bleibt
Am Anfang stand die Frage, ob da mehr sein kann als Technik und Kondition. Dr. Adams Antwort steckt in einer Silbe: Do, der Weg. Sie verlangt nicht, dass du aufhörst zu kämpfen, sondern dass du anders übst – eine Technik statt tausend, aus der Mitte statt aus den Schultern, mit dem Atem statt gegen ihn, und mit einer Verbeugung, die etwas bedeutet. Ob dieser Weg deiner ist, entscheidet kein Artikel, sondern ein Vormittag im Freien, ein paar Tritte und danach Stille im Sitzen. Wann Dr. Rolf-Peter Adam sein Seminar „Zen & Kampfkunst“ bei Samadhana in Badenweiler anbietet, steht auf samadhana.com.
Weiterlesen in der Serie
Alle Teile der Serie „Der Weg des Dr. Rolf-Peter Adam“
- Nadi-Yoga der 5 Elemente: Das System von Dr. Rolf-Peter Adam erklärt
- Ayurveda-Psychologie: Vata, Pitta, Kapha als Persönlichkeitstypen
- Zen im Alltag: „Leben aus der Quelle“ – vom Ich-Raum in den Hara-Raum
- Die geheime Botschaft der Kampfkünste: Tao, Meridiane und der Weg „Do“ (dieser Beitrag)
- Psychischer Selbstschutz: Aura stärken nach der Nadi-Yoga-Schule
- Verjüngung aus Ayurveda-Sicht: Ernährung, Gewürze und Farben
- Transformations-Training „Werde der Du bist“: fünf Tage, sechs Wege
Quellen
- National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH): Tai Chi: What You Need To Know
- NCCIH: Qigong: What You Need To Know
- Cochrane: Exercise for preventing falls in older people living in the community (CD012424, 2019)
- NCCIH: Traditional Chinese Medicine: What You Need To Know
- Wikipedia: Meridian (TCM) · Qigong · Wu wei · Dao
- Wikipedia: Taekwondo · Taekwondo-Technik (Kihap) · Budō · Dojo
- Samadhana Ayurveda & Yoga: Zen & Kampfkunst · Tae-Kwon-Do · Qigong · Taoistische Körperkultur · Biographie
- Dr. Rolf-Peter Adam: Heft „Die geheime Botschaft der Kampfkünste“ (S. 2–19) · Text „Der wahre Sinn der Kampfkunst“ (Januar 2008) · Spruchblatt „Wahre Helden werden nicht auf dem Schlachtfeld geboren!“ · Seminarplan „Kampfkunst“ · Übungsblatt „Hara-Übungen“ · Text „Wahre Begegnung“ · Broschüre „ZEN – Leben aus der Quelle“ (8/2013), S. 20 · Werdegangsblatt – vom Autor der Redaktion zur Verfügung gestellt
Dieser Beitrag ist ein gekennzeichneter Partnerbeitrag in Zusammenarbeit mit Samadhana Ayurveda & Yoga. Aussagen über Methode, Lehre und Werdegang stammen aus den Unterlagen und der Website des Partners und sind als solche gekennzeichnet. Der Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.







